Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • Was sagst du eigentlich zu dieser Kritik in der Nachschau von zwei Jahren?

    Zunächst grundsätzlich zum Beutler: Es gibt kaum etwas in seinen Videos, das nicht stimmt und wer sich an ihn und seinen Kumpel Walz hält, macht nichts falsch. Ich finde auch seine Arbeit top.

    Beim 1%-Cap hat er allerdings aus dem Bauch argumentiert und missachtet die Fakten. Es gibt eine Studie, die eindeutig belegt, dass die größten Aktien im S&P500 in den folgenden Jahren den breiten Markt tendenziell underperformen. Der Small-Cap-Effekt ist nicht weg, weil er 15 Jahre weg war. Er ist sachlogisch erklärbar und findet sich in allen Märkten und Zeiträumen. ,,Immer bei 1% die großen Werte beschneiden" war in den letzten 15 Jahren falsch. In den letzten 120 Jahren in allen langen Zeiträumen und in allen Regionen nicht. Klassischer Recency Bias.

    Er hat auch Faktor-Investing nicht verstanden und argumentiert wie viele hier im Forum: Wenn alle Faktoren kennen, sind sie vielleicht weg. Ich würde Herrn Beutler gerne fragen: Ist die Equity Prämie auch weg, weil sie allen bekannt ist? Seine Aussage ,,free lunch" ist auch falsch. Faktorprämien sind kein free lunch, sondern es sind Risikoprämien. Er spricht auch davon, dass Market Timing bei Faktoren funktionieren würde und er das so machen würde. Das ist Blödsinn. Und er widerspricht sich damit selbst.

  • Auch das Portfolio wird m.M.n sehr gut funktionieren. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ex-USA-Fonds nicht ein bisschen ein ,,Problem" von heute lösen und in 20 Jahren ziemlich unsinnig werden. 1989 hätten Walz, Kommer, Beck und Co. ex-Japan Fonds propagiert und das hätte dann heute zu einem noch größeren US-Klumpen geführt. Somit ist auch mein Beispiel 1 eine Idee, die vielleicht in ein paar Jahren ziemlich dumm aussehen wird. Also wäre für echte Profis und Bastler eine regionale Aufteilung wie beim Fuchs oder das Beispiel 2 bzw. 3 oder mit Regionen-ETFs von Vanguard eleganter (mir fällt kein anderes Wort ein).

    Willkürlich ist das trotzdem alles. Ich wüsste nicht nach welchen neutralen Kriterien man so eine Aufteilung aufsetzen und pflegen sollte. Und die Gefahr, dass man irgendwann weiterbastelt ist sehr hoch. Ein Fehler oder eine andere Meinung in 10 Jahren und 100 Jahre TER-Ersparnis sind weg.

    Deshalb würde ich lieber nur einen ETF nehmen. Egal ob Kommer, ACWI IMI oder Dimensional.

    Danke, ja sehe ich auch so. Meine Standardempfehlung im Bekanntenkreis auf die Frage welche Aktien ich empfehle ist immer "kauf einfach alle" und nimm den SPDR ACWI IMI. Also All Markets, All Cap nach Marktkapitalisierung. Und steuere das Portfolio rein über die (möglichst hohe) Aktienquote. Das ist einfach, gut und kostengünstig, also KISS in Reinform. Leider ist es unglaublich schwer, einem Anfänger oder Einzelaktieninvestor klarzumachen, dass es so einfach sein kann.

  • Vielen Dank, du hast ja blitzartig geantwortet.

    Ich hatte aber nach etwa 2 Minuten dieses veraltete Video von Beutler einfach durch eine aktuelle Sache ersetzt, weil mir die Argumentation von Beutler zu komisch und auch falsch erschien.

    In dem Video, dass ich an diese Stelle gesetzt habe, werden die diversen Unterschiede zumindest deutlicher erklärt.

  • Danke, ja sehe ich auch so. Meine Standardempfehlung im Bekanntenkreis auf die Frage welche Aktien ich empfehle ist immer "kauf einfach alle" und nimm den SPDR ACWI IMI. Also All Markets, All Cap nach Marktkapitalisierung. Und steuere das Portfolio rein über die (möglichst hohe) Aktienquote. Das ist einfach, gut und kostengünstig, also KISS in Reinform. Leider ist es unglaublich schwer, einem Anfänger oder Einzelaktieninvestor klarzumachen, dass es so einfach sein kann.

