ETF-Sparplan für die Altersvorsorge

  • Hallo zusammen,

    wie die meisten Anfänger, wende ich mich an euch, um euren Rat einzuholen. Zunächst zu meinen Eckdaten Stand heute mit einigen Anmerkungen:

    Ich bin 46 Jahre alt (und ja, ich wünschte, ich hätte mich viel früher mit dem Thema befasst. Nun denn, es ist wie es ist.) und bin Hausbesitzer (Haus abbezahlt). Da u.a. ein 30-Jahre-altes Haus mit laufenden, teils hohen Kosten verbunden sein wird (Reparaturen, Sanierungen etc.), wäre mein Gedanke, mir einen hohen Sicherheitspuffer über das Tagesgeld anzulegen. Mögliches Ziel: 50-60k (ggf. über Zinshopping, um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen?) Zudem will ich gewährleisten, dass der Welt-ETF unangetastet bleibt, falls finanziell die Hölle los sein sollte. Die Folge: Der FSA wird zuerst beim Tagesgeld verbraucht. Tagesgeld deswegen, weil die Steuerbelastung dort pro Euro Ertrag mit 100% Besteuerung höher ist im Gegensatz zum ETF mit 70% Besteuerung, richtig? Ich habe keine weiteren Absicherungen: Keine private Rentenversicherung, kein Festgeld, keine BUV, nichts. Eine Option zur baV gibt es, allerdings zögere ich da, weil derzeit eine Umstrukturierung im Unternehmen stattfindet und ich nicht weiß, ob ein Arbeitgeberwechsel vorgenommen werden muss.

    (Erst) im nächsten Monat beginne ich mit einem ETF-Sparplan bei der ING. Da ich noch 20-21 Jahre zu arbeiten habe, lohnt sich ein ETF-Sparplan definitiv. Wie viele Erfahrene hier den Anfängern vorschlagen, habe ich vor, auf einen einzigen Welt-ETF zu setzen. Konkret: IE00B3RBWM25 (die ausschüttende Variante des Vanguard FTSE All-World ETF aus den von Achim genannten Gründen und seinen Berechnungen). Ich würde jedoch gegen den Vorschlag der Experten gehen und direkt mit einer hohen Sparrate von 1k beginnen, nämlich aus folgenden Gründen:

    1. Solange ich mir das finanziell leisten kann, möchte ich die Sparrate hochlassen und zumindest ansatzweise die "verlorenen" Jahre des Nicht-Investierens ein wenig "aufholen" (Stichwort: Reduktion der Opportunitätskosten?). Wenn sich die Lebensumstände zum Schlechten ändern sollten, kann man die Sparrate reduzieren oder pausieren. Bis dahin liegt jedoch hoffentlich ein höherer Betrag auf dem Depot-Konto.

    2. Trotz mangelnder Erfahrungen bin ich der Meinung, dass ich persönlich nicht an das Auf und Ab an der Börse herangetastet werden muss. Ich persönlich glaube daran, dass das Vermögen innerhalb von 15-20 Jahren gut wachsen wird - vorausgesetzt man hält dem enormen finanziellen und emotionalen Druck bei einem Crash Stand und verkauft nicht. Hierbei plane ich, die hochgepriesene "Kopf-in-den-Sand-stecken-Strategie" anzuwenden, durchzuhalten und mir immer wieder selbst einreden, dass sich der Markt irgendwann von dem Crash erholt. (Ob das alles so klappt, steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt Papier.)

    Nun zu meiner Frage: Was denkt ihr zu meinem Plan? Auch wenn ihr meine Lebenslage nicht kennt, hoffe ich, dass die obigen Informationen ausreichen, um eine grobe Einschätzung abzugeben. Dafür schon mal vorab ein großes Dankeschön!

  • Kater.Ka 28. Dezember 2025 um 15:39

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • 50 oder gar 60K scheinen mir recht viel für Notfälle in einem 30 Jahre alten Haus. Wie ist dieser geplante Betrag zustandegekommen? Rechnest Du damit, dass gleichzeitig die Heizung auf Wärmepumpe umgestellt und das Dach neu gedeckt werden muss?

  • Hallo nochmal,

    vielen lieben Dank für eure Einschätzungen. Das gibt mir Sicherheit, dass ich mit meinem Plan nicht völlig daneben liege.

