Indexfonds Dax (Dax-ETFs)

Die wichtigsten Aktien aus Deutschland reichen nicht aus

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 15. Mai 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Deutsche Aktienindex (Dax) bündelt die 30 deutschen Unternehmen mit dem größten Wert an der Börse.
  • Verlustrisiken sind beim Dax auf wenige Unternehmen verteilt. Die Kursausschläge können daher größer ausfallen als bei internationalen Aktien-ETFs.
  • Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kann Dax-ETFs als Ergänzung zu einer insgesamt breiter gestreuten Anlage nutzen.
So gehen Sie vor

Der deutsche Aktienindex (Dax) ist der wichtigste und bekannteste Aktienindex hierzulande. Er umfasst die 30 deutschen Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert, berechnet mit der Formel: Anzahl der Aktien mal Kurs. Bei Anlegern ist der Dax sehr beliebt und war es in Zeiten der Corona-Krise noch einmal mehr: Im März 2020 bildeten drei der zehn meistgehandelten Indexfonds (ETFs) den Dax ab. Zwei weitere setzen auf einen Kursrückgang des Dax.

Welche Dax-ETFs gibt es?

Bekanntheit und Beliebtheit sind aber kein Maß für eine gute Geldanlage. Wichtiger für die langfristige Vermögensbildung ist, ob eine Anlage in Aktien breit über Länder, Branchen und Währungen streut. Nur so sind die Risiken auf viele Schultern verteilt. Dax-ETFs sollten daher einer breiter gestreuten Aktienanlage bestenfalls beigemischt sein.

Die wichtigsten ETFs auf den Dax

NameGebühr
pro Jahr
Verwendung
der Dividenden
verwaltetes
Vermögen
(in Mio. €)
Auflagedatum
iShares (DE0005704779)0,16 %thesaurierend5.040

27.12.2000

Xtrackers (DE000A0MEKV00,09 %thesaurierend2.960

10.01.2007

Deka (DE000ETFL011)0,15 %thesaurierend871

14.03.2008

Comstage (DE000A1PHXX3)0,08 %ausschüttend84421.08.2008
Deka (DE000A0V8CX0)0,15 %ausschüttend75623.06.2008
Lyxor (DE000A0JZFW9)0,15 %thesaurierend57401.06.2006
Xtrackers (LU0838782315)0,09 %ausschüttend38028.11.2012

Quelle: Börse Frankfurt (Stand: 13. Mai 2020)

Alle genannten ETFs kaufen die Aktien, die im Dax vertreten sind, auch wirklich nach: Es sind sogenannte physisch-replizierende ETFs. Die drei größten ETFs stecken Dividenden wieder in den Fonds, das wird auch Thesaurierung genannt. Für Sparer, die Vermögen aufbauen wollen, sind solche ETFs besser geeignet. Wer dagegen auf regelmäßige Einkünfte angewiesen ist, sollte einen ETF wählen, der Dividenden ausschüttet. Die Ausschüttung bekommen Sie dann auf Ihr Konto gutgeschrieben.

Welche Unternehmen stecken im Dax?

So beliebt der Dax bei deutschen Anlegern auch ist, wenn es um die langfristige Geldanlage geht, sollte er nicht die erste Wahl sein. Das Grundproblem des Dax ist, dass die Verlustrisiken auf nur 30 Unternehmen verteilt sind. Außerdem stammen die Dax-Firmen aus einigen wenigen Branchen.

Mit den fünf Chemie- und Pharmaunternehmen Linde, BASF, Bayer, Fresenius Medical Care und Merck entfällt gut ein Fünftel der Dax-Gewichtung auf diese Branche. Die Automobilindustrie erreicht mit Volkswagen, Daimler, BMW und dem Zulieferer Continental knapp ein Siebtel Gewicht. Nimmt man die Softwareunternehmen SAP und Wirecard hinzu, ist fast die 50-Prozent-Marke erreicht. Drei Branchen bestimmen somit nahezu die Hälfte des Dax-Werts. 

