Steuertipps 2018

So können Sie am Jahresende Steuern sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Wochen des Jahres können Sie durch eine Reihe an Entscheidungen Steuern sparen. Oft geht es darum, ob Sie noch im alten Jahr Geld ausgeben oder die Ausgaben besser aufs nächste Jahr verschieben.
  • Beruflich genutzte Gegenstände wie Büromöbel oder ein Laptop gelten bei einem Wert bis zu 800 Euro netto (952 Euro brutto) als sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter. Solche Arbeitsmittel dürfen Sie sofort abschreiben.
  • Paare, die heiraten wollen, können noch bis Ende Dezember aufs Standesamt gehen: Dann können sie den Splittingtarif für das komplette zurückliegende Jahr nutzen. Paare, die sich trennen wollen, sollten noch bis zum neuen Jahr warten.

So gehen Sie vor

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerlohn und ein Minijob im Privathaushalt können Sie miteinander kombinieren und die jeweiligen Höchstbeträge nebeneinander ausschöpfen.
  • Werbungskosten und Krankheitskosten sollten Sie bündeln und Zahlungen am Jahresende so legen, dass Sie die Höchstbeträge voll nutzen oder die jeweiligen absetzbaren Höhen erreichen.
  • Lassen Sie sich bis spätestens Ende November noch einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen. Der komplette Jahresfreibetrag wirkt sich dann bereits auf das Dezember-Gehalt aus. Schaffen Sie es erst im Dezember, einen Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag zu stellen, so haben Sie ab Januar mehr Geld.
  • Zum Jahresende sind weitere Fristen beim Finanzamt zu beachten. So können sich Sparer etwa Riester-Zulagen, Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmer-Sparzulagen für die Vorjahre sichern. Wer freiwillig eine Einkommensteuererklärung erstellt und bis zum Jahresende abgibt, kann sich zudem zu viel gezahlte Steuern für bis zu vier Jahre zurückholen.
  • Anleger und Sparer sollten sich noch im Dezember um Freistellungsaufträge und Verlustbescheinigungen kümmern, die Höhe ihrer Riester-Beiträge prüfen und eventuell noch Geld überweisen, um sich die volle Förderung zu sichern. Dieselben Überlegungen gelten für zusätzliche Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge und in eine Rürup-Rente.
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Haben Sie schon einmal für ein gefühltes Vermögen Ihre Wohnung renovieren lassen und konnten trotzdem nur einen Teil der Handwerkerkosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen?

Hierfür – und für etliche weitere Ausgaben – gibt es einen Jahreshöchstbetrag. Seien Sie clever und überprüfen rechtzeitig, inwiefern Sie mit Ihren bisherigen Ausgaben im Laufe des Jahres solche Höchstbeträge bereits erreicht haben. Terminieren Sie klug Ihre steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen und holen Sie so bei der Steuer noch mehr raus. Wir zeigen Ihnen, was Sie bis zum Jahresende noch tun können, um steuerliche Vorteile und Förderungen zu nutzen.

Welche Ausgabenstrategie sollten Sie verfolgen?

Nicht nur Unternehmer, sondern auch Arbeitnehmer können durch einige Maßnahmen in den letzten Wochen des Jahres noch kräftig Steuern sparen. Oft geht es darum, ob Sie noch im alten Jahr investieren oder bestimmte Ausgaben lieber verschieben sollten.

Das hängt nicht nur vom Erreichen von Höchstbeträgen in den unterschiedlichsten Ausgabekategorien ab, sondern auch von Ihrer persönlichen Lebenssituation. Ist abzusehen, dass Ihre zu versteuernden Einkünfte im Jahr 2019 deutlich niedriger sein werden als noch 2018, lohnt es sich, jetzt schnell Geld auszugeben, damit sich die Ausgaben noch steuermindernd auswirken. Das gilt beispielsweise für diejenigen, die bald in Rente gehen, von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder wenn eine Elternzeit ansteht.

Natürlich sollte es sich um sinnvolle Ausgaben handeln, die Sie einfach nur vorziehen – etwa für eine Weiterbildung, für Büromaterial, Fachliteratur oder ein neues Smartphone als Arbeitsmittel

Erwarten Sie hingegen, dass Sie im nächsten Jahr – beispielsweise nach einer Beförderung – deutlich mehr verdienen, dann müssen Sie wegen des progressiv verlaufenden Steuertarifs mit steigenden Steuerzahlungen rechnen. Hier bringen Ihnen höhere Ausgaben im Jahr 2019 einen größeren Steuerspareffekt.

Solche strategischen Vorüberlegungen stehen am Anfang. Danach überprüfen Sie die Rechnungen und Belege für das laufende Jahr und sortieren diese nach den jeweiligen steuerlichen Ausgabekategorien. Entdecken Sie Steuersparpotenzial durch sinnvolle Aufwendungen noch in diesem Jahr? Wenn Sie es sich leisten können, dann planen Sie zügig die anstehenden Ausgaben, die steuerlich abziehbar sind. Bedenken Sie, dass es auf den Zahlungszeitpunkt ankommt. Insofern kann eine Vorauszahlung oder Anzahlung steuerlich vorteilhaft sein.

