Altersvorsorge Berufsständisch/Rürup/DRV

  • Hallo :)

    Ich habe viel über eure Meinungen nachgedacht. Ich habe mir jetzt Folgendes überlegt:

    Insgesamt habe ich 22k im Jahr zur Verfügung, die ich in den nächsten 10 Jahren irgendwo einzahlen kann (das ist der Betrag, den ich steuerlich noch absetzen kann ca.)

    Bei 10.000 EUR eingezahltem Vermögen in die GRV bekomme ich ca. 40 EUR raus. Insgesamt also 22 x 40 EUR = ca. 880 EUR monatliche Rente ab 67, dafür gibts aber einen guten "Inflationsschutz" und eine vernünftige Hinterbliebenenversorgung. Wenn es bei diesen 40 EUR bleiben würde (keine Ahnung, welche Entwicklung da zu erwarten ist??)

    Bei einer Basisrente (habe ich angefragt): Bei einer angenommenen Wertentwicklung von 5,5 % jährlich vor Abzug der Kosten (ca. 5-6% dürften am Kapitalmarkt wohl realistisch sein über 30 Jahre?) käme ich auf ca 1700 EUR monatliche Rente, dafür kein Inflationsschutz und eine schlechtere Hinterbliebenenversorgung.

    Für einen Laien scheint mir da trotz der Nachteile die Basisrente zu überwiegen, zumal auf die Basisrente keine GKV-Beiträge entrichtet werden müssen (sofern KVdR, was wir beide aber erreichen werden).

    Hätte dazu vielleicht jemand Anmerkungen/Gedanken? Würde mich freuen!

    Liebe Grüße
    Sebastian

  • Ich finde deine Überlegungen ganz gut.

    Bei der gesetzlichen Rentenversicherung bist du eigentlich sehr gut aufgehoben.

    Zukünftig musst du vor allem mit drei Stellschrauben korrigierend durchrechnen.

    Erstens: die Rente mit 63 wird komplett gestrichen.

    Zweitens: die Rente wird nur noch mit der Inflationsrate erhöht

    Drittens: die Rente mit 70 wird Standard in Büroberufen. Dafür wird das weiter arbeiten ab 67 sehr gut steuerlich besser gestellt.

    Und jetzt rechne mal.

    Das deutsche Rentensystem in seiner jetzigen Form steht vor dem Kollaps.
    Und zwar nicht in ein paar Jahren, sondern demnächst.

  • Bei einer Basisrente (habe ich angefragt): Bei einer angenommenen Wertentwicklung von 5,5 % jährlich vor Abzug der Kosten (ca. 5-6% dürften am Kapitalmarkt wohl realistisch sein über 30 Jahre?) käme ich auf ca 1700 EUR monatliche Rente, dafür kein Inflationsschutz und eine schlechtere Hinterbliebenenversorgung.

    Das erscheint mir als recht wenig.
    Rechnen wir mal: Einzahlung 22K€ p.a. für 10 Jahre bei 5% p.a. Rendite nach Kosten: 290K€
    290K€ bleiben dann für 20 Jahre in der Police, ebenfalls für 5% p.a. Das macht dann insgesamt 770K€

    Bei 770K€ erscheint mir eine Rente von 1.700€ etwas wenig. :/

  • Das deutsche Rentensystem in seiner jetzigen Form steht vor dem Kollaps.
    Und zwar nicht in ein paar Jahren, sondern demnächst.

    Das hören wir jetzt seit Jahrzehnten, aber außer Professoren in Verwaltungsräten von Versicherungsunternehmen ist da noch nichts passiert. Der Beitragssatz ist heute nicht höher als 1997. [Edit: 1995]

  • Sollte die Rentenversicherung einen ähnlichen Schritt wagen wie die Krankenversicherungen und auf ausreichenden Ausgleich für die versicherungsfremden Leistungen klagen, könnte das sogar noch länger gut gehen. Ich fürchte nur die Rentenversicherung ist nicht unabhängig genug für so einen Schritt.

  • Sollte die Rentenversicherung einen ähnlichen Schritt wagen wie die Krankenversicherungen und auf ausreichenden Ausgleich für die versicherungsfremden Leistungen klagen, könnte das sogar noch länger gut gehen. Ich fürchte nur die Rentenversicherung ist nicht unabhängig genug für so einen Schritt.

    Wieviel mehr als die jetzigen 120 Mrd dürfen es denn noch sein?

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das hängt davon ab, wie viel die Rentenversicherung noch für irgendwelche Wahlversprechen zahlen soll. Es kann nicht angehen, dass man beispielsweise Mütterrenten verspricht aber nicht für eine ausreichende Finanzierung sorgt. Mütter mit Pension bekommen in der Folge eine Mütterrente, ohne nennenswerte Beiträge und die Allgemeinheit der rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer muss für die Lücke aufkommen. Ähnliches gilt für eine lange Reihe von weiteren Zahlungen.

  • Mütter mit Pension bekommen in der Folge eine Mütterrente, ohne nennenswerte Beiträge und die Allgemeinheit der rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer muss für die Lücke aufkommen.

    Bitte bei den Fakten bleiben!

    Pensionen werden nicht aus Rentenbeiträgen gezahlt und Beamte sind regelmäßig von der Anrechnung von Kindererziehungszeiten ausgeschlossen.

  • Bitte bei den Fakten bleiben!

    Pensionen werden nicht aus Rentenbeiträgen gezahlt und Beamte sind regelmäßig von der Anrechnung von Kindererziehungszeiten ausgeschlossen.

    Oh - das war mir neu. Bildungslücke geschlossen. Wobei ich nie behauptet habe, dass Pensionen aus Rentenbeiträgen gezahlt werden (um mal bei den Fakten zu bleiben) und selbst Pensionärinnen können eine Mütterrente bekommen, wenn sie zum Zeitpunkt der Kindererziehung noch keine Versorgung nach beamtenrechtlichen Regeln hatten (oder so ähnlich).

    Dann sind es nur die selbständigen Mütter und Mütter mit Kammerberufen und vielleicht noch ein paar andere Gruppen.

    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/F…ehung_node.html

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