Indexfonds Dax (Dax-ETFs)

Die wichtigsten Aktien aus Deutschland reichen nicht aus

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 12. August 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Deutsche Aktienindex (Dax) bündelt die 30 deutschen Unternehmen mit dem größten Wert an der Börse.
  • Verlustrisiken sind beim Dax auf wenige Unternehmen verteilt. Die Kursausschläge können daher größer ausfallen als bei internationalen Aktien-ETFs.
  • Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kann Dax-ETFs als Ergänzung zu einer insgesamt breiter gestreuten Anlage nutzen.
So gehen Sie vor
  • Um ETFs zu kaufen, brauchen Sie ein Depot bei einer Onlinebank oder einem Wertpapierhändler.
  • Ein kostenloses Depot bekommen Sie von Flatex und der Onvista Bank. Gute Konditionen haben auch DKB, Comdirect, Consorsbank und ING.
  • Finanztip empfiehlt Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World. Infrage kommen unter anderem die ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (ISIN: IE00B60SX394) oder Xtrackers (ISIN: LU0274208692).
  • Wer einen Dax-ETF beimischen will, findet die wichtigsten Indexfonds in unserer Tabelle im Text.

Der deutsche Aktienindex (Dax) ist der wichtigste und bekannteste Aktienindex hierzulande. Er umfasst die 30 deutschen Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert, berechnet mit der Formel: Anzahl der Aktien mal Kurs. Bei Anlegern ist der Dax sehr beliebt. Zwei der acht Indexfonds (ETFs), die an der Deutschen Börse am meisten gehandelt werden, bilden den Dax ab (Stand: August 2019).

Welche Dax-ETFs gibt es?

Bekanntheit und Beliebtheit sind aber kein Maß für eine gute Geldanlage. Wichtiger für die langfristige Vermögensbildung ist, ob eine Anlage in Aktien breit über Länder, Branchen und Währungen streut. Nur so sind die Risiken auf viele Schultern verteilt. Dax-ETFs sollten daher einer breiter gestreuten Aktienanlage bestenfalls beigemischt sein.

Die wichtigsten ETFs auf den Dax

NameGebühr
pro Jahr
Verwendung
der Dividenden
verwaltetes
Vermögen
(in Mio. €)
Auflagedatum
iShares (DE0005704779)0,16 %thesaurierend6.400

27.12.2000

Xtrackers (DE000A0MEKV00,09 %thesaurierend3.790

10.01.2007

Deka (DE000ETFL011)0,15 %thesaurierend1.830

14.03.2008

Comstage (DE000A1PHXX3)0,08 %ausschüttend90021.08.2008
Deka (DE000A0V8CX0)0,15 %ausschüttend79323.06.2008
Lyxor (DE000A0JZFW9)0,15 %thesaurierend77201.06.2006
Xtrackers (LU0838782315)0,09 %ausschüttend54328.11.2012

Quelle: Börse Frankfurt (Stand: 6. August 2019)

Alle genannten ETFs kaufen die Aktien, die im Dax vertreten sind, auch wirklich nach: Es sind sogenannte physisch-replizierende ETFs. Die drei größten ETFs stecken Dividenden wieder in den Fonds, das wird auch Thesaurierung genannt. Für Sparer, die Vermögen aufbauen wollen, sind solche ETFs besser geeignet. Wer dagegen auf regelmäßige Einkünfte angewiesen ist, sollte einen ETF wählen, der Dividenden ausschüttet. Die Ausschüttung bekommen Sie dann auf Ihr Konto gutgeschrieben.

Welche Unternehmen stecken im Dax?

So beliebt der Dax bei deutschen Anlegern auch ist, wenn es um die langfristige Geldanlage geht, sollte er nicht die erste Wahl sein. Das Grundproblem des Dax ist, dass die Verlustrisiken auf nur 30 Unternehmen verteilt sind. Außerdem stammen die Dax-Firmen aus einigen wenigen Branchen.

