Beimischung von Emerging Markets im Depot

  • Liebe Forumsteilnehmer,

    seit ca. 15 Monaten bin ich nun in den MSCI World (A0RPWH) investiert. Damals mein erster "Börsengang", seitdem habe ich einiges an Höhen und Tiefen erlebt und auch dies und jenes dazugelernt. Auch mit Hilfe des Forums, für dessen Existenz ich wirklich sehr dankbar bin. Das Depot umfasst mittlerweile einen niedrigen sechsstelligen Betrag und ist ca. acht Prozent im Plus. Das Geld soll dort noch die kommenden 15 Jahre verbleiben.

    Diesmal treibt mich eine neue Frage um. Aus Gründen der Einfachheit bin ich ausschließlich im MSCI World investiert. Und möchte aber gern Emerging Markets beimischen. Eine felsenfest begründete Marktmeinung habe ich zwar als Laie nicht, jedoch scheint mir die Entwicklung der Schwellenländer in den letzten Jahren (und vielleicht zukünftig) eine Form anzunehmen, die man nicht außer Acht lassen sollte. Deshalb würde ich das Portfolio gern etwas breiter aufstellen, es aber immer noch recht einfach gestalten. Ich denke daran, nach und nach eine zweite Position aufzubauen, die mindestens 20% des gesamten Depotwerts in einen EM-ETF investiert. Dazu sehe ich folgende Optionen:

    • 1. Den Sparplan von der bestehenden Position komplett in die neue Position umleiten, bis diese mindestens 20% des Depotwerts einnimmt. Danach den Sparplan prozentual auf beide Positionen aufteilen. Als neue Position sehe ich den iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc) (A0RPWJ) als möglichen Kandidaten.
    • 2. 20% der ersten Position in die neue Position stecken. Und den Sparplan entsprechend prozentual aufteilen.
    • 3. Den MSCI World komplett auflösen und direkt in einen (1) All-World- oder ACWI-ETF stecken, was natürlich Steuern auslösen würde. Und nicht die 20% abbilden würde.
    • 4. Oder ist diese Idee der Diversifizierung einfach Banane und ich sage "Alles auf den MSIC World, volle Fahrt voraus"? Welche Optionen wären sonst sinnvoll?

    Danke Euch im Voraus für die Unterstützung, beste Grüße :)

  • Hi,

    ich war auch lange in den A0RPWH only investiert und habe meinen Sparplan nun angepasst:

    150.000 € sind im A0RPWH drin und bleiben auch dort als Basisinvest.

    Zudem eine mtl. Sparrate

    weiterhin 50% auf den A0RPWH

    30% auf den EM A0RPWJ

    und 20% auf Stoxx Europe 600.

    Durch die Freihandelsabkommen zwischen Europa und Südamerika bzw. Indien sehe ich Chancen Für EM und Europa, glaube aber weiterhin dass USA das Maß der Dinge bleiben wird.


    LG und viel Erfolg bei deiner Entscheidung

  • ...

    • 1. Den Sparplan von der bestehenden Position komplett in die neue Position umleiten, bis diese mindestens 20% des Depotwerts einnimmt. Danach den Sparplan prozentual auf beide Positionen aufteilen. Als neue Position sehe ich den iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc) (A0RPWJ) als möglichen Kandidaten.
    • 2. 20% der ersten Position in die neue Position stecken. Und den Sparplan entsprechend prozentual aufteilen.
    • 3. Den MSCI World komplett auflösen und direkt in einen (1) All-World- oder ACWI-ETF stecken, was natürlich Steuern auslösen würde. Und nicht die 20% abbilden würde.
    • 4. Oder ist diese Idee der Diversifizierung einfach Banane und ich sage "Alles auf den MSIC World, volle Fahrt voraus"? Welche Optionen wären sonst sinnvoll?

    Danke Euch im Voraus für die Unterstützung, beste Grüße :)

    Sowas wird hier gefühlt 2x pro Woche gefragt. Ggfs. auch ein wenig im Forum blättern.

