Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • Ich habe eine Frage an Schwachzocker .
    Wenn ich mich richtig erinnere, bist du deutlich sechsstellig investiert.

    Hast du es über die letzten 10 Jahre geschafft, die ursprünglichen Gewichtungen allein durch Einzahlungen beizubehalten oder musstest du zwischendurch aktiv rebalancieren (also Verkäufe tätigen)? ...

    Nein, seit ca. 5 Jahren muss ich rebalancen. Warum soll das nicht praktikabel sein?

    Wenn überhaupt würde ich auf der Basis der investierten Summen rebalancen, nicht inklusive der Buchgewinne. Damit ist es auch permanent justierbar, wer das braucht. Sind ohnehin nur Gewichtungen, an die man glaubt. Wenn dann einer dem anderen davonläuft, ist das doch okay.

    Das verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?

    Wenn ich das laufen lassen würde, kann ich ja gleich Marktcap nehmen, und die ganze Übung wäre sinnlos.

  • Viele behaupten, dass hohe Bewertungen keine Rückschlüsse auf die Zukunft zulassen....

    Richtig!

    ...Für die nahe Zukunft mag das zutreffen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren lässt sich jedoch zumindest eine Tendenz erkennen. Zumindest war das historisch so. Nach relativ hohen Bewertungen waren die Renditen im folgenden 10-Jahres-Zeitraum praktisch immer relativ verhalten. Die entscheidende Frage ist, ob diese Zusammenhänge weiterhin gelten oder ob sich etwas geändert hat....

    Es gibt da keine Zusammenhänge. Das ist eben die Illusion.

  • Nein, seit ca. 5 Jahren muss ich rebalancen. Warum soll das nicht praktikabel sein?

    Weil regelmäßig Steuern und Kosten anfallen und eine aktive Entscheidung notwendig wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass sowas für den einen oder anderen nicht ganz einfach ist. Das Referenzrahmenrisiko wirkt hier noch stärker, weil man praktisch ständig ,,den Verlierer" nachkaufen muss und den ,,Gewinner" transparent vor sich sieht. Für dich scheint das kein Problem zu sein. Bei vielen bin ich mir da nicht sicher.

  • Was würdest Du daraus ableiten?

    Alles in Ftse Rafi 3000?

    Vom RAFI halte ich persönlich wenig. Die Kosten wurden bereits erhöht, das Fondsvolumen ist vergleichsweise gering und Emerging Markets sind nicht enthalten.

    Wir haben uns daher für den Gerd Kommer ETF als Ein-ETF-Lösung entschieden. Die Bewertungen sind dort niedriger, da die USA geringer gewichtet werden und Value-, Emerging-Markets- sowie Small-Cap-Anteile stärker vertreten sind.

    Eine Alternative wäre, sich ein eigenes Portfolio zusammenzustellen, beispielsweise durch die Kombination eines MSCI World mit einem MSCI World Small Cap und MSCI Emerging Markets (oder wie Schwachzocker über verschiedne Regionen-ETFs). Dies erfordert jedoch regelmäßige Anpassungen und damit laufenden Aufwand.

    Alternativ kann man sich um die Bewertungen einfach keinen Kopf machen und einen ACWI IMI einfach laufen lassen. Ich persönlich finde das besser als ein Mehr-ETF-System.

  • War deine Frau an den Überlegungen beteiligt?

    Kriterien waren offenbar KISS (oder Super-KISS) mit regelmäßigen Ausschüttungen.

    Ja zu beidem. Die Ausschüttungen waren ihr besonders wichtig, weil man das Portfolio kaum oder nur selten „anfassen“ muss.

    Anmerkung: Wenn Automatismus die einzige Priorität ist, wären ein FTSE All-World High Dividend oder der LS60 von Vanguard dafür noch besser geeignet gewesen. Zwar leidet die Gesamtrendite, dafür verdoppeln sich die Ausschüttungen fast.

    Ein weiterer Punkt sind die Steuern auf die Vorabpauschale: Im Januar fallen in der Regel 18–20 Tausend Euro an. Daran muss man rechtzeitig denken und gegebenenfalls im Dezember Anteile verkaufen oder ansparen. Alles in allem also nicht ganz KISS.


    Zitat von Tomarcy

    Kurzer Blick: 1 Jahr, 6 Monate, 3 Monate im Vergleich.

    Deckt die Dollar-Entwertung letztes Jahr ab und den Bereich der schleichenden Tech-Krise ab Ende Oktober 2025.

    Für mich eine klare Antwort:

    Kommer-ETF !!

    Man muss fairerweise sagen, dass der Kommer-ETF seit Auflage immer noch leicht hinter dem Markt (ACWI IMI) liegt:

    • ACWI IMI: +43,47 %
    • Kommer-ETF: +42,98 %

    Auch der Kommer-Index, der über einen deutlich längeren Zeitraum berechnet wurde, liegt noch weiter zurück.

