Wert der zukünftigen Rentenzahlungen für das Rebalancing der Anlagen und der Rentenvorsorge

  • jetzt macht doch hier kein Drama draus. Ich wollte doch nur den Hinweis geben, wenn man etwas als Apfel bezeichnet, dass der Leser sich dann eben einen Apfel vorstellt und nicht sofort ahnen kann, dass eine Birne gemeint ist.

    Das das erstmal verwirrt, sollten doch auch Hauptschüler und Professoren mit einer vernünftigen lebensnahen Einstellung oder einer unvernünftigen und lebensfernen Einstellung nachvollziehen können.

  • Ich schätze ich den Wert der GRV sehr vereinfacht als Barwert in heutiger Kaufkraft (0% real), ich unterstelle also, dass sich Inflation und Rentenanpassungen langfristig ungefähr ausgleichen.

    Als Basis nehme ich dazu aus der Renteninformation den Wert unter „bislang erreichte Rentenanwartschaft“ – bzw. die Rente aus den bisher erworbenen Entgeltpunkten. Also unter der konservativen Annahme dass ab jetzt nichts mehr dazukäme, denn ich will ja wissen wie der heutige Wert der Rentenansprüche ist. Da ich in meinem Modell mit Rentenbeginn 63 rechne, berücksichtige ich den Abschlag (bei mir 14,4%). Als Privatversicherter addiere ich noch 7,3% Zuschuss zur PKV. Der ist zwar eher etwas höher, aber auch hier lieber Vorsichtsprinzip.

    Den Barwert der GRV bilde ich anschließend, indem ich die um 14,4% gekürzte Monatsrente mit einer pauschalen Rentenbezugsdauer eines/einer 63 jährigen multipliziere. Dazu nehme ich 220 Monate für einen Mann und 250 Monate für eine Frau. Das entspricht grob „Rentenfaktoren“ von ca. 45 bzw. 40 (€/Monat je 10.000 €).

    Die Methode ist einfach und schnell berechnet. In excel ist das eine überschaubare Formel in die man nur 1xjährlich den Wert aus der Renteninfo eintragen braucht. Ergibt natürlich nur eine grobe Hausnummer, mehr brauch ich aber für diesen Zweck auch nicht.

  • Die Methode ist einfach und schnell berechnet.

    im Grundsatz ja auch die Methode "Was ist die Summe der zukünftigen Rentenzahlungen aus heutiger Sicht?"

    den Grundsatz habe ich auch genommen und mit ein paar Stellhebeln (oder Spielereien) verfeinert oder auch verkompliziert:

    zusätzliche Stellhebel: Annahme zur jährlichen Rentenanpassung, Annahme zur Inflation (höher als Rentenanpassung), Lebensdauer bzw. Dauer des Rentenbezugs jeweils aus der aktuellen Sterbetafel.

    Sonst exakt gleich, bis auf den PKV-Zuschuss.

  • Lebensdauer bzw. Dauer des Rentenbezugs jeweils aus der aktuellen Sterbetafel.

    Ich setze als Lebensdauer einfach mal das Alter meiner Vorfahren an. Die lagen was das Lebensalter angeht alle deutlich über den Sterbetafeln Ihrer Alterskohorte.:/
    Dabei geht es mir aber weniger um die Rente als mehr um die Langfristigkeit der Depotentnahme.

  • Ich setze als Lebensdauer einfach mal das Alter meiner Vorfahren an. Die lagen was das Lebensalter angeht alle deutlich über den Sterbetafeln Ihrer Alterskohorte.

    Kann man natürlich machen, insbesondere dann, wenn es, wie in deinem Fall, zu einer höheren Lebenserwartung führt und man damit dann auch eher vorsichtig kalkuliert.

    Eine allgemeine Empfehlung würde ich dazu aber nicht abgeben. Da stellen sich ja gleich Fragen zur Zusammensetzung der Gruppe der "Vorfahren", also insbesondere wen zähle ich da rein oder nicht rein. Nur die Eltern? Ginge ja auch nur, wenn die ihren Lebenserwartung schon "bewiesen" haben, also tot sind. Oder auch die Großeltern? Ist eine statistische Grundgesamtheit von maximal 2 bis 6 Personen denn repräsentativ (für mich)? Ist deren Lebenserwartung, also die Großelterngeneration, überhaupt noch mit der von heute 30- oder 40-jährigen vergleichbar? etc. Das mag jeder für sich selber beantworten und jeder kommt, aus guten Gründen, zu jeweils anderen Antworten.

    Als allgemeingültige Empfehlung nehm ich doch einfach das Tool, mit dem auch alle Versicherungsmathematiker rechnen, und kann ggf. noch einen Sicherheitspuffer von 5 oder auch 10 Jahren drauf schlagen.

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.

    Ich verstehe die Antworten aber nur bedingt und glaube, daß mir eine etwas detaillierte Beispielrechnung sehr helfen würde. Wäre das möglich?

    Auf jeden Fall würde ich mich SEHR freuen!

  • utka 22. Januar 2026 um 16:21

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  • Ich mache das für unsere Altersvorsorge im wesentlich so wie Saarländer. Netto Rente für beide abgeschätzt und im vereinfachten Modell ohne Inflation für 30 Jahre hochgerechnet. Das nutzte ich allerdings nicht für irgendein Rebalancing, da sehe ich für uns nicht den Sinn drin. Stattdessen nur um ein Gefühl dafür zu bekommen, bei welcher Aufteilung wir zwischen Aktien, TG/GF und sonstigen Vermögenswerten wohl mit 63 landen werden. Man könnte es auch mentale Beruhigung für meine Liebste und mich für einen hohe Aktienquote nennen 😉

    Wichtiger ist mir die Nettorente im Modell für unseren Entnahmeplan. Da berücksichtige ich dann auch durchschnittliche Erhöhungen und Inflationsrate und stelle das zusammen mit Ausschüttungen und Entnahmen dem angedachten Ausgabenbudget gegenüber. Ist alles mit ziemlich vielen Annahmen gemacht, aber das ist ok und wird bei Bedarf aktualisiert. Wir werden sehen, wo wir in 9 Jahren landen.