    D.h., Du glaubst dass er etwas besser performed als der FTSE All World wegen der Small Caps und wenn ja, von wieviel % Outperformance p.a. gehst Du aus?

  • D.h., Du glaubst dass er etwas besser performed als der FTSE All World wegen der Small Caps und wenn ja, von wieviel % Outperformance p.a. gehst Du aus?

    Offen gesagt glaube ich das nicht. Bzw. vielleicht performed er besser, vielleicht auch nicht. Keine Ahnung.

    Der Fokus auf den "All Markets All Caps" ACWI IMI soll im Gegenteil von genau dieser Frage wegführen. Denn ich bin der Meinung, dass die allermeisten Anleger viel zu sehr auf die Aktienauswahl fokussiert sind. Im Extremfall tatsächlich auf die Auswahl einzelner weniger Aktien. Oder auf die Auswahl bzw. Über- oder Untergewichtung einzelner Segmente, also Länder, Regionen, Größenklassen, Faktoren oder was auch immer. Oder sie fokussieren sich gar auf die Produkthülle drumherum und welche Fondsgesellschaft oder welcher Fondsmanager die Auswahl für sie vornimmt. Und zahlen für all das unnötige Gebühren.
    Gleichzeitig vernachlässigen sie den entscheidenden Fokus auf die Höhe der Aktienquote. Das führt in den meisten Fällen zu einer zu niedrigen Aktienquote in Verbindung mit dem Versuch, innerhalb des Aktienportfolios dem Markt durch vermeintlich clevere Auswahl ein Schnippchen zu schlagen.

    Ja, vielleicht bringen die Anpassungen von Kommer in seinem ETF etwas. Vielleicht nach Kosten aber wiederum nicht. Aber entscheidender ist, dass die Aktienquote stimmt. Diese ist massgeblich für die Performance des Portfolios verantwortlich. Der ACWI IMI ist die ganze investierbare Aktien-Welt in einem einzigen kostengünstigen ETF. Ganz simpel gewichtet nach Marktkapitalisierung. Kein FOMO mehr. Keine Sorge mehr, irgendwo nicht dabei zu sein. Und dann alle Blicke auf die Aktienquote. Da spielt die Musik.

  • Nur schade, dass es so ein ESG-Mist ist …

    Vorurteile sind Mist.


    Eine Meta-Analyse der NYU Stern (2023) mit über 1.000 Studien zeigt: In 58% der Fälle korrelieren starke ESG-Praktiken positiv mit der finanziellen Performance, während nur 8% negative Zusammenhänge fanden 8. Dieser Vorteil speist sich primär aus:

    • Reduzierten regulatorischen und Reputationsrisiken: Unternehmen mit proaktiven Umwelt- und Governance-Standards vermeiden Strafzahlungen und Imageverluste (z.B. durch verschärfte EU-Berichtspflichten wie CSRD/CSDDD) 4.
    • Geringeren Kapitalkosten: Unternehmen mit hohen ESG-Ratings profitieren von durchschnittlich 0,17% niedrigeren Fremdkapitalzinsen (S&P 500-Studie 2024) 8.
    • Erhöhter operativer Resilienz: Während der Supply-Chain-Krisen 2020–2024 erholten sich ESG-fokussierte Firmen schneller, da sie Lieferketten diversifiziert und Ressourceneffizienz optimiert hatten 8.


    https://nachhaltige-geldanlagen.org/rendite-risiko…ta-studie-year/

    Aus politischen Gründen wird Nachhaltigkeit in den USA nicht mehr thematisiert. 71% finden es dennoch in der Sache immer noch sinnvoll.


    https://www.finanztip.de/daily/sind-nac…-renditekiller/

  • Vorurteile sind Mist.

    Nee, das ist von mir kein Vorurteil, sondern der begründete Unwillen, aufgrund von moralischen Wünschen und Vorstellungen zu investieren … wenn ich was tun möchte, um mich moralisch gut zu fühlen, kann ich zwischen bewusstem Konsum, Geld spenden und einen Regenwurm von der Straße aufheben alles mögliche machen … das Investieren will ich aber nicht von sowas abhängig machen.

