Früheren Ruhestand frühzeitig besparen?

  • Das könnte anfangs z. B. die simple Idee sein die kosten fürs Hobby abzudecken, danach vielleicht die Kosten für Strom und Handy/Internet, dann ggf. für Essen&Trinken und im nächsten Schritt die Nebenkosten fürs Wohnen.

    Das scheint ein recht kostengünstiges Hobby zu sein.

    Je nachdem, die Du rechnest, dürftest Du bereits den Stromverbrauch durch die Dividenden abgedeckt haben, die eine ausschüttende Variante eines World-ETFs auszahlt (ca. 1,5% Brutto).

    Die Frage bei sowas ist für mich eher: wie verrechnet man sowas (virtuell oder real). Bei realer Verrechnung schmälert es den Depotwert und führt, wenn Du nicht in Ausschüttende ETFs investierst, zum zwingenden Verkauf von Anteilen.

    Daher bleibt für mich eher die Reduktion der Sparrate (warum, das Geld reichte vorher ja auch ohne mich einzuschränken). Das kann man machen, sollte es aber ab einem gewissen Zeitpunkt mit einplant (egal, ob bei der Höhe der Sparrate oder bei der rehofften Rendite). Dann könnte man aber auch die vermutete Gehaltserhöhungen über die Jahre mit einplanen.

    Ohne flankierende Maßnahmen (hoffentlich freiwillig, meist wohl Reduktion der Arbeitszeit bei Reduktion der Einnahmen) ist das für mich nicht mehr wie in lustiges Zahlenspiel. Ich habe dabei lieber den Zeitpunkt meines Vorruhestandes angepasst und die Rendite im Depot belassen.

    Wer sich also wenig bis keine Gedanken über die Sicherheit seines Arbeitsplatzes machen muss, wird das Thema Finanzen sicherlich anders angehen, als jemand, über dem das Damoklesschwert der Unternehmenspleite bzw. Kündigung schwebt.

    Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, allerdings auch damals als Single. Mitten und nochmals kurz nach dem .COM Crash bin ich als recht frischer Uni-Absolvent im IT-Bereich zweimal arbeitslos geworden. Bei der Kündigung 2001 habe ich noch nicht einmal darüber nachgedacht, meine schon geplante Reise (Gegenwert, je nach Kündigungsmöglichkeiten, ca. 1-2 Netto Monatsgehälter) zu stornieren. Wozu, die Reise war genauso finanziert wie mein Optimismus, innerhalb von D wieder einen neuen Job in der Zeit von ALG zu bekommen.

    Ab Anfang 40 hatte ich immer eine zweite Möglichkeit im Hinterkopf, mit Umschulung und ggf. auch mit Umzug innerhalb von Deutschland, wieder einen Job zu finden. Der hätte zwar die Vorruhestandpläne durchkreuzt (welche ich damals noch garnicht hatte), hätte aber immerhin mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu einem Job geführt, der mir bedeutend mehr wie H4/BG eingebracht hätte.

    Vor allem muss man lernen SEIN Ding zu machen und sich nicht von Gesellschaft und Umfeld treiben zu lassen.

    Das ist das Wichtigste. Wobei das direkte Umfeld (die eigene Familie) durchaus dazu passen sollte. Sowohl zur Sparrate wie auch zum Vorruhestand.

    Ich könnte mir bei einer intakten Partnerschaft nicht vorstellen, mit 56 in die Vollfreistellung vor Rente zu gehen, wenn dies die Partnerin nicht ebenfalls zeitnah machen würde.

  • Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, allerdings auch damals als Single. Mitten und nochmals kurz nach dem .COM Crash bin ich als recht frischer Uni-Absolvent im IT-Bereich zweimal arbeitslos geworden. Bei der Kündigung 2001 habe ich noch nicht einmal darüber nachgedacht, meine schon geplante Reise (Gegenwert, je nach Kündigungsmöglichkeiten, ca. 1-2 Netto Monatsgehälter) zu stornieren. Wozu, die Reise war genauso finanziert wie mein Optimismus, innerhalb von D wieder einen neuen Job in der Zeit von ALG zu bekommen.

