Sofortrente

So sicherst Du Dir die Zusatzrente im Alter

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Recht
17. Mai 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der Sofortrente zahlt Du einmalig einen Geldbetrag an einen Versicherer. Dieser zahlt Dir daraus eine lebenslange monatliche Rente (Leibrente). 
  • Die Rente fällt im Vergleich zum eingezahlten Kapital meist gering aus und lohnt sich nur, wenn Du lange lebst.
  • Alternativ kannst Du einen Teil des Geldes in ETFs anlegen und Dir eine monatliche Rente auszahlen lassen (Auszahlplan).
So gehst Du vor
  • Prüfe zuerst, ob Du eher zum Typ Sofortrente oder Typ Auszahlplan gehörst. Zu welchem Typ Du gehörst, erfährst Du weiter unten im Ratgeber. 
  • Entscheide Dich nur für die Sofortrente, wenn Du gesund bist und auf eine sichere und garantierte Rente setzen möchtest. Achte dann auf einen Tarif mit einer hohen Rentenzahlung.
  • Wir empfehlen für eine Sofortrente die Hannoversche (Tarif R1_EA).

Vielleicht hast Du gerade geerbt, eine Wohnung verkauft oder anderweitig Geld angespart und nun möchtest Du Deine monatliche Rente aufbessern. Dazu hast Du mehrere Möglichkeiten: Du kannst einen Teil des Geldes etwa in einen günstigen Indexfonds (ETF) investieren und den Rest auf einem Tages- oder Festgeldkonto parken. Doch die bequemste Lösung ist die Sofortrente: Damit bist Du lebenslang abgesichert, musst dafür aber bei der Rentenhöhe Abstriche machen.   

Was ist eine Sofortrente?

Die Sofortrente ist eine Form der privaten Ren­ten­ver­si­che­rung. Meistens sind diese Ren­ten­ver­si­che­rungen so ausgelegt, dass Du zunächst jahrzehntelang Deinen Beitrag zahlst und erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Rente erhältst (aufgeschobene Rente). Auch höhere, einmalige Zahlungen sind möglich. Dennoch musst Du in der Regel mehrere Jahre warten, bis Dir der Versicherer Deine Rente zahlt (sogenannte Aufschubzeit). 

Anders bei der Sofortrente: Die bekommst Du direkt nach Abschluss ausbezahlt. Dazu zahlst Du zu Beginn die gesamte Summe in die Versicherung ein (als sogenannten Einmalbeitrag). Der Versicherer kalkuliert daraus eine (meist monatliche) Rente und verpflichtet sich, diese lebenslang auszuzahlen.  

Das lange Leben absichern 

Der wohl größte Vorteil bei der Sofortrente: Du erhältst bis zu Deinem Tod eine regelmäßige Zusatzrente. Die Rente ist also an Dein Leben gekoppelt und nennt sich daher auch Leibrente. Ähnlich wie bei der gesetzlichen Rente musst Du Dich nicht darum kümmern, das Geld für die Zukunft einzuteilen und Dir auch keine Gedanken machen, in 20 Jahren ohne Geld dazustehen. 

Niedrige Rentenhöhe

Doch wer auf eine sichere Rente setzt, muss bei der Rentenhöhe Abstriche machen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen garantieren Dir die Versicherer eine lebenslange Rente und rechnen daher in der Regel damit, dass Du weit über 90 Jahre alt wirst. Je nach Höhe des eingezahlten Geldbetrags fällt die monatliche Rente dadurch eher gering aus. 

Zum anderen ist der Garantiezins für eine Sofortrente gesunken: Seit 1. Januar 2022 liegt er bei 0,25 Prozent. Um diesen Zins vermehrt sich also Dein angelegtes Geld jährlich. Bei 50.000 Euro Erspartem nach Kosten sind das 125 Euro im Jahr. 

Doch die Inflation kannst Du damit nicht ausgleichen. Über die Jahre wird Dein Vermögen durch die Inflation immer weniger wert sein. Angenommen Du möchtest Dir mit den 50.000 Euro eine Zusatzrente von etwa 170 Euro für die nächsten 30 Jahre auszahlen. Ausgehend von einer 2-prozentigen Inflation ist Deine Rente nach 10 Jahren nur noch 140 Euro wert. Der niedrige Garantiezins von 0,25 Prozent kann dieses Minus nicht ausgleichen. 

