PangaeaLife / die Bayerische - Nachhaltiges Investieren?

  • Hallo zusammen,

    ich suche schon länger zusätzlich zu einem ETF Portfolio und einer kleinen betrieblichen Altersvorsorge ein drittes Standbein zur Vorsorge/Investition. Ich bin alles andere als ein Profi, habe mich aber vor einigen Jahren in ETFs, vor allem auch durch Finanztip, reingedacht und mir ein Portfolio erstellt. Am liebsten würde ich nachhaltig investieren, wusste aber auch vorher dass das in ETFs a) oft Greenwashing ist und b) WENN es nachhaltigER ist (bspw. Global Water oder MSCI World Health Care), dass sie leider nicht gut laufen. Das kann ich bisher bestätigen...

    Durch einen Bekannten bin ich auf die Pangaea Life aufmerksam geworden. Leider gibt es online extrem wenig unabhängige Informationen dazu. Dahinter steht die Bayerische.

    Soweit ich es verstehe, ist es eine fondsgebundene Rentenversicherung, die entweder auf Erneuerbare Energien oder nachhaltige Immobilien (oder ein Mix aus beidem) ausgelegt ist.
    Auch können weitere "normale" ETFs mit aufgenommen werden.

    Leider geht das ganze über meinen Wissensstand hinaus. Kennt jemand das Produkt und kann es empfehlen? Oder mir ggf. sagen, wo hier der Haken ist? :S

    Danke vorab.

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  • Kater.Ka 7. Januar 2026 um 20:05

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    FT sieht die Fondsgebundenen Rentenversicherungen eher kritisch https://www.finanztip.de/private-renten…enversicherung/

    Persönlicher Kommentar:

    Ein Invest in die beiden Bereiche Energie und Immobilien sehe ich als deutlich risikoreicher als ein marktbreites Investment an. Wenn ich mir die Veröffentlichungen ansehe bleibt die Rendite deutlich hinter dem Markt zurück. Zum 30.11.25 wird beim älteren Fonds von 4,91% p.a. über 5 Jahre bei 1,28% p.a. Kosten gesprochen. Das kannst Du als ETF-Investor wahrscheinlich selbst bewerten.

    Quelle https://diebayerische.tools.factsheetslive.com/product/LU1675428244/factsheet

  • Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung Kater.Ka

    Die Kosten sind im Vergleich zu ETFs höher, das ist wahr.
    Und risikoreicher sehe ich auch.

    Allerdings ist es die einzige Möglichkeit die ich aktuell sehe, zumindest anteilig eine ansatzweise nachhaltige Strategie zu verfolgen, oder?
    Mir wurde nahegelegt, das Konstrukt der Investition, die auf Subventionen basiert, also bspw. die Förderung von Solarenergie, sei eine Art Schneeballsystem. Sobald Subventionen ausbleiben, würde das Ganze gegen die Wand gefahren werden. Das halte ich für Blödsinn, oder wie seht ihr das?

    Oder lässt sich das Thema Nachhaltigkeit und sinnvolles Investment heutzutage noch so gar nicht vereinen?

  • Zum Gesamtthema gibt es hier einen redaktionellem Beitrag. https://www.finanztip.de/indexfonds-etf…ge-geldanlagen/

    Persönliche Meinung:

    Ich tendiere zur Ansicht, dass sich positiv wirkende Technologien etc. breit durchsetzen, wenn sie den Anwendern Nutzen bringen. Umgekehrt haben diese Technologien und deren Lieferanten ein Problem, wenn die Nachfrage nur auf Subventionen beruht. Insofern würde ich nicht selektiv auf einzelne nachhaltige Branchen setzen.

    Ich habe zwei PV-Anlagen und drei Wärmepumpen gebaut und wir haben mehrere E-Autos in der Familie. Letztere waren relativ billig und sind für das Anwendungsprofil ausreichend. Bei den PV-Anlagen und den Wärmepumpen geht es um Kostenreduzierung, das hätte ich nicht gemacht wenn ich die heute aufgerufenen Preise hätte bezahlen müssen.

  • Schon mal überlegt "einfach" einen dunkelgrünen Fonds zu nehmen anstatt einen grün gewaschenen hell grünen?

    Zumindest ein wenig besser sollten sie per Definition ja sein.

    Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass Evergreen einen ganz guten dunkelgrünen aufgelegt haben soll. Habe mich aber ehrlicherweise nicht weiter eingelesen.
    DE000A3DQ2Y5

  • Allerdings ist es die einzige Möglichkeit die ich aktuell sehe, zumindest anteilig eine ansatzweise nachhaltige Strategie zu verfolgen, oder?

    Viele Menschen sind der Ansicht, das eine nachhaltige Lebensführung effektiv mehr bringt, als nachhaltige Geldanlagen.
    Siehe es mal so: Höhere Gewinne kannst Du dann ggf. Spenden bzw. direkt in nachhaltige Projekte in Deiner Nähe investieren die Du dann selbst unmittelbar begleiten kannst.

    Mir wurde nahegelegt, das Konstrukt der Investition, die auf Subventionen basiert, also bspw. die Förderung von Solarenergie, sei eine Art Schneeballsystem. Sobald Subventionen ausbleiben, würde das Ganze gegen die Wand gefahren werden. Das halte ich für Blödsinn, oder wie seht ihr das?

    Da steckt schon eine ganze Menge Wahrheit drin. Mir fallen da einige deutsche Solaranbieter ein, die nur durch Subventionen existiert haben. Da gab es doch auch mal Prokon (Wind).
    Hier mal als Beispiel:

    Solarhybrid – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Prokon (Unternehmen) – Wikipedia

    Es ist nicht einfach ohne Subventionen eine Rendite zu erzielen. Was meinst Du wohl, was passieren würde, wenn in Deutschland das Dienstwagenprivileg fallen würde? ;)
    So sollen z.B. rund 80% aller Neuzulassungen eines Audi A6 in D Firmenzulassungen sein. Bei den anderen Premiumherstellern in D sieht es bestimmt auch nicht viel anders aus.

  • Vielen Dank für die neuen Rückmeldungen.

    Ich habe zwei PV-Anlagen und drei Wärmepumpen gebaut und wir haben mehrere E-Autos in der Familie. Letztere waren relativ billig und sind für das Anwendungsprofil ausreichend. Bei den PV-Anlagen und den Wärmepumpen geht es um Kostenreduzierung, das hätte ich nicht gemacht wenn ich die heute aufgerufenen Preise hätte bezahlen müssen.

    Das ist bei uns ähnlich, nur keine Wärmepumpe. Also da "trage ich meinen Teil bei". Immerhin.

    Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass Evergreen einen ganz guten dunkelgrünen aufgelegt haben soll. Habe mich aber ehrlicherweise nicht weiter eingelesen.
    DE000A3DQ2Y5

    Bisher habe ich MSCI World Health Care und Global Water im Portfolio, die laufen nicht mega. Aber immerhin etwas. Den erwähnten kenne ich noch nicht, schaue ich mir mal an! Danke :)

    Viele Menschen sind der Ansicht, das eine nachhaltige Lebensführung effektiv mehr bringt, als nachhaltige Geldanlagen.
    Siehe es mal so: Höhere Gewinne kannst Du dann ggf. Spenden bzw. direkt in nachhaltige Projekte in Deiner Nähe investieren die Du dann selbst unmittelbar begleiten kannst.

    Das mache ich definitiv auch, gar keine Frage. Aber find ich sehr sehr hilfreich, das auch von anderen so zu hören. Vielen Dank dafür. Ich suche dann noch mal weiter, ggf. wirklich lokal.

    Das Forum hat mich bisher alles andere als enttäuscht, danke für alle Rückmeldungen! :)

  • Ich sehe fondsgebundene Rentenversicherungen auch eher kritisch, weil zu unflexibel und zu teuer.

    Als Kompromiß: Ich habe mein Portfolio mit folgenden ETFs hellgrün aufgestellt:

    Amundi MSCI ACWI SRI Climate Paris Aligned WKN A3DH0C (als Basis)

    Invesco Global Active ESG WKN A3DSVS (als Booster)

    BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Infrastructure WKN A3EWYS (als Thema)

    UmweltBank Green & Social Bonds WKN A41CHM (zur Stabilisierung)

    Mein Liqiditätspuffer liegt als Tagesgeld bei der UmweltBank.

    This is my way!

