MSCI World: ETF-Vergleich

Die besten Indexfonds auf den MSCI World

Sara Zinnecker Stand: 11. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Weltaktienindex MSCI World fasst Aktien der 1.600 größten Unternehmen zusammen.
  • Die Wertentwicklung dieses Weltaktienindex wird von verschiedenen Anbietern nachgebildet. Zwölf Anbieter erfüllen die Finanztip-Kriterien.
  • Bei der Wertentwicklung nach Kosten unterscheiden sich die ETFs nur geringfügig. 
  • Derzeit beeinträchtigt das Corona-Virus alle Lebensbereiche. Was Sie jetzt zur Geldanlage und verschiedenen Anlageformen wissen sollten, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie noch kein kostenloses Wertpapierdepot haben, eröffnen Sie eins.
  • Wollen Sie möglichst einfach Vermögen aufbauen, wählen Sie einen thesaurierenden ETF aus unserer Tabelle. Diese ETFs legen Dividenden im Fondsvermögen automatisch wieder an. 
  • Legen Sie Wert auf Dividenden, wählen Sie einen ausschüttenden ETF aus unserer Tabelle
  • Stellen Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrem Depotanbieter, um Steuerabzüge zu vermeiden.

Börsengehandelte Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World sind ein gutes Fundament für ein gemischtes Anlageportfolio. An der Frankfurter Börse sind Anfang 2020 17 solcher Exchange Traded Funds (ETFs) gelistet. Sie alle versprechen den Anlegern, die Wertentwicklung des MSCI-World-Index möglichst genau nachzubilden. Doch sind die Produkte alle gleich gut?

Hinweis: Derzeit berührt das Thema Corona-Virus alle Lebensbereiche. Auch die Aktienbörsen haben in den vergangenen Wochen massiv an Wert verloren. Was Sie jetzt zur Aktienanlage (besonders in ETFs) und die Situation in anderen Anlageklassen wissen sollten, lesen Sie in unserem Blogbeitrag. Die Grundaussagen dieses Textes bleiben davon unberührt.

Welche ETFs empfiehlt Finanztip?

Wir empfehlen zwölf ETFs, die unsere Finanztip-Kriterien für ETFs erfüllen. Mehr dazu lesen Sie am Ende des Ratgebers. Die ETFs haben wir in zwei Gruppen eingeteilt: in Fonds, die ihre laufenden Erträge aus Dividenden wieder anlegen (thesaurieren), und in solche, die Gewinne an die Anleger ausschütten. 

Die Fonds unterscheiden sich zudem in der Art, wie sie den Index nachbilden. Einige kaufen eine optimierte Auswahl der im Index enthaltenen Aktien (physisch replizierende ETFs). Andere lassen sich die Wertentwicklung des MSCI World von einer Bank zusichern und gehen mit ihr ein Tauschgeschäft ein (synthetisch replizierende ETFs). Im ETF-Ratgeber erläutern wir die Unterschiede näher.

Die Tabelle liefert eine Übersicht, welcher Bauart die zwölf getesteten ETFs jeweils folgen.

ETFs auf den MSCI World nach Bauart

Art der NachbildungVerwendung der Dividenden 
 ausschüttendthesaurierend
physisch replizierend

iShares

(ISIN: IE00B0M62Q58)

iShares (ISIN:
IE00B4L5Y983)
 

HSBC

(ISIN: DE000A1C9KL8)

 
 

UBS

(ISIN: IE00B7KQ7B66)

UBS 

(ISIN: IE00BD4TXV59)

 Xtrackers
(ISIN: IE00BK1PV551)
Xtrackers 
(ISIN: IE00BJ0KDQ92)
synthetischLyxor (ISIN: FR0010315770)Source (ISIN: IE00B60SX394)
 Comstage (ISIN: LU0392494562)Xtrackers (ISIN: LU0274208692)
  Amundi 
(ISIN: LU1681043599)


Quelle: Finanztip (Stand: 5. März 2020)

Der MSCI World Index fasst Aktien der 1.600 größten Unternehmen der Industriestaaten zusammen. Alle der von uns betrachteten ETFs haben sich auf die Fahne geschrieben, den sogenannten MSCI-World-Netto-Index nachzubilden. 

