Sind da nicht Widersprüche in dem Artikel?
Einerseits:
ZitatDas Handelsblatt glaubt, „im Panzer der Wirtschaftsgroßmacht USA (klaffe) eine Lücke: die ausufernden Staatsschulden, für deren Deckung die US-Regierung einen stetigen Strom an internationalem Kapital braucht.“ Das ist falsch.
Andererseits:
ZitatDie USA verzeichnen ein Defizit in der Leistungsbilanz, dessen Counterpart als Nettozustrom von Kapital verbucht wird (hier nähere Erläuterungen zu den Buchungsvorgängen in einem Artikel von Jochen Nanninga)). Mit einem Kapitalzufluss, den auch der amerikanische Staat nutzen könnte, hat das nichts zu tun. Die USA verschulden sich lediglich, um mehr Güter im Ausland kaufen zu können, als sie selbst exportieren.
Dann:
ZitatWas soll der Staat tun? Unterstellen wir einmal, was für die USA absolut realistisch ist, dass es das oberste Ziel jedes gewählten Präsidenten ist, Rezessionen und steigende Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Will er (oder sie) eine Rezession vermieden, muss der Präsident – auf welche Weise auch immer – die Nachfragelücke schließen. Dazu muss, da beißt die Maus kein‘ Faden ab, der staatliche Nachfrageschub 8 Prozent des BIP betragen, was heißt, dass die USA jedes Jahr ein staatliches Defizit von 8 Prozent brauchen, um über die Runden zu kommen. Ob sich damit wirklich Wachstum generieren lässt, ist eine offene Frage. Es ist nur das Minimum dessen, was man braucht, um nicht in eine Rezession zu geraten.
Wenn der Konsum wegen der Sparquote zu gering ist, muss der Staat einspringen. Dafür muss er sich verschulden. Aber wenn der Konsum, der noch da ist, vornehmlich durch Produkte aus dem Ausland bedient wird und das Handelsdefizit steigt, dann steigt doch wohl auch die Verschuldung - oder? Und wenn im Inland nicht produziert wird und Arbeitsplätze fehlen, dann nimmt auch die Sparneigung zu bzw. der Konsum ab. Und wenn man den Leuten sagt, dass sie privat für ihr Alter vorsorgen sollen, dann geht auch hierfür ein Teil für den Konsum verloren.
Aber wenn Devisen in's Land kommen, z.B. auch weil Altersvorsorgeprodukte an das Ausland verkauft werden, dann ist das keine Art Einkommen, das in's Land fliesst und das Handelsdefizit abbaut?