MSCI ACWI - ETFs auf den MSCI All Countries World Index

Eine gute Alternative für Sparer, die weltweit investieren wollen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt am Aktienmarkt nicht vorbei. Finanztip empfiehlt, in sogenannte Exchange Traded Funds (kurz ETFs) zu investieren, die einen weltweiten Aktienindex kostengünstig nachbilden.
  • Anleger sind mit ETFs auf den MSCI World Index grundsätzlich gut beraten. Manchmal kann der MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) aber eine gute Alternative sein.
  • Der MSCI ACWI umfasst Aktien der 2.500 größten Unternehmen aus 47 Ländern der Welt. Darunter sind auch Schwellenländer, deren Anteil etwa 11 Prozent des Indexwerts ausmachen. US-Aktien haben entsprechend weniger Gewicht.
  • In den vergangenen fünf Jahren lag die jährliche Rendite und Schwankung beim MSCI ACWI etwas niedriger als beim Standardindex MSCI World.
  • Je nachdem, wie dynamisch sich Länder wie China, Korea oder Mexiko entwickeln, kann in der Zukunft auch der MSCI All Countries World Index besser abschneiden.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihre Depotbank für den Sparplan keinen geeigneten thesaurierenden ETF auf den MSCI World, können Sie ohne Bedenken auf ETFs ausweichen, die den MSCI ACWI abbilden.
  • Möchten Sie etwas stärker in Schwellenländer und weniger in die US-Wirtschaft als beim MSCI World investiert sein, wählen Sie ebenfalls ETFs auf den MSCI ACWI.
  • Wir empfehlen Indexfonds der Anbieter SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48), Lyxor (ISIN FR0011079466) und iShares (ISIN: IE00B6R52259). Alle drei legen Dividenden automatisch wieder im Fondsvermögen an.
  • Ob der ETF sich die Indexentwicklung von einer Bank zusichern lässt (synthetische Nachbildung) oder die Indexaktien direkt kauft (physische Nachbildung), macht nach unserer Einschätzung keinen Unterschied.

Viele Sparer möchten langfristig Vermögen aufbauen und sind auf der Suche nach einem Aktien-Indexfonds (ETF), der einen breit gestreuten Aktienindex kostengünstig nachbildet. Standardmäßig empfiehlt Finanztip ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World. In bestimmten Fällen kann der sogenannte MSCI All Countries World Index, kurz MSCI ACWI, eine Alternative sein.

Was steckt im MSCI ACWI?

Der MSCI All Country World Index (ACWI) ist noch weiter gefasst als die Finanztip-Standardempfehlung MSCI World. Statt gut 1.600 Einzelwerte aus den Industrieländern der Welt verteilt der MSCI ACWI die Risiken am Aktienmarkt auf knapp 2.500 Unternehmen. Der Index bündelt die nach Börsenwert größten Firmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern. Darunter befinden sich zum Beispiel auch China, Indien, Mexiko oder Südkorea.

Insgesamt tragen die Aktien aus Schwellenländern mit etwa 11 Prozent zum Indexwert bei. Aktien von US-amerikanischen Unternehmen machen gut 50 Prozent des Indexwertes aus – beim MSCI World sind es gut 60 Prozent.

Die Tabelle zeigt die zehn Aktien mit dem größten Indexgewicht, neun dieser Unternehmen haben ihren Sitz in den USA.