    50 oder gar 60K scheinen mir recht viel für Notfälle in einem 30 Jahre alten Haus. Wie ist dieser geplante Betrag zustandegekommen? Rechnest Du damit, dass gleichzeitig die Heizung auf Wärmepumpe umgestellt und das Dach neu gedeckt werden muss?

    Genau. Ich gehe von einem worst case Szenario aus. Mein Gedanke dabei: Setze ich meinen Puffer niedriger z.B. 30k und nutze sie z.B. für eine Wärmepumpe, bleibt auf dem Tagesgeldkonto nicht mehr viel liegen und es dauert eine längere Zeit, bis es sich wieder füllt. Tritt genau in dieser Zeit ein weiteres unvorhergesehenes Ereignis ein, fehlt mir ggf. das Geld und ich müsste im schlimmsten Fall an das ETF ran. Dies würde ich gern verhindern.

    Ich bin jedoch offen für Vorschläge und würde gern erfahren, wie du damit umgehen würdest.

  • Wie viele Erfahrene hier den Anfängern vorschlagen, habe ich vor, auf einen einzigen Welt-ETF zu setzen. Konkret: IE00B3RBWM25 (die ausschüttende Variante des Vanguard FTSE All-World ETF aus den von Achim genannten Gründen und seinen Berechnungen). Ich würde jedoch gegen den Vorschlag der Experten gehen und direkt mit einer hohen Sparrate von 1k beginnen, nämlich aus folgenden Gründen:

    Alles gut. Starte das am 02.Januar. Viel Erfolg !

  • Was denkt ihr zu meinem Plan?

    Klingt gut. Die Höhe der Rücklage hast Du Dir vermutlich irgendwie ausgerechnet. Bei der geplanten Höhe der Sparrate frage ich ich allerdings, wieviel davon wirklich ungeplant benötigt wird.

    Ich würde mir überlegen, ob planbare Dinge nicht durch Reduktion/Aussetzung der Sparrate zu finanzieren sind und das Geld dafür per Einmalzahlung in den ETF stecken.

    TG-Hopping? Willst Du damit die max. am Markt mögliche Rendite erzielen und dafür den Aufwand treiben? Wenn es nicht gerade die ING wäre, könnte man Teile des Geldes auch in Geldmakrt-Fonds parken. Dagegen sprechen aber die Kosten bei der ING, wenn das TG nicht zu schlecht verzinst ist.

    Die angesprochene BAV würde ich einzig dann noch in Erwägung ziehen, wenn sie sich nach eigenen Berechnungen für Dich lohnen dürfte (nicht nur könnte). Ich habe deshalb mit Anfang 50 noch eine zweite abgeschlossen, aber das sind spezielle Konstellationen bei meinem tarifgebunden AG.

    Wo Du den Freistellungsauftrag vergibst, ist in den allermeisten Fällen irrelevant. Außer Du gehöst zu den AN, die keine Steuererklärung machen müssen oder bei freiwiliger Abgabe immer Nachzahlungen hättest.

  • Nun zu meiner Frage: Was denkt ihr zu meinem Plan? Auch wenn ihr meine Lebenslage nicht kennt, hoffe ich, dass die obigen Informationen ausreichen, um eine grobe Einschätzung abzugeben. Dafür schon mal vorab ein großes Dankeschön

    Hallöchen,

    da ich selbst noch komplett neu in dem Thema bin, kann ich dir leider keine professionelle Antwort geben, die dich wirklich weiterbringt.

    Da wir jedoch gleich alt sind und mit dem gleichen ETF starten, möchte ich trotzdem meine persönliche Meinung dazu teilen.

    Am Ende des Tages musst du dich wohlfühlen. Und wenn das mit einem gut gefüllten Tagesgeldkonto der Fall ist, dann ist das völlig in Ordnung.

    Für mich ist es nicht notwendig, immer alles bis ins letzte Detail auszureizen.

    Wenn du deine angepeilten 20 Jahre mit einer Sparrate von 1.000 Euro durchhältst, stehst du am Ende auf jeden Fall besser da als jemand, der gar nichts gemacht hat.

    Und wenn du in der Zwischenzeit mit deinem Tagesgeld gut zurechtkommst, ist doch alles bestens.

    Außerdem ist ja nichts in Stein gemeißelt.
    Du kannst deine Sparrate jederzeit erhöhen.

    Liebe Grüße :)

  • Statt des Tagesgeldhoppings könntest du das Geld alternativ in einen Geldmarkt ETF schieben.

