Rentenlücke So viel Geld brauchst Du im Ruhestand jeden Monat

Jan Scharpenberg
Jan Scharpenberg
Experte Rente

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Rente allein wird in der Regel nicht für einen finanziell sorgenfreien Ruhestand reichen. Das Geld, das Dir im Alter fehlt, wird Rentenlücke genannt.
  • Die Höhe Deiner Rentenlücke herauszufinden, ist der erste Schritt zu Deiner zusätzlichen Altersvorsorge. Im zweiten Schritt startest Du mit dem Investieren, um sie zu schließen.

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So gehst Du vor

  • Vergleiche die zu erwartende Rente aus Deiner Renteninformation mit Deinen zukünftigen Ausgaben im Ruhestand. Nutze dabei unseren Inflationsrechner.
  • Investiere jeden Monat 15 Prozent Deines Nettos für den Ruhestand. Startest Du erst mit 40 Jahren oder später, lege monatlich 20 Prozent an, um Deine Rentenlücke zu schließen.

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Was ist die Rentenlücke und wie entsteht sie?

Die Rentenlücke bezeichnet die Differenz zwischen der Summe, die Du für den Lebensunterhalt im Ruhestand brauchst, und Deinen Einnahmen durch die gesetzliche Rente

Während Du im Arbeitsleben in der Regel mehr verdienst als Du für den Lebensunterhalt brauchst, ist es im Ruhestand anders herum. Deine gesetzliche Rente wird deutlich unter Deinem Arbeitseinkommen liegen und damit weniger sein als Du zum Leben brauchst.

Welche Rolle spielt das Rentenniveau?

Das Rentenniveau ist ein Wert, der die Leistungsfähigkeit des deutschen Rentensystems misst. Es gibt an, wie sich die Renten grundsätzlich im Verhältnis zu den Löhnen entwickeln.

Das Rentenniveau in Deutschland liegt in diesem Jahr bei 48 Prozent. Dieser Wert darf per Gesetz bis 2031 auch nicht unterschritten werden (§ 255e SGB VI).

Auch wenn das Rentenniveau ein abstrakter theoretischer Wert ist, kannst Du Dir merken: Der Einschnitt bei Deinem Einkommen zum Renteneintritt wird deutlich spürbar sein. Er ist allerdings je nach Erwerbsbiografie unterschiedlich. Daher schauen wir nun konkreter auf Deine individuelle Situation.

Wie viel Geld brauchst Du im Ruhestand?

Erst einmal geht es darum, wie viel Geld Du im Alter überhaupt brauchst. Um Deinen gewohnten Standard aus dem Arbeitsleben zu halten, brauchst Du im Ruhestand in der Regel ungefähr 80 Prozent Deines letzten Nettoeinkommens.

Für die reine Lebenshaltung, sprich die Fixkosten, würden in den meisten Fällen auch 50 Prozent des Nettos ausreichen. Doch um ein bisschen Geld für Hobbys und Freizeit ausgeben zu können, wirst Du eher 65 Prozent Deines letzten Nettogehalts benötigen.

Gelingt es Dir, Dein Einkommen auf 80 Prozent Deines Nettogehalts zu steigern, dann geht auch mehr: ein Urlaub hier und da, eine größere Anschaffung sowie zusätzliches Geld für Hobbys.

Wie berechnest Du Deine persönliche Rentenlücke?

Die Berechnung Deiner Rentenlücke besteht aus mehreren Schritten. Sie ist eine ziemlich genaue Annäherung, aber auch recht komplex.

Bist Du eher der Typ, der sofort mit der Vorsorge loslegen möchte, halte Dich an unsere Daumenregel und springe dann direkt zu Kapitel 5.

Gibt es eine schnelle Daumenregel, wie viel Du zurücklegen solltest?