    Und für die besagten Statistiken gilt im Übrigen auch: Renditen der Vergangenheit sagen nichts über Renditen der Zukunft.

  • Gleichzeitig vernachlässigen sie den entscheidenden Fokus auf die Höhe der Aktienquote. Das führt in den meisten Fällen zu einer zu niedrigen Aktienquote in Verbindung mit dem Versuch, innerhalb des Aktienportfolios dem Markt durch vermeintlich clevere Auswahl ein Schnippchen zu schlagen.

    Das stimmt schon. So erlebe ich es auch bei vielen Menschen außerhalb solcher Finanzblasen. Allerdings bewegen wir uns hier ja in einem Umfeld, in dem viele sehr informiert sind. Deshalb finde ich, dass man über nachgewiesene Risikoprämien durchaus sachlich diskutieren können sollte. Schließlich geht es um erhebliche Unterschiede.

    Wer 1.000 Euro monatlich über 40 Jahre investiert, hat bei nur 1 % Mehrrendite pro Jahr am Ende ungefähr eine Million Euro mehr im Depot. In meinem Fall wären es über 20 Jahre sogar rund 6–7 Millionen Euro Unterschied. Viele sagen, das könne man nicht wissen oder sei zu unsicher. Die überwiegende Zahl der wissenschaftlichen Studien kommt allerdings zu einem deutlich anderen Ergebnis. Und zwar auch nach Kosten.

    Für mich ist das im Kern eine Auseinandersetzung zwischen dem Recency Bias der vergangenen 15 Jahre und sehr langfristigen historischen Daten. Genau das macht die Diskussion ja interessant.

    Denn eine Million mehr oder weniger ist nicht einfach nur eine abstrakte Zahl. Das bedeutet potenziell einen erheblichen Unterschied bei Lebensqualität, finanzieller Freiheit und Möglichkeiten im Leben. Deshalb gilt es heute ja fast schon als selbstverständlich, die Equity-Prämie mitzunehmen, statt real mit 0 % Rendite zu sparen. Für mich ist die Nutzung von Faktorprämien der nächste logische Schritt.

    Die Reaktionen mancher Kritiker erinnern mich dabei stark an klassische Aktiengegner, die Aktien grundsätzlich als „unsicher“ einstufen und lange Baissephasen als Hauptargument anführen.

  • Deshalb finde ich, dass man über nachgewiesene Risikoprämien durchaus sachlich diskutieren können sollte.

    Wo ich gedanklich hänge: sind Faktorprämien reine Risikoprämien oder die Ausnutzung von Marktineffizienzen?

    Falls es nur Ersteres ist, wovon ich persönlich ausgehe, warum sollte ich dann zusätzlich zu der Equity Prämie überhaupt diese weiteren Risiken eingehen? Ist es dann nicht einfacher und kostengünstiger, sich rein auf das allgemeine Aktienmarktrisiko zu beschränken? Und die Aktienquote im Zweifelsfall konsequent auf bis zu 100% zu erhöhen, statt zusätzlich andere Risikoprämien zu suchen die zumindest schwieriger zu ernten sind.

    Ich meine mich zu erinnern, dass auch Prof. Walz in diese Richtung argumentiert.

  • Realitätsferne Diskussion. Wer hat schon 40 Jahre 1000 EUR+ zum Investieren "übrig". Die wenigsten. Da geht es um ein Ergebnis 50k - 500k bis zu Rentenbeginn. Da sind 0,X TER, Faktoren, Wissenschaft als Einfluss vernachlässigbar.

  • Da sind 0,X TER, Faktoren, Wissenschaft als Einfluss vernachlässigbar.

    Ich finde dann tatsächlich auch eher die Frage nach den zu erwartenden Unter-Wasser-Zeiträumen relevant. Wenn Faktorprämien auch mal 20+ Jahre ausbleiben können, ist das für viele Privatanleger zu lang.
    Nicht jeder fängt mit 20 an und hält sein Depot bis 90. Da können die 15 Jahre, in denen die Equity Prämie in der Vergangenheit mal ausgeblieben ist, schon zu lang sein.