Auch auf die versprochenen Überschüsse, die Du zusätzlich zum garantierten Betrag erhältst, solltest Du Dich nicht verlassen: Viele Versicherer winken mit hohen Über­schuss­be­tei­li­gungen. Weil der Versicherer aber Deine Rente garantieren muss, kann er Dein Geld nur vorsichtig anlegen. Die Folge: Die Überschüsse fallen in der Regel eher mager aus. 

Für wen ist eine Sofortrente sinnvoll?

Ob eine Sofortrente für Dich in Frage kommt, hängt in erster Linie davon ab, ob Du Dir eine sichere Rente bis an Dein Lebensende wünschst. Du möchtest also kein Risiko eingehen, irgendwann im hohen Alter auf Deine Zusatzrente verzichten zu müssen. Natürlich musst Du auch schon eine gewisse Summe Geld auf dem Konto haben, die Du in die Sofortrente stecken kannst. 

Wenn Du darüber nachdenkst, eine Sofortrente abzuschließen, solltest Du erst einmal prüfen, ob Du zum Typ Sofortrente gehörst. Dazu sollten folgende Kriterien erfüllt sein:  

Größerer Geldbetrag - Erste Voraussetzung ist, dass eine größere Summe Geld auf Deinem Konto gelandet ist, sei es aus einer Erbschaft, einem Immobilienverkauf oder einer ausbezahlten Lebensversicherung,

Rentenalter - Du solltest für eine Sofortrente das Rentenalter erreicht haben oder zumindest kurz davorstehen. Bist Du noch jünger, solltest Du mit dem Geld besser Kreditraten abzahlen oder das Geld in einen ETF-Sparplan stecken oder auf ein Tages- oder Festgeldkonto einzahlen. 

Keine Zusatzrente - Wer neben der Gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung keine weitere Zusatzrente hat (etwa eine Betriebsrente), bekommt mit der Sofortrente eine sichere und garantierte monatliche Finanzspritze. 

Sicherheit vor Rendite - Entscheidest Du Dich für eine Sofortrente, dann sollte Dir eine sichere Rente bis an Dein Lebensende extrem wichtig sein. Du verzichtest gerne auf eine Rendite und nimmst auch in Kauf, dass Dein Geld durch die Inflation mit der Zeit immer weniger wert ist. 

Gesundheit - Du solltest aktuell gesund sein und davon ausgehen, sehr lange zu leben. Die Versicherer rechnen damit, dass Du mindestens 90 Jahre alt wirst und strecken demnach die Rentenauszahlungen. Dadurch fällt die monatliche Rente auch nur gering aus.  

Verantwortung abgeben - Du möchtest Dich nicht selbst darum kümmern, aus Deinem Ersparten regelmäßig Raten zu entnehmen. Ein ETF-Auszahlplan erfordert ein wenig mehr Eigeninitiative. Du musst Dich um Deine Geldanlage selbst kümmern und auch mal ein paar Monate auf eine Auszahlung verzichten, wenn der Kurs sinkt. 

Keine Erben absichern - Das Vermögen, das Du in die Sofortrente einzahlst, ist nicht vererbbar. Solltest Du sterben, kommt das übrige Geld den anderen Versicherten zugute. 
Möchtest Du auf eine Absicherung Deiner Familie nicht verzichten, kannst Du auch eine Hinterbliebenenabsicherung vereinbaren. Deine Familie bekommt dann für einen bestimmten Zeitraum weiterhin Deine Rente ausgezahlt (Rentengarantiezeit). Allerdings musst Du dann Abschläge bei der monatlichen Rente in Kauf nehmen. 

Wenn es Dir darum geht, Teile Deines Vermögens zu vererben, solltest Du dieses Geld von vornherein zur Seite legen – etwa auf ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto – und es nicht in den Versicherungsvertrag stecken. 

Was sind die Alternativen zur Sofortrente?

Bekommst Du eine große Summe Geld auf einen Schlag, dann ist die Sofortrente nur eine der Möglichkeiten, Dein Geld unterzubringen. Daneben gibt es Modelle, die mit etwas mehr Risiko und Eigeninitiative einhergehen. Dafür wirst Du aber auch mit einer höheren Rendite belohnt. 