  • Das nutzte ich allerdings nicht für irgendein Rebalancing, da sehe ich für uns nicht den Sinn drin.

    Wie wollte man die Rentenansprüche überhaupt rebalancen?

    Stattdessen nur um ein Gefühl dafür zu bekommen, bei welcher Aufteilung wir zwischen Aktien, TG/GF und sonstigen Vermögenswerten wohl mit 63 landen werden. Man könnte es auch mentale Beruhigung für meine Liebste und mich für einen hohe Aktienquote nennen 😉

    :thumbup::thumbup::thumbup:
    Genau so sehe ich das auch. Bei mir weniger für meine Liebste als mehr für mich selbst. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, wenn die täglichen Schwankungen im Depot locker ein Nettomonatslohn ausmachen. Vor allem, wenn man wie ich auch erst seit 6 Jahren investiert bin und zuvor 30 Jahre lang der 'typische deutsche Sparer' war.:/

    Wir werden sehen, wo wir in 9 Jahren landen.

    Ditto! :)

    Hallo utka, ich versuche mal, dir hier meine Berechnung als Datei beizufügen. Beispielhaft ist hier ab 2019 jeweils zum Jahresende berechnet. Eingaben erfolgen in den grünen Feldern. Den gesuchten Wert findest du dann in Spalte J.

    Danke dafür, ist immer gut zu sehen, wie es andere Menschen umsetzen.

    BTW: Warten wir alle mal die Umsetzung der kommenden Rentenreform an. Ich denke, dass dann viele Rechnungen ohnehin nochmal neu gemacht werden müssen.
    Ich befürchte u.A. , dass der vorzeitige Rentenbezug ab 63 deutlich teurer werden wird (höhere Abschläge). Die Frage ist nur, ob/wie es uns als Gruppe 50+ genau treffen wird.

  • ....
    Genau so sehe ich das auch. Bei mir weniger für meine Liebste als mehr für mich selbst. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, wenn die täglichen Schwankungen im Depot locker ein Nettomonatslohn ausmachen. Vor allem, wenn man wie ich auch erst seit 6 Jahren investiert bin und zuvor 30 Jahre lang der 'typische deutsche Sparer' war.:/

    ...

    Psychologie ist nicht zu verachten.... Ich selbst habe zu Beginn meines aktiven Fondinvestments (2000 gab es in D ja noch keine ETF für Privatanleger), eine über 13jährige Verlustphase des MSCI World durchgemacht....

    Deswegen agiere ich im langsam nahenden Ruhestand wohl etwas konservativer als andere und reduziere meine Aktienquote deutlich. Ich habe keine Lust mit 65 nochmals eine 15 jährige Verlustphase zu durchleben und erst mit 80 und somit am Ende meiner Lebenserwartung wieder in die Gewinnzone (ausgehend von meinem Depotstand mit 65) zu kommen....

  • Wie wollte man die Rentenansprüche überhaupt rebalancen?

    Na, das ist doch einfach. Rentenpunkte kaufen bzw. dafür sorgen, das weniger Rentenpunkte auflaufen, also z.B. Teilzeit 😉 Habe aber nur Bezug genommen auf die ursprünglich Frage. Wie gesagt, aus Rebalancing Gründen würde ich besagte Nachjustierung der Rente definitiv nicht machen.

  • Deswegen agiere ich im langsam nahenden Ruhestand wohl etwas konservativer als andere

    Ist letztendlich aber auch eine Frage des persönlichen Kontextes, sprich wieviel der Pflichtausgaben kann man aus Rente bestreiten bzw. für wieviel muss man dafür auf das Depot zugreifen. Falls eine analoge Durststrecke eintreten sollte, haben wir einen mehrjährigen Puffer aus TG bzw. fälligen Einmalzahlungen aus betrieblicher Altersvorsorge. .

  • Ist letztendlich aber auch eine Frage des persönlichen Kontextes, sprich wieviel der Pflichtausgaben kann man aus Rente bestreiten bzw. für wieviel muss man dafür auf das Depot zugreifen. Falls eine analoge Durststrecke eintreten sollte, haben wir einen mehrjährigen Puffer aus TG bzw. fälligen Einmalzahlungen aus betrieblicher Altersvorsorge. .

    Persönlicher Kontext? Absolut! Das schrieb ich ja auch bereits.

    Ich persönlich will nicht nur meine Pflichtausgaben aus den Renten und sicheren Anlagen bestreiten können, sondern auch ordentlich viel Freizeitgestaltung (Reisen, Auto, Ausgehen) damit abdecken.

    Darüber hinaus gehe ich in Aktien-ETF und andere Invests. Vor allem ausschüttende Fonds. Aus emotionalen Gründen. Ich finde es einfach geil, wenn regelmäßig überraschende Beträge auf dem Konto landen :thumbup::) Alles was diese ausschütten verballere ich für puren Luxus Ausgaben und habe Spaß dabei. Mal reicht es nur für ein ordentliches Abendessen mit der Familie, mal für ein zusätzliches verlängertes WE auf Zypern, hin und wieder für einen Businessflug nach Fern-Ost......