Unabhängig vom Alter solltest Du jeden Monat ungefähr 15 Prozent Deines Nettos langfristig für den Ruhestand zurücklegen. Damit hast Du sehr gute Chancen, im Alter inklusive gesetzlicher Rente Deinen Lebensstandard halten zu können. Das zeigen umfangreichen Berechnungen, die wir bei Finanztip dazu angestellt haben.

Bist Du älter als 40 Jahre und hast bisher noch nicht privat vorgesorgt, sollte die Quote eher bei circa 20 Prozent Deines Nettos liegen.

Wenn das bei Deinen monatlichen Ausgaben nicht möglich ist, kannst Du Dein Ziel auch herunterschrauben. Zum Beispiel auf 70 oder 75 Prozent Deines letzten Nettos als Einkommen im Alter. So hast Du trotzdem noch ein Ziel, für das es sich definitiv vorzusorgen lohnt. Und das Du realistisch erreichen kannst. Wenn es irgendwie geht, solltest Du allerdings die 80 Prozent anpeilen. Gerade, wenn Du noch keine 40 Jahre alt bist.

Wie berechnest Du Deine Rentenlücke Schritt für Schritt?

Du berechnest Deine Rentenlücke, um Deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Drei Schritte sind dabei wichtig: Zuerst solltest Du Deine Einnahmen herausfinden, dann Deinen Bedarf bestimmen und schließlich die Inflation miteinbeziehen. Ein Beispiel dazu findest Du direkt im Anschluss. Los geht’s!

Schritt 1: Deine Einnahmen im Ruhestand

Wenn die gesetzliche Rente Deine primäre Einnahmequelle im Ruhestand sein wird, nimmst Du nun als erstes Deine aktuelle Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zur Hand. Die bekommst Du, sofern Du 27 Jahre oder älter bist, jedes Jahr per Post. Alternativ kannst Du den Wert auch online über Deine digitale Renteninformation abrufen.

Auf Seite eins der Papier-Version findest Du als dritten Wert die Höhe Deiner künftigen Regelaltersrente. Das ist Deine prognostizierte Bruttorente, basierend auf Deiner bisherigen Erwerbsbiografie. 

Erwartest Du zusätzliche Einnahmen, weil Du zum Beispiel eine Wohnung vermietest oder eine regelmäßige Auszahlung aus einer privaten Rentenversicherung bekommen wirst, rechne sie zu Deiner Bruttorente dazu. Der Einfachheit halber berücksichtigen wir in unserem Beispiel nur die gesetzliche Rente.

Von Deiner Bruttorente ziehst Du noch Sozialversicherungsbeiträge ab. Bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenkasse liegen sie für Eltern bei 12,35 Prozent. Dazu multiplizierst Du die Bruttorente mit 0,8765. Kinderlose müssen mit 12,95 Prozent Sozialabgaben rechnen und multiplizieren die Bruttorente daher mit 0,8705. Anschließend können je nach Rentenhöhe noch Steuern fällig werden, die Du ebenfalls noch vom Ergebnis abziehst. Das Ergebnis ist dann Deine Nettorente.

Da Du weniger Einkommen hast als während Deines Arbeitslebens, zahlst Du im Ruhestand deutlich weniger Steuern. Dieser Teil der Berechnung ist aber für Dich individuell. 

Tipp: Das Bayerische Landesamt für Steuern stellt einen Alterseinkünfte-Rechner zur Verfügung. Mit ihm kann man kostenlos kalkulieren, wie hoch eine mögliche Einkommensteuer heutzutage ausfällt. 

Mehr dazu, wie viel Steuern Du auf Deine Rente zahlen musst, erfährst Du auch im Ratgeber Rente versteuern.

Schritt 2: Dein Bedarf im Ruhestand

Im zweiten Schritt überschlägst Du, wie viel Geld Du im Ruhestand monatlich brauchen wirst. Dafür schauen wir zunächst auf Deinen aktuellen Bedarf. Wir nehmen an, dass er 80 Prozent Deines aktuellen Nettoeinkommens beträgt. Bekommst Du derzeit 2.500 Euro Nettogehalt, liegt Dein Bedarf dementsprechend – auf die heutige Kaufkraft bezogen – bei 2.000 Euro.