    Es kommt eben immer auf die Umstände an. Mein damaliger Arbeitgeber ging in der Rezession 1992/93 pleite. Neue Jobs gab es praktisch nicht, die Arbeitslosigkeit war auf Rekordniveau. Daher musste ich mich einige Jahre selbständig durchschlagen. Das war eine ziemlich harte Zeit, Gedanken über Geldanlage machte ich mir damals nicht, da das Geld gerade zum Leben reichte. Hast du irgendwas mit arbeitslos oder selbständig in deinem Lebenslauf stehen, landet deine Bewerbung schnell auf dem falschen Stapel. Und je älter man wird, desto unattraktiver wird man für den Arbeitsmarkt. Ich hatte Glück, Anfang der 2000er einen Job mit ordentlicher Bezahlung bei der deutschen Niederlassung eines US-Konzern zu bekommen. Erst ab dieser Zeit konnte ich mal grob darüber nachdenken, Geld zurückzulegen.

  • Wer meint, er könne eine "Finanzplanung" oder gar "Vermögensplanung" über 20 oder mehr Jahre machen, unterschätzt die Realität gewaltig.

    Es schadet sicherlich nicht, jetzt Geld zurückzulegen. Aber daran zu glauben, dass man das 30 Jahre durchhalten kann oder im Alter davon auskömmlich leben kann, ist schon ein sehr optimistische Annahme.

    Kann sein oder auch nicht. Ich plane meine Finanzen schon seit 25 Jahren bis Rentenalter 65/67 durch und das hat mir geholfen, Entscheidungen zu treffen. Dazu kann es motivieren ein Ziel zu verfolgen.

    Planen heißt vor allem auch, Antworten auf unvorhergesehene Ereignisse zu finden!

    Was soll falsch daran sein? Der TO macht das m.E. genau richtig.

  • Planen heißt vor allem auch, Antworten auf unvorhergesehene Ereignisse zu finden!

    Beim Planen immer auf Beständigkeit achten.8)

    "Denn nichts ist beständiger im Leben als die Änderung."

    Die Grundidee sollte durchgezogen werden. Änderungen kommen dann automatisch als Reaktion auf das normale Lebensgeschehen.

  • Wenn würde ich das erstmal vollständig virtuell machen. Das heißt ein etf der nicht ausschüttet. das vorhande Depot würde ich dabei gedanklich gar nicht mit einbeziehen wollen.

    So schwebt mir vor ein neuen world/acwi aufzusetzen und kleinere Zielbeträge anzuvisieren. So nach dem Motto, wenn 50k drin sind kann ich mir durch den Zins ein Hobby von mir leisten, oder ein bisschen erweitern. Oder die Fitness und Vereinskosten bezahlen. Selbst dann wenn ich in die Situation komme dass die Einkünfte mir noch das mindeste abdecken können.

    So Schritt für Schritt eben. So dass man dann bei 100k xy hätte

    Da wäre dann ggf. auch ein Dividenen Depot spannend. Oder aber eben mehr Risiko um das ganze eben zu beschleunigen. Wobei ich glaube dass Risiko auch hier nicht der Ansatz sein kann. Denn dann hätte man wieder mehr Gefahr von Verlust.

  • ein Dividenen Depot spannend.

    EIn Dividenden Depot in Sachen "high dividend" hat nicht unbedingt die Rendite wie der Markt.

    Ein Dividenden Depot in Sachen "Ausschüttend" statt thesaurierend würde besser laufen und die Ausschüttungen nimmst du für dein Hobby, oder, wenn du sie nicht brauchst schickst du sie wieder ´rein in den Fonds.

  • Hallo,

    Ich hab mit meinen 38 die letzten Tage damit verbracht einen Kassensturz zu machen um meine Situation für die Rente, die ja noch weit weg ist, zu beurteilen und ein Gefühl für die Gesamtsituation zu bekommen.

    Ich geh davon aus, dass ich 2000€ im Monat in der Rente verbrauche.

    Ich will auch nichts vererben, also ist es am besten wenn am Ende 0 raus kommt.

    Diese Übersicht passt ja sehr gut zu deiner Anfrage mit „fehlender Motivation“

    2000 € Heute sind in 30 Jahren sicher keine 2000 € Kaufkraft.


    Hier der Inflationsrechner von FT

    Insofern ist da noch Lift nach oben.


    Die ETW braucht auch Instandhaltungsrücklagen.


    Wenn ich deine Zahlen zusammenfasse, sind das 100k für dein Alter super, Ziel sollte zur Rente vermutlich eher 500k sein, um die Rentenlücke sicher zu schließen, selbst mit Eigenheim.


    Ich habe das Gefühl, dich bewegen noch andere Themen, die deine Situation grundsätzlich hinterfragen.


    Ich bin aber kein Hobby Psychologe.

    LG Finanzschlumpf

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