Die zehn gewichtigsten Unternehmen im MSCI ACWI

Unternehmenssitz Börsenwert, in Mrd. €¹ Indexgewicht, in % Sektor
Apple USA 669,2 1,91 IT
Microsoft Corp. USA 592,9 1,48 IT
Amazon.com USA 481,1 1,31 Konsumgüter
JP Morgan Chase & Co. USA 309,7 0,84 Finanzen
Facebook A USA 309,3 0,84 IT
Johnson & Johnson USA 279,4 0,76 Gesundheit
Alphabet C² USA 263,4 0,72 IT
Exxon Mobile Corp. USA 254,6 0,7 Energie
Alphabet A USA 251,1 0,68 IT
Tencent Holdings Li (Cn) China 241,4 0,66 IT

¹ Der Börsenwert ist die Anzahl ausgegebener Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. Wir haben den US-Börsenwert zum 30. März 2018 mit dem offiziellen Kurs von 1,2321 Dollar/Euro in Euro umgerechnet. 
² Die C-Aktien des Internetkonzerns Google beinhalten, anders als die A-Anteile, keine Stimmrechte für die Aktionäre. 
Quelle: MSCI (Stand: 30. März 2018)

Etwas weniger Rendite und weniger Schwankung

Zwischen 2013 und 2017 erzielte der MSCI ACWI im Durchschnitt knapp 13 Prozent Rendite pro Jahr, etwas weniger als der MSCI World. Aber auch die Kursausschläge nach unten und oben waren pro Jahr im Durchschnitt etwas geringer. Die Aktien aus Schwellenländern haben also in diesem Zeitraum nicht etwa zu mehr Schwankung geführt.

Das muss aber nicht immer so sein. Es ist grundsätzlich denkbar, dass die Entwicklung der Internet- und Technologiefirmen in Ländern wie Taiwan, Südkorea oder China und Schwankungen an den Rohstoffmärkten punktuell größere Kursgewinne – aber auch Kursverluste – verursachen können.  

Die Tabelle zeigt die Ergebnisse am Beispiel zweier ETFs auf die jeweiligen Indizes.

MSCI World und MSCI ACWI im Vergleich (2013 - 2017)¹

Index ETF Rendite Schwankungsbreite²
in Prozent pro Jahr in Prozent pro Jahr
MSCI World Xtrackers (ISIN: LU0274208692) 13,7 13,2
MSCI ACWI Lyxor (ISIN: FR0011079466) 12,7 12,8

¹ Wir berechnen die durchschnittlichen Jahresrenditen für den Fünf-Jahres-Anlagezeitraum Ende Dezember 2012 bis Ende Dezember 2017 anhand von täglicher Kursdaten zweier ETFs.
² Die Schwankungsbreite bezeichnet die Abweichung vom Rendite-Mittelwert im Betrachtungszeitraum nach oben und unten.
Quelle: Xtrackers, Lyxor, Finanztip-Berechnung (Stand: 13. Juni 2018)

Dann kommt der MSCI ACWI infrage

Mit Blick auf die Rendite hat der Standard-Weltaktienindex MSCI World in den vergangenen Jahren besser abgeschnitten als der MSCI ACWI. Dieses Plus an Rendite ging mit geringfügig höheren Kursschwankungen einher. Wenn Sie günstig in weltweite Aktien anlegen möchten, sind Sie mit den Finanztip ETF-Empfehlungen auf den MSCI World daher gut beraten.

Allerdings bieten nicht alle Depotbanken geeignete ETFs auf den MSCI World gebührenfrei oder für den Sparplan an. In dem Fall müssen Sie nicht gleich das Depot wechseln, sondern können auf Aktien-Indexfonds ausweichen, die den MSCI ACWI nachbilden.

ETFs auf den MSCI ACWI sind außerdem dann einen Blick wert, wenn Sie Chancen in der wirtschaftlichen Dynamik von aufstrebenden Nationen wie China, Südkorea oder Taiwan sehen. Gleichzeitig senken sie im Vergleich zum MSCI World das Gewicht von US-Aktien in Ihrer Anlage.

Welche ETFs auf den MSCI ACWI empfiehlt Finanztip?

Zum Zeitpunkt unserer Analyse im Februar und März 2018 konnten Anleger vier ETFs auf den MSCI ACWI an der Frankfurter Börse kaufen. Den ETF der Marke Xtrackers haben wir ausgeschlossen, da er noch keine fünf Jahre am Markt ist – eine Grundvoraussetzung, damit ein ETF Finanztip-Empfehlung werden kann.