Freibeträge frühzeitig nutzen

Über das Jahr zahlen viele Arbeitnehmer mehr Lohnsteuer als sie tatsächlich müssten. Denn die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird direkt vom Monatsgehalt abgezogen. Wie viel Sie dem Finanzamt jedoch tatsächlich schulden, erfahren Sie erst viel später in Ihrem Steuerbescheid. Wer übers Jahr weniger Steuern zahlen will, kann sich für bestimmte laufende Belastungen einen individuellen Freibetrag auf der elektronischen Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

Voraussetzung hierfür ist, dass Sie grundsätzlich mindestens 600 Euro solcher Aufwendungen im Jahr tragen müssen. Das können Ausgaben in den unterschiedlichsten Kategorien sein. Bei den Werbungskosten berücksichtigt aber das Finanzamt bei Arbeitnehmern nur die Kosten oberhalb der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. 

Den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für das laufende Jahr können Sie bis zum 30. November bei Ihrem Finanzamt stellen. Der komplette Freibetrag für dieses Jahr wird dann auf den verbleibenden Zeitraum des Jahres aufgeteilt. So ist Ihr Nettogehalt für Dezember richtig hoch und Sie haben mehr Bares für Weihnachtsgeschenke.

Im Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung können Sie den Freibetrag gleich für zwei Jahre beantragen. Der Freibetrag wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber bei der nächsten Gehaltsabrechnung automatisch berücksichtigt.

Um den Freibetrag zu bekommen, müssen Sie Ihre Ausgaben nachweisen können. Dazu können zählen: Werbungskosten aus Ihrer Arbeitnehmertätigkeit, Sonderausgabenaußergewöhnliche Belastungen, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerkosten

Hier ein paar Beispiele: Sie können sich Ihre Fahrtkosten zur Arbeit oder eine doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten eintragen lassen, wobei das Finanzamt den Pauschbetrag von 1.000 Euro abzieht. Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner oder Betreuungskosten für Kinder fallen steuerlich unter Sonderausgaben, der Behinderten- und der Hinterbliebenenpauschbetrag unter außergewöhnliche Belastungen. 

Wird Ihnen ein Freibetrag gewährt, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Lohnsteuer-Ermäßigung.

Steuerklasse prüfen

Insbesondere Verheiratete sollten immer mal wieder überprüfen, ob sie die passende Steuerklassenkombination haben. Davon hängt ab, wie viel Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer der Arbeitgeber bei der monatlichen Gehaltsabrechnung einbehält.

Verdienen beide Ehepartner gleich viel, dann sind beide in der Steuerklasse IV gut aufgehoben. Weichen die Gehälter etwas voneinander ab, könnten beide in die Steuerklasse IV mit Faktor wechseln. Verdient einer der Ehegatten mindestens 60 Prozent des Familieneinkommens, dann sollte der Besserverdienende in die Steuerklasse III wechseln. Der andere Partner bekommt dann die Steuerklasse V. Den Wechsel der Steuerklasse müssen Sie beim Finanzamt beantragen.

Zu hohe Steuerabzüge können Sie natürlich immer mit einer Steuererklärung korrigieren lassen und erhalten dann eine Steuererstattung. Bei Lohnersatzleistungen führt eine ungünstige Steuerklasse jedoch zu einer definitiv geringeren Einnahme.

Erwartet einer der Partner, dass er im nächsten Jahr arbeitslos wird, dann sollte dieser mit einer günstigeren Steuerklasse ein höheres Nettogehalt anstreben. Denn Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld werden nach der Steuerklasse im Januar des Leistungsbezugsjahrs berechnet. Auch für das Elterngeld und Elterngeld Plus werdender Mütter und Väter gelten analoge Überlegungen. Derjenige, der das Kind überwiegend betreuen wird, sollte mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz oder der Geburt in die Steuerklasse III wechseln. So erhöht sich das Nettogehalt und damit auch das Elterngeld.

Alleinerziehende, die nur mit einem oder mehreren Kindern zusammenleben, sollten die günstigere Steuerklasse II beantragen.

Haushaltskosten absetzen

Obwohl Kosten der privaten Lebensführung eigentlich nicht von der Steuer absetzbar sind, gibt es einige Ausnahmen, die Sie nutzen sollten.

Handwerkerleistungen

Der Staat fördert Renovierungs- und Reparaturarbeiten in Ihrem Haushalt. Ob Tapetenwechsel, neue Fenster oder ein renoviertes Bad – diese Handwerkerarbeiten können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen. 20 Prozent der gezahlten Arbeitskosten können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Das entspricht einer Gesamtausgabe von 6.000 Euro. Auch die Anfahrts- und die Gerätekosten fallen darunter, nicht jedoch Materialkosten.

Wenn Sie einen Handwerker gegen Jahresende beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits ausgeschöpft haben. Liegen die im laufenden Jahr gezahlten Handwerkerrechnungen nah am Höchstbetrag oder schon darüber, sollten Sie den Auftrag – zumindest das Bezahlen – auf das kommende Jahr verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Arbeiten oder der Rechnung.

Beispiel: Sie haben im laufenden Jahr die komplette Wohnung für 4.000 Euro renovieren lassen und wollen am Jahresende das Bad neu gestalten, das kostet nochmals 4.000 Euro. In diesem Fall sollten Sie versuchen, mit Ihrem Handwerker eine Teilzahlung zu vereinbaren und die Hälfte der Rechnung ins neue Jahr zu schieben, um den Steuervorteil auf zwei Jahre zu verteilen.