    1.: Kann man so machen, wenn du EM dazu nehmen willst.

    2. 3.: Niedrig 6-stellig. 100.000 x 0,08 = 8.000 Euro Gewinn. (Teilfreistellung mal außen vor). Da werden ein wenig Steuern fällig. Dann hast du etwas weniger zum investieren. Und ja, EM-Anteil in All-World ETFs liegt "nur" bei rd. 10 %.

    4.: Das musst du selbst entscheiden. Ich verzichte auf EM.

  • Sowas wird hier gefühlt 2x pro Woche gefragt. Ggfs. auch ein wenig im Forum blättern.

    Danke für den Tipp; habe ich schon versucht, bin allerdings nicht richtig fündig geworden. Ein, zwei Threads drehten sich um den grundsätzlichen Aufbau direkt beim Start des Depots. Ich bin ja quasi mittendrin. Deshalb finde ich das ein bisschen schwieriger. Falls Du aber Links aus dem Forum für mich hast, wo ich das studieren kann, gern.

    Ansonsten Danke für Eure Meinungen. Ich bin gespannt, ob weitere hinzukommen.

    Viele Grüße

  • 10-12% EM entsprechend dem ACWI halte ich für sinnvoll. Muss aber nicht zwingend.

    Warum Du bei EM von "stark untergewichtet" auf "stark übergewichtet" wechseln willst, habe ich nicht verstanden. Bisher bist Du doch mit einem marktneutralen Produkt und ohne zusätzlichem Gestaltungsdrang gut zurecht gekommen?

  • Ich bin den anderen Weg gegangen. Also weg von der Kombination MSCI World / MSCI EM zu einer 1 ETF-Lösung die ich seit Oktober 24 ausschließlich bespare.
    Ich habe aber die alten ETF weitgehend behalten.
    Wenn Du es aushältst, dass einer der ETF ggf. auch jahrelang schlechter läuft, dann nimm einfach einen ETF auf den MSCI EM dazu.

    Eine felsenfest begründete Marktmeinung habe ich zwar als Laie nicht, jedoch scheint mir die Entwicklung der Schwellenländer in den letzten Jahren (und vielleicht zukünftig) eine Form anzunehmen, die man nicht außer Acht lassen sollte.

    Das habe ich 2019 auch gedacht und mit der Kombination MSCI World / MSCI EM angefangen. In den Jahren 2019 - 2024 habe ich damit einen netten 5-stelligen Betrag liegen gelassen. War irgendwie kein schönes Gefühl, wenn man jahrelang einen Gutteil der Sparrate in einen ETF investiert der schlechter läuft als der andere ETF.
    Seit 2025 läuft der EM jetzt besser als der World. Um die entgangene Rendite wieder aufzuholen wird es aber einige Jahre brauchen in denen die EM besser laufen als der World.
    Ich bin mal gespannt, wann/ob sich Renditen von World/EM langfristig annähern. Sollte ja eigentlich so sein.
    Ich bin auf jedem Fall ganz froh, dass ich mir keine Gedanken zur Aufteilung er Sparrate mehr mache. Ist jetzt nochmal mehr im Auto-Modus.

  • In den Jahren 2019 - 2024 habe ich damit einen netten 5-stelligen Betrag liegen gelassen. War irgendwie kein schönes Gefühl, wenn man jahrelang einen Gutteil der Sparrate in einen ETF investiert der schlechter läuft als der andere ETF.
    Seit 2025 läuft der EM jetzt besser als der World. Um die entgangene Rendite wieder aufzuholen wird es aber einige Jahre brauchen in denen die EM besser laufen als der World.

    Du musst es so sehen: Du hast da eine ganze Zeit lang günstig eingekauft. :)


    Vergleichst Du den IZF der beiden ETFs, oder was ist die Vergleichsgröße?

