Anlage einer großen Einmalsumme/Aufteilung ETF und Sicherheitsbaustein

  • Hallo liebe Anlege-Profis8o

    Wir sind ein Ehepaar, ich 57 mein Mann wird 60. Wenn irgend möglich wollen wir nicht bis 67 arbeiten müssen, sondern spätestens mit 65 aufhören.

    Zum Überblick:

    • Rentenplan: 2030 geht mein Mann mit 35 Jahren Einzahlung in Rente (keine 45 J weil 10 Jahre selbstständig gewesen)
    • 2034 gehe ich mit 45 Jahren Einzahlung in Rente
    • Gemeinsame Rente ca. 2800 Euro
    • ein eigenes Haus mit Garten, Wert- keine Ahnung, es ist Baujahr 1999
    • wir sind gesetzlich krankenversichert.

    Momentan stellt sich unser Vermögen so dar:

    Hausbank 221 k
    Trade Republic Mann
    Portfolio 47 k

    100%

    Core MSCI World USD (Acc)IE00B4L5Y983
    Cash 30 k
    Trade Republic Frau
    Portfolio 61 k

    61,44%

    Core MSCI World USD (Acc)IE00B4L5Y983
    Portfolio 22k

    22,43%

    Core MSCI EM IMI USD (Acc)IE00BKM4GZ66
    Portfolio 16 k

    16,13%

    S&P 500 Information Tech USD (Acc)IE00B3WJKG14
    Cash 52 k
    Sparpläne ETF 700,00 € Monatlich auf den MSCI World

    Jetzt kommt sicher ein Aufschrei =O, warum ich auf der Hausbank noch so viel Geld habe- ich habe erst im Januar diesen Jahres eine Abfindung erhalten in Höhe von 240 k. Leider haben wir auch erst vor ca. 2 Jahren mit ETF´s angefangen- ich hab das leider jahrelang verbummelt…

    Wenn alles gut läuft hoffe ich, dass ich vom Finanzamt auch nochmal ca. 50 k an bezahlten Steuern für die Abfindung im nächsten Jahr zurückerhalte.

    Jetzt geistern mir folgende Fragen immer durch den Kopf- :/

    Plan wäre aktuell, ca. 2/3 in ETF und 1/3 als Sicherheitsbaustein, also ca. 300 k in ETF und 150 k sicher

    • Sollen wir bei den aufgeführten ETF´s bleiben bzw. meinem Mann noch weitere dazukaufen wie die EM oder IT ETF´s die ich habe?
    • Lege ich den Sicherheitsbaustein lieber in Geldmarkt-ETF´s an oder einen Teil auch als Festgeld für 36/48 Monate?
    • Oder erst mal in Festgeld und dann in Nähe Rente dann in Geldmarkt-ETF´s um Zugriff darauf zu haben?
    • Muss ich wegen der 100 k Einlagensicherung die Geldanlage in Festgeld auf zwei Banken verteilen oder gehört das auch zu einem Sondervermögen?
    • Die Volkswagen-Bank bietet momentan auf einen Sparbrief bei 4 Jahren 2,80% Zinsen und bei 5 Jahren 3,00 % Zinsen. Klarna bietet für 4 Jahre 2,90% Zinsen - Finanztip empfiehlt aber, nicht länger als 3 Jahre anzulegen….


    Fragen über Fragen- habe ich etwas nicht richtig betrachtet? Was würdet Ihr tun? Vielen Dank schon mal für Eure Ideen und Inputs!!! :love:

  • Ich bin Fan möglichst breiter Diversifikation. Daher würde ich das Portfolio um einen Small Caps ETF ergänzen. Den S&P 500 Information Tech halte ich für eine Wette, davon würde ich mich trennen. Kann man schauen ob man das bei Nutzung des Sparerpauschbetrags steuerunschädlich hinbekommt.

    Wenn man es emotional aushält, kann der Aktienanteil durchaus bei 80% und mehr liegen. Die restliche Liquidität aufs Tagesgeldkonto legen oder in einen Geldmarkt ETF, wenn man Lust + Zeit hat geht auch Zinshopping, kann dann bis zu einem Prozentpunkt mehr bringen. Tagesgeld bei der Volkswagen Bank bringt derzeit 2,9% für 6 Monate. Festgeld würde ich lassen, auf die Liquidität sollte man flexibel zugreifen können.