Er misst die Wertentwicklung der im Index enthaltenen Aktien inklusive Dividenden nach Abzug der Quellensteuer. Das ist eine Kapitalertragssteuer, die ausländische Investoren (die Fondsgesellschaft) an den Staat zahlen müssen, in dem die Aktiengesellschaft ansässig ist. 

Wie schneiden wiederanlegende ETFs auf den MSCI World ab?

Von den zwölf näher betrachteten ETFs auf den MSCI World sind fünf wiederanlegende Indexfonds: die ETFs der Anbieter 

  • Amundi (ein französischer Vermögensverwalter)
  • iShares (gehört zum US-Vermögensverwalter Blackrock)
  • Source (gehört zum US-Fondshaus Invesco)
  • UBS (Schweizer Großbank)
  • Xtrackers (gehört zur Fondsgesellschaft DWS, Mehrheitsaktionär ist die Deutsche Bank)

Im Fünf-Jahres-Zeitraum 2015 bis 2019 haben alle ETFs eine ordentliche Wertentwicklung hingelegt, vier der sechs ETFs haben sogar besser abgeschnitten als der Vergleichsindex, zwei lagen knapp darunter. Am besten schnitt wie im Vorjahr der iShares-ETF (ISIN: IE00B4L5Y983) ab. Der ETF kauft eine Auswahl an Aktien des MSCI World an. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom „optimierten Sampling“.

Gewinn der wiederanlegenden ETFs (2015 bis 2019)

Index/ETFArt der
Nachbildung
Kosten
(TER) p.a.
Wertentwicklung
p.a.

Gewinn,
Anlage 
10.000 €  

MSCI World Netto-Index  10,53%6.500 €
iShares Core 
(ISIN: IE00B4L5Y983)
physisch0,2 %10,65%6.590 €
Xtrackers Swap 
(ISIN: LU0274208692)
synthetisch0,45 %10,60%6.547 €
Xtrackers 
(ISIN: IE00BJ0KDQ92)
physisch0,19 %10,59%

6.540 €

Source
(ISIN: IE00B60SX394)
synthetisch0,19%10,58%6.533 €
Amundi
(ISIN: LU1681043599)
synthetisch0,38%10,50%6.476 €
UBS
(ISIN: IE00BD4TXV59)
physisch0,3%10,48%6.463 €

Quellen: MSCI, ETF-Anbieter, Finanztip-Berechnungen (Stand: 5. März 2020)

Ein Anleger, der Anfang 2015 beispielsweise 10.000 Euro in den iShares-ETF investierte, hat bis Ende 2019 einen Gewinn von etwa 6.590 Euro erzielt. Bei den ETFs der UBS hätte der Sparer in fünf Jahren gut 6.460 Euro verdient – ein Unterschied von rund 130 Euro.

In unserer Analyse von 2020 hat der ETF von iShares wie im Vorjahr etwas besser abgeschnitten als die Wettbewerber. Der teurere synthetische ETF der Marke Xtrackers liegt 2020 näher am Index als das physische, günstigere Pendant aus dem eigenen Hause oder der ebenfalls günstigere ETF von Source.

Kosten kein verlässlicher Indikator

Das Ergebnis zeigt: Die Kosten (TER) sollten für Sie bei der Wahl des passenden ETFs nicht die entscheidende Rolle spielen. Denn ein vergleichsweise teurer ETF kann in der Wertentwicklung schon mal besser abschneiden als ein nach TER günstigerer.

Das liegt daran, dass ETF-Anbieter am Ende immer mehrere Möglichkeiten haben, Renditepunkte gutzumachen. Sie können Wertpapiere verleihen, nur eine Auswahl von Aktien des Index tatsächlich nachkaufen oder – beim synthetischen ETF – ein gutes oder weniger gutes Tauschgeschäft (Swap genannt) mit einer Bank abschließen. Die Kosten allein sind also nicht entscheidend.