Wenn Ihre Handwerkerrechnungen im Herbst aber noch weit unter der Höchstgrenze von 6.000 Euro liegen, kann es sinnvoll sein, eine anstehende Reparatur im aktuellen Jahr zu beauftragen und zu zahlen. So bleibt Ihnen im kommenden Jahr der gesamte Höchstbetrag.

Die Steuerermäßigung setzt voraus, dass Sie eine Rechnung haben, in der die Arbeitskosten aufgeführt sind. Außerdem müssen Sie den Betrag überweisen. Weitere Einzelheiten lesen Sie in unserem Ratgeber Handwerkerkosten

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Auch bei den haushaltsnahen Dienstleistungen sollten Sie auf das Datum der Zahlung achten. Das betrifft beispielsweise Kosten für die Pflege eines alten oder kranken Menschen in Ihrem Haushalt, eine private Kinderbetreuung und den Lohn für eine Putzhilfe. Arbeitskosten für haushaltsnahe Dienstleistungen bis maximal 20.000 Euro können Sie zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro jährlich von Ihrer Steuerschuld.

Auch Hilfe im Garten oder der Winterdienst zählen dazu. Je nachdem, ob Sie den Höchstbetrag schon im laufenden Jahr erreicht haben oder noch weit darunter liegen, kann es sich lohnen, eine aktuelle Rechnung noch in diesem Jahr zu begleichen oder auf den Januar zu schieben. Auch hier gilt, dass die Summe zählt, die Sie in einem Kalenderjahr bezahlt haben.

Tipp: Als Mieter können Sie die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen aus Ihrer Nebenkostenabrechnung in der nächsten Steuererklärung geltend machen, beispielsweise die Hausreinigung oder den Winterdienst. Achten Sie darauf, dass die Posten in der Nebenkostenabrechnung detailliert aufgeschlüsselt und Ihrer Wohnung zugeordnet sind. Wenn nicht, fragen Sie Ihren Vermieter nach einer entsprechenden Bescheinigung.

Wie Sie diese Tätigkeiten genau absetzen, lesen Sie in unserem Ratgeber Haushaltsnahe Dienstleistungen. Gesetzlich geregelt ist dies im Paragraf 35a Einkommensteuergesetz: „Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

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Minijob im Privathaushalt

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie auch auf andere Weise geltend machen: mit der Beschäftigung einer Haushaltshilfe in Ihrem Privathaushalt. Sie melden Ihre Kraft, die beispielsweise Ihre Kinder oder eine pflegebedürftige Person in Ihrer Wohnung versorgt, bei der Minijobzentrale an und zahlen ihr über das Haushalts-Scheckverfahren bis zu 450 Euro monatlich als Lohn. Bis zu 2.550 Euro können Sie als Lohnkosten ansetzen. Davon sind 20 Prozent, also 510 Euro, als maximale Steuererstattung drin.

Schöpfen Sie Ihre Steuerspar-Möglichkeiten sowohl bei den Handwerkerkosten, den haushaltsnahen Dienstleistungen und beim Minijob optimal aus, bekommen Sie insgesamt eine Steuerermäßigung von 5.710 Euro (1.200 + 4.000 + 510 Euro). 

Statt einen Minijobber zu beschäftigen, können Sie jemanden normal sozialversicherungspflichtig anstellen. Diese Tätigkeit ist als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Die steuerliche Höchstgrenze beträgt 20 Prozent der Ausgaben von höchstens 20.000 Euro, also maximal 4.000 Euro.

Als Minijobber oder sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer können Sie einen Verwandten anstellen, der nicht in Ihrem Haushalt wohnt.

Krankheitskosten bündeln

Brauchen Sie Zahnersatz, eine neue Brille oder sogar eine Augen-Laser-OP? Dann sind dies Krankheitskosten, die Sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen können. Allerdings erst, wenn diese Ausgaben eine nach Auffassung des Gesetzgebers zumutbare Belastung überschreiten.

Ihre individuelle Belastungsgrenze ermittelt das Finanzamt. Je nach Familienstand, Anzahl der Kinder und Gesamtverdienst liegt diese bei 1 bis 7 Prozent Ihrer Jahreseinkünfte. Es gibt drei Einkommensstufen mit steigenden Prozentsätzen. Seit dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 19. Januar 2017 (Az. VI R 75/14) gilt eine für Steuerzahler günstigere stufenweise Berechnung der zumutbaren Belastung. Nur der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der den Grenzbetrag übersteigt, wird mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet. Dadurch können Steuerpflichtige früher und höhere Beträge als außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Beispiel: Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat einen Gesamtbetrag der Einkünfte von 58.550 Euro. Früher wurden 4 Prozent des kompletten Gesamtbetrags, also 2.342 Euro, als zumutbare Belastung festgesetzt. Jetzt setzt sie sich aus drei Teilbeträgen auf jeder Einkommensstufe zusammen; sie beträgt jetzt nur noch 1.677 Euro. Die darüber liegenden Kosten sind steuerlich absetzbar.

Ledige ohne Kinder müssen mindestens 5 Prozent, höchstens aber 7 Prozent des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte als zumutbare Belastung tragen. Auf der Website des Bayerischen Landesamts für Steuern können Sie Ihre individuelle zumutbare Belastung berechnen.