  • Ich halte von den Pangaea Life Fonds gar nichts, weil:

    1) viel zu teuer

    2) Klumpenrisiko

    3) m.W. nur im Versicherungsmantel erhältlich (was das Ganze noch mal teurer macht


    Falls du denkst, mit ESG-Fonds tatsächlich Einfluss auf positive Entwicklung bei ESG hast (ich bin davon nicht überzeugt), dann schau dir aber mal die Fonds von Terrassisi an:


    Terrassisi Aktienfonds


    Detaillierte Infos hier:

    Ampega Fonds

    ISIN: DE0009847343

    TER: 1,35% (teuer)

    Ausgabeaufschlag regulär: 4,5%

    (lässt sich ggf. über Fondsvermittler auf 0% reduzieren, z.B. bei Fondssupermarkt)

  • Hammer! Tausend Dank nochmal auch an die weiteren Rückmeldung inkl. Meinung und vor allem inkl. super spannender Alternativvorschläge. Auch Umweltbank noch mal so ein Thema, das ich ganz vergessen habe. Werde ich mir alles ausführlich zu Gemüte führen :thumbup:

  • Ich suche schon länger zusätzlich zu einem ETF-Portfolio und einer kleinen betrieblichen Altersvorsorge ein drittes Standbein zur Vorsorge/Investition.

    Wozu brauchst Du ein drittes Standbein? Und vor allem: Wozu brauchst Du Umschläge oder Mäntel um Dein Geld?

    Durch einen Bekannten bin ich auf die Pangaea Life aufmerksam geworden. ...

    Soweit ich es verstehe, ist es eine fondsgebundene Rentenversicherung, ...

    Ich habe ganz grundsätzlich etwas gegen Rentenversicherungen einzuwenden, und zwar deswegen, weil sie Dich völlig unnötig früh in Deinem Leben für den Rest Deiner Tage bindet.

    Nehmen wir mal an, Du wärest Mitte der Sechzig, also etwa am Ende Deines Berufslebens. Dann wüßtest Du, was Du zum Leben brauchst, hättest auch einen Überblick über Deine vermutlichen Alterseinkünfte und hättest auch einiges gespart, um den finanziellen Unterschied zwischen Erwerbseinkommen und Rente(n) abzufedern. In dieser Situation fändest Du es möglicherweise praktisch, eine Rentenversicherung abzuschließen. Du würdest dann einen Teil Deines Geldvermögens (oder alles) einer Versicherungsgesellschaft geben, die Dir dafür lebenslang eine Rente bezahlt. Ich würde das zwar nicht machen, weil ich nicht diese namenlose Furcht vor dem Langlebigkeitsrisiko habe wie viele Deutsche (Geld aus, aber immer noch am Leben), aber manche Leute wollen das so, und des Menschen Wille ist ja bekanntlich sein Himmelreich.

    Aber man schließt einen solchen Vertrag doch nicht mit 25, 30 oder 35 ab und bindet einen Sparvertrag untrennbar an eine Rentenversicherung!

    Genau das allerdings erwägst Du gerade.

    Sinnvollerweise spart man in eigener Regie. Wenn Du mit 65 meinst, statt eines Batzens Geld eine lebenslange Rente haben zu wollen, kannst Du die Rentenversicherung dann ja immer noch kaufen.

  • Wozu brauchst Du ein drittes Standbein? Und vor allem: Wozu brauchst Du Umschläge oder Mäntel um Dein Geld?

    Hi @Achim Weiss danke für deinen Kommentar :)

    Ich hatte im Gefühl, dass eine reine Absicherung mit ETFs einfach nicht ausreicht. Ich habe keine Finanzmittel für Immobilien und hatte das Bedürfnis, noch nach etwas anderem zu suchen. Mein Gedanke war, dass ich noch einen Teil habe, bei dem ein "Profi am Werk" ist, der das für mich macht, falls ich mit meinen eigenen ETF-Aktionen versage.

    Und ich war bisher vor allem der Annahme, bzw. habe einen gewissen Druck verspürt, das JETZT schnell zu machen, bevor es zu spät ist..

    Dass man sich "für den Rest der Tage bindet" steht nirgends so richtig schwarz auf weiß, mit Sicherheit auch nicht ohne Grund.. :S

  • Ich hatte im Gefühl, dass eine reine Absicherung mit ETFs einfach nicht ausreicht. Ich habe keine Finanzmittel für Immobilien und hatte das Bedürfnis, noch nach etwas anderem zu suchen. Mein Gedanke war, dass ich noch einen Teil habe, bei dem ein "Profi am Werk" ist, der das für mich macht, falls ich mit meinen eigenen ETF-Aktionen versage.

    Und ich war bisher vor allem der Annahme, bzw. habe einen gewissen Druck verspürt, das JETZT schnell zu machen, bevor es zu spät ist..