Auszahlpläne bringen mehr Rendite 

Du gehörst eher zum Typ Auszahlplan, wenn Du mehr Wert auf eine hohe Rendite als auf eine sichere Rente legst. Zentrale Frage ist daher, ob Deine monatliche Rente bereits ausreichend gesichert ist, etwa durch die gesetzliche Rente, private Ren­ten­ver­si­che­rungen oder Mieteinnahmen. Frage Dich selbst, ob Du auch mal ein paar Monate ohne eine zusätzliche Auszahlung auskommen kannst, wenn zum Beispiel die Kurse an der Börse in den Keller rutschen. 

ETF-Auszahlplan - Eine Möglichkeit ist ein ETF-Auszahlplan (Entnahmeplan) aus Aktienvermögen. Dabei kombinierst Du die Geldanlage mit einer regelmäßigen Auszahlung. Einen Teil Deines Kapitals legst Du in einen weltweit ausgelegten Indexfonds (ETF) wie den MSCI World an und nimmst so am Aktienmarkt teil. Am Ende Deines Lebens bleibt dann im besten Fall etwas übrig, was Du Deinen Kindern vererben kannst. Für den Auszahlplan verkaufst Du regelmäßig für einen bestimmten Betrag Fondsanteile. 

Diese Variante erfordert viel Eigeninitiative und geht auch mit dem größeren Risiko einher: Du weißt nicht, ob Dein Geld bis an Dein Lebensende reichen wird. Denn bei einem ETF-Entnahmeplan bekommst Du nur so lange eine Rente ausgezahlt, bis das Geld aufgebraucht ist. Solltest Du überdurchschnittlich alt werden, kann es sein, dass Du irgendwann auf Deine Zusatzrente verzichten musst.

Wie viel und wie lange Du Rente erhältst, hängt auch von der Entwicklung an den Börsen ab. Sollte es an der Börse schlechter laufen, musst Du aktiv eingreifen und weniger Geld entnehmen. Denn damit bleibt möglichst viel Kapital vorhanden, um den bestmöglichen Gewinn zu erzielen, wenn es wieder zum Aufschwung an der Börse kommt. Andersherum kannst Du mehr Geld entnehmen, wenn der Kapitalmarkt dauerhaft gut läuft.

ETF und Festgeld - Auch eine Kombination aus ETF-Sparen und Festgeld kann sinnvoll sein. Das Geld, was Du für die nächsten 15 Jahren benötigst, steckst Du in Festgeld verschiedener Laufzeiten und sicherst Dir dadurch feste Entnahmebeträge für einen bestimmten Zeitraum. Die Rente, die Du jeweils für das nächste Jahr benötigst, lässt Du auf dem Giro- oder besser auf einem Tagesgeldkonto.

Den Rest Deines Ersparten investierst Du in günstige Aktien-ETFs und lässt es dort 15 Jahre liegen. Ist das Geld aus Deinen Tages- und Festgeldkonten aufgebraucht, geht es an das Geld aus Deinen ETFs. Entweder Du schichtest wieder in Festgelder um oder Du steigst jetzt auf eine Sofortrente um. 

Auch bei dieser Variante musst Du Eigeninitiative zeigen. Doch durch die Umschichtung in Festgelder ist Dein Geld für eine festgelegte Zeit sicher angelegt
 

Mehr dazu im Ratgeber Auszahlplan

  • Bei einem Auszahlplan aus Aktienvermögen sind langfristig die höchsten Gewinne möglich. Spar am besten mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) an.
  • Alternativ kannst Du Aktien-Indexfonds und Festgeld kombinieren und zunächst das Festgeld aufbrauchen.

Zum Ratgeber

Bankauszahlplan - Daneben gibt es die Möglichkeit, Dein Geld bei einer Bank zu parken, die Dir daraus regelmäßige monatliche Beiträge zahlt. Doch diese Möglichkeit können wir Dir nicht empfehlen.

Dein Geld wird je nach Laufzeit fest verzinst. Da Du Dein Geld nicht in ETFs investierst, steht die Höhe der Auszahlung bei Bankauszahlplänen zwar von Anfang an fest. Allerdings fallen die Zinsen eher mager aus. Und ganz so einfach kommst Du auch nicht mehr an Dein Geld heran. In der Regel bist Du an die vereinbarte Laufzeit gebunden.

Fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rungen 

Neben den klassischen Anlageprodukten gibt es sogenannte fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rungen. Der Versicherer legt Dein eingezahltes Kapital in verschiedene Investmentfonds an. Wie hoch Deine Rente später ausfällt, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung dieser Fonds ab. Bei guter Entwicklung steigt Deine Rente. Gehen die Kurse in den Keller, kann ein Teil Deiner Rente verloren gehen. 