Mit den fünf Chemie- und Pharmaunternehmen Linde, BASF, Bayer, Fresenius Medical Care und Merck entfällt knapp ein Fünftel der Dax-Gewichtung auf diese Branche. Die Automobilindustrie erreicht mit Volkswagen, Daimler, BMW und dem Zulieferer Continental knapp ein Sechstel Gewicht. Nimmt man die Softwareunternehmen SAP und Wirecard hinzu, ist fast die 50-Prozent-Marke erreicht. Drei Branchen bestimmen somit nahezu die Hälfte des Dax-Werts. 

Ähnlich eng wird es bei der Anzahl der Unternehmen: Die sieben Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen gut die Hälfte des Dax-Anlagekapitals aus (Stand: August 2019) – und haben großen Einfluss auf den Kurs des Aktienindexes.

Zusammensetzung des Dax

NameBrancheIndexgewichtung
in Prozent
SAP SESoftware11,22
Linde plcChemie8,07
Allianz SEVersicherung7,44
Siemens AGElektrotechnik6,62
Volkswagen AG VzAutomobilproduktion6,24
Deutsche Telekom AGTelekommunikation6,05
Adidas AGSportartikelhersteller4,69
BASF SEChemie4,54
Bayer AGChemie und Pharma4,53
Daimler AGAutomobilproduktion4,04
BMW AG StAutomobilproduktion3,58
Henkel AG & Co. KGaA VzKonsumprodukte3,35
Deutsche Post AGTransport3,10
Münchener Rück AGVersicherung2,75
Beiersdorf AktiengesellschaftKonsumprodukte2,34
Deutsche Börse AGBörse2,08
Fresenius SE & Co. KGaAMedizintechnik2,08
Vonovia SEImmobilien2,08
Continental AGAutomobilzulieferer2,07
E.ON SEEnergieversorgung1,74
Infineon Technologies AGHalbleiter1,73
Wirecard AGSoftware1,62
Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA StChemie und Pharma

1,60

RWE AG StEnergieversorgung1,34
Deutsche Bank AGBanken1,22
Merck KGaAChemie und Pharma1,04
HeidelbergCement AGBaustoffe1,03
Covestro AGWerkstoffe0,62
Deutsche Lufthansa AGTransport0,60
Thyssenkrupp AGStahl0,57

Quelle: Börse Frankfurt, Finanztip-Berechnung (Stand: 6. August 2019)

Für Anleger bedeutet das: Schlechte Nachrichten zu einigen wenigen Branchen oder zu den Dax-Schwergewichten führen zu Kursabschwüngen und damit zu Vermögenseinbußen. Natürlich können Anleger bei positiven Nachrichten auch von Kurszuwächsen profitieren.

Allerdings bleibt das Grundproblem erhalten: Ein Anleger setzt mit dem Dax gerade nicht auf die Entwicklung der gesamten heimischen Wirtschaft, sondern konzentriert sich auf wenige Branchen. Eine vernünftige Streuung des Risikos auf viele Unternehmen und Branchen bleibt damit auf der Strecke.

Wie schlägt sich der Dax im Vergleich zum Weltaktienindex?

Eine bessere Risikostreuung bekommen Indizes hin, die ausreichend viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen, Ländern und Währungsräumen bündeln. Ein Index, der diesen Vorgaben besonders gut entspricht, ist der Weltaktienindex MSCI World. Statt 30 Unternehmen aus einem Land – wie beim Dax – bildet der MSCI World mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Die Verteilung (sogenannte Diversifikation) beim MSCI könnte zwar noch besser sein: Ende 2019 vereinten US-amerikanische Unternehmen rund 60 Prozent des Indexgewichts auf sich. Dennoch sind Anleger mit einem ETF auf den MSCI World sehr viel breiter aufgestellt als mit einem Dax-ETF.