  • Zuerst würde ich mir fürs „Alter“ eine verlässliche Bank suchen.

    Trade Republic ist nicht optimal, wenn da jemand mal ausfällt oder „über den Jordan oder die Wupper“ geht.

    Zudem würde ich sanft auf ausschüttende Welt-ETF umstellen.

    Ihr habt das hier unter „Altervorsorge“ eingestellt. Deswegen auch meine Anmerkungen. Die Bank sollte eine Bank mit der Möglichkeit für eine Vollmacht sein.

  • Zudem würde ich sanft auf ausschüttende Welt-ETF umstellen.

    Ich nicht. Außer es ist emotional für einen schwieriger, ETF-Anteile in der benötigten Höhe zu verkaufen anstatt nur die (in der Höhe nicht planbare) Ausschüttung zu verkonsumieren. Bei dem jeweils vorhandenen Cash-Anteil bei TR ist die Vorabpauschale für mich kein Argument, auf Ausschütter umzustellen.

    Sollen wir bei den aufgeführten ETF´s bleiben bzw. meinem Mann noch weitere dazukaufen wie die EM oder IT ETF´s die ich habe?

    Eure Strategie müsst ihre mit euch (oder jede(r) für sich) ausmachen. Ich habe schon von Anfang an nichts von einer eigenen Aufteilung nach Welt, EM und co gehalten. Daher gibt es für 85% meiner Aktien-ETFs nur einen FTSE All-World, der Rest meine eETFs sind entweder Spielerei oder meine bewusste Entscheidung, Europa höher gewichten zu wollen.

    Lege ich den Sicherheitsbaustein lieber in Geldmarkt-ETF´s an oder einen Teil auch als Festgeld für 36/48 Monate?

    Wieder mal die eigene Präferenz. Kannst Du garantiert und ohne jede Ausnahme die kommenden 3-4 Jahre auf das Geld verzichten? Dann mag man für max. 1% höhere Rendite auf Festgeld setzen oder bankenhopping betreiben.

    Meins ist sowas 7 Jahre vor meiner Rente nicht (und wird es auch 4 Jahre vor dieser nicht werden). Ich passe lieber meinen Aktienanteil an meine Ansprüche und habe den Rest auf dem Tagesgeld.

    Muss ich wegen der 100 k Einlagensicherung die Geldanlage in Festgeld auf zwei Banken verteilen oder gehört das auch zu einem Sondervermögen?

    Es zählen alle Sichteinlagen eines Bankenverbundes zusammen. Egal, ob Du persönlich (ohne Strafzinsen) sofort an das Geld kommst, erst in ein paar Monaten (klassisches Sparbuch ohne Kündigung) oder erst in 3 Jahren (Festgeld). Sondervermögen ist nur der Geldmarkt-ETF.

    Also z.B. auch nicht >100k auf Postbank und Deutsche Bank verteilen. Die Abfindung dürfte derzeit noch als Ausnahmefall gelten, womit für max. 6 Monate bis zu 500k€ abgesichert sind.

    Finanztip empfiehlt aber, nicht länger als 3 Jahre anzulegen….

    Die zukünftigen Zinsen kann niemand vorher sagen.

    FT empfiehlt z.B. auch 3-6 Monate Nettoeoinkommen als Notgroschen, ich lebe von meinen Nettoausgaben.

    Wenn Du das Geld garantiert nicht in den kommenden 5 Jahren benötigst, es aber dann als feste Summer verplant hast und darauf spekulierst, dass Du bis dahin keine besseren Zinsen erhälst, mag sich für Dich auch ein 5-Jahres Angebot lohnen.

  • wir sind gesetzlich krankenversichert.

    das ist doch schon mal super, da habt ihr zumindest schon mal geringe Beiträge

    ein eigenes Haus mit Garten, Wert- keine Ahnung, es ist Baujahr 1999

    auch schön!

    schuldenfrei?

    wenn ihr in Rente geht, ist das dann knapp 30 Jahre alt, da stehen gerne mal Reparaturen oder altersgerechte Umbauten an. Und die grundsätzliche Frage ob und wie lange man/frau sich die Arbeit mit einem (vermutlich) längst zu gross gewordenem EH antun will und kann.