Ähnlich eng wird es bei der Anzahl der Unternehmen: Die sieben Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen gut die Hälfte des Dax-Anlagekapitals aus (Stand: Mai 2020) – und haben großen Einfluss auf den Kurs des Aktienindexes.

Zusammensetzung des Dax

NameBrancheIndexgewichtung
in Prozent
SAPSoftware12,46
LindeChemie8,52
SiemensElektrotechnik7,07
VolkswagenAutomobilproduktion6,34
Deutsche TelekomTelekommunikation6,22
AllianzVersicherung6,02
BayerChemie und Pharma5,43
BASFChemie3,39
AdidasSportartikel3,86
Deutsche PostTransport3,24
BMWAutomobilproduktion3,14
Daimler

Automobilproduktion

3,10
HenkelKonsumprodukte3,09
Deutsche BörseBörse2,71
Münchener RückVersicherung2,58
VonoviaImmobilien2,51
E.ONEnergieversorgung2,33
BeiersdorfKonsumprodukte2,28
FreseniusMedizintechnik2,16
Fresenius Medical CareChemie und Pharma

2,11

InfineonHalbleiter2,10
RWEEnergieversorgung1,48
ContinentalAutomobilzulieferer1,46
MerckChemie und Pharma1,31
Deutsche BankBanken1,27
WirecardSoftware1,02
HeidelbergCementBaustoffe0,78
MTU Aero EnginesMaschinenbau0,61
CovestroWerkstoffe0,52
Deutsche LufthansaTransport0,34

Quelle: Finanzen.net, Finanztip-Berechnung (Stand: 13. Mai 2020)

Für Anleger bedeutet das: Schlechte Nachrichten zu einigen wenigen Branchen oder zu den Dax-Schwergewichten führen zu Kursabschwüngen und damit zu Vermögenseinbußen. Natürlich können Anleger bei positiven Nachrichten auch von Kurszuwächsen profitieren.

Allerdings bleibt das Grundproblem erhalten: Ein Anleger setzt mit dem Dax gerade nicht auf die Entwicklung der gesamten heimischen Wirtschaft, sondern konzentriert sich auf wenige Branchen. Eine vernünftige Streuung des Risikos auf viele Unternehmen und Branchen bleibt damit auf der Strecke.

Wie schlägt sich der Dax im Vergleich zum Weltaktienindex?

Eine bessere Risikostreuung bekommen Indizes hin, die ausreichend viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen, Ländern und Währungsräumen bündeln. Ein Index, der diesen Vorgaben besonders gut entspricht, ist der Weltaktienindex MSCI World. Statt 30 Unternehmen aus einem Land – wie beim Dax – bildet der MSCI World mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Die Verteilung (sogenannte Diversifikation) beim MSCI könnte zwar noch besser sein: Im Februar 2020 vereinten US-amerikanische Unternehmen rund 63 Prozent des Indexgewichts auf sich. Dennoch sind Anleger mit einem ETF auf den MSCI World sehr viel breiter aufgestellt als mit einem Dax-ETF.

Für die Wertentwicklung eines Index bedeutet eine breitere Streuung in der Regel, dass der Index weniger schwankt – nach oben wie nach unten – verglichen mit enger gefassten Indizes. Wir haben zwei ETFs, jeweils einen auf den Dax und MSCI World, auf die Schwankungsbreite hin untersucht und dafür die Wertentwicklung der Jahre 2010 bis 2019 angeschaut.