Ähnlich wie bei einem ETF-Auszahlplan setzt Du bei dieser Form der Altersvorsorge also auf eine höhere Rendite. Doch die hohen Kosten bei den fondsgebundenen Ren­ten­ver­si­che­rungen schmälern die erwirtschaftete Rendite enorm: Neben Abschlusskosten musst Du die Managementkosten für die Fonds und Verwaltungskosten der Versicherung tragen. Daher können wir Dir diese Produkte nicht empfehlen

Eine fondsgebundene Sofortrente konnten wir bei der Canada Life finden. Sie heißt „Garantie Investment Rente sofort beginnend“. Sie ist ein Mix aus garantierter Sofortrente und fondsgebundener Ren­ten­ver­si­che­rung. Einen Teil Deines Kapitals erhältst Du als garantierte lebenslange Rente. Der andere Teil wird in Fonds investiert. Eine Sofortrente macht aus unserer Sicht aber nur Sinn, wenn sie zu 100 Prozent garantiert ist. Ein ETF-Auszahlplan in Kombination mit einem sicheren Festgeld oder Tagesgeld ist die günstigere Alternative. 

Worauf musst Du bei Sofortrenten achten?

Am Markt tummeln sich eine ganze Reihe von Sofortrenten-Anbietern. Doch sind nicht alle gleich gut. Aus unserer Sicht sollte eine Sofortrente bei den folgenden Punkten besonders gut abschneiden. Diese Punkte sind auch Grundlage für unsere Anbieter-Empfehlungen.

Rating - Um die guten von den weniger guten Anbietern zu unterscheiden, lohnt ein Blick auf das Rating von Morgen & Morgen. Das Analysehaus nimmt regelmäßig Versicherer unter die Lupe und prüft unter anderem, wie finanzstark die Unternehmen sind. Als Kunde solltest Du Dich darauf verlassen können, dass der Versicherer Dir auch noch in 20 oder 30 Jahren Deine Rente sicher auszahlen kann. Sollte ein Versicherer wider Erwarten finanziell in Schwierigkeiten kommen, bestehen Deine Ansprüche weiter. Im schlimmsten Fall übernimmt die Auffanggesellschaft Protektor Deinen Vertrag.

Höhe der garantierten Rente - Wichtig ist auch, wie viel Sofortrente Dir der Anbieter auf jeden Fall ein Leben lang garantiert. Nur damit kannst Du sicher kalkulieren. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase sind die Erträge bei allen Versicherern in den vergangenen Jahren gesunken: Dein Guthaben im Versicherungsvertrag wird heute also deutlich geringer verzinst als noch vor einigen Jahren. Einige Versicherer wirtschaften jedoch besser als andere und können bei gleichem Einsatz eine höhere monatliche Rente zahlen.

Absicherung von Dritten - Viele Tarife bieten eine Hinterbliebenenabsicherung ab. Du kannst beispielsweise eine Rentengarantiezeit vereinbaren: Dann zahlt die Versicherung Deinen Hinterbliebenen eine Rente für einen gewissen Zeitraum, solltest Du sterben. Bei einer Hinterbliebenenrente erhält der überlebende Partner sogar eine lebenslange Rente. 

Du solltest also gut abwägen, ob Du einen Tarif mit oder ohne Hinterbliebenenabsicherung wählst. Die Variante mit Hinterbliebenenabsicherung drückt die ohnehin geringe Rentenzahlung weiter und bewirkt, dass sich die Sofortrente noch weniger lohnt. Wenn Du etwas vererben willst, leg dies besser anderweitig zurück.

Diese Kann-Kriterien solltest Du kennen

In einer Finanztip-Analyse von zehn Sofortrenten-Tarifen im Juni 2018 haben wir die oben genannten drei Kriterien als zentrale Faktoren angesetzt. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die in Deiner Wahl der Sofortrente eine Rolle spielen können.