Weil Sie die zumutbare Belastung leichter als bisher überschreiten können, ist es wichtig, dass Sie alle Ausgaben für die Gesundheit zeitlich gut planen. Denn auch in diesen Fällen entscheidet das Datum der Zahlung, für welches Jahr das Finanzamt die Kosten anerkennt.

Eine neue Brille kann schnell ein paar Hundert Euro kosten, Zuzahlungen von der Krankenkasse gibt es kaum. Auch beim Zahnersatz, Zahnreinigungen, orthopädischen Schuhen, Prothesen, Massagen oder heilpraktischen, krankengymnastischen sowie verordneten psychoanalytischen oder -therapeutischen Behandlungen zahlt der Patient einen großen Eigenanteil.

Deswegen sollten Sie immer darauf hinwirken, dass Ihnen planbare hohe Ausgaben möglichst in einem einzigen Kalenderjahr entstehen. Statt einer Rechnung im Dezember und einer zweiten im Januar sollte der Zahnarzt Ihnen die gesamten Kosten noch in diesem Jahr in Rechnung stellen. Je höher die gebündelten Kosten, desto eher kommen Sie über Ihre Belastungsgrenze.

Da Sie immer erst am Jahresende wissen, ob Ihre Krankheitskosten die zumutbare Belastung übersteigen, sollten Sie schon im laufenden Jahr alle Rechnungen sammeln. Auch Ihre Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Medikamenten. Zu den absetzbaren Krankheitskosten zählen auch die Ausgaben für eine Kur oder eine naturheilkundliche Behandlung – in der Regel muss jedoch die medizinische Notwendigkeit der Maßnahmen von einem Arzt bescheinigt werden.

Tipp: Neben den Krankheitskosten zählen auch Ausgaben für die Wiederbeschaffung von Hausrat, beispielsweise nach einer Überschwemmung, zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Man kann diese Ausgabenarten zusammenfassen, um die Belastungsgrenze zu erreichen.

Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Außergewöhnliche Belastungen.

Werbungskosten richtig einsetzen

Beruflich verursachte Ausgaben können Sie als Werbungskosten geltend machen und auch hier kann das Datum der Zahlung entscheiden, wie viel der Fiskus anerkennt. 1.000 Euro werden jedem Arbeitnehmer pauschal als Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Erst die Ausgaben, die darüber liegen, machen sich richtig bezahlt.

Haben Sie einen langen Arbeitsweg, müssen Sie aus beruflichen Gründen umziehen oder möchten Sie eine Weiterbildung machen, die Sie beruflich weiterbringt? Dann bietet sich auch hier die Möglichkeit, die Ausgaben geschickt so zu terminieren, dass Sie über den Arbeitnehmer- oder Werbungskostenpauschbetrag kommen.

Liegen Sie mit Ihren beruflichen Fahrtkosten, mit Fachliteratur oder Ausgaben für ein Arbeitszimmer im aktuellen Jahr knapp unter 1.000 Euro, dann planen Sie eine anstehende Weiterbildung so, dass Sie die Rechnung noch im laufenden Jahr zahlen können. Anderseits sollten Sie Ihre Weiterbildung vielleicht erst im Januar zahlen, wenn Sie fürs kommende Jahr weitere berufsbedingte Ausgaben planen, so können Sie vielleicht dann den Pauschbetrag „knacken“. Was Sie als Werbungskosten absetzen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Werbungskosten.

Sofortabschreibung nutzen

Ein Arbeitsmittel, das netto bis zu 800 Euro kostet, also mit Mehrwertsteuer maximal 952 Euro, gilt als ein sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG). Dieses dürfen Sie in kompletter Höhe sofort abschreiben. Daher kann es sich lohnen, einen Laptop, den Sie ohnehin benötigen, noch im alten Jahr zu kaufen. 

Ähnliche Überlegungen gelten zum Beispiel für einen Schreibtisch oder einen Schrank in Ihrem Arbeitszimmer. Unabhängig, ob das Finanzamt ein Arbeitszimmer bei Ihnen anerkennt, können Sie beruflich benötigte Arbeitsmittel absetzen. Liegen die Kosten oberhalb der GWG-Wertgrenze müssen Sie Ihr Büromöbelstück über 13 Jahre abschreiben.

Doppelte Haushaltsführung

Damit das Finanzamt bei einem Alleinstehenden eine doppelte Haushaltsführung anerkennt, muss dieser nachweisen können, dass er mindestens 10 Prozent der laufenden Kosten für den gemeinsamen Haushalt bezahlt hat. Mit einer Überweisung bis zum Jahresende könnte er dies belegen. 

Was sollten Dienstwagennutzer beachten?

Dienstwagenfahrer können Fahrtenbuch führen

Selbstständige und Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, müssen dafür einen geldwerten Vorteil versteuern. Viele wählen die pauschale Ein-Prozent-Regelung. Oft ist jedoch die alternative Fahrtenbuchmethode steuerlich deutlich günstiger. Ein Wechsel der Methode ist nur zu Jahresanfang möglich, weil ein Fahrtenbuch das ganze Jahr über lückenlos geführt werden muss.

Prüfen Sie daher, ob Sie sich möglicherweise noch vorher zum Beispiel ein elektronisches Fahrtenbuch zulegen. Dies spart Ihnen gegenüber einem handgeschriebenen auf jeden Fall viel Zeit.