    Klar du kommst nicht ganz so schnell an das Geld ran wie wenn es auf einem Tagesgeldkontoliegt, aber in der Regel muss man eine Sanierung auch nicht innerhalb von 24h zahlen. Außerdem hast du damit weniger Arbeit (ich persönlich würde mich auch nicht so wohl damit fühlen ständig solche Summen von A nach B zu schicken, aber da ist ja jeder anders).

  • Ich bin 46 Jahre alt (und ja, ich wünschte, ich hätte mich viel früher mit dem Thema befasst. Nun denn, es ist wie es ist.) und bin Haus[eigentümer] (Haus abbezahlt).

    Da ... ein 30 Jahre altes Haus mit laufenden, teils hohen Kosten verbunden sein wird (Reparaturen, Sanierungen etc.), wäre mein Gedanke, mir einen hohen Sicherheitspuffer über das Tagesgeld anzulegen. Mögliches Ziel: 50-60k.

    Von welcher Ausgangsposition wollen wir bei Deinem Plan eigentlich ausgehen? Was hast Du aktuell neben Deinem abbezahlten Haus?

    Zudem will ich gewährleisten, dass der Welt-ETF unangetastet bleibt, falls finanziell die Hölle los sein sollte.

    ... den World-ETF, den Du aktuell offensichtlich noch nicht hast.

    Ich habe keine weiteren Absicherungen: Keine private Rentenversicherung, kein Festgeld, keine BUV ...

    Im nächsten Monat beginne ich mit einem ETF-Sparplan bei der ING. ... Ich würde ... direkt mit einer hohen Sparrate von 1k beginnen .

    Nun zu meiner Frage: Was denkt ihr zu meinem Plan? Auch wenn ihr meine Lebenslage nicht kennt, hoffe ich, dass die obigen Informationen ausreichen, um eine grobe Einschätzung abzugeben.

    Es klingt sinnvoll, wenn man als Hauseigentümer einen Liquiditätspuffer hat. 1000 € Sparrate sind recht anspruchsvoll. Wenn Du diesen Liquiditätspuffer noch nicht hast und er 60 T€ groß sein soll, brauchst Du für dessen Aufbau 60 Monate. Große Gedanken darüber, wie genau Du Deinen Freistellungsauftrag gestaltest, brauchst Du Dir somit erstmal nicht zu machen, weil in den ersten Jahren nicht so fürchterlich viele Zinsen fließen werden.

    Du willst Dir auch ein ETF-Depot aufbauen. Das ist vermutlich auch sinnvoll. Aber wenn Du 1000 € pro Monat ins Tagesgeld steckst, kannst Du nicht für die gleichen 1000 € ETF-Anteile kaufen und umgekehrt.

    Fang einfach mal an, die Details kann man später klären.

    :)

  • Die wenigsten Ausgaben am Haus kommen tatsächlich über Nacht. Wasserleitungen und Heizleitungen würde ich eher zu den plötzlichen und teuren Fällen zählen. Ein Hausanstrich oder neue Beläge für Terrasse wären völlig unkritisch weil planbar. Auch ein Dach muss man nicht von heute auf morgen komplett neu machen, meist gehen dem kleinere Reparaturen voraus. Ein Austausch von Fenstern lässt sich problemlos um einige Jahre schieben, wenn es nicht gerade ein hoffentlich versicherter Hagelschaden ist. Eine gute Absicherung gegen Wasserschäden dürfte einen großen Teil der kurzfristig unabwendbaren Ausgaben absichern.

    Je nach Region und Bauart können unterschiedlich hohe Kosten auf Dich zukommen und natürlich hängen die auch von der Größe des Hauses ab und eventuelle Sonderfaktoren wie meinetwegen Hanglage etc. Langer Rede kurzer Sinn, mir erscheint eine Rücklage von 50-60k bei einem 30 Jahre alten Haus hoch dimensioniert. Bedenke, dass Tagesgeld nicht in der Lage ist, das Geld nach Inflation zu erhalten.

    Nachdem ihr keine Hypothek mehr zu bedienen habt, erscheint mir eine Sparrate von nur 1000 Euro niedrig. Ist das lediglich der Teil, den Du für Aktien vorgesehen hast? Die Immobilie habt ihr vermutlich zügig abgezahlt, wo geht das freigewordene Geld jetzt hin? Aber selbst wenn man nur mit den 1000 Euro rechnet, kann man in zwei Jahren 24k für eine geplante Renovierungen ansparen. Ok, da fehlt nicht mehr viel für die Erneuerung sämtlicher Fenster.

