Besser 2 ETFs anstatt nur 1 ETF für dasselbe Anlageuniversum?

  • Ist es eurer Meinung nach besser, dieselbe Anlage mit einem oder z.B. 2 ETFs abzudecken?

    Beispiel: Anlage Aktien weltweit.

    Mit dem MSCI ACWI könnte man das abdecken, aber auch mit MSCI World + MSCI EM. In der Ansparphase könnte man durch 2 ETFs den Kauf so regeln (durch manuelle Käufe) dass immer der im Vergleich günstigere ETF gekauft wird. Oder auch einfach statisch z.B. 70% in den einen ETF und 30% in den anderen.

    In der Verkaufsphase könnte man dann Anteile von dem verkaufen, der steuerlich mehr Sinn macht.

  • Ist es eurer Meinung nach besser, dieselbe Anlage mit einem oder z.B. 2 ETFs abzudecken?

    Beispiel: Anlage Aktien weltweit.

    Mit dem MSCI ACWI könnte man das abdecken, aber auch mit MSCI World + MSCI EM. In der Ansparphase könnte man durch 2 ETFs den Kauf so regeln (durch manuelle Käufe) dass immer der im Vergleich günstigere ETF gekauft wird. Oder auch einfach statisch z.B. 70% in den einen ETF und 30% in den anderen.

    In der Verkaufsphase könnte man dann Anteile von dem verkaufen, der steuerlich mehr Sinn macht.

    Du machst dir zusätzlich Arbeit damit, möchtest du das im Alter? Ohne Rebalancing gehts nicht. Ein globaler ETF hat das incl.

    Was die Steuer anlangt - wer weiss was dann sein wird.

    Finanztip schlägt ein 3x10 Modell vor. Alle 10 Jahre ein anderer ETF auf den gewünschen Index, um ältere Anteile zu schützen.

  • Ich habe für mich persönlich entschieden, das so zu machen. Wegen etwaigen Zwischenverkäufen, wegen der Unsicherheit, wie sich Anbieter/Produkte über eine Laufzeit meiner Anlage von so Gott will >25 Jahren entwickeln... Ich würde es aber nicht als "besser" im Sinne von "alle sollten das so machen, sonst machen sie es schlecht" darstellen. Mir persönlich gehts eben fein damit. Die gleiche Anlagesumme in einem Produkt, statt verteilt auf 2, 3, 4..., ist genauso gut.

  • Es auf zwei Depots zu verteilen, macht ab welcher Summe Sinn?

    Tja, das ist wohl vor allem Gefühlssache. Ab irgendeinem Vielfachen von 100.000 Euro könnte man auf die Idee kommen, dass man nicht mehr von einem Broker abhängig sein möchte. Bei technischen oder unternehmerischen Problemen eine verfügbare liquide Alternative zu haben, das kann schon beruhigen.

  • Du machst dir zusätzlich Arbeit damit, möchtest du das im Alter? Ohne Rebalancing gehts nicht. Ein globaler ETF hat das incl.

    Was die Steuer anlangt - wer weiss was dann sein wird.

    Finanztip schlägt ein 3x10 Modell vor. Alle 10 Jahre ein anderer ETF auf den gewünschen Index, um ältere Anteile zu schützen.

    Das sind gute Punkte. Ganz “aus den Augen verlieren” darf man das Depot so oder so nicht im Alter auch wenn man nicht rebalanct. (Und wenn ich mir vorstelle ich hätte vor 40 Jahren ganz analog Fonds gekauft und sollte mich nun im fortgeschrittenen Alter mit Onlinebanking/-depots und Ähnliches rumschlagen…)

    Gerade im Hinblick darauf, dass man eben nicht weiß, wie die Steuerregelungen (und alles andere) sein wird, hätte man mit 2 ETFs zumindest mehr Möglichkeiten steuerlich zu “gestalten”


    Danke für den Hinweis mit dem 3x10 Modell. Ich schaue es mir näher an. Es geht wohl, was die Entnahmephase betrifft, in eine ähnliche Richtung wie meine Idee mit den 2 ETFs…

  • Ich habe für mich persönlich entschieden, das so zu machen. Wegen etwaigen Zwischenverkäufen, wegen der Unsicherheit, wie sich Anbieter/Produkte über eine Laufzeit meiner Anlage von so Gott will >25 Jahren entwickeln... Ich würde es aber nicht als "besser" im Sinne von "alle sollten das so machen, sonst machen sie es schlecht" darstellen. Mir persönlich gehts eben fein damit. Die gleiche Anlagesumme in einem Produkt, statt verteilt auf 2, 3, 4..., ist genauso gut.

    Das ist auch ein sehr guter Punkt. Zwar sollten die Anbieter und vermutlich auch z.B. die Indexanbieter theoretisch keine negativen Auswirkungen haben (Stichwort Sondervermoegen) aber wie das wieder letztlich in der Praxis aussehen würde wenn z.B. BlackRock Probleme bekommt oder MSCI den Dienst einstellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ganz reibungslos ablaufen würde und nicht unvorhergesehene Komplikationen auftreten könnten

  • Wird es diese Fonds in 30 Jahren noch geben?

    Alles bei einem Broker sehe ich relativ unkritisch. Während der Ansparphase kann man dann vielleicht mal einen Monat ncihts einzahlen, wenn es zu Unpässlichkeiten kommt.