Fälle, in denen ein Fahrtenbuch steuerlich tendenziell die günstigere Variante ist, sind folgende:

  • Der Bruttolistenneupreis des Autos ist hoch.
  • Sie nutzen ein altes, gebrauchtes oder bereits abgeschriebenes Fahrzeug.
  • Sie fahren relativ wenig privat.
  • Sie pendeln mit dem Auto zum Arbeitsort und haben eine weite Strecke.
  • Die absetzbaren Fahrzeugkosten sind relativ gering.

Steuervorteil für Elektro-Dienstwagen ab 2019

Für einen Elektro-Dienstwagen, der zwischen dem 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast wird, gibt es eine Steuervergünstigung. Zur Berechnung des geldwerten Vorteils wird nur die Hälfte des Bruttolistenpreises herangezogen. Für Autos mit Hybridantrieb gilt die Steuerermäßigung auch, wenn deren 

  • Kohlendioxidemission höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer beträgt und
  • nur mit dem Elektromotor eine Reichweite von mindestens 40 Kilometer möglich ist.

Wegen der Halbierung der Bemessungsgrundlage sollten Sie einen Elektro-Dienstwagen erst ab 2019 anschaffen. Die Steuervergünstigung gilt sowohl für die pauschale Ermittlung des geldwerten Vorteils als auch für die Fahrtenbuchmethode.

Kein geldwerter Vorteil mehr zu versteuern für Dienstfahrrad und Jobticket ab 2019

Ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestelltes Dienstfahrrad unterliegt grundsätzlich den analogen Regeln wie beim Dienstwagen. Ab 2019 wird das Dienstrad jedoch steuerlich attraktiver. Haben Sie das Dienstfahrrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erhalten, müssen Sie für die private Nutzung keinen geldwerten Vorteil mehr versteuern. Bei einer Gehaltsumwandlung ist die Voraussetzung der „Zusätzlichkeit“ jedoch nicht erfüllt – Sie müssen den geldwerten Vorteil weiterhin versteuern.

Der Arbeitgeber bekommt ab 2019 eine weitere Möglichkeit, seinen Mitarbeitern ein steuer- und sozialversicherungsfreies Gehaltsextra zukommen zu lassen: das Job-Ticket für öffentliche Verkehrsmittel.

Riester-Zulage: Gehaltshöhe prüfen

Wenn Sie im diesem Jahr den Job gewechselt oder eine Gehaltserhöhung bekommen haben, müssen Sie eventuell Ihre Riester-Beiträge anpassen. Denn wer zu wenig in seinen Riester-Vertrag einzahlt, bekommt keine oder gekürzte Zulagen. Überprüfen Sie daher Ihren Eigenbeitrag. 

Der Beitrag, den Sie jährlich mindestens einzahlen müssen, um Ihre vollen Zulagen zu erhalten, liegt bei 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttos – inklusive der Sparzulagen. Diesen Betrag können Sie Ihrer Jahresmeldung 2017 zur Sozialversicherung entnehmen.

Gehen Sie nach einer Gehaltserhöhung am besten zu Ihrem Riester-Anbieter. Er wird Ihnen helfen, die neuen Beiträge zu berechnen und Ihre Zahlungen anzupassen. Ist die Differenz sehr hoch, können Sie auch für das laufende Jahr noch eine Nachzahlung leisten.

Der Staat fördert Riester-Sparer, die beispielsweise in eine Rentenversicherung, einen Fondssparplan, einen Banksparplan oder Bausparvertrag investieren, mit einer Grundzulage von 175 Euro. Für jedes Kind, das 2008 oder früher geboren wurde, gibt es eine Zulage von 185 Euro, für nach 2008 geborene Kinder erhalten Sie 300 Euro.

Beispiel: Eine alleinstehende Mutter verdiente 2017 brutto 45.000 Euro. Um für 2018 die volle Zulage für sich (175 Euro) und ihr Kind (300 Euro) zu erhalten, muss sie 4 Prozent davon, also 1.800 Euro abzüglich die Zulagen einzahlen: 1.800 Euro - 175 Euro - 300 Euro = 1.325 Euro. Falls sie beispielsweise bis Ende November monatlich 100 Euro eingezahlt hat, insgesamt also bis dahin 1.100 Euro, sollte sie im Dezember insgesamt noch 225 Euro in den Vertrag einzahlen, um die maximale Förderung zu erhalten. Zahlt sie weniger, wird die Förderung prozentual gekürzt.

Ist im Jahr 2017 das Kindergeld für ein Kind weggefallen, weil es beispielsweise 25 Jahre alt geworden ist, dann entfällt die Kinderzulage. Dementsprechend müsste auch hier der Eigenbeitrag angepasst werden. 

Diejenigen, die mehr als 52.500 Euro im Jahr verdienen, sichern sich die volle Förderung, wenn Sie mindestens folgenden Betrag in ihren Riester-Vertrag einzahlen: 

Förderhöchstbetrag 2.100 Euro Zulagenanspruch

Wenn bei einem Ehepaar beide Partner rentenversicherungspflichtig sind und damit jeweils einen Anspruch auf die Riester-Förderung haben, sind insgesamt 4.200 Euro Sonderausgabenabzug möglich  für jeden jeweils 2.100 Euro. Ist allerdings nur einer förderberechtigt, dann kann dieser allein höchstens 2.160 Euro Sonderausgaben absetzen.