Schritt 3: Rentensteigerung und Inflation einbeziehen

Da sich Dein Ruhestand noch einige Jahre in der Zukunft befindet, werden sich die Werte noch verändern. Das berücksichtigen wir, indem wir die Rentensteigerung und die Inflation in die Rechnung einbeziehen.

Bei Finanztip halten wir eine Rentensteigerung von 1,7 Prozent pro Jahr für realistisch. Das ist der Wert, um den Deine prognostizierte Rente jedes Jahr steigen wird. Hintergrund sind die zukünftigen Rentenerhöhungen, die in Deutschland an die Lohnentwicklung gekoppelt sind.

Genauso werden aber auch Deine Ausgaben höher ausfallen als heute, selbst wenn Du Deinen Lebensstandard nicht veränderst. Miete, Lebensmittel, Konsumgüter usw. werden aufgrund der Inflation teurer – im Umkehrschluss verringert sich die Kaufkraft Deines Geldes.

Für unsere Beispiele und Rechnungen nehmen wir für die Inflation einen Wert von zwei Prozent pro Jahr an. Das ist der von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgewiesene Zielwert. Mit diesen Werten kannst Du nun Deine individuelle Rentenlücke berechnen. 

Ein Beispiel zur Berechnung der Rentenlücke

Einkommen: Carla ist 30 Jahre alt und verdient 50.000 Euro brutto im Jahr. Damit hat sie als dauerhafte Durchschnittsverdienerin laut ihrer Renteninformation eine prognostizierte Bruttorente von 1.752 Euro im Monat. Wenn Carla den Mittelwert der beiden Hochrechnungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) nimmt und anschließend Sozialabgaben und Steuern abzieht, kommt sie auf knapp 2.600 Euro. Damit liegt sie nur etwas unter dem von uns errechneten Wert. Carlas monatliche Nettorente mit 67 Jahren liegt in unserer genaueren Berechnung mit 1,7 Prozent Rentensteigerung bei etwa 2.800 Euro. Mit diesem Wert rechnen wir weiter. Aber Du siehst: Die Werte sind relativ nah beieinander, daher kannst Du ruhig überschlagen.

Bedarf: Momentan verdient Carla als Durchschnittsverdienerin 2.700 Euro netto. Ihren heutigen Bedarf kalkuliert sie mit 80 Prozent von ihrem Nettogehalt. Das entspricht circa 2.150 Euro. Hochgerechnet mit zwei Prozent Inflation braucht Carla zu Ruhestandsbeginn in 37 Jahren rund 4.500 Euro, um sich die Dinge zu kaufen, die heute 2.150 Euro kosten.

Rentenlücke: Carla zieht nun von ihrem Bedarf in Höhe von 4.500 Euro ihre zu erwartende monatliche Rente in Höhe von 2.800 Euro ab. Ihr werden also jeden Monat 1.700 Euro fehlen. Das ist ihre Rentenlücke im ersten Ruhestandsjahr.

Am einfachsten kannst Du die Entwicklung Deines Bedarfs und Deiner Rente mit unserem Inflationsrechner herausfinden. Dafür nimmst Du 80 Prozent Deines heutigen Nettoeinkommens pro Monat und trägst den Wert in das Feld Betrag ein. In das Feld Zeitraum schreibst Du die Anzahl der Jahre, die Du noch bis zum Beginn Deiner Rente hast. Die Inflationsrate stellst Du auf zwei Prozent. Das Ergebnis ist Dein Bedarf zu Beginn Deines Ruhestands.

Jetzt wiederholst Du den Vorgang noch einmal für Deine Rentenhöhe. In das Feld Betrag trägst Du Deine von der DRV prognostizierte Rente ein und addierst eventuelle zusätzliche Einnahmen. Das Feld Zeitraum lässt Du unverändert. Die Inflationsrate stellst Du auf 1,7 Prozent, da Du dieses Mal nicht die Inflation, sondern die Rentensteigerung ausrechnest.