Mehr zu den Auswahlkriterien für einen guten ETF lesen Sie weiter unten im Ratgeber.

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Wie schneiden ausschüttende ETFs auf den MSCI World ab?

Ausschüttende ETFs entwickeln sich im Wert immer schlechter als wiederanlegende ETFs. Das liegt daran, dass Anleger regelmäßig Dividenden gutgeschrieben bekommen. Diese Dividenden fehlen dann aber im Fondsguthaben. Um die ausschüttenden ETFs vergleichen zu können, haben wir die Wertentwicklung errechnet, die sich ergibt, wenn die Dividenden wie bei einem thesaurierenden Fonds wiederangelegt würden.

Gewinn der ausschüttenden ETFs (2015 bis 2019)

Index/ETFArt der
Nachbildung
Kosten
(TER) p.a.
Wertentwicklung
p.a.
Gewinn,
Anlage 10.000 €
MSCI World Netto-Index  10,53 %6.500 €
Comstage 
(ISIN: LU0392494562)
synthetisch0,2 %10,62 %6.566 €
Lyxor
(ISIN: FR0010315770)
synthetisch0,3 %10,57 %6.525 €
HSBC MSCI World (ISIN: DE000A1C9KL8)physisch0,15 %10,54 %6.502 €
UBS ETF (IE) 
(ISIN: IE00B7KQ7B66)
physisch0,3 %10,48 %6.463 €
iShares USD
(ISIN: IE00B0M62Q58)
physisch0,5 %10,39 %6.389 €
UBS ETF (LU)
(ISIN: LU0340285161)
physisch0,3 %10,31 %6.336 €

Quellen: MSCI, ETF-Anbieter, Finanztip-Berechnungen (Stand: 5. März 2020)

Von den fünf untersuchten ausschüttenden Fonds schneidet der Comstage ETF (ISIN: LU0392494562) nach Kosten am besten ab. Verglichen haben wir die Wertentwicklung im Fünf-Jahres-Zeitraum 2015 bis 2019. Zusammen mit Comstage können auch die ETFs von Lyxor (ISIN: FR0010315770) und der HSBC (ISIN: DE000A1C9KL8) den Referenzindex schlagen. Die weiteren ausschüttenden ETFs bleiben in der diesjährigen Analyse hinter dem Vergleichsindex. 

Ein Anleger, der Anfang 2015 10.000 Euro in den Comstage ETF investierte, hat demzufolge bis Ende 2019 einen Gewinn von gut 6.560 Euro erzielt. Beim ETF von iShares (ISIN: IE00B0M62Q58) wären es dagegen knapp 6.390 Euro gewesen – ein Unterschied von 170 Euro. 

In unserer Analyse haben die beiden synthetischen ETFs mit Gesamtkosten (TER) von 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozent am besten abgeschnitten. Der nach TER günstigste ETF der HSBC und weitere ETFs mit ebenfalls 0,3 Prozent laufenden Kosten blieben in der Wertentwicklung dagegen etwas zurück. Die Kosten dienen auch in diesem Fall nicht als verlässlicher Indikator dafür, wie gut ein ETF am Ende abschneidet. 

Sonderfall Vanguard

Seit Herbst 2018 bietet der US-Vermögensverwalter Vanguard seine ETFs auch auf dem europäischen Markt an. Nach Blackrock ist Vanguard der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, Unternehmensgründer Jack Bogle gilt als der Erfinder der ETFs. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert, sondern genossenschaftlich organisiert: Eigentümer des Unternehmens sind die US-Fonds, die wiederum in der Hand vieler Anleger liegen. Für viele Anleger ist das ein Grund, in Vanguard-Fonds zu investieren.

In Deutschland lassen sich zwei weltweit ausgerichtete ETFs von Vanguard kaufen: einer bildet dabei die größten Aktien der industrialisierten Welt ab, Vanguard Developed Countries-ETFs (ISIN: IE00BKX55T58), der andere investiert auch in Schwellenländer. Vanguard nutzt dabei allerdings nicht Indexdaten von MSCI als Referenz für die Wertentwicklung der ETFs, sondern die des britischen Indexanbieters FTSE. Da die Indexdaten von FTSE für Finanztip nicht zugänglich waren, konnten wir die ETFs nicht entsprechend unserer Kriterien analysieren – und können sie demnach auch nicht empfehlen. 