Tipp: Wenn Sie Vater oder Mutter werden, teilen Sie dies Ihrem Riester-Anbieter mit. So sichern Sie sich die Kinderzulage. Wenn ein Kind aus der Förderfähigkeit fällt, müssen Sie dies mitteilen. Dann entfällt für Sie die Kinderzulage. Innerhalb von vier Jahren kann das Finanzamt zu viel gezahlte Förderung zurückverlangen.

Sie können entweder die Riester-Zulage bekommen oder bis zu 2.100 Euro als Sonderausgabe in der Steuererklärung abziehen. Das Finanzamt berechnet, welche Alternative für Sie günstiger ist. Dafür müssen Sie die Anlage AV ausfüllen und Ihrer Steuererklärung beifügen.

Wer noch nicht riestert und einsteigen will, muss schnell abschließen. Bis zum 31. Dezember können Sie in Ihren Riester-Vertrag einzahlen, um die staatliche Förderung für dieses Jahr zu erhalten. Der Mindesteigenbetrag für eine Riester-Förderung liegt bei 60 Euro im Jahr.

Tipp: Wer keinen Dauerzulagenantrag abgegeben hat, kann seine Riester-Zulage zwei Jahre rückwirkend beantragen. Sie können also beispielsweise 2018 noch die Zulagen von 2016 retten, indem Sie jetzt den Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen über Ihren Riester-Anbieter einreichen. Beamte sind nur dann zulageberechtigt, wenn sie ihrer Besoldungsstelle gegenüber schriftlich die Datenübermittlung erlauben.

Auf welche Weise Sie riestern können und wie viel Geld Sie investieren müssen, lesen Sie in unserem detaillierten Ratgeber zur Riester-Rente.

Altersvorsorge anpassen

Auch die Altersvorsorge birgt Sparpotenzial bei der Steuer – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige.

Betriebliche Altersvorsorge

Wer einen Teil seines Lohns in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) investiert, der kann steuer- und sozialversicherungsfrei sparen. Hier sparen Arbeitnehmer über ihren Arbeitgeber und der Beitrag wird direkt vom Bruttogehalt einbehalten. Hierdurch sinkt die Bemessungsgrundlage sowohl für die Lohnsteuer als auch für die Sozialversicherung; dies senkt die Abgaben für die Sozialversicherung.

Bei einem bereits abgeschlossenen bAV-Vertrag können Sie noch bis Ende Dezember eine Zuzahlung leisten, die dann für das Jahr 2018 steuerlich zu berücksichtigen ist. Im Rahmen der Entgeltumwandlung können Sie etwa eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds besparen. Für 2018 können Sie bis 3.120 Euro sozialversicherungsfrei sparen, das sind monatlich 260 Euro. Bis zum doppelten Betrag, also bis 6.240 Euro, bleibt Ihre Einzahlung steuerfrei.

Generell müssen Sie einkalkulieren, dass die steuerliche Förderung dazu führt, dass die Betriebsrente im Alter individuell zu versteuern ist. Bis Sie in den Ruhestand gehen, können Sie jedoch jedes Jahr von etwas weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben profitieren. Doch bedenken Sie, dass der Arbeitgeber und Sie bei einer Entgeltumwandlung etwas weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, weil Ihr Bruttogehalt um die bAV-Einzahlungen gekürzt wurde. Zudem müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, wenn die Betriebsrente über 152,25 Euro monatlich beträgt. Wann sich die Entgeltumwandlung lohnt, lesen Sie in unserem Ratgeber

Rürup-Rentenversicherung

Für Selbstständige ist die Rürup-Rentenversicherung die einzige staatlich geförderte Altersvorsorge. Auch Angestellte könnten diese Form der staatlich geförderten Altersvorsorge nutzen. Es gibt jedoch eine Fördergrenze bei den Vorsorgeaufwendungen, zu denen die Rürup-Beiträge zählen. 2018 liegt diese bei 23.712 Euro (2017: 23.362 Euro). Die vom Arbeitgeber als auch die selbst gezahlten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind hier jedoch einzubeziehen. Deshalb lohnt sich aus steuerlichen Gesichtspunkten die Rürup-Rente bei Arbeitnehmern deutlich weniger als bei Selbstständigen, die anders als Lohnempfänger keine Arbeitgeber-Zuschüsse zur Altersvorsorge erhalten.

Steuerlich wirken sich 2018 für einen Einzelveranlagten Vorsorgeaufwendungen bis zu 23.712 Euro aus, für zusammenveranlagte Ehegatten insgesamt 47.424 Euro. Das wäre die Höchstsumme, die Sie in diesem Jahr in einen bestehenden oder neuen Vertrag einzahlen können um davon steuerlich zu profitieren. Von diesem Maximalbetrag sind für das Jahr 2018 86 Prozent als Sonderausgaben abzugsfähig, also 20.392 Euro beziehungsweise 40.784 Euro bei Zusammenveranlagten.

Der steuerlich absetzbare Teil erhöht sich bis zum Jahr 2025 auf volle 100 Prozent. 