Für die Wertentwicklung eines Index bedeutet eine breitere Streuung in der Regel, dass der Index weniger schwankt – nach oben wie nach unten – verglichen mit enger gefassten Indizes. Wir haben zwei ETFs, jeweils einen auf den Dax und MSCI World, auf die Schwankungsbreite hin untersucht und dafür die Wertentwicklung der vergangenen zehn Jahre angeschaut.

Rendite und Schwankung von Indizes (2007 bis 2017)1

 Rendite in % pro JahrSchwankungsbreite in % pro Jahr1
Dax-ETF (WKN DBX1DA)4,623,1
MSCI World-ETF (WKN DBX1MW)27,017,5

1 Zur Berechnung der Volatilität verwenden wir Tagesdaten.
2 Die Kurse des Xtrackers ETF auf den MSCI World haben wir anhand tagesaktueller Wechselkurse in Euro umgerechnet. Nur so sind die ETFs vergleichbar.
Quelle: Xtrackers, Finanztip-Berechnung (Stand: 30. April 2018)

Zwischen Ende 2007 und Ende 2017 hat der Xtrackers-ETF auf den MSCI jedes Jahr 2,4 Prozentpunkte Rendite mehr erzielt, bei gleichzeitig geringeren Kursausschlägen nach oben und unten. Anleger, die auf den breiten Weltaktienindex vertraut haben, verdienten über die Jahre also deutlich mehr und waren weniger Wertschwankungen ausgesetzt.

Maximale Kursverluste beim Dax höher

Die höhere Schwankungsanfälligkeit des Dax zeigt sich auch, wenn man die höchsten Verluste der Indizes ausgehend von einem einmal erreichten Kurs betrachtet.

In den vergangenen zehn Jahren verloren MSCI World und Dax unmittelbar im Anschluss an die Finanzkrise am meisten (zwischen dem Sommer 2007 und Frühjahr 2009). Damals gab der Xtrackers ETF auf den Dax (WKN DBX1DA) in eindreiviertel Jahren knapp 55 Prozent seines Werts ab, der entsprechende MSCI World-ETF (WKN DBX1MW) gut 53 Prozent. Während der ETF auf den Weltaktienindex den Verlust nach ziemlich genau vier Jahren, im Frühjahr 2013, wieder aufgeholt hatte, brauchte der Dax-ETF etwas länger.

Deutlicher werden die Unterschiede, wenn man etwas weiter zurückschaut. So verlor der Dax beim Platzen der Internetblase im Jahr 2000 bis zum Tief Anfang 2003 fast 70 Prozent seines Werts. Der MSCI World büßte ebenfalls Wert ein, allerdings rund 14 Prozentpunkte weniger als der Dax. Anschließend konnte der Dax sich etwas deutlicher erholen als der MSCI World. 

Verlustphasen im Dax und MSCI World

EreignisZeitraum1Verlust in % 
  DaxMSCI World
Platzen der Internetblase22000 - 200368,354,2
Finanzkrise32007 - 200954,953,4

1 gemessen vom jeweils unterjährigen Hoch bis zum unterjährigen Tiefstand 
2 Wir verwenden näherungsweise Monatsdaten des Dax-Performance-Index und des MSCI World in Euro vor Steuerabzug (gross). Die Verluste auf Tagesbasis könnten höher ausfallen.
3 Wir betrachten Tagesdaten der Xtrackers ETFs auf den Dax (WKN DBX1DA) und MSCI World (WKN DBX1MW), umgerechnet in Euro.
Quelle: finanzen.net, Xtrackers, MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: 30. April 2018)

Anlegen im Heimatmarkt ist riskant

Neben der Risikobetrachtung spielt beim Dax noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Nur wer außerhalb Deutschlands anlegt, entkoppelt die Entwicklung des Aktienportfolios von der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Landes.

Wer in Deutschland lebt und arbeitet, hängt bereits in vielen Bereichen seines Lebens von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung ab: Staatliche Leistungen, die Gehaltsentwicklung, das Angebot an Arbeitsplätzen und viele weitere Aspekte der eigenen finanziellen Situation sind abhängig von der Konjunktur vor Ort.