Im Vergleich zum MSCI World hat der Vanguard Developed Countries-ETFs (ISIN: IE00BKX55T58) den MSCI World leicht geschlagen. Zwischen 2015 und 2019 hat er pro Jahr im Durchschnitt 10,62 Prozent an Wert gewonnen. Der ETF kauf Indexaktien nach und schüttet Dividenden aus. 

Interessieren Sie sich für den Vanguard ETF, der die größten Firmen der Welt inklusive Schwellenländer abbildet, lesen Sie weiter im Ratgeber MSCI ACWI.

Wie finden Sie den geeigneten ETF?

Welche ETF-Variante die beste Wahl ist, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden. Ein paar Kriterien helfen Ihnen aber bei der Wahl.

Gutes Gefühl - Auch, wenn physische und synthetische ETFs objektiv gesehen vergleichbar sicher sind: Falls Sie befürchten, mit einem synthetischen ETF im Depot nicht ruhig schlafen zu können, sollten Sie lieber einen physischen wählen.

Dividenden nutzen - Sofern Sie einen ausschüttenden ETF wählen, bekommen Sie die Dividenden einmal jährlich gutgeschrieben – und können damit arbeiten. Beispielsweise können Sie damit die anfallende Abgeltungssteuer begleichen, wenn die Dividendenzahlungen den jährlichen Freibetrag bei Kapitalerträgen (801 Euro für Singles, 1.602 Euro für Verheiratete) übersteigen.  

Vermögen aufbauen - Sparen Sie Dividenden dagegen in einem thesaurierenden ETF an, profitieren Sie davon, dass Dividenden das Fondsvermögen mehren und mitverzinst werden. Seit 2018 wird bei thesaurierenden Fonds jährlich eine Pauschale besteuert.

Für Sparer, die nicht mehr als 801 Euro (Singles) oder 1.602 Euro (Verheiratete) im Jahr an Kapitalerträgen erzielen und einen Freistellungsauftrag gestellt haben, entfällt jedoch der Steuerabzug. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Detailartikel zur Investementsteuerreform.

Beim Kauf Geld sparen - ETFs kaufen Sie am günstigsten bei Onlinebanken oder Brokern. Im Ratgeber Wertpapierdepot haben wir die besten herausgefiltert. 

Warum sind Steuern, Kosten und Währung weniger wichtig?

Viele Anleger blicken bei der Wahl eines ETFs auf die steuerliche Handhabe, die Gesamtkostenquote des ETFs (Total Expense Ratio, TER) und darauf, ob ein ETF in Euro oder Dollar notiert ist. Diese Auswahlkriterien spielen nach Meinung von Finanztip tatsächlich aber eine geringe Rolle.

Seit 2018 gleiche Besteuerung für alle ETFs

Bis Ende 2017 war die Abgeltungssteuer ein Grund für Anleger, physisch wiederanlegende ETFs eher zu meiden. Oft sind solche ETFs im Ausland aufgelegt. Bis 2017 galt, dass Anleger sich selbst darum kümmern mussten, die sogenannten ausschüttungsgleichen Erträge zu versteuern. Sie durften es nicht versäumen, alle Jahre wieder die entsprechenden Erträge samt Quellensteuererstattung in der Steuererklärung anzugeben. Sie müssen die Unterlagen aufheben, bis sie den Fonds verkaufen.

2018 hat sich dies geändert: Dank der Reform des Investmentsteuergesetzes folgen alle ETFs – egal ob physisch, synthetisch, ausschüttend oder thesaurierend – derselben Logik bei der Besteuerung: Nun gibt es eine Formel, nach der sich jedes Jahr eine pauschale Wertsteigerung (sogenannte Vorabpauschale) des Fonds berechnet. Auf diese Pauschale müssen Sie als Anleger dann Abgeltungssteuer zahlen. Die Steuer führt die Depotbank direkt an den Fiskus ab. Wollen Sie dies vermeiden, sollten Sie darauf achten, einen ausreichend hohen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank einzurichten.