Die Rentenhöhe ziehst Du nun von Deinem Bedarf im Ruhestand ab. Die Differenz ist Deine Rentenlücke im ersten Jahr des Ruhestands.

Wenn Dir diese Rechnung zu kompliziert ist, kannst Du Deine zu erwartende Rente auch etwas einfacher überschlagen. In Deiner Renteninformation findest Du zwei Hochrechnungen: eine mit einem Prozent Rentensteigerung und eine mit zwei Prozent Rentensteigerung. Du nimmst nun den Mittelwert dieser beiden hochgerechneten Renten. Nun hast Du schon einmal Deine ungefähre zukünftige Bruttorente.

Dein Ergebnis
Ausgangspreis
Kaufkraftverlust
Zukünftige Kaufkraft
Preissteigerung
Zukünftiger Preis

Wie alt wirst Du vermutlich werden?

Um zu berechnen, wie viel Geld Du insgesamt brauchst, um Deine Rentenlücke zu schließen, musst Du eine weitere Frage beantworten: Wie alt wirst Du vermutlich werden? Das ist relevant, denn Dein angespartes Geld muss reichen, um die Differenz zwischen Einkommen und Bedarf bis zu Deinem Tod auszugleichen. Für das sogenannte Lebensendalter musst Du daher eine Annahme treffen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung für Neugeborene liegt laut Statistischem Bundesamt für Mädchen bei 83,3 Jahren und für Jungen bei 78,6 Jahren (Stand: 2023). Allerdings ist das ein Durchschnittswert, der auch Menschen einbezieht, die den Ruhestand nicht erreichen. Wir schauen daher stattdessen auf das Lebensendalter nach Jahrgang und legen dafür die Kohortensterbetafel des Statistischen Bundesamts (Variante 1, defensives Modell) zugrunde.

Für den Jahrgang 1993 gilt laut diesen Zahlen beispielsweise: Fünf Prozent aller Männer werden älter als 98 Jahre, während fünf Prozent aller Frauen älter als 100 Jahre werden. Wir empfehlen Dir, mit einem solch hohen Lebensendalter zu kalkulieren, denn damit bist Du auf der sicheren Seite. Hast Du am Ende noch Geld übrig, kannst Du es einfach vererben. Geht Dir allerdings im Ruhestand das Geld aus, kannst Du Deine Rentenlücke nicht mehr aus privaten Mitteln schließen und musst drastische Einschnitte bei Deinem Lebensstandard hinnehmen. Für Carla bedeutet das: Sie plant mit einem Lebensendalter von 100 Jahren.

Im nächsten Schritt rechnet sie daher aus, wie sich ihre Rentenlücke im Laufe der Zeit entwickelt.

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Wie entwickelt sich Deine Rentenlücke im Ruhestand?

Auch im Laufe Deines Ruhestands beeinflussen die Rentensteigerung und die Inflation Dein Geld – und dementsprechend auch Deine Rentenlücke.

Während sich die Rentensteigerung positiv auswirkt und Deine Rente nach unseren Annahmen jedes Jahr durchschnittlich um 1,7 Prozent steigen wird, wirkt sich die Inflation negativ aus. 

Deine Rente verliert über den Ruhestand an Kaufkraft. Mit zwei Prozent liegt der Wert der angenommenen Inflation über dem Wert der Rentensteigerung. Die Folge: Deine Rentenlücke wird über Deinen Ruhestand Stück für Stück größer.

Schauen wir am Beispiel von Carla, wie sich das in der Praxis auswirkt: Zu Renteneintritt beträgt Carlas Rentenlücke 1.700 Euro pro Monat. Nach zehn Jahren sind es bereits 2.100 Euro, nach 20 Jahren schon 2.700 Euro. Zum angenommenen Lebensendalter von 100 Jahren liegt die Differenz zwischen Bedarf und Rente bei 3.700 Euro. Die folgende Grafik zeigt den Verlauf von Carlas Rentenlücke ab ihrem Rentenbeginn mit 67 Jahren.

