Tagesgeld oder Geldmarktfond?

  • Hallo, es wird stets empfohlen, die laufenden Auszahlungen im Ruhestand von einem Tagesgeldkonto vorzunehmen, um die ETFs weiterlaufen und in einer ungünstigen Börsenlage nicht anfassen zu müssen. Ich habe jetzt Geldmarktfond-Anteile, deren Betrag für das Bestreiten meiner Ausgaben für ca. 2 Jahre ausreichen wird (der Ruhestand steht in einem Jahr bevor). Diesen Fond dachte ich regelmäßig, in "guten Börsenzeiten" wieder aufzufüllen. Mein vermuteter Vorteil: Die Rendite ist immer ungefähr so hoch, wie beim Tagesgeld, ohne den Nachteil, jedem Tagesgeld-Zinsangebot einer (weiteren) Bank hinterherlaufen zu müssen (wollen). Ist der Gedanke richtig, oder gibt es doch gute Gründe, Tagesgeld zu bevorzugen?

    Herzlichen Dank für eure Ideen hierzu.

    Gruß vom Neuling im Forum

  • Kater.Ka 12. Januar 2026 um 12:11

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Herzlich willkommen!

    Ich finde, du machst das mit dem Fonds im Prinzip genau richtig. Es kommt nur darauf an, was das für ein Fonds ist, wie du die Entnahme gestaltest und was das für dich kostet. Oder gibt es eine Ausschüttung, die dir als Auszahlung ausreicht?

  • Die Rendite ist immer ungefähr so hoch, wie beim Tagesgeld, ohne den Nachteil, jedem Tagesgeld-Zinsangebot einer (weiteren) Bank hinterherlaufen zu müssen

    Korrekt. Funktioniert bei mir. Klar gibt es immer wieder einzelne Angebote die höher liegen. Aber immer nur sehr kurzzeitig. Da habe ich auch keinen Bock drauf. Man muss halt nur aufpassen, wenn die Zinsen mal wieder ins Minus drehen sollen das Geld da raus zu holen.

    Was ich in der (abflauenden) Hochzinsphase allerdings noch gemacht habe: mehrere Tranchen an länger laufenden Festgeld um die hohen Zinsen zu sichern.

    Und ein wichtiger Unterschied: bei Tagesgeld bekommst du in der Regel monatlich die Zinsen und die Steuern abgezogen. Bei thesaurierendem Geldmarkt-ETF bleibden die Erträge drin und die Steuern fallen dann auf einen Schlag an.

  • Tagesgeldhopping ist mir zwischenzeitlich zu umständlich, vor allem wenn man konsequent max. 100k€ pro Anbieter anlegt und man deswegen immer mit mehreren Konten rangiert...

    Ich halte meine Liquidität zum großen Teil in Geldmarkt-ETF und ab und an einen Teil bei ordentlichen Angeboten in Tagesgeld (z.Z. bei mir z.B. die VW-Bank mit 2,9%).

  • Ich habe jetzt Geldmarktfond-Anteile, deren Betrag für das Bestreiten meiner Ausgaben für ca. 2 Jahre ausreichen wird (der Ruhestand steht in einem Jahr bevor). Diesen Fond dachte ich regelmäßig, in "guten Börsenzeiten" wieder aufzufüllen. Mein vermuteter Vorteil: Die Rendite ist immer ungefähr so hoch, wie beim Tagesgeld, ohne den Nachteil, jedem Tagesgeld-Zinsangebot einer (weiteren) Bank hinterherlaufen zu müssen (wollen). Ist der Gedanke richtig, oder gibt es doch gute Gründe, Tagesgeld zu bevorzugen?

    Ja, genau so kannst du das handhaben und einen anfänglichen (oder auch dauerhaften) Cash-Puffer in einem Geldmarktfonds vorhalten. Du musst dabei jedoch die Gebühren bzw. die "Transaktionskosten" im Auge halten. Diese sind je nach gewähltem Fonds oder ETF und je nach depotführender Bank sehr unterschiedlich und können schnell die geringe Rendite dieser Produkte schmälern. In den meisten Fällen ist es ratsam, häufige Ein- oder Auszahlungen bzw. Transaktionen von jeweils kleineren Beträgen zu vermeiden. Das hängt aber alles sehr von der Bank, deren Gebühren und der Höhe der Beträge ab über die wir reden.