    Bis die US-Outperformance wieder ausgeglichen ist, wird es vermutlich noch dauern. Und wer schon lange marktkapitalisierend unterwegs ist, dem dürfte es egal ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Irving (15. Februar 2026 um 10:42)

  • Diese fast schon mit religiöser Inbrunst vorgebrachte Falschbehauptung wird leider durch permanentes Wiederholen nicht zutreffender.

    Wie erklärst Du Dir dann, dass das Shiller-PE seit 2016 (10 Jahre) bei über 24 steht? Die Rendite, die es geben hat, kennst Du ja.

    Und dass ihr selbst nicht daran glaubt, sieht ja jeder. Sonst würdet ihr wohl keinen einzigen Cent mehr in den S&P 500 investieren. Das macht ihr aber reichlich.

    Aktienrenditen werden von Menschen gemacht. Das ist ein System, das ständig dazulernt. Der Blick in die Vergangenheit hilft da keinen Deut weiter.

  • Nein, seit ca. 5 Jahren muss ich rebalancen. Warum soll das nicht praktikabel sein?

    Weil regelmäßig Steuern und Kosten anfallen ...

    :huh: Gruselig!

    ... und eine aktive Entscheidung notwendig wird. I

    Eigentlich nicht. Man sieht, wenn bestimmte Schwellenwerte über- oder unterschritten sind, und dann ist eben ein Rebalancing fällig. Ich beurteile dabei sonst nichts.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sowas für den einen oder anderen nicht ganz einfach ist. ...

    Das ist offensichtlich. Für manche ist es wohl schon ein unüberwindbares Hindernis, überhaupt Anteile zu verkaufen oder überhaupt Steuern zu zahlen. Für mich nicht!

  • Eigentlich nicht. Man sieht, wenn bestimmte Schwellenwerte über- oder unterschritten sind, und dann ist eben ein Rebalancing fällig. Ich beurteile dabei sonst nichts.

    Das stimmt schon. Trotzdem musst du entscheiden wo diese Schwelle liegt und musst aktiv werden. Wie gesagt: Das scheint bei dir kein Problem zu sein. Ich bezweifle allerdings, dass sowas für den Durchschnittsanleger praktikabel ist. Insbesondere in extremen Stressphasen.

  • Das stimmt schon. Trotzdem musst du entscheiden wo diese Schwelle liegt und musst aktiv werden. ...

    Naja, das führt jetzt zu der Diskussion "was ist noch passiv". Niemand weiß es!

    Ja, man muss auch beim passiven Investieren gewisse Entscheidungen treffen, so wie ich entscheiden muss, wie häufig ich mir die Zähne putze. Diese Entscheidung ist aber nicht von äußerlichen Faktoren, wie z.B. den Äußerungen des US-Präsidenten oder einer Wahl in Japan abhängig.

  • Ich habe mal mein ETF-Portfolio (Kombination aus MSCI World, MSCI EM IMI, MSCI ACWI IMI, MSCI SC, FTSE All World) hinsichtlich der regionalen Verteilung und des Aktien-Stils mit dem Kommer-ETF (WELT0A) verglichen. Die Informationen dafür habe ich von hier:

    https://global.morningstar.com/de/investments…1V375/portfolio

    und hier:

    https://www.finanzfluss.de/informer/etf/ie0001uqq933/

    Ergebnis:

    Weder kann ich hier eine Übergewichtung der größeren Small Caps noch eine Untergewichtung der Emerging Markets feststellen.

    Tatsächlich habe ich eine Untergewichtung von Europa. Dies war auch mein Ziel, da ich hier schon mit anderen Assets investiert bin (Immobilie, GRV, Humankapital).

  • Wir ziehen morgen wieder los. Ich melde mich dann wieder.

    Dann vielleicht (endlich) mit einer Outperformance des Gerd-Kommer-ETFs seit Fondsauflage oder einem anständigen Crash, damit es etwas zu schreiben gibt.

    :*

  • Weder kann ich hier eine Übergewichtung der größeren Small Caps noch eine Untergewichtung der Emerging Markets feststellen.

    Mit meinem Hinweis auf unbeabsichtigte Konzentrationen meinte ich nicht im Verhältnis zum Kommer ETF sondern zur Marktkapitalisierung der investible Markets.

    Verstehe ich das Schaubild richtig, dass der Kommer ETF nur 8% Small Caps enthält?

  • Verstehe ich das Schaubild richtig, dass der Kommer ETF nur 8% Small Caps enthält?

    Das ist wenig. Wenn man Small Caps integriert sollten das schon mehr sein.

    Die 8 Prozent sind witzig. Das ist genau der Wert, den meine Frau in ihrem Muster-Welt-ETF für Japan und Asia Ex Japan ansetzt.
    In der Wissenschaft ist es wohl so, dass die Zahlenreihen diesen nötigen Prozentwert ergeben.
    Anteile darunter sind in der Realität wirkungslos.

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