Für Freiberufler und Selbstständige, die meist erst im Spätherbst überblicken können, ob sie mit einem hohem oder eher niedrigen Jahresgewinn rechnen können, ist die Einzahlung in einen Rürup-Vertrag am Jahresende eine wichtige Möglichkeit, etwas für die eigene Altersvorsorge zu tun und gleichzeitig Steuern zu sparen. Besserverdiener profitieren vom Sonderausgabenabzug am meisten.

Eine Alternative zur Rürup-Rente wären gegebenenfalls freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Für das Jahr 2018 könnten Selbstständige bis zu 14.508 Euro einzahlen. Nachzahlungen für das Vorjahr sind noch bis Ende März möglich.

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Wohnungsbauprämie beantragen

Sind Sie Bausparer? Dann sollten Sie Ihre Wohnungsbauprämie nicht vergessen. Den Antrag erhalten Sie jährlich von Ihrer Bausparkasse.

Ehepaare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 51.200 Euro und Alleinstehende mit einem Einkommen bis 25.600 Euro haben Anspruch auf diese Förderung. Ledige erhalten maximal 45,06 Euro im Jahr, Verheiratete das Doppelte.

Um die volle Wohnungsbauprämie zu erhalten, können Sie in einen bestehenden Bausparvertrag einzahlen. Voraussetzung ist bei Verträgen seit 2009, dass Sie die Bausparsumme für wohnwirtschaftliche Zwecke verwenden. Konkret bedeutet dies, dass Sie davon eine Immobilie kaufen, modernisieren oder bauen.

Das gilt aber nicht für Bausparer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie dürfen nach sieben Jahren frei über das gesamte angesparte Guthaben samt Prämien verfügen.

Rückwirkend können Sie einen Antrag auf die Wohnungsbauprämie bis zwei Jahre nach dem Sparjahr bei Ihrer Bausparkasse stellen; diese leitet ihn an Ihr Finanzamt weiter. So sichern Sie sich beispielsweise noch bis Ende 2018 die Prämie für 2016.

Viele nützliche Tipps zur Wohnungsbauprämie und weitere Fördermöglichkeiten für Sparer lesen Sie in unserem Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen.

Freistellungsaufträge prüfen

Viele Sparzinsen werden zum Jahresende ausgeschüttet. Wer keinen Freistellungsauftrag hat, zahlt auf Zinseinnahmen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und eventuell noch die Kirchensteuer. Ist die Abgeltungssteuer erst einmal abgeführt, müssen Sie bis zur nächsten Steuererklärung warten, bis Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Doch wenn Sie einen Freistellungsauftrag erteilen, sind Einnahmen aus Zinsen bis zum Sparerpauschbetrag – 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete – steuerfrei.

Wer Konten bei verschiedenen Banken hat, kann seinen Freistellungsauftrag aufteilen und den Vorteil besser nutzen. Sie sollten also prüfen: Wie hoch ist der Freistellungsauftrag bei welchem Geldinstitut und welche Kapitalerträge erwarten Sie? Ist die Aufteilung sinnvoll oder sollten Sie den Freibetrag doch besser anders splitten?

Sie können einen Freistellungsauftrag beliebig oft im laufenden Jahr ändern – sogar noch am letzten Bankarbeitstag im Dezember. Wollen Sie die Änderungen bereits ab Januar, dann sollten Sie den Freistellungsauftrag sicherheitshalber bis Mitte Dezember ändern. Es reicht, wenn Sie pro Finanzinstitut einen Freistellungsauftrag für jeweils alle Konten und Depots erteilen. Hierfür benötigen Sie Ihre Steueridentifikationsnummer

Nichtveranlagungs-Bescheinigung prüfen

Geringverdiener, Schüler, Studenten und Rentner haben oft Einkünfte unterhalb des Grundfreibetrags von 9.000 Euro und müssen daher keine Einkommensteuer zahlen. Beim Finanzamt können sie eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung beantragen und der Bank vorlegen. Dann sind in aller Regel die Kapitaleinkünfte abgeltungssteuerfrei, selbst wenn sie den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro überschreiten. Die NV-Bescheinigung ist jedoch höchstens drei Jahre lang gültig und muss dann neu beantragt werden.

Verluste bescheinigen lassen

Für Anleger gibt es Höhen und Tiefen. Erzielen Sie Gewinne über dem Sparerpauschbetrag, müssen Sie diese versteuern. Immerhin ein kleiner Trost, wenn man mit Verlusten des einen Wertpapiergeschäfts die Gewinne eines anderen ausgleichen kann. Das senkt zumindest die Abgeltungssteuer.

Verluste und Gewinne, die Sie als Anleger bei einer einzigen Bank machen, werden automatisch miteinander verrechnet. Haben Sie jedoch Depots oder Konten bei verschiedenen Geldinstituten, sollten Sie jetzt handeln. Sie müssen sich den Verlust von der einen Bank bescheinigen lassen, wenn Sie ihn mit einem Gewinn bei einer anderen verrechnen wollen. Die sogenannte Verlustbescheinigung können Sie bis zum 15. Dezember beantragen und in der kommenden Steuererklärung mit der Anlage KAP einreichen. Ohne Bescheinigung geht beim Finanzamt nichts.