    Gemeinsame Rente ca. 2800 Euro

    deutlich mehr, als der Bundesdurchschnitt, aber reicht das um euren Lebensstil zu finanzieren?

    in anderen Posts hast du von 160k Gesamtjahreseinkommen geschrieben und bei einer Sparquote von derzeit nur 700/Monat rinnt euch da scheinbar viel Geld durch die Finger.

    Evtl mal irgendeine Art von Kostenaufstellung/Haushaltsbuch führen, um ein besseres Gefühl zu bekommen, wieviel Geld ihr im Alter braucht (und welchen Anteil ihr leicht rauf/runter steuern könnt, weil es eigentlich Luxus ist) und wie hoch die Rentenlücke sein wird.

    Ausserdem kannst du dann auch besser einschätzen, ob du nicht auch schon 2030 (mit Abschlägen) in Rente gehen kannst, dann habt ihr gleich mal 4 tolle gemeinsame Jahre.


    Seid ihr verheiratet mit Zugewinngemeinschaft? Dann würde ich die Depotzusammensetzung nicht auf Personen berechnen, sondern über euer Gesamtvermögen. Separate Depots kannst du ja trotzdem führen.

    Ich würde tatsächlich nur den WORLD weiter besparen (kannst EM und S&P 500 ja trotzdem behalten) und die sicheren 150k aufteilen in 50k Tagesgeld und 100k Geldmarkt. Denn wenn es in den nächsten Jahren nun doch mal stärker als wenige % nach unten geht, dann willst du genug Geld haben, auf das ihr als frisch gebackene Rentner zugreifen könnt. Mit solch einem Puffer sitzt sich jeder "Crash" deutlich entspannter aus, und ihr hattet ja bisher noch keinerlei Erfahrungen mit Schwankungen am Kapitalmarkt.

  • Wenn man es emotional aushält, kann der Aktienanteil durchaus bei 80% und mehr liegen. Die restliche Liquidität aufs Tagesgeldkonto legen oder in einen Geldmarkt ETF, wenn man Lust + Zeit hat geht auch Zinshopping, kann dann bis zu einem Prozentpunkt mehr bringen. Tagesgeld bei der Volkswagen Bank bringt derzeit 2,9% für 6 Monate. Festgeld würde ich lassen, auf die Liquidität sollte man flexibel zugreifen können.

    das weiß ich eben nicht genau, ob wir den höheren Anteil aushalten würden. Danke, ich schau mir das mit der VW Bank und dem Tagesgeld nochmal an. Und vielleicht machen wir einen kleinen Teil als Festgeld, mal schauen.

  • Lieben Dank für Deine Anmerkungen- ja, Haus ist schuldenfrei und wir haben die letzten Jahre schon Küche und Bad renoviert, eine Wärmepumpe eingebaut und PV aufs Dach gemacht. Und momentan ist es für uns noch unvorstellbar, das Haus aufzugeben, wir wohnen so schön und lieben unseren Garten und die Terrasse ;)

    Das Gesamtjahreseinkommen hat sich schon geändert, da ich in diesem Jahr aufgrund der Steuerersparnis/bessere Wirkung der Fünftel-Regel nichts arbeite und wahrscheinlich dann keinen Job mehr finde, bei dem ich 80 k im Jahr verdiene. Was ich aber gerne in Kauf nehme, da ich dann hoffentlich nicht mehr einen so langen Arbeitsweg wie bisher habe.

    Wir haben tatsächlich schon mehr gespart als die 700 Euro monatlich, das hat halt dann bisher auf dem Tagesgeld vor sich hin gedümpelt und ist nicht in einen Sparplan geflossen. Ich weiß, sehr dumm... aber wir hatten dann immer die Renovierungen vor uns...

    Das mit dem HAushaltsbuch ist eine gute Idee, das sollte ich mal angehen. Und ja, sind mit Zugewinngemeinschaft verheiratet ;) Und gute Idee mit der Aufteilung der 150 k!!

    Vielen Dank!!