    Der ETF ist ok und bald anfangen ist auch ok. Die Anlagedauer ist mehr als ausreichend. Man braucht das Geld bei Renteneintritt auch nicht komplett auf einen Schlag. Bei der Sparrate mache ich ein Fragezeichen, aber ohne mehr zu wissen über Eure Situation mag es richtig sein.

    Kopf-in-den-Sand-Strategie ist auf jeden Fall schon besser als verkaufen im Tal. Dennoch lohnt es sich Pläne bezüglich Rebalancing zu überlegen.

  • Wir haben ebenfalls ein fast abgezahltes Eigenheim im Alter von 18 Jahren und haben als Notgroschen eine Rücklage von 40-50k Euro. In eingen Jahren muss bei uns sehr wahrscheinlich die Gasheizung raus und aktuell liegen die Preise für eine Wärmepumpe bei 30k Euro ohne Staatsförderung. Sehe ich als völlig Legetim eine Rücklage von 50-60k Euro für ein 30 Jahre altes Haus auf der Seite zu haben.

    Generell sollte man sich mal Gedanken machen wie das im Alter laufen soll wenn eine solche Rücklage nicht mehr gebildet werden kann falls man z.B. schon in Rente ist. Das dürfte für viele sehr spannend werden ohne ein prall gefülltes Depot oder einem anderen Vermögen.

  • Mit gefülltem Depot sollte das leichter gehen als ohne. Denn das Geld was du 30 Jahre vorher in Tagesgeld angelegt hast, dürfte bis dahin rund ein Drittel (habe es nicht nachgerechnet) an realem Wert verloren haben. Demgegenüber hast Du beim Depot die Aussicht, dass das Geld bis dahin real verdoppelt hat.

  • Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Das hilft mir ungemein, sich mit den Themen tiefgreifender zu beschäftigen und meine Gedankengänge kritisch zu hinterfragen.

    Es scheint so, als ob sich bei dem Ziel der 50-60k beim Tagesgeld die Geister scheiden. So oder so muss ich das letzten Endes mit mir selbst ausmachen.

    Mit gefülltem Depot sollte das leichter gehen als ohne. Denn das Geld was du 30 Jahre vorher in Tagesgeld angelegt hast, dürfte bis dahin rund ein Drittel (habe es nicht nachgerechnet) an realem Wert verloren haben. Demgegenüber hast Du beim Depot die Aussicht, dass das Geld bis dahin real verdoppelt hat.

    Zusammenfassend also, das verfügbare Geld nach Möglichkeit beim Depot anlegen anstatt Tagesgeld. Das leuchtet absolut ein. Du argumentierst weiter oben, dass bis auf Wasser- und Heizleitungen die Hausinstandhaltungskosten i.d.R. planbar sind. Auch dem stimme ich vollkommen zu. Meine Sorge allerdings: Wenn mal eine höhere Ausgabe/Investition das Tagesgeldkonto auf einen Schlag (fast) aufzehrt, ist man beim Aufbau der Rücklagen, welches durchaus bis zu zwei Jahren dauern kann, gegen ein zweites "zeitnahes" Großereignis ungeschützt. Vielleicht bin ich einfach nur zu vorsichtig. Ich frage mal anders: Wie genau würdest du vorgehen? Welchen Betrag beim TG ansetzen und den Rest aufs Depot-Konto überweisen?

    TG-Hopping? Willst Du damit die max. am Markt mögliche Rendite erzielen und dafür den Aufwand treiben?

    Warum denn nicht? Recherche über Vergleichsportale geht innerhalb von Minuten, insbesondere wenn man die Filter zur Selektion von Kriterien nutzt und bereits weiß, welche Banken man will oder nicht will (Stichwort: Währungsrisiko, Quellensteuer). Ein Bankkonto zu eröffnen dauert mit der eID etwa... 10 Minuten? Angenommen, die jeweiligen Aktionszinsen gelten mind. für 3 Monate = Bankenwechsel vier Mal p.a. = 40 Minuten p.a. Aufwand. Mit brittys Vorschlag, Raisin zu nutzen, geht das vermutlich noch schneller. (Danke britty dafür! :thumbup:)

    Vielen Dank, fotoman und Leacwi für den Alternativ-Vorschlag zum Geldmarkt-ETF. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das bei der ING eine gute Alternative ist. Derzeit habe ich ein TG-Konto mit 2,9% Aktionszins sowie monatlicher Ausschüttung und habe für 6 Monate erstmal "Ruhe".