Falls Sie sich von der Bank den Verlust nicht bescheinigen lassen, dann schreibt sie den erzielten Verlust bankintern im Folgejahr fort. Erzielen Sie im Jahr 2019 einen steuerpflichtigen Gewinn, dann zieht sie vor dem Abzug von Abgeltungssteuer den Verlust ab.

Heirat und Trennung

Das ist jetzt zwar nicht besonders romantisch, aber finanziell betrachtet durchaus eine Überlegung wert: Sie können die gemeinsame Veranlagung mit Ehegattensplitting für das komplette zurückliegende Jahr in Anspruch nehmen, wenn Sie noch bis zum 31. Dezember heiraten. Es muss aber eine standesamtliche Hochzeit sein. Dies ist besonders vorteilhaft für Paare, die stark unterschiedlich verdienen. 

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können außerdem durch eine günstige Kombination ihrer Steuerklassen ihr Nettoeinkommen optimieren. So fallen auch Lohnersatzleistungen günstiger aus, die sich aus dem Nettogehalt ergeben. Mehr zum Steuerklassenwechsel lesen Sie in unserem Beitrag „Mehr Netto im Monat“.

Einigkeit spart Steuern

Falls Sie bereits verheiratet sind und über eine Trennung nachdenken: Wenn es irgendwie geht, warten Sie damit noch bis zum Januar. Dann können Sie das Ehegattensplitting auf jeden Fall für das gesamte ablaufende Jahr 2018 nutzen. Trennen Sie sich vorher, fällt diese Möglichkeit weg. Ab dem Zeitpunkt des dauernd getrennt Lebens müssen Sie dies beim Finanzamt angeben. Und dann gilt für Sie die getrennte Veranlagung.

Tipp: Falls Sie jedoch einen ernsthaften Versöhnungsversuch unternehmen, hebt dies das dauernd getrennt Leben auf.

Spenden absetzen

Kurz vor Weihnachten ist das Thema Spenden allerorten präsent. Bis zu 20 Prozent Ihrer Einkünfte können Sie als Sonderausgaben sofort steuerlich geltend machen; höhere Beträge in Folgejahren. Für Mitgliedsbeiträge und Spenden bis zu 200 Euro an gemeinnützige und steuerbegünstigte Organisationen gelten vereinfachte Nachweispflichten. Oft genügt der Kontoauszug mit der überwiesenen Spende. Für Spenden für die Flüchtlingshilfe und auf Sonderkonten in Katastrophenfällen gelten diese Vereinfachungen für Beträge in unbegrenzter Höhe.

Für höhere Spenden benötigen Sie ansonsten grundsätzlich eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster. Diese erhalten Sie vom Empfänger der Spende. Manche Organisationen übermitteln diese elektronisch direkt an die Finanzverwaltung. Auch Sachspenden oder Ihr Zeitaufwand für ein Ehrenamt sind absetzbar ebenso Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien.

Unterstützen Sie dauerhaft jemanden, indem Sie beispielsweise bei sich zu Hause einen Flüchtling aufnehmen, können Sie im Jahr 2018 bis zu 9.000 Euro als Unterhaltsleistung im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen abziehen.

Keine Sonderausgaben sind jedoch Vereinsmitgliedsbeiträge, falls sie allein der Freizeitgestaltung dienen wie Sport- oder Karnevalsvereine. Wie Sie vertrauenswürdige Organisationen finden, denen Sie Ihre Spende geben können, haben wir in unseren Ratgeber Richtig spenden zusammengefasst.

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Fristen beachten

Zum Jahresende sollten Sie einige Termine beachten. Bis spätestens zum 31. Dezember 2018 müssen beim Finanzamt eingetroffen sein:

Entscheidend ist, dass die entsprechenden Formulare am 31. Dezember bis 24 Uhr im Briefkasten des Finanzamts sind. Bei elektronischem Versand über Elster oder über eine Steuersoftware reicht dieses Datum nur, wenn die Erklärung elektronisch signiert wurde. Ansonsten muss an Silvester die komprimierte Steuererklärung mit der Unterschrift vorliegen.

Dann lässt sich auch unbeschwerter Silvester feiern, und Sie können sich über eine Steuererstattung im nächsten Jahr freuen.

Kindergeld

Eltern müssen wissen, dass seit 2018 das Kindergeld nur noch rückwirkend für maximal sechs Monate ausgezahlt wird. Den Antrag müssen Sie bei der Familienkasse stellen. Früher konnte ein Anspruch bis zu vier Jahre geltend gemacht werden.

Baukindergeld

Familien und Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern, die ab 2018 für sich eine Immobilie kaufen oder bauen, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Baukindergeld. Pro Kind gibt es zehn Jahre lang 1.200 Euro, also insgesamt 12.000 Euro.

Den Antrag müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug bei der Förderbank KfW stellen. Erfolgte der Umzug im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 17. September 2018, müssen Sie noch bis Silvester das Baukindergeld beantragen.

Werdende Eltern sollten den Einzugstermin im Blick behalten. Es gibt nämlich kein Baukindergeld, wenn das Kind erst zwei Wochen nach Einzug geboren wird. Dementsprechend sollten Betroffene erst später einziehen.

Umgekehrte Überlegungen gelten für Kinder, die bald 18 Jahre alt werden. Denn wenn ein Kind beim Einzugstermin volljährig ist, gibt es auch kein Baukindergeld. Hier sichert ein vorheriger Einzug das Geld.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.