Die verbleibenden drei ETFs der Anbieter SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48), Lyxor (ISIN: FR0011079466) und iShares (ISIN: IE00B6R52259) können wir empfehlen, und zwar aus diesen Gründen:

  • Sie haben eine ausreichen lange Historie bei der Wertentwicklung.
  • Die ETFs lassen sich gut an der Börse kaufen und verkaufen – Anleger sind mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro investiert.
  • Und die Anbieterseiten stehen Sparern auf Deutsch zur Verfügung.

Die drei ETFs von SPDR, Lyxor und iShares legen allesamt Dividendenzahlungen direkt im Fondsvermögen wieder an. Man sagt auch: Sie thesaurieren die Erträge. Das kommt vor allem Sparern zugute, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, etwa im Rahmen eines Sparplans. Die Dividenden profitieren genauso von einer (positiven) Wertentwicklung des Index, Anleger genießen eine Art „Zinseszinseffekt“.  

Wertentwicklung und Gewinn von ETFs auf den MSCI ACWI

Index ISIN Art der Nachbildung Kostenquote (TER) p.a. durchschnittliche Wertentwicklung (2013 - 2017) p.a. Gewinn (2013 - 2017), Anlage 10.000 €
MSCI ACWI 12,89 % 8.335 €
SPDR IE00B44Z5B48 physisch 0,40 % 12,91 % 8.354 €
Lyxor FR0011079466 synthetisch 0,45 % 12,74 % 8.211 €
iShares IE00B6R52259 physisch 0,60 % 12,63 % 8.123 €

Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 8. März 2018)

In unserer Analyse hat der ETF der Marke SPDR (ISIN IE00B44Z5B48) am besten abgeschnitten. Im Fünf-Jahres-Zeitraum von Anfang 2013 bis Ende 2017 hat er den Netto-Index in der Wertentwicklung leicht geschlagen. Die ETFs von Lyxor (ISIN FR0011079466) und iShares (ISIN IE00B6R52259) liegen noch hinreichend nah am Netto-Index.

Der Netto-Index gilt bei ETFs in der Regel als Maßstab; er bildet die Wertentwicklung der im Index enthaltenen Aktien inklusive Dividenden ab. Sogenannte Quellensteuern sind abgezogen. Diese Steuern werden direkt im jeweiligen Herkunftsland eines Unternehmens von den Gewinnausschüttungen einbehalten.

SPDR MSCI ACWI UCITS ETF
ISIN IE00B44Z5B48 / WKN A1JJTC

  • ETF auf den MSCI All Countries World Index

Lyxor MSCI AC World UCITS ETF 1C
ISIN FR0011079466 / WKN LYX0MG

  • ETF auf den MSCI All Countries World Index

Welchen der empfohlenen ETFs sollten Sie wählen?

Alle drei ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. In diesem Fall haben Sie also keine Wahl, was die Ertragsverwendung angeht. Einige weitere Punkte sollten Sie dagegen in Betracht ziehen.

Sie sollten sich mit der ETF-Bauart wohlfühlen

Überlegen Sie, ob Sie sich eher mit einem ETF wohlfühlen, der eine optimierte Auswahl an Indexaktien einkauft (physischer ETF). Alternativ gibt es ETFs, die sich die Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft mit einer Bank zusichern lassen (synthetischer ETF). Finanztip hält die Risiken beider Bauarten für vergleichbar gering. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber ETFs.

Unser Tipp: Nehmen Sie im Zweifel einen ETF, den Sie günstig bei Ihrer Depotbank oder Ihrem Broker bekommen.

Besonders günstige ETFs sind nicht immer besser

Sie sollten ETFs nicht allein nach der Wertentwicklung zu einem bestimmten Stichtag und/oder der Kostenquote beurteilen. Es gibt mehrere Faktoren, warum ein ETF in einem Jahr vergleichsweise besser, im nächsten schlechter abschneidet. Dazu zählen die optimierte Auswahl von Indexaktien, Vereinbarungen zur Wertpapierleihe oder die Ausgestaltung der Tauschgeschäfte mit Banken. Der ETF muss sich jedes Jahr aufs Neue beweisen.