Über­schuss­be­tei­li­gung - Versicherer müssen vorsichtig kalkulieren. Ist, grob gesprochen, der Ertrag des Versicherers am Ende eines Jahres größer als bei der vorsichtigen Kalkulation, muss der Anbieter Dich an seinen Überschüssen beteiligen. Wie viel und ob Überschüsse ausbezahlt werden, ist allerdings nicht garantiert. Als Kunde musst Du abwägen: Fühlst Du Dich wohler mit einer hohen garantierten Rente und tendenziell geringeren Über­schuss­be­tei­li­gung? Oder kannst Du mit weniger garantierter Rente leben, wenn Du weißt, dass Dein Versicherer zuletzt stets stabile Überschüsse gezahlt hat?

In jedem Fall empfehlen wir, die sogenannte dynamische Rentenzahlung zu wählen: Dabei steigert sich die garantierte Rente jährlich um einen bestimmten Prozentsatz – so kannst Du auch die Inflation ausgleichen. Ist die Rente einmal erhöht, ist dieser neue Betrag garantiert.

Online-Abschluss - Einige Direktversicherer bieten auf ihrer Website an, die Sofortrente dort abzuschließen: Dafür musst Du die wichtigsten Angaben in ein Formular eintragen, etwa, wie viel Geld Du einzahlen kannst, ob Du eine Rentengarantiezeit wünschst und ob die Rente dynamisch ausgezahlt werden soll. Dies kann ein Vorteil sein, wenn Du genau weißt, was Du willst und den Vertrag schnell und bequem abschließen möchtest.

Ansonsten kommst Du um ein Beratungsgespräch in der Regel nicht herum. Das mag für den ein oder anderen hilfreich sein, falls noch Fragen bestehen. Unser Tipp: Lass Dich beraten, wenn Du Dich wohler damit fühlst, weil es um eine Menge Geld geht. Lass Dir aber nichts verkaufen, was Du gar nicht haben möchtest.

Vorzeitige Entnahme - Manche Sofortrenten-Anbieter ermöglichen es, dass Du Deinem Versicherungsvertrag im Notfall wieder Geld entziehst, zum Beispiel, wenn Du zum Pflegefall wirst. Die Sofortrente lohnt aber vor allem dann, wenn Du davon ausgehst, gesund zu bleiben und lange zu leben. Fürchtest Du Krankheiten im Alter, solltest Du anderweitig Geld zurücklegen.

Du würdest gern früh in Rente gehen und ein Leben unabhängig von Lohnzahlungen führen? Ob und wie das gelingen kann, zeigt Dir unser Rechner.

Zum Rechner

Welche Sofortrenten-Tarife empfiehlt Finanztip?

Im Juni 2018 haben wir zehn Sofortrenten-Tarife analysiert, die Sparer mit 65 Jahren abschließen. Wir nahmen an, dass Kunden einmalig 100.000 Euro investieren und keinerlei Hinterbliebenenabsicherung (Todesfallschutz, Rentengarantiezeit) vereinbaren.

Von den zehn Tarifen konnten wir vier empfehlen. Entscheidend für die Empfehlung war, dass die Versicherer finanziell stabil aufgestellt sind und eine vergleichsweise hohe garantierte Sofortrente bieten, mit der Verbraucher sicher kalkulieren können.

Mit Blick auf die garantierte Rente zahlten alle vier Empfehlungen mehr als 330 Euro. Steuern außer Acht gelassen, hättest Du die 100.000 Euro so nach etwa 25 Jahren – also im Alter von etwa 90 Jahren – wieder heraus. Näheres zur Steuer liest Du im Abschnitt weiter unten.

Von den vier empfohlenen Versicherern, bietet nur noch die Hannoversche (Tarif R1_EA) die Sofortrente an.

Hannoversche
Sofortrente Tarif R1_EA
  • vergleichsweise hohe garantierte Rente
  • Online-Abschluss künftig möglich
  • „dynamische Gewinnrente“ wählbar
Nur beim Anbieter abschließbar

Die Hannoversche (Tarif R1_EA) bietet eine vergleichsweise gute garantierte Sofortrente. Die Über­schuss­be­tei­li­gung lag in den vergangenen Jahren jedoch etwas niedriger als bei der Konkurrenz. Die Versicherung kannst Du online anfragen. Doch für den Abschluss musst Du mit einem Berater telefonieren. 

In unserer Untersuchung aus 2018 leistete die Europa (Tarif E-SR) die höchste garantierte Sofortrente, beteiligte Kunden dafür aber erst ab dem vierten Jahr umfassend an den Überschüssen. Die dynamische Rente – bei der Europa hieß sie „steigende Gewinnrente“ – stieg also erst ab Jahr vier des Rentenbezugs merklich an. 