  • Wo ich gedanklich hänge: sind Faktorprämien reine Risikoprämien oder die Ausnutzung von Marktineffizienzen?

    Falls es nur Ersteres ist, wovon ich persönlich ausgehe, warum sollte ich dann zusätzlich zu der Equity Prämie überhaupt diese weiteren Risiken eingehen? Ist es dann nicht einfacher und kostengünstiger, sich rein auf das allgemeine Aktienmarktrisiko zu beschränken? Und die Aktienquote im Zweifelsfall konsequent auf bis zu 100% zu erhöhen, statt zusätzlich andere Risikoprämien zu suchen die zumindest schwieriger zu ernten sind.

    Ich meine mich zu erinnern, dass auch Prof. Walz in diese Richtung argumentiert.

    Ich sehe das auch so. Gerd Kommer meint, dass es nicht nur Risikoprämien wären und er mit seinem ETF eine Outperformance bei ähnlichem Risiko generieren will. Er begründet das mit Multi-Faktor und einer breiteren Aufstellung. Das mag im jetzigen Marktumfeld und für die kommenden 5-10 Jahre (vielleicht) gut gehen, weil die Bewertungen hoch sind. Langfristig ist das aber m.E. Quatsch. Faktorprämien sind Risikoprämien. Das lässt sich insbesondere bei Small Caps und Value auch sachlogisch erklären.

    Wer 40% im Geldmarkt hängt, braucht nicht mit dem Avantis Small Cap Value anfangen. Der sollte erst mal die Aktienquote erhöhen.

  • Also ich finde viele der Argumente von Irving sehr stichhaltig und bin ernsthaft am überlegen, ab nächsten Jahr (auch) den Kommer-ETF zu besparen (z.B. im AVD).

    Insbesondere bei den Faktorprämien halte ich langfristig eine Outperformance für nicht unwahrscheinlich. Allerdings weist der WELT0A ja noch einige weitere Features auf, von denen ich nicht ganz so überzeugt bin, u.a. der ESG-Filter und die 50%-BIP-Gewichtung.

    Teilweise könnte ich mir sogar vorstellen, dass sich einige der Merkmale auch "gegenseitig im Weg stehen", z.B. der Momentum-Faktor und der 1%-Cap je Aktie.

    Sicher sind einige der Features im Vergleich zu rein marktkapitalisierenden ETF wie bspw. dem SPDR MSCI All Country World Investable Market gut dazu geeignet, die Volitilität zu reduzieren & den Drawdown zu begrenzen. Aber erkauft man sich dies nicht gleichzeitig mit einer entsprechenden Begrenzung nach oben?

    Das einzige was beim Kommer-ETF 100% sicher ist, ist dass er derzeit 0,28% p.a. teurer ist als z.B. der SPDR uns das muss er ja auch erstmal rausholen. Ich bin am grübeln...:/

  • Das einzige was beim Kommer-ETF 100% sicher ist, ist dass er derzeit 0,28% p.a. teurer ist als z.B. der SPDR uns das muss er ja auch erstmal rausholen. Ich bin am grübeln... :/

    Diese 0,xx Prozentwerte sehen immer so gering aus. Aber der Kommer ETF ist fast 3x so teuer wie der SPDR ACWI IMI und fast 4x so teuer wie der neue Xtrackers FTSE All-World. In anderen Lebensbereichen würdest du solche Preisaufschläge für ähnlich unsichere Leistungsversprechen niemals bezahlen ;)

    Den weltweiten Aktienmarkt rein nach Marktkapitalisierung abzudecken, und zwar zu möglichst niedrigen Kosten, Transaktionsgebühren und ohne steuerschädliche Umschichtungen halte ich nach wie vor für den "Goldstandard". Daran müssen sich alle anderen messen. Insbesondere nach Steuern und nach Kosten ist es extrem schwer, diesen Ansatz nicht nur zufällig und temporär, sondern systematisch und dauerhaft zu schlagen.