  • Rentenpunkte kaufen bei der DRV schon mal überlegt?


    https://www.finanztip.de/gesetzliche-re…npunkte-kaufen/

    Ja, das ist geplant, damit wir eine nette Steuerrückzahlung für nächstes Jahr bekommen. Allerdings nicht in voller Höhe die wir bräuchten, um mit 63 ohne Abschläge in Rente gehen zu können. Sondern nur soviel um die Steuererstattung dafür voll auszunutzen. Denke die Differenz sind besser in ETF/Geldmarkt angelegt

  • Vielen Dank fotoman für Deine Anmerkungen!

    Es zählen alle Sichteinlagen eines Bankenverbundes zusammen. Egal, ob Du persönlich (ohne Strafzinsen) sofort an das Geld kommst, erst in ein paar Monaten (klassisches Sparbuch ohne Kündigung) oder erst in 3 Jahren (Festgeld). Sondervermögen ist nur der Geldmarkt-ETF.

    Oh wow, das wusste ich nicht!! Darauf muss ich dann natürlich achten =O

    Wenn Du das Geld garantiert nicht in den kommenden 5 Jahren benötigst, es aber dann als feste Summer verplant hast und darauf spekulierst, dass Du bis dahin keine besseren Zinsen erhälst, mag sich für Dich auch ein 5-Jahres Angebot lohnen.

    ja, das muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen...

  • Zuerst würde ich mir fürs „Alter“ eine verlässliche Bank suchen.

    Trade Republic ist nicht optimal, wenn da jemand mal ausfällt oder „über den Jordan oder die Wupper“ geht.

    Vielen Dank für Deine Anmerkungen- Du hältst also TR nicht für verlässlich? Und wegen Vollmacht, das sollte doch mit der Vorsorgevollmacht trotzdem möglich sein, dass der andere im Falle des Todes auf das Vermögen des anderen zugreifen kann? Tatsächlich wäre mir aber schon ein Depot auch lieber, das auf uns beide läuft, so wie unser gemeinsames Girokonto auch.

  • Und wegen Vollmacht, das sollte doch mit der Vorsorgevollmacht trotzdem möglich sein, dass der andere im Falle des Todes auf das Vermögen des anderen zugreifen kann? Tatsächlich wäre mir aber schon ein Depot auch lieber, das auf uns beide läuft, so wie unser gemeinsames Girokonto auch.

    Private Vorsorgevollmachten werden zumeist von Banken NICHT anerkannt.
    Banken bestehen zumeist auf deren Formulare, persönlich unterschrieben.
    Wenn du eine Bank und ein Depot hast, wo du "Vollmachten über den Tod hinaus", wie schon geschrieben, zumeist auf deren Formularen, errichten kannst, dann kann der überlebende Partner auf das Vermögen zugreifen.
    Ansonsten kann es sehr lange dauern bis eine Bank Zugriffe erlaubt.
    Ein Gemeinschaftskonto/-depot ist nicht (unbedingt) notwendig.

  • Private Vorsorgevollmachten werden zumeist von Banken NICHT anerkannt.
    Banken bestehen zumeist auf deren Formulare, persönlich unterschrieben.

    Vollmachten bei Banken können unerwartete Einschränkungen haben. Mit einer Bankvollmacht der Postbank kann man zwar Überweisungen tätigen und wohl sogar das Konto auflösen, aber z.B. kein Festgeld-Konto eröffnen. Bei der lokalen Sparkasse gäbe es eine Bankvollmacht, mit der man wohl alle Bankgeschäfte erledigen könnte.

  • Das mit dem HAushaltsbuch ist eine gute Idee, das sollte ich mal angehen.

    wenn du es dir einfach machen willst (und ihr viel bargeldlos bezahlt), dann lade dir die Liste der Abbuchungen vom Girokonto herunter, weise den Abbuchungen einzelnen Kategorien zu (Versicherung, Urlaub, Lebensmittel usw) und dann per Pivotfunktion Summen bilden.

    So hast du schnell einen Überblick auch über die vergangenen Monate/Jahre, je nachdem wie weit deine Bank rückwirkende Daten zur Verfügung stellt. 🤓

  • Na ja, für viele (einschließlich mir) ist das so einfach nicht …

    es gibt auch APPs für so was, da musst du dann ggf deine Daten freigeben oder selber reinladen - Finanzfluss hat solch eine APP, evtl auch das Team von Finanztipp?

    Mir war es immer sympatischer die Daten selber zu verwalten (und nicht zu teilen)