Entwicklung der Rentenlücke im Ruhestand

Quelle: eigene Berechnung (3. Februar 2025)

Um im Ruhestand genug Geld zum Leben zu haben, möchte Carla ihre Rentenlücke schließen. Doch wie geht sie dabei am besten vor?

Wie schließt Du Deine Rentenlücke?

Kumuliert über 33 Jahre brauchst Du einiges an Kapital, um Deine Rentenlücke bis zu Deinem Tod zu schließen. Doch zum Glück musst Du nicht die gesamte Summe selbst ansparen. Ein Großteil davon entsteht durch die Wertentwicklung, die Du generiest, indem Du monatlich Geld für Deine Altersvorsorge investierst. Dank Rendite und Zinseszins-Effekt – dem größten Helfer bei Deinem Vermögensaufbau. 

Und ebenfalls wichtig: Auch im Ruhestand kannst und solltest Du noch einen Teil Deines Geldes anlegen. Es erwirtschaftet dann weiterhin Rendite.

Grundsätzlich gibt es mehrere Wege, private Altersvorsorge zu betreiben, um Deine Rentenlücke zu schließen. Entscheidend ist bei allen Formen: frühzeitig anfangen und kontinuierlich dabei bleiben.

Wir bei Finanztip empfehlen Dir, Dein Geld für die Altersvorsorge langfristig und breit gestreut anzulegen. Das muss nicht kompliziert sein, sondern geht ganz einfach mit einem kostengünstigen, weltweiten Aktienindexfonds, auch ETF genannt. 

Was ist ein ETF? 

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund und bezeichnet eine Fonds-Kategorie. Die Besonderheit eines ETF ist, dass er automatisiert einen Index nachbildet, anstatt von Fondsmanagern aufwendig verwaltet zu werden. 

Ein Index ist einfach eine Kennzahl, die die Wertentwicklung von mehreren Unternehmen zusammenfasst und abbildet. Beispiele dafür sind der Dax, das ist der Index der 40 umsatzstärksten Firmen in Deutschland, oder der MSCI World, der Anteile von etwa etwa 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern beinhaltet.

Finanztip empfiehlt Dir, auf einen weltweit anlegenden ETF zu setzen, der möglichst viel vom weltweiten Aktienmarkt abdeckt. Das sind ETFs, die zum Beispiel den MSCI ACWI Investable Market, den FTSE All-World oder den MSCI All Country World nachbilden. 

Solche ETFs gibt es bei allen großen Anbietern, zum Beispiel iShares, Vanguard und xTrackers.

Besonders wichtig: Die Kosten eines ETF sind deutlich niedriger als bei einer Lebens- oder Rentenversicherung oder aktiv gemanagten Aktienfonds, die beispielsweise von Banken verkauft werden. Und obwohl ETFs vergleichsweise günstig sind, entwickeln sie sich in vielen Fällen deutlich besser als teurere, aktiv gemanagte Aktienfonds.

Welche Geldanlage-Strategie Dir Finanztip empfiehlt, erfährst Du in unserem Ratgeber zur Geldanlage.

Welche Rendite kannst Du mit einem ETF erwarten?

Bei Finanztip rechnen wir für die Zukunft mit einer moderaten Rendite von durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Auch, wenn sich etwa MSCI World in der Vergangenheit besser entwickelt hat. Wichtige Voraussetzung dafür: Das Geld bleibt lange genug investiert. Mindestens 15 Jahre solltest Du für ein Investment in einen Aktien-ETF bis zur Rente noch Zeit haben. Denn Deine ETF-Anteile werden über die Jahre mal etwas mehr, mal etwas weniger wert sein. Mehr zu den Rendite-Fragen erfährst Du in unserem Ratgeber zur ETF-Rendite.