Details zur neuen Besteuerung einzelner ETF-Typen seit 2018 finden Sie im Detailartikel zu den thesaurierenden Fonds, ausführliche Beispielrechungen in unserem Detailartikel zum Investmentsteuergesetz und in unserem Blogbeitrag

Kosten bestimmen die Wertentwicklung eines ETF nicht allein 

Die Finanztip-Analysen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass weder die Gesamtkostenquote (TER) des jeweiligen ETFs noch die Annäherung an den MSCI World Netto-Index gute Kriterien für Anleger sind, um den passenden ETF zu finden. Teurere ETFs lagen zum Beispiel in manchen Jahren bei der Wertentwicklung ganz vorn, in anderen weiter hinten. Wie gut ein ETF am Ende wirklich abschneidet, hängt neben den Kosten auch von weiteren Kriterien ab.

Bei physisch replizierenden ETFs kann sich die Wertentwicklung unter anderem deshalb unterscheiden, weil einige ETF-Anbieter am Ende nicht alle im Index befindlichen Aktien tatsächlich nachkaufen, sondern die Auswahl optimieren („optimized sampling“). Manche ETFs können sich aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen mehr Quellensteuer erstatten lassen als andere, manche verleihen gewinnbringend Wertpapiere.

Bei synthetischen ETFs kommt es darauf an, wie genau das Tauschgeschäft (Swap) zwischen ETF-Anbieter und Bank ausgestaltet ist. Es kann zum Beispiel sein, dass der Swap-Partner etwas mehr Quellensteuer erstattet bekommt als Anbieter eines physischen ETFs. Bei ETF-Anbietern, die mit US-amerikanischen Banken zusammenarbeiten, kann es Vorteile geben, die mit bilanziellen Vorschriften zu tun haben.

Bei allen ETFs kommen schließlich Kosten hinzu, die nicht in der Gesamtkostenquote aufgeführt sind, zum Beispiel Kosten für den An- und Verkauf von Aktien – immer dann, wenn sich die Indexzusammensetzung ändert – und die damit zusammenhängende Handelsgebühr.

Tipp: Falls Sie die konkreten Gründe für Abweichungen von der Index-Wertentwicklung interessieren, können Sie auch immer im Verkaufsprospekt des ETF nachlesen. Suchen Sie nach dem Kapitel „Voraussichtlicher Tracking Error“.

Ob Euro oder Dollar: Notierung eines ETF ist nur ein Preisschild 

Einige Sparer möchten lieber einen ETF haben, der in Euro statt in Dollar notiert ist. Sie fürchten Währungsrisiken. Doch das „Risiko“ besteht eigentlich nur darin, dass die Wertentwicklung, die Anleger in ihrem Depot angezeigt bekommen, je nach Währung nicht unbedingt gleich aussehen muss. Es kann zum Beispiel sein, dass im selben Zeitraum der Kurs eines in Euro notierten ETF weniger steil nach oben klettert als der Kurs eines in Dollar notierten ETF.

Doch das hat nichts mit dem Wert der Aktien zu tun, die im ETF stecken, sondern ganz einfach mit den Wechselkursen. Die Eurokurse klettern langsamer, wenn der Euro gleichzeitig gegenüber dem Dollar aufwertet. Oder anders: Anleger brauchen dann weniger Euro, um den entsprechenden Aktienwert in US-Dollar zu bezahlen. Egal also, ob ein ETF in Euro oder Dollar notiert: Am Ende ist diese Notierung nichts weiter als ein Preisschild für den Wert der zugrundeliegenden Indexaktien.

Vom Wechselkurseffekt sollten Sie sich als Anleger daher nicht allzu sehr beunruhigen lassen. Ein Blick auf die Vergangenheit verdeutlicht: In der Regel fallen solche Wechselkurserscheinungen über längere Zeiträume nicht so stark ins Gewicht. Finanztip-Berechnungen zeigen: Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