Neu: Die Europa hat den Vertrieb ihres Tarifs E-SR eingestellt. Ein Neuabschluss ist nicht mehr möglich. 

Die R+V-Versicherung hatte zwei unterschiedliche Verträge im Portfolio. Einen gab die bekanntere und größere RuV AG heraus – dieser schnitt in unserer Analyse aber schlechter ab als der andere. Den anderen Tarif (RTSE, ohne Rentengarantiezeit) stellte die R+V Gesellschaft auf Gegenseitigkeit (a.G.). Die R+V a.G. nutzte bei Sofortrenten bessere Kalkulationsgrundlagen als etwa bei einer regulären privaten Ren­ten­ver­si­che­rung. Dadurch lag die Über­schuss­be­tei­li­gung in den vergangenen Jahren mit um die 2,7 Prozent höher als bei anderen Anbietern. 

Neu: Die R+V a.G. hat den Vertrieb des Tarifs RTSE im Neugeschäft eingestellt. Ein Neuabschluss ist nicht mehr möglich. 

Die Huk24 (Tarif RS24) leistete ebenfalls eine vergleichsweise hohe garantierte Rente. Die Über­schuss­be­tei­li­gung war aber zuletzt abgesunken. Wie bei der Europa konntest Du den Tarif der Huk24 bequem im Netz abschließen. 

Neu: Die Huk24 hat den Vertrieb ihres Tarifs RS24 eingestellt. Ein Neuabschluss ist nicht mehr möglich. 

Zur Einordnung: Der Marktführer Allianz (Tarif R3U(G)) zeichnet sich dadurch aus, dass er die Über­schuss­be­tei­li­gung bei der Sofortrente seit 2016 bei rund 2,2 Prozent stabil halten konnte. Dafür ist die vorab garantierte Sofortrente niedriger als bei den Empfehlungen. Weil wir im Test vor allem auf die planbare garantierte Rente blickten, war die Allianz keine Empfehlung. Bislang ist kein Online-Abschluss möglich. Wer sich für den Tarif interessiert, sollte im Beratungsgespräch übers Telefon oder in der Niederlassung nach der dynamischen Rente fragen. 

Eine ausführliche Tabelle mit den wichtigsten Merkmalen der empfohlenen und nicht empfohlenen Sofortrenten findest Du weiter unten im Abschnitt So haben wir ausgewertet.

Welche Steuern und Abgaben fallen an?

Die Sofortrente musst Du noch versteuern. Allerdings geht nur noch ein geringer Teil als Einkommensteuer davon ab. Steuerpflichtig ist nur der sogenannte Ertragsanteil, der von Deinem Alter bei Rentenbeginn abhängt. Er wird einmalig bei Auszahlungsbeginn festgelegt und gilt bis ans Lebensende.

So sind für einen 65-Jährigen immerhin 18 Prozent seiner Rente steuerpflichtig, für einen 70-Jährigen hingegen nur 15 Prozent. Dieser Anteil wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Falls das Gesamteinkommen niedrig ist, fallen wegen des Grundfreibetrags möglicherweise gar keine Steuern an.

Ertragsanteil in Abhängigkeit vom Alter

zu Beginn der Rente vollendetes AlterErtragsanteil in %
60 bis 6122
6221
6320
6419
65 bis 6618
6717

Quelle: Paragraf 22 EStG (Stand: Mai 2022)

Ob Kran­ken­kas­senbeiträge fällig werden, hängt davon ab, wie Du versichert bist: Pflichtversicherte in der gesetzlichen Kran­ken­kas­se und Privatversicherte müssen keine Beiträge auf die Sofortrente zahlen. Bist Du im Rentenalter nur freiwillig gesetzlich versichert, musst Du Sozialabgaben auf die Sofortrente abführen. Auf private Leibrenten zahlst Du dann 14 Prozent Abgaben.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Zum Ratgeber

So haben wir ausgewertet

Analyse Sofortrenten-Tarife Juni 2018

Wir haben 14 Anbieter für Sofortrenten untersucht. Als Grundlage für unsere Auswertung haben wir den Test der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 11/2017) zurate gezogen. Wir reduzierten die Anzahl der dort berücksichtigten Versicherer, indem wir zunächst nur diejenigen filterten, die eine gute oder sehr gute Marktstellung und Finanzlage aufwiesen. Das sind all jene, an die die Ratingagentur Morgen & Morgen vier oder fünf Sterne vergeben hat.