Rendite und Schwankung von Indizes (2010 bis 2019)1

 Rendite in % pro JahrSchwankungsbreite in % pro Jahr1
Dax-ETF
(ISIN: LU0274211480)
818,8
MSCI World-ETF
(ISIN: LU0274208692)2
12,113,6

1 Zur Berechnung der Volatilität verwenden wir Tagesdaten.
2 Die Kurse des Xtrackers ETF auf den MSCI World haben wir anhand tagesaktueller Wechselkurse in Euro umgerechnet. Nur so sind die ETFs vergleichbar.
Quelle: Xtrackers, Finanztip-Berechnung (Stand: 14. Mai 2020)

Zwischen Anfang 2010 und Ende 2019 hat der Xtrackers-ETF auf den MSCI World im Vergleich zum Dax jedes Jahr 4,1 Prozentpunkte Rendite mehr erzielt, bei gleichzeitig geringeren Kursausschlägen nach oben und unten. Anleger, die auf den breiten Weltaktienindex vertraut haben, verdienten über die Jahre also deutlich mehr und waren weniger Wertschwankungen ausgesetzt.

Maximale Kursverluste beim Dax höher

Die höhere Schwankungsanfälligkeit des Dax zeigt sich auch, wenn man die höchsten Verluste der Indizes ausgehend von einem einmal erreichten Kurs betrachtet.

Im Zuge der Corona-Krise verlor der Dax gemessen am Xtrackers ETF (ISIN: LU0274211480) – Anfang März 2020 in wenigen Tagen knapp 39 Prozent seines Werts. Der breitere MSCI World Aktienindex gemessen am Xtrackers ETF (ISIN: LU0274208692)  gab maximal knapp 34 Prozent nach. Von Mitte Mai 2019 bis Mitte Mai 2020 lag der Dax-ETF noch mit knapp 2 Prozent im Minus, der MSCI World-ETF kam im gleichen Zeitraum auf 5,5 Prozent Plus.

In den vergangenen zehn Jahren verloren MSCI World und Dax unmittelbar im Anschluss an die Finanzkrise am meisten (zwischen dem Sommer 2007 und Frühjahr 2009). Damals gab der Xtrackers ETF auf den Dax in eindreiviertel Jahren knapp 55 Prozent seines Werts ab, der entsprechende MSCI World-ETF gut 53 Prozent. Während der ETF auf den Weltaktienindex den Verlust nach ziemlich genau vier Jahren, im Frühjahr 2013, wieder aufgeholt hatte, brauchte der Dax-ETF etwas länger.

Deutlicher werden die Unterschiede, wenn man etwas weiter zurückschaut. So verlor der Dax beim Platzen der Internetblase im Jahr 2000 bis zum Tief Anfang 2003 fast 70 Prozent seines Werts. Der MSCI World büßte ebenfalls Wert ein, allerdings rund 14 Prozentpunkte weniger als der Dax. Anschließend konnte der Dax sich etwas deutlicher erholen als der MSCI World. 

Verlustphasen im Dax und MSCI World

EreignisZeitraum1Verlust in % 
  DaxMSCI World
Platzen der Internetblase22000 - 200368,354,2
Finanzkrise32007 - 200954,953,4
Corona-Krise3202038,833,9

1 gemessen vom jeweils unterjährigen Hoch bis zum unterjährigen Tiefstand 
2 Wir verwenden näherungsweise Monatsdaten des Dax-Performance-Index und des MSCI World in Euro vor Steuerabzug (gross). Die Verluste auf Tagesbasis könnten höher ausfallen.
3 Wir betrachten Tagesdaten der Xtrackers ETFs auf den Dax (ISIN: LU0274211480) und MSCI World (ISIN: LU0274208692), umgerechnet in Euro.
Quelle: finanzen.net, Xtrackers, MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: 13. Mai 2020)

Anlegen im Heimatmarkt ist riskant

Neben der Risikobetrachtung spielt beim Dax noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Nur wer außerhalb Deutschlands anlegt, entkoppelt die Entwicklung des Aktienportfolios von der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Landes.

Wer in Deutschland lebt und arbeitet, hängt bereits in vielen Bereichen seines Lebens von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung ab: Staatliche Leistungen, die Gehaltsentwicklung, das Angebot an Arbeitsplätzen und viele weitere Aspekte der eigenen finanziellen Situation sind abhängig von der Konjunktur vor Ort.