Wer dann auch noch in deutsche Unternehmen investiert, erleidet bei einem wirtschaftlichen Abschwung einen doppelten Verlust. Nicht nur die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird schlechter, sinkende Aktienkurse schmälern dann auch noch das Vermögen.

Finanztip empfiehlt ETFs auf den MSCI World

Wegen der schlecht gestreuten Anlage und tendenziell größeren Kursausschlägen beim Dax, sollten Anleger eher auf den Weltaktienindex MSCI World bauen – und Dax-ETFs bestenfalls in geringem Maße beimischen. Welche ETFs wir empfehlen, lesen Sie in unserem Ratgeber Wertpapierdepot

Zum Vermögensaufbau eignen sich die MSCI-World-ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (ISIN: IE00B60SX394) oder Xtrackers (ISIN: LU0274208692). Sie alle sind bereits mindestens fünf Jahre am Markt und es ist ausreichend Geld darin investiert – die Indizes lassen sich also gut am Markt kaufen oder verkaufen. Eröffnen Sie dafür, falls noch nicht vorhanden, ein kostenloses Wertpapier-Depot.

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH
  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
Source MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B60SX394 / WKN A0RGCS
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)

Auch europäische Indizes kommen als Beimischung in Frage – für alle, die dem US- und damit Dollar-lastigem MSCI World ein wenig mehr Europa-Anteil verschaffen wollen. Ebenfalls im Frühjahr 2018 haben wir die besten ETFs auf den Stoxx Europe 600, den MSCI Europe und den Euro-Index MSCI EMU herausgefiltert.

Einzelne Aktien nicht zum Sparen geeignet

Viele Anleger verlassen sich immer noch auf ihr Gespür und versuchen, sich die vermeintlich richtigen Einzelwerte zum richtigen Zeitpunkt in ihr Depot zu legen. Diese Spekulation mit Aktien kann im Einzelfall aufgehen, für einen systematischen Vermögensaufbau ist sie jedoch ungeeignet.

Die Kursverläufe großer Dax-Werte wie etwa von Bayer zeigen dies eindrucksvoll. Kaum hatte der Chemiekonzern im Juni 2018 den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto übernommen, musste sich das neue Tochterunternehmen mehreren Klagen stellen. Im August 2018 verurteilte ein US-Gericht Monsanto zu einer Zahlung von 254 Millionen Euro, da ein vom Unternehmen vertriebenes Pflanzenschutzmittel Krebs auslösend gewirkt habe. In der darauffolgenden Woche verlor die Aktie von Bayer fast ein Viertel ihres Wertes. Da sich auch in der folgenden Zeit immer wieder Kläger wegen gesundheitlicher Schäden durch Monsanto-Produkte meldeten, sank der Preis pro Bayer-Aktie Anfang August 2019 auf rund 93 Euro. Innerhalb eines Jahres hat die Bayer-Aktie damit fast 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Wer in diesem Zeitraum bei seiner Altersvorsorge oder einem Sparziel allein auf diesen einen Dax-Wert gesetzt hatte, verlor damit fast die Hälfte seines Geldes.

Dem Dax insgesamt hat diese Entwicklung auch geschadet. Da der Index den gewichteten Durchschnitt der Aktienkurse abbildet, schwankt er weniger als die Einzelwerte. Noch geringer sind die Schwankungen wie weiter oben beschrieben bei europäischen Indizes oder dem MSCI World. 

Wer also die Wertschwankungen in seinem Depot verringern möchte, sollte besser auf Indexfonds als auf wenige Einzelwerte setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

  • Mit kostengünstigen ETFs bauen Sie einfach Vermögen auf.
  • Unsere ETF-Empfehlungen für MSCI-World-ETFs: iShares (WKN: A0RPWH), Source (WKN: A0RGCS) und Xtrackers (WKN: DBX1MW); für MSCI-All-Countries-World-ETFs: SPDR (WKN: A1JJTC) und iShares (WKN: A1JMDF).