Folgende 14 Versicherer haben wir berücksichtigt:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Condor
  • Debeka
  • Europa
  • Hannoversche
  • Huk24
  • R+V a.G.
  • Stuttgarter
  • WGV
  • Feuersozietät
  • Interrisk
  • Volkswohl Bund
  • WWK

Von den 14 Versicherern haben uns die ersten zehn oben aufgelisteten Anbieter auf Anfrage Versicherungstarife für einen Musterkunden zugeschickt: Der Kunde ist 65 Jahre und will die Sofortrente ab 65 direkt beziehen, hat 100.000 Euro zur Verfügung und verzichtet auf Rentengarantie oder Hinterbliebenenabsicherung.

Insgesamt betrachtet empfehlen wir die Tarife von Anbietern, die folgende Kriterien erfüllen:

Rating - Das Rating des Analysehauses Morgen & Morgen bildet eine Einschätzung über die finanzielle Stabilität des Unternehmens und die Ertragslage ab. Da Versicherte bis zum Lebensende Rente beziehen, sollte sichergestellt sein, dass das Unternehmen seine Verbindlichkeiten auch langfristig bedienen kann.

Garantierte Rente - Wichtig ist, dass die garantierte Zusatzrente möglichst hoch ist. Wie sich Überschüsse künftig entwickeln, ist dagegen nicht klar – tendenziell sinken sie. Wir betrachten daher die nicht garantierte Überschussrente nicht als hartes Auswahlkriterium, sondern nur als Zusatzinformation für den Leser.

Keine Rentengarantiezeit - Wir empfehlen die Sofortrente ohnehin nur Menschen, die davon ausgehen, ein gesundes, langes Leben zu führen. Wer Geld vererben will, sollte das vorab machen und nicht im Rahmen der Sofortrente. Auch eine Entnahme des investierten Kapitals ist kein hartes Entscheidungskriterium.

Kein hartes Auswahlkriterium Online-Abschluss - Der Online-Abschluss verringert zwar das Risiko, dass der Berater den Kunden zu einem anderen Produkt drängt; allerdings kann es bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro oder mehr durchaus wichtig für manche Kunden sein, noch einmal Details erläutert zu bekommen, bevor die Überweisung angeleiert wird.

Folgende Sofortrenten-Tarife erfüllen die Kriterien und sind Empfehlung:

Sofortrenten-Empfehlungen Analyse 2018¹

Anbieter
(Tarif)

garantierte

Rente mit 65

Rente 
nach 12
Monaten
dynamisches
Modell
Rentensteige-
rung 2018
(2017; 2016)
 in €in € in % pro Jahr
Europa
(E-SR)
336,79337steigende Gewinnrentein den ersten drei Jahren garantiert 0,35 (0,3; 0,15), danach (nicht garantiert) 1,95 (2,1; 2,0)
R+V a.G.
(RTSE)
331,77349,58dynamische Überschussrente2,65 (2,75; 2,75)
Huk24 (RS24)330,81335,75Plus-Rente1,48 (1,78; 1,72)
Hannoversche
(R1_EA)
338,08334,37dynamische Gewinnrente1,35 (1,6; 1,5)

¹ Alle Tarife ohne Rentengarantiezeit und Hinterbliebenenschutz. Das Ratinghaus Morgen & Morgen vergibt 5 Sterne für die Anbieter Europa, R+V a.G. und Hannoversche, 4 Sterne für die Huk. 
Quelle: Anbieter, Morgen & Morgen (Stand: 16. Juli 2018)

Weitere untersuchte Sofortrenten 2018¹ 

Anbieter
(Tarif)
garantierte Rente
mit 65
Rentensteigerung
2018
Rating
Morgen & Morgen
 in €in % pro Jahr 

WGV

(L3EN12)

325,361,655
Condor
(C26 Compact)
324,952,24
Allianz
(R3U(G))
323,362,25
Debeka
(S3(01/17))
321,551,65
Stuttgarter
(classix/Tarif
30.8)
320,441,854
Alte Leipziger
(RV31)
316,351,855

¹ Wir unterstellen eine Einzahlung von 100.000 Euro. Alle betrachteten Tarife verzichten auf eine Rentengarantiezeit und Hinterbliebenenschutz.
Quelle: Anbieter, Morgen & Morgen (Stand: 19. Juli 2018)