    Dass man sich "für den Rest der Tage bindet" steht nirgends so richtig schwarz auf weiß, mit Sicherheit auch nicht ohne Grund.. :S

    Ich habe 1990 im zarten Alter von 18 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. War wohl seinerzeit so üblich. ;)
    Die Prognosen der Versicherung sahen eine Modellrechnung mit 3%, 6% und 9% vor. Aber wie es so ist mit den Prognosen der 'Profis am Werk'. Hat nicht wirklich hingehauen mit der Prognose und die Nullzinsphase hat dann dafür gesorgt, dass vor Kosten doch nur der Garantiezins zum Zuge kam.
    Die Kosten meiner Versicherung laufen natürlich weiter.
    Heute sieht es so aus, dass ich 2031 mit eine Rendite von 2,8x% p.a. enden werde. Immerhin garantiert und steuerfrei.

    Was zeigt mir das? Die 'Profis' können genau so wenig in die Zukunft schauen wie ich. Die Kosten für die 'Profis' darf ich aber in jedem Fall zahlen! Also mache ich das lieber selbst, trage das Risiko, habe aber auch die Chance die allgemeine Marktrendite abzugreifen. Und das zu minimalen Kosten!

  • Ich habe 1990 im zarten Alter von 18 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. War wohl seinerzeit so üblich. ;)

    Immerhin hast Du keine Rentenversicherung abgeschlossen, um die es in diesem Thread ja geht.

    Die Prognosen der Versicherung sahen eine Modellrechnung mit 3%, 6% und 9% vor. Aber wie es so ist mit den Prognosen der 'Profis am Werk': Hat nicht wirklich hingehauen mit der Prognose und die Nullzinsphase hat dann dafür gesorgt, dass vor Kosten doch nur der Garantiezins zum Zuge kam.

    Ich würde das nicht so sehen. Ich kenne einen, der 1996 eine 30jährige Bundesanleihe zu 6,5% gekauft hat. Zu der Zeit galt für eine 10jährige Bundesanleihe ein Zins von 6% als eine Art Naturgesetz. Bis heute wird der Bundfuture auf dieser Basis berechnet. Damals war leistungsloses Einkommen zum persönlichen Steuersatz zu versteuern. Für Besserverdienende lag der deutlich höher als heute. Es ist doch erstaunlich, was sich in kürzeren Zeiträumen (zum Beispiel 35 Jahren) alles ändern kann!

    Die Kosten meiner Versicherung laufen natürlich weiter.
    Heute sieht es so aus, dass ich 2031 mit eine Rendite von 2,8x% p.a. enden werde. Immerhin garantiert und steuerfrei.

    Damit hast Du immerhin einigermaßen den Realwert dieses Geldes erhalten. Das ist für eine Festzinsanlage kein schlechtes Ergebnis.

    Was zeigt mir das? Die 'Profis' können genau so wenig in die Zukunft schauen wie ich. Die Kosten für die 'Profis' darf ich aber in jedem Fall zahlen! Also mache ich das lieber selbst, trage das Risiko, habe aber auch die Chance die allgemeine Marktrendite abzugreifen. Und das zu minimalen Kosten!

    Das sagst Du jetzt. a) hast Du jetzt bedeutend mehr Ahnung als damals und b) nutzt Du heute Instrumente, die es damals noch nicht gab bzw. die nicht allgemein zugänglich waren. Mit einem Paukenschlag eröffnete der junge Karl-Matthäus Schmidt 1994 mit Consors den ersten Discount-Broker, der die damals üblichen Spesen von 1% pro Trade auf etwa 0,5% halbierte. Heute sind Discount-Broker zumindest bei interessierten Anlegern Standard bei nochmals halbierten Kosten, während viele hier ihre (kostenlosen!) Depots bei Neo-Brokern zu fast Nulltarif haben. Das sind andere Möglichkeiten als damals.

    Es gab auch damals schon einen Grund dafür, statt einer Kapitallebensversicherung eine Rentenversicherung abzuschließen. Bei zweiterer fällt die Prämie für den Todesfallschutz weg, auf den ein reiner Geldanleger vermutlich nicht primär Wert legt. Man mußte beim Vertragsschluß allerdings darauf achten, daß man ein Recht zur Kapitalabfindung hat, damit man nach der Sparphase die Bremse ziehen kann und nicht die für den Anleger systematisch ungünstige Rentenphase mitnehmen muß.