  • Hi,

    Danke nochmals für die Hinweise und Denkanstöße. Es war notwendig, einige Nächte darüber zu schlafen und tatsächlich ein bisschen über den psychologischen Aspekt von z. B. zwei (oder gar drei) ETFs im Portfolio nachzudenken, die unterschiedlich laufen. Zu Anfang des Investierens hatte ich zwei, von denen aber einer schlechter lief; dieser sofort sichtbare Vergleich hat mich damals gestört, weswegen ich auf den World umgeschichtet habe. Seitdem ist "psychologische Ruhe" - abgesehen von den teilweise heftigen Schwankungen zu "bestimmten Ereignissen". Somit verfolge ich - ohne bereits eine Entscheidung gefällt zu haben - die Idee des 1-ETF-Depots. Hier sehe ich den SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF (Acc) (A1JJTD) als Kandidaten, dessen Zusammensetzung ich angenehm finde.

    Warum Du bei EM von "stark untergewichtet" auf "stark übergewichtet" wechseln willst, habe ich nicht verstanden. Bisher bist Du doch mit einem marktneutralen Produkt und ohne zusätzlichem Gestaltungsdrang gut zurecht gekommen?

    Manche Quellen empfehlen sogar ein Verhältnis von 30:70, das ich aber als kritisch betrachte. So kam ich auf die 20%, die sich "besser anfühlen". Gut, beim o. g. ETF sind es ca. 11%, die ich nicht beeinflussen kann. Die Idee des 1-ETF-Depots passt aber zu mir, so dass ich da "zwangsweise" eher mitgehen würde. EMs möchte ich aufgrund der Entwicklung dieser Länder mitnehmen.

    Bei MSCI und FTSE gibt es da leicht unterschiedliche Ansätze. Man muss auf Süd-Korea achten, das sehr wichtig ist.

    So, wie ich erkenne, ist Südkorea beim SPDR IMI mit ca. 1,5% dabei.

    Wenn man die „Unordnung“ im Depot aushält, würde ich die alte Position stehen lassen und ab sofort einen ACWI besparen. Wenn nicht, würde ich die alte Position verkaufen, in einen ACWI umschichten, und ab sofort den besparen.

    Genau das ist der Punkt: Gegenwärtig läuft der World etwas schlechter, was die Steuernachteile bei einer Umschichtung etwas mindert (ja, man kann sich so einiges schönreden ;) ).

    So weit, so gut. Wie gesagt: Eine finale Entscheidung gibt es noch nicht, aber das Ideen-Pflänzchen wächst. Wie ist im Allgemeinen die Haltung zum SPDR IMI (ca. 9.000 zu viele Titel; lieber ACWI mit ca. 3.600?)? Oder gibt es empfehlenswerte Alternativen? Professor Walz sprach kürzlich vom Amundi Prime All Country World UCITS ETF Acc (ETF151); den gibt es aber noch nicht sehr lange, un er ist noch nicht so groß.

    Beste Grüße

  • In meinem Augen sind die All-World und ACWI ETFs im Vergleich zu einem ACWI IMI ETF mittlerweile nur zweite Wahl.

    Ein All-World und ACWI ETF ist eine bewusste (aktive) Entscheidung gegen Small Caps. Bis vor ~ 3 Jahren war der SPDR ETF noch ziemlich teuer und hat mit rund 1500 versucht den Index abzubilden. Damals war ein All World ETF noch die bessere Wahl.

  • In meinem Augen sind die All-World und ACWI ETFs im Vergleich zu einem ACWI IMI ETF mittlerweile nur zweite Wahl.

    Tragisch nur, dass der MSCI ACWI IMI nur von einer einzige Fondsgesellschaft vermarktet und stark beworben wird.

    Das nimmt bei manchen schon religiöse Züge an.
    Ich gehe davon aus, dass es in 20 Jahren nicht sehr entscheidend gewesen sein wird, ob man in den MSCI ACWI, den FTSE All-World oder den MSCI ACWI IMI investiert hat.

    Das Schmuddelkind ist jetzt der vielgescholtene MSCI World….den muss man fast schon verschweigen..