Ich halte die Grundidee [des Pantoffelportfolios] für richtig, nicht nur für Anfänger. Der Anteil des Risikobausteins hängt von der persönlichen Risikotragfähigkeit und -freude ab. Je jünger man ist, desto größer darf der Risikoanteil sein, denn langfristig sind Aktien die renditeträchtigste Assetklasse. Jedoch eben mit großen Schwankungen. M.E. sollte man andere Assetklassen nicht vernachlässigen. Im Depot habe ich auch etwa 50:50, wobei ich noch einen großen Risikobaustein außerhalb des Depots habe.
Finanzplanung muß ganzheitlich sein. Große Teile des Vermögens aus der Kalkulation herauszuhalten (In Deinem Fall den großen Risikobaustein, bei den allermeisten Anlegern die Altersversorgung) und dann mit dem Rest gestalten zu wollen, dürfte nicht sachgemäß sein.
Früher wurde 50:50 mit 50% Aktien + 50% Anleihen definiert. In der Nullzinsphase hat auch Finanztest aus Anleihen Tagesgeld gemacht. Diese Phase ist aber beendet! Daher würde ich nicht nur Tagesgeld/Geldmarktfonds für die zweiten 50% nutzen, denn diese bieten bei einer normalen Zinsstrukturkurve eben die schlechteste Verzinsung. Ein Geldmarktfonds (oder Kurzläufer-Anleihefonds) ist optimal als Reservepuffer, aber m.E. keine Langfristanlage.
Was ist Deines Erachtens denn bei den Renten eine sinnvolle Langfristanlage?
Mit Anleihen hast Du langfristig eine positive Realrendite, das rechnet sogar Kommer vor. Die hier häufig anzutreffende Angst vor Anleihen kann ich nicht nachvollziehen. Die Welt ist nicht nur schwarz/weiß.
Sicherlich ist die Welt nicht schwarzweiß.
Ich habe nach einer längeren Zeitreihe gesucht, die die positive Realrendite von Renten belegt. Leider habe ich keine gefunden. Hilfst Du mir auf die Sprünge?
Mit nur "sicheren" Kurzläufern kann man wohl kaum keine positive Realrendite erreichen.
Ich bezweifle, daß man mit festverzinslichen Papieren aktuell überhaupt eine positive Realrendite erzielen kann, lasse mich aber gern von Dir eines Besseren belehren.
Ob Du nun 4-6 ETFs oder nur 1 ETF im Portfolio hast, halte ich für zweitrangig. Der gefährliche Gestaltungsdrang beginnt nach der Erstinvestition, wenn das Portfolio ständig weiter optimiert werden soll. Also treffe bitte eine Entscheidung und grübele dann nicht mehr darüber nach. Was einmal gekauft ist, bleibt im Depot. Nachjustierungen (Rebalancing) möglichst nur durch Neuanlagen, sonst Deine Strategie bitte durchhalten.
Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Den hat unsere TE noch vor sich.