  • Diese 0,xx Prozentwerte sehen immer so gering aus. Aber der Kommer ETF ist fast 3x so teuer wie der SPDR ACWI IMI und fast 4x so teuer wie der neue Xtrackers FTSE All-World. In anderen Lebensbereichen würdest du solche Preisaufschläge für ähnlich unsichere Leistungsversprechen niemals bezahlen ;)

    Privatanleger, die den ACWI IMI für 0,17% kaufen sind schon bereit diesen Preisaufschlag für die unsichere Equity Prämie zu bezahlen. In meinem Fall wären das immerhin knapp 9000 Euro im Jahr, die ich für diese unsichere Risikoprämie zu zahlen hätte. Da Bundesanleihen gar nix kosten, ist der Preisaufschlag extrem(er). 0,xx Prozentsätze sehen immer so gering aus. Machen aber sehr viel aus. ;)

    Zitat von Saarlaender

    Insbesondere nach Steuern und nach Kosten ist es extrem schwer, diesen Ansatz nicht nur zufällig und temporär, sondern systematisch und dauerhaft zu schlagen.

    Dimensional hat es in den USA geschafft nach Steuern und Kosten den breiten Markt zu schlagen. Value und SC im Allgemeinen schlagen den breiten Markt seit es Daten gibt. Zufälliger und temporärer als der MSCI World den Geldmarkt geschlagen hat war das nicht. Es war systematisch. Dauerhaft war es nicht. Aber das haben marktkapitalisierende Equity Ansätze gegenüber dem Geldmarkt auch nicht geschafft. 15 Jahre musste man da auch schon mal aussitzen.

    Ich wiederhole mich: Die Kritiker von Faktorprämien argumentieren selektiv, da sie die Equity-Prämie akzeptieren und Argumente wie Kosten und Unsicherheit als Argument nicht zulassen. Bei Faktorprämien verwenden sie diese Argumente allerdings. Das ist widersprüchlich.

    Übrigens: Unsicherheit ist die Voraussetzung damit es überhaupt eine Prämie gibt. Gäbe es keine Unsicherheit bei einer Kapitalanlage, läge die Rendite auf dem Niveau von AAA Staatsanleihen.

    Einmal editiert, zuletzt von Irving (11. Mai 2026 um 12:59)

  • Diese 0,xx Prozentwerte sehen immer so gering aus. Aber der Kommer ETF ist fast 3x so teuer wie der SPDR ACWI IMI und fast 4x so teuer wie der neue Xtrackers FTSE All-World. In anderen Lebensbereichen würdest du solche Preisaufschläge für ähnlich unsichere Leistungsversprechen niemals bezahlen ;)

    Das ist aktuell so. Bei Auflage des GK ETF vor nicht mal drei Jahren war der SPDR ACWI IMI allerdings noch bei 0,40 % TER und der Vanguard All-World bei 0,22 %. Die Unterschiede im Verhältnisse somit deutlich kleiner . Wie die Kosten in 5 Jahren aussieht weiß keiner. Zu extrem sollte man die Kosten daher bei der Produktauswahl nicht bewerten.

  • Ich wiederhole mich: Die Kritiker von Faktorprämien argumentieren selektiv, da sie die Equity-Prämie akzeptieren und Argumente wie Kosten und Unsicherheit als Argument nicht zulassen. Bei Faktorprämien verwenden sie diese Argumente allerdings. Das ist widersprüchlich.

    1. Es gibt Faktoren die sind gut erforscht. Andere sind stark umstritten und an den Haaren herbei gezogen. Außerdem gibt es Faktoren die gegensätzlich sind.

    2. 10-15 Jahre Underperformance waren in der Vergangenheit bei Faktorprämien normal. Auch bei Multifaktoransätzen. Auch 20+ Jahre sind drin. Outperformance kam oft in kurzen Zeiträumen 2-5 Jahren zustande. Das sieht man aber nicht, wenn die Betrachtungszeiträume groß genug sind oder zufällig passen. Etwas Glück gehört daher auch dazu, wenn man in Faktoren investiert und nicht gerade max. 20 ist.

    3. Das was die Wissenschaft als Kriterien für Faktor definiert hat, ist nicht unbedingt das, was der ETF Anbieter dann umsetzt oder kostengünstig umsetzen kann.

    4. Die Produktwahl an kostengünstigen ETFs ist noch stark eingeschränkt.

    5. Die Dimensional Fonds sind noch nicht lang genug auf dem Markt, um von eine systematischen Outperformance zu bestätigen.

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