Wenn Du bis zum Ruhestand weniger als 15 Jahre Zeit hast, kann es sinnvoll sein, ergänzend Tages- oder Festgeld als einen Baustein für Deine Altersvorsorge dazu zunehmen. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zum Risikoprofil bei der Geldanlage

Die folgende Grafik zeigt Dir, wie sich Geld über einen Zeitraum von 30 Jahren bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent entwickelt. Eingezahlt werden stets 100 Euro pro Monat.

Entwicklung eines ETF-Depots über 30 Jahre

Quelle: eigene Berechnungen (3. Februar 2025)

Um mit dem ETF-Sparen für die Altersvorsorge loszulegen, brauchst Du ein Depot. Das ist quasi die Lagerbox für Deine Fonds-Anteile. Unsere Empfehlungen dafür, darunter gleich mehrere kostenfreie Depots, findest Du in unserem großen Depotvergleich.

Doch wie viel Geld sollst Du monatlich anlegen, damit Du Deine Rentenlücke bis zum Ende Deines Lebens schließen kannst?

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Wie viel solltest Du monatlich sparen?

Anstatt komplizierte Rechnungen anzustellen, orientiert sich Carla einfach an der 50-30-20-Regel von Finanztip: 50 Prozent des Nettoeinkommens für Miete und Lebenshaltung ausgeben, 30 Prozent für Freizeit, Lifestyle und Urlaub sowie 20 Prozent für den Vermögensaufbau.

Da Carlas Notgroschen bereits groß genug ist, kann sie die gesamten 20 Prozent, die zum Vermögensaufbau bestimmt sind, für ihre Altersvorsorge anlegen. Bei 2.500 Euro Nettoeinkommen sind das 500 Euro. Diese steckt sie monatlich komplett in ihren ETF-Sparplan. Denn mit 37 Jahren bis zur Rente hat Carla ausreichend Zeit, sodass sie sich über Schwankungen am Aktienmarkt keine Gedanken machen muss. 

Mit einer Sparquote, die sich auf ihr Nettoeinkommen bezieht, stellt Carla sicher, dass sie bei künftigen Gehaltssteigerungen auch ihre Sparbeträge anpasst.

Welche Förderung für gibt es für die Altersvorsorge? 

Zusätzlich zum ETF-Sparplan kannst Du bei der Altersvorsorge eventuell von staatlicher Förderung profitieren. Ab 2027 lohnt sich ein Blick auf das Altersvorsorgedepot.

Lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot?

Zum 1. Januar 2027 geht eine neue Form der geförderten Vorsorge an den Start: das Altersvorsorgedepot.

Mit dem Altersvorsorgedepot wird es möglich sein, mit ETFs für den Ruhestand vorzusorgen und dabei eine staatliche Förderung zu kassieren. Für viele Menschen wird das eine besonders gute Variante sein, um ihre Rentenlücke zu schließen.

Wir bei Finanztip werden die Produkte dieser neuen Depot-Kategorie ausführlich testen und vergleichen, sobald sie auf dem Markt sind. In unserem Newsletter halten wir Dich dazu auf dem Laufenden.

Welche geförderte Altersvorsorge gibt es noch?

Wenn Du wenig verdienst und mehrere Kinder hast, kann es sich lohnen, noch 2026 einen Riestervertrag abzuschließen. Unter diesen Umständen ist es möglich, dass das für Dich mehr bringt als ein Altersvorsorgedepot. Überprüfen kannst Du es mit dem Finanztip-Rechner zur Frage Altersvorsorgedepot oder Riester?

Bist Du selbstständig, könnte ein steuerlich geförderter Rürup-Vertrag interessant sein. Selbstständige können ab 2027 zudem auch das Altersvorsorgedepot nutzen.