  • Ja, genau so kannst du das handhaben und einen anfänglichen (oder auch dauerhaften) Cash-Puffer in einem Geldmarktfonds vorhalten. Du musst dabei jedoch die Gebühren bzw. die "Transaktionskosten" im Auge halten. Diese sind je nach gewähltem Fonds oder ETF und je nach depotführender Bank sehr unterschiedlich und können schnell die geringe Rendite dieser Produkte schmälern. In den meisten Fällen ist es ratsam, häufige Ein- oder Auszahlungen bzw. Transaktionen von jeweils kleineren Beträgen zu vermeiden. Das hängt aber alles sehr von der Bank, deren Gebühren und der Höhe der Beträge ab über die wir reden.

    Man kann doch einmal pro Jahr 50-100k in bar für die allgemeinen Ausgaben in bar abheben und diese bei der Sparkasse ins Schließfach legen:/ Dann habe ich nur einmal pro Jahr Transaktionskosten....

  • Was ich in der (abflauenden) Hochzinsphase allerdings noch gemacht habe: mehrere Tranchen an länger laufenden Festgeld um die hohen Zinsen zu sichern.

    Hochzinsphase? Abflauend? Wo?

    Bei Tagesgeld bekommst du in der Regel monatlich die Zinsen und die Steuern abgezogen.

    Monatliche Zins- (und somit auch Steuer-)Zahlungen gibt es bei manchen Konten, aber die Regel sind sie nicht. Das ist letztlich aber ein Rechenexempel.

    Bei thesaurierendem Geldmarkt-ETF bleiben die Erträge drin und die Steuern fallen dann auf einen Schlag an.

    ... und natürlich zu jedem Jahreswechsel. Da wird die berühmte Vorabpauschale berechnet und versteuert.

    Entscheidender Unterschied zwischen Tagesgeldkonto und Geldmarktfonds: Das Tagesgeldkonto ist quasi ein eingeschränktes Girokonto mit gutem Zins. Spesen fallen bei ihm typischerweise keine an. Ein Geldmarktfonds ist ein Wertpapier, das man kauft und verkauft. Dabei gibt es die typische Verzögerung von 2 Börsentagen pro Richtung, außerdem kosten Kauf und Verkauf Spesen, die bei jeder Bank unterschiedlich sind. Wer einen Geldmarktfonds als Liquiditätsreserve nutzen möchten, tut wohl daran, auf geringe Spesen zu achten.

  • Man kann doch einmal pro Jahr 50-100k in bar für die allgemeinen Ausgaben in bar abheben und diese bei der Sparkasse ins Schließfach legen:/ Dann habe ich nur einmal pro Jahr Transaktionskosten....

    Wie war das noch mit den Kosten und der Sicherheit bei Sparkassen Schließfächern?

  • elin Einen kostenlosen Depotanbieter findest du bei Finanztipp. Nun einmal im Jahr den Betrag, den du mutmaßlich für das angebrochene Jahr benötigst, vom Geldmarktfonds auf dein (ebenfalls kostenloses) Tagesgeldkonto umbuchen. Dann damit eine 3 stufige - 3 - 6 - 9 Monatliche Festgeldtreppe erstellen und du holst noch etwas mehr heraus.

  • Doch, natürlich. Beim durchschnittlichen Tagesgeldkonto hat man aber keine Spesen, ganz im Gegenteil zu einem Geldmarktfonds.

    Wer sich am Durchschnitt orientiert, hat schnell durchschnittliche Kosten. Deshalb lohnt stets der Blick auf Finanztip Empfehlungen. Sei es beim Tagesgeld oder Transaktionskosten eines Geldmarkt ETF betreffend.

  • Herzlichen Dank euch allen, top👍! Da bin ich ja grundsätzlich offenbar auf dem richtigen Weg, und einzelne Hinweise haben mir noch schöne Detaillösungen aufgezeigt (Festgeldtreppe!)