Wer dann auch noch in deutsche Unternehmen investiert, erleidet bei einem wirtschaftlichen Abschwung einen doppelten Verlust. Nicht nur die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird schlechter, sinkende Aktienkurse schmälern dann auch noch das Vermögen.

Finanztip empfiehlt ETFs auf den MSCI World

Wegen der schlecht gestreuten Anlage und tendenziell größeren Kursausschlägen beim Dax, sollten Anleger eher auf den Weltaktienindex MSCI World bauen – und Dax-ETFs bestenfalls in geringem Maße beimischen. Welche ETFs wir empfehlen, lesen Sie in unserem Ratgeber Wertpapierdepot

Zum Vermögensaufbau eignen sich die MSCI-World-ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (ISIN: IE00B60SX394) oder Xtrackers (ISIN: LU0274208692). Sie alle sind bereits mindestens fünf Jahre am Markt und es ist ausreichend Geld darin investiert – die Indizes lassen sich also gut am Markt kaufen oder verkaufen. Eröffnen Sie dafür, falls noch nicht vorhanden, ein kostenloses Wertpapier-Depot.

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH
  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Xtrackers MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00BJ0KDQ92 / WKN A1XB5U
  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Source MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B60SX394 / WKN A0RGCS
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar

Auch europäische Indizes kommen als Beimischung in Frage – für alle, die dem US- und damit Dollar-lastigem MSCI World ein wenig mehr Europa-Anteil verschaffen wollen. Ebenfalls im Frühjahr 2020 haben wir die besten ETFs auf den Stoxx Europe 600 und den MSCI Europe herausgefiltert.

Einzelne Aktien nicht zum Sparen geeignet

Viele Anleger verlassen sich immer noch auf ihr Gespür und versuchen, sich die vermeintlich richtigen Einzelwerte zum richtigen Zeitpunkt in ihr Depot zu legen. Diese Spekulation mit Aktien kann im Einzelfall aufgehen, für einen systematischen Vermögensaufbau ist sie jedoch ungeeignet.

In Zeiten der Corona-Krise lässt sich das gut sehen. So zählen alle drei im Dax gelisteten Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW und der Zulieferer Continental im ersten Quartal 2020 zu den Aktien, die am meisten verloren haben. Daimler führt die Gruppe an mit einem Kurseinbruch von knapp 45 Prozent. Wenn Fabrikhallen leer-, Fließbänder stillstehen und dazu noch der internationale Absatz stagniert, ist plötzlich die gesamte Industrie unter Druck. 

Im Jahr 2018 war Bayer das Dax-Gespräch. Kaum hatte der Chemiekonzern im Juni des Jahres den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto übernommen, musste sich das neue Tochterunternehmen mehreren Klagen stellen. Im August 2018 verurteilte ein US-Gericht Monsanto zu einer Zahlung von 254 Millionen Euro, da ein vom Unternehmen vertriebenes Pflanzenschutzmittel Krebs auslösend gewirkt habe. In der darauffolgenden Woche verlor die Aktie von Bayer fast ein Viertel ihres Wertes. Da sich auch in der folgenden Zeit immer wieder Kläger wegen gesundheitlicher Schäden durch Monsanto-Produkte meldeten, sank der Preis pro Bayer-Aktie Anfang August 2019 auf rund 93 Euro. Innerhalb eines Jahres hat die Bayer-Aktie damit fast 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Wer in diesem Zeitraum bei seiner Altersvorsorge oder einem Sparziel allein auf diesen einen Dax-Wert gesetzt hatte, verlor damit fast die Hälfte seines Geldes.

Dem Dax insgesamt hat diese Entwicklung auch geschadet. Da der Index den gewichteten Durchschnitt der Aktienkurse abbildet, schwankt er weniger als die Einzelwerte. Noch geringer sind die Schwankungen wie weiter oben beschrieben bei europäischen Indizes oder dem MSCI World. 

Wer also die Wertschwankungen in seinem Depot verringern möchte, sollte besser auf Indexfonds als auf wenige Einzelwerte setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

Zum Ratgeber

Wie funktioniert die Gewichtung im Dax?