    Aber wenn Du 1000 € pro Monat ins Tagesgeld steckst, kannst Du nicht für die gleichen 1000 € ETF-Anteile kaufen und umgekehrt.

    Ich merke, dass ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Aber genau das haben wir vor. Auf dem Tagesgeldkonto liegen derzeit 30k. 1000 Euro jeweils fürs Tagesgeld und ETF-Anteile wären geplant, also insgesamt 2000 Euro, solange die Lebenslage es zulässt. Stehen größere Anschaffungen an, wird der ETF reduziert oder pausiert und das TG-Konto allmählich wieder aufgefüllt. Hat das Tagesgeld sein (derzeitiges) "Ziel" von 50-60k erreicht, werden die 2000 Euro voll in den ETF-Sparplan investiert. Ich bin jederzeit offen für Verbesserungsvorschläge.

  • Es scheint so, als ob sich bei dem Ziel der 50-60k beim Tagesgeld die Geister scheiden. So oder so muss ich das letzten Endes mit mir selbst ausmachen.

    Meine Kommentare sind nur Denkanstöße. Ich wohne selbst in einem 50 Jahre alten Haus, bin aber auch nicht derjenige, die ständig Bäder renoviert. Manche meiner Nachbarn sind da viel aktiver. Was Eure bevorzugte Methode ist, liegt natürlich an Euch. Aktuell habe ich sogar mehr als 50k flüssig, aber es sind auch konkrete Renovierungen geplant und teils in Arbeit. Danach werde ich den Betrag wieder absenken.

    Zusammenfassend also, das verfügbare Geld nach Möglichkeit beim Depot anlegen anstatt Tagesgeld. Das leuchtet absolut ein. Du argumentierst weiter oben, dass bis auf Wasser- und Heizleitungen die Hausinstandhaltungskosten i.d.R. planbar sind. Auch dem stimme ich vollkommen zu. Meine Sorge allerdings: Wenn mal eine höhere Ausgabe/Investition das Tagesgeldkonto auf einen Schlag (fast) aufzehrt, ist man beim Aufbau der Rücklagen, welches durchaus bis zu zwei Jahren dauern kann, gegen ein zweites "zeitnahes" Großereignis ungeschützt. Vielleicht bin ich einfach nur zu vorsichtig. Ich frage mal anders: Wie genau würdest du vorgehen? Welchen Betrag beim TG ansetzen und den Rest aufs Depot-Konto überweisen?

    Meine pragmatische Methode wäre:

    Eine Reserve festsetzen, die für eine teure ungeplante und unversicherte Ausgabe am Haus ausreicht (z.B. 30.000 Euro).

    Sobald sich eine planbare Maßnahme abzeichnet (bei Dir z.B. die Heizungsthematik), würde ich beginnen die Sparrate statt ins Depot, in die Liquidität zu lenken und eine konkrete Rücklage zu bilden. Damit kann man das Thema zeitnah angehen. Von heute auf morgen bekommt man ohnehin keinen Handwerker. Es ist auch nicht schlimm, wenn die Reserve dadurch unter ihre Sollgröße schrumpft. Je nachdem wie teuer es wird ist sie In 1-2 Jahren wieder voll.

    Sobald die Reserve wieder aufgefüllt ist, kann die Sparrate komplett ins Depot laufen. Vielleicht muss man alle drei oder fünf Jahre die Höhe der Reserve an die Erfordernisse anpassen.

    Statt also jahrelang (jahrzentelang) 60k mit einer negativen Realrendite in den Büchern zu haben, wäre es auf diese Art nur rund die Hälfte. Teilweise darüber wenn ich gerade am ansparen bin oder teilweise darunter, wenn ich am wieder auffüllen bin. Dabei ist es Absicht, den Puffer vorübergehend zu nutzen. Nach meinem Verständnis ist er genau dafür da. Zudem gibt Dir das Depot die Sicherheit, dass Du im Katastrophenfall nicht auf dem Trockenen sitzt. Mir jedenfalls hat das immer als Sicherheit gereicht und gebraucht habe ich es noch nie.