Viele Angestellte haben darüber hinaus Anspruch auf staatliche Förderung zum Vermögensaufbau, ohne es zu wissen. Wie Du mit wenig Aufwand bis zu 123 Euro pro Jahr vom Staat für Deinen Vermögensaufbau bekommen kannst, liest Du in unserem Ratgeber zur Arbeitnehmersparzulage.

Kann Dich Dein Arbeitgeber bei der Altersvorsorge unterstützen?

Unter Umständen arbeitest Du auch bei einer Firma mit einer guten betrieblichen Altersvorsorge. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Viele Angebote lohnen sich nur, wenn Du lange im Unternehmen bleibst und Deine Chefin Dir einen ordentlichen Zuschuss von 20 Prozent oder mehr gibt.

Wie sicherst Du Deine Altersvorsorge am besten ab? 

Damit Du in schlechten Zeiten nicht an Dein angelegtes Geld gehen musst, ist ein Tagesgeldkonto für die Absicherung Deiner Altersvorsorge unverzichtbar. Finanztip empfiehlt, dort zwei bis drei Nettogehälter zu behalten. Dieser Notgroschen hilft Dir, wenn unerwartete Ausgaben auf Dich zukommen. Damit vermeidest Du außerdem, den teuren Dispo Deines Girokontos nutzen zu müssen.

Eventuell lohnt es sich für Dich auch, einen Teil Deines Geldes für einen bestimmten Zeitraum auf einem Festgeldkonto zu parken. Dort gibt es etwas mehr Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto. Allerdings ist das Geld auf dem Festgeldkonto gebunden. Heißt: Vor Ablauf einer vereinbarten Frist kommt Du nicht dran.

Wie optimierst Du Deine gesetzliche Rente?

Nicht nur Deine Rentenlücke kannst Du selbst schließen, Du kannst auch Deine gesetzliche Rente optimieren, wenn Du Dich darum kümmerst. Denn sie ist in aller Regel der wichtigste Teil Deines Einkommens im Ruhestand.

Zum Beispiel solltest Du unbedingt die Anerkennung Deiner Kindererziehungszeiten bei der Rentenversicherung beantragen, wenn Du Elternteil bist. Das erhöht Deine gesetzliche Rente.

Mit einer Kontenklärung stellst Du zudem sicher, dass auf Deinem Rentenkonto alles korrekt eingetragen ist. Fehlen Dir Beitragszeiten, zum Beispiel aus einem Nebenjob, bekommst Du später weniger Rente als Dir zusteht. Unter Umständen kann es sich auch für Dich lohnen, Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung nachzuzahlen oder zusätzliche Rentenpunkte zu kaufen.

Wie kannst Du Deine gesetzliche Rente erhöhen?

Die Basis für Deine Rente ist Dein Gehalt während des Arbeitslebens. Denn daran orientiert sich später die Höhe Deiner gesetzliche Rente. Jede Gehaltserhöhung ist daher auch ein Stück Altersvorsorge. Und nur wenn Du arbeitest, kannst Du auch ein dauerhaftes Einkommen erhalten. Mach Dir daher bewusst, wie wertvoll Deine Arbeitskraft ist. Diese zu schützen, gehört ebenfalls zu gut geplanter Altersvorsorge. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher unabdingbar. Sie sichert Dir ein kontinuierliches Einkommen, solltest Du nicht mehr arbeiten können.

Zu Beginn braucht das Kümmern um Deine Altersvorsorge ein wenig Einsatz und Start-Energie. Aber wenn Du die oben genannten Aspekte auf dem Schirm hast, Deine Rentenlücke kennst und mit einem ETF-Sparplan für Deine Altersvorsorge sparst, bist Du auf einem sehr guten Weg, um Deine Rentenlücke zu schließen.

Ein Ruhestand ohne finanzielle Sorgen ist für Dich dann durchaus möglich. Leg am besten gleich los! 

Hier geht es zu unserem kostenfreien E-Paper „Mit ETFs sicher fürs Alter vorsorgen“

* Was der Stern bedeutet:

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