Steuerregeln sind seit 2018 einheitlich

Da sich die Steuerregeln seit 2018 angeglichen haben, sind auch steuerliche Aspekte für die Wahl nicht länger ausschlaggebend. Egal, ob der ETF physisch oder synthetisch, ausschüttend oder thesaurierend, in Deutschland oder im Ausland aufgelegt ist: Künftig erhebt der Fiskus jährlich vorab und anhand einer Pauschale einen kleinen Betrag an Abgeltungssteuer. Details dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber ETFs und im Finanztip-Blog.

Währung bringt kein extra Risiko

Viele, vor allem weltweit streuende physische ETFs, sind in US-Dollar notiert. Synthetische ETFs finden Sie auch schon mal in Euro. Am Ende ist die Notierung nur ein Preisschild für den Wert der zugrundeliegenden Indexaktien. Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert über die vergangenen 40 Jahre jedes Jahr durchschnittlich um knapp 7 Prozent gesteigert. Im Ratgeber zum MSCI World lesen Sie mehr zum Wechselkurseffekt.

So haben wir untersucht

ETFs auf den MSCI ACWI 2018
Folgende Auswahlkriterien mussten die ETFs erfüllen, um in die Finanztip-Analyse im Februar und März 2018 aufgenommen zu werden:

  • Die Fondsanteile müssen an einer deutschen Börse gehandelt werden. Andernfalls steigen die Nebenkosten beim Erwerb an.
  • Die gesetzlich vorgeschriebenen Anleger-Informationen müssen auf einer deutschsprachigen Website abrufbar sein.
  • Wir haben nur ETFs berücksichtigt, die vor 2013 auf den Markt gekommen sind. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  • Das Fondsvolumen muss wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Berechnet haben wir die Wertentwicklung der Fonds. Dazu haben wir die von den Fondsgesellschaften ausgewiesenen Netto-Inventarwerte (englisch: Net Asset Value, NAV) herangezogen.

Der NAV ist die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. Er wird auf Basis der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Wertpapiere berechnet. Die Verwaltungskosten (Total Expense Ratio, TER) sind im NAV bereits enthalten.

Manche Fonds weisen den NAV in US-Dollar aus. In diesen Fällen haben wir die Werte in Euro umgerechnet. Dazu verwendeten wir die von der Bundesbank veröffentlichten Schlusskurse auf Tagesbasis.

Folgende ETFs bildeten die Grundgesamtheit der Untersuchung. Sie sind an der Börse Frankfurt gelistet. Wir haben sie nach investiertem Vermögen geordnet.

ETFs auf den MSCI ACWI

Anbieter ISIN Bauart und Ertragsverwendung investiertes Vermögen in Mio. € Auflagedatum Kommentar
SPDR MSCI ACWI UCITS ETF IE00B44Z5B48 physisch-thesaurierend 1.016,7 € 13.05.2011
iShares MSCI ACWI UCITS ETF USD (Acc) IE00B6R52259 physisch-thesaurierend 502,7 € 21.10.2011
Lyxor MSCI All Country World UCITS ETF C-EUR FR0011079466 synthetisch-thesaurierend 241,9 € 05.09.2011
Xtrackers MSCI AC World UCITS ETF 1C IE00BGHQ0G80 physisch-thesaurierend 230,3 € 10.02.2014 noch keine 5 Jahre am Markt

Quelle: Anbieter, Börse Frankfurt (Stand: 28. Februar 2018)

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Wertpapiere günstig handeln

  • Hohe Orderkosten schmälern die Rendite.
  • Onlinebanken und Broker haben günstige Angebote.
  • Nutzen Sie den Direkthandel.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

 

Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.