    In der Auszahlphase sollte man eh nicht vom Depot leben, sondern in größeren Abständen das Cash auffüllen. Da muss ich also auch nciht dringend ans Depot.

  • Tja, das ist wohl vor allem Gefühlssache. Ab irgendeinem Vielfachen von 100.000 Euro könnte man auf die Idee kommen, dass man nicht mehr von einem Broker abhängig sein möchte. Bei technischen oder unternehmerischen Problemen eine verfügbare liquide Alternative zu haben, das kann schon beruhigen.

    Ich finde das sogar sehr rational. Die Schwelle ab welchem Betrag das Sinn macht, ist wohl bei jedem anders. Aber was nützt einem das prallste Depot, wenn man im Zweifel/Crash nicht dran kommt (und das sind ja die Phasen, in denen die Server gerne mal in die Knie gehen)

  • Danke für den Hinweis mit dem 3x10 Modell. Ich schaue es mir näher an. Es geht wohl, was die Entnahmephase betrifft, in eine ähnliche Richtung wie meine Idee mit den 2 ETFs…

    Geht auch einfacher mit einem 2. Depot beim gleichen Broker, in das man die Teile schiebt, die nicht verkauft werden sollen.

  • Ich würde, wenn überhaupt, die 2 ETF-Lösung bevorzugen. Das liegt allerdings auch daran, dass ich bei EM grundsätzliche Bedenken habe. Im MSCI EM sind ca. 45 % China und Taiwan enthalten. Es gibt bereits jetzt einen gleichnamigen Konflikt. Sofern dieser weiter eskaliert, was nicht gerade überraschend wäre, hätte man wenigstens theoretisch die Chance, den MSCI EM noch zu verkaufen, bevor den chinesischen und taiwanesischen Aktien das gleiche Schicksal wie den russischen Aktien ereilt.

  • Oder den EM im Depot altern lassen.

    Ja, denke ich auch. Dann übernehmen nämlich Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru, Griechenland, Polen, Tschechien, Ungarn, Ägypten, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Südkorea und Thailand. Vielleicht ja irgendwann sogar die USA.

  • Ich würde, wenn überhaupt, die 2 ETF-Lösung bevorzugen. Das liegt allerdings auch daran, dass ich bei EM grundsätzliche Bedenken habe. Im MSCI EM sind ca. 45 % China und Taiwan enthalten. Es gibt bereits jetzt einen gleichnamigen Konflikt. Sofern dieser weiter eskaliert, was nicht gerade überraschend wäre, hätte man wenigstens theoretisch die Chance, den MSCI EM noch zu verkaufen, bevor den chinesischen und taiwanesischen Aktien das gleiche Schicksal wie den russischen Aktien ereilt.

    Interessanter Gedanke. Mal angenommen es würde bei China/Taiwan (was jetzt die Wertpapiere betrifft) genauso verlaufen wie bei Russland. Hat man das denn “kommen gesehen”, also genug Zeit vorher gehabt, um zu reagieren und den ETF zu verkaufen? Was ist denn mit ETFs passiert, die russische Wertpapiere hatten?

  • Ja, denke ich auch. Dann übernehmen nämlich Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru, Griechenland, Polen, Tschechien, Ungarn, Ägypten, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Südkorea und Thailand. Vielleicht ja irgendwann sogar die USA.

    Was meinst ihr mit altern? Nicht verkaufen aber auch nicht weiter besparen/nachkaufen?

  • Was meinst ihr mit altern? Nicht verkaufen aber auch nicht weiter besparen/nachkaufen?

    Je nach Strategie. Wovon machst du denn die Aufteilung 70/30 abhängig? Von China und Taiwan? Und warum überhaupt 70/30, wenn der ACWI doch ca. 90/10 macht? Alles Fragen, die du dir mit einem ETF nicht stellen musst.

  • Je nach Strategie. Wovon machst du denn die Aufteilung 70/30 abhängig? Von China und Taiwan? Und warum überhaupt 70/30, wenn der ACWI doch ca. 90/10 macht? Alles Fragen, die du dir mit einem ETF nicht stellen musst.

    Gute Frage. Der Vergleichbarkeit von MSCI ACWI vs. MSCI World + MSCI EM zuliebe sollte man bei den 90/10 bleiben (auch im Zeitablauf wenn man einen Vergleich über längere Zeit macht…) Wenn ich aber mit der Zeit mehr EM im Depot haben will, müsste ich - zusätzlich zum ACWI noch etwas EM dazu kaufen…

    Ich persönlich finde die Idee charmant, gerade den (MSCI World oder EM) zu kaufen, der gerade günstiger ist und damit innerhalb einer Bandbreite zu bleiben (z.B. zwischen 0 und 45% EM).

  • Gute Frage. Der Vergleichbarkeit von MSCI ACWI vs. MSCI World + MSCI EM zuliebe sollte man bei den 90/10 bleiben (auch im Zeitablauf wenn man einen Vergleich über längere Zeit macht…) Wenn ich aber mit der Zeit mehr EM im Depot haben will, müsste ich - zusätzlich zum ACWI noch etwas EM dazu kaufen…

    Ich persönlich finde die Idee charmant, gerade den (MSCI World oder EM) zu kaufen, der gerade günstiger ist und damit innerhalb einer Bandbreite zu bleiben (z.B. zwischen 0 und 45% EM).

    Nennt sich Gestaltungsdrang und gibt sich (tatsächlich) mit Investitionsdauer :)

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