Ob ein Unternehmen in den Dax aufgenommen wird und wie stark es darin gewichtet wird, dafür sind zwei Faktoren entscheidend: die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Grundlage für die Marktkapitalisierung ist der Streubesitz. Dabei handelt es sich um frei handelbare Aktien, die nicht in der Hand von Großaktionären sind. Nur diese fließen in die Berechnung der Marktkapitalisierung mit ein. Mindestens 10 Prozent der Unternehmensaktien müssen, so die Vorgabe, in Streubesitz sein.

Die Aktien des Unternehmens müssen außerdem fortlaufend in Xetra gehandelt werden, dem elektronischen Handelssystem der Frankfurter Börse, und die Unternehmen müssen sich den Kriterien des sogenannten Prime Standard der Börse anschließen. Das bedeutet unter anderem, dass sie regelmäßig Geschäftsberichte veröffentlichen müssen.

Eine Reihe von Indexregeln stellt sicher, dass sich kurzfristige Kursbewegungen in Xetra oder Änderungen beim Streubesitz nicht unmittelbar auf die Zusammensetzung des Index auswirken. Eine ordentliche Anpassung des Index findet einmal pro Jahr statt, weitere Überprüfungen unternimmt der Arbeitskreis Aktienindizes in vierteljährlichem Rhythmus.

Im Laufe der Jahre hat die Deutsche Börse nach diesem Verfahren fast 40 Unternehmen ausgetauscht, manche sind neu, andere – wie etwa Continental – fielen gleich mehrfach heraus, sind aber heute wieder im Index. Zwölf Unternehmen sind seit der ersten Berechnung im Jahr 1988 Teil des Dax. 2018 schied mit der Commerzbank ein bekanntes Gründungsmitglied aus dem Index. Neu aufgenommen wurde dafür das Softwareunternehmen Wirecard. Drei weitere Mitglieder (Daimler, Eon, Thyssen-Krupp) sind aus fusionierten oder umbenannten Erstmitgliedern hervorgegangen.

Der Austausch umsatzschwacher und weniger kapitalisierter Unternehmen stellt sicher, dass die 30 Dax-Unternehmen seit Gründung des Index kontinuierlich etwa vier Fünftel des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals repräsentieren. Auf diese Weise konnte der Dax seinen Ruf als Abbild des Börsengeschehens in Deutschland wahren – auch wenn viele der größten deutschen Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe nicht börsennotiert sind und damit im Dax fehlen.

Für die Deutsche Börse war der Dax von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Neben ihrem Leitindex entwickelte sie im Lauf der Zeit weitere Indizes für andere Marktsegmente, zum Beispiel für mittlere und kleinere Unternehmen (M-Dax und S-Dax), für Technologieunternehmen (Tec-Dax) oder auch für bestimmte Anlagestrategien (Div-Dax).

In den Dax fließen auch Dividenden ein

Ausgangspunkt des ersten Dax-Kurses waren die Schlusskurse der 30 ausgewählten deutschen Standardwerte vom 31. Dezember 1987. Sie repräsentierten den Indexwert 1.000.

Üblicherweise wird der Dax – anders als andere Indizes wie etwa der Euro Stoxx 50 oder der Dow Jones – als Performance-Index („total return index“) notiert. Dividenden und sonstige Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten, fließen so in die Indexberechnung ein. Für den Anleger ist dieses Verfahren besser als eine Berechnung als Kursindex („price index“), bei dem die positiven Effekte von Dividendenzahlungen herausgerechnet werden.

Notierungen des Dax als Kursindex gibt es auch, allerdings werden sie nicht oft verwendet. Zum Vergleich: Den höchsten Schlusskurs als Performance-Index erreichte der Dax am 23. Januar 2018 mit 13.559 Punkten. Als Kursindex schloss er an dem Tag gerade einmal bei 6.426 Punkten.

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 15. Mai 2020


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