Zum Ratgeber

Wie funktioniert die Gewichtung im Dax?

Ob ein Unternehmen in den Dax aufgenommen wird und wie stark es darin gewichtet wird, dafür sind zwei Faktoren entscheidend: die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Grundlage für die Marktkapitalisierung ist der Streubesitz. Dabei handelt es sich um frei handelbare Aktien, die nicht in der Hand von Großaktionären sind. Nur diese fließen in die Berechnung der Marktkapitalisierung mit ein. Mindestens 10 Prozent der Unternehmensaktien müssen, so die Vorgabe, in Streubesitz sein.

Die Aktien des Unternehmens müssen außerdem fortlaufend in Xetra gehandelt werden, dem elektronischen Handelssystem der Frankfurter Börse, und die Unternehmen müssen sich den Kriterien des sogenannten Prime Standard der Börse anschließen. Das bedeutet unter anderem, dass sie regelmäßig Geschäftsberichte veröffentlichen müssen.

Eine Reihe von Indexregeln stellt sicher, dass sich kurzfristige Kursbewegungen in Xetra oder Änderungen beim Streubesitz nicht unmittelbar auf die Zusammensetzung des Index auswirken. Eine ordentliche Anpassung des Index findet einmal pro Jahr statt, weitere Überprüfungen unternimmt der Arbeitskreis Aktienindizes in vierteljährlichem Rhythmus.

Im Laufe der Jahre hat die Deutsche Börse nach diesem Verfahren fast 40 Unternehmen ausgetauscht, manche sind neu, andere – wie etwa Continental – fielen gleich mehrfach heraus, sind aber heute wieder im Index. Zwölf Unternehmen sind seit der ersten Berechnung im Jahr 1988 Teil des Dax. 2018 schied mit der Commerzbank ein bekanntes Gründungsmitglied aus dem Index. Neu aufgenommen wurde dafür das Softwareunternehmen Wirecard. Drei weitere Mitglieder (Daimler, Eon, Thyssen-Krupp) sind aus fusionierten oder umbenannten Erstmitgliedern hervorgegangen.

Der Austausch umsatzschwacher und weniger kapitalisierter Unternehmen stellt sicher, dass die 30 Dax-Unternehmen seit Gründung des Index kontinuierlich etwa vier Fünftel des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals repräsentieren. Auf diese Weise konnte der Dax seinen Ruf als Abbild des Börsengeschehens in Deutschland wahren – auch wenn viele der größten deutschen Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe nicht börsennotiert sind und damit im Dax fehlen.

Für die Deutsche Börse war der Dax von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Neben ihrem Leitindex entwickelte sie im Lauf der Zeit weitere Indizes für andere Marktsegmente, zum Beispiel für mittlere und kleinere Unternehmen (M-Dax und S-Dax), für Technologieunternehmen (Tec-Dax) oder auch für bestimmte Anlagestrategien (Div-Dax).

In den Dax fließen auch Dividenden ein

Ausgangspunkt des ersten Dax-Kurses waren die Schlusskurse der 30 ausgewählten deutschen Standardwerte vom 31. Dezember 1987. Sie repräsentierten den Indexwert 1.000.

Üblicherweise wird der Dax – anders als andere Indizes wie etwa der Euro Stoxx 50 oder der Dow Jones – als Performance-Index („total return index“) notiert. Dividenden und sonstige Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten, fließen so in die Indexberechnung ein. Für den Anleger ist dieses Verfahren besser als eine Berechnung als Kursindex („price index“), bei dem die positiven Effekte von Dividendenzahlungen herausgerechnet werden.

Notierungen des Dax als Kursindex gibt es auch, allerdings werden sie nicht oft verwendet. Zum Vergleich: Den höchsten Schlusskurs als Performance-Index erreichte der Dax am 23. Januar 2018 mit 13.559 Punkten. Als Kursindex schloss er an dem Tag gerade einmal bei 6.426 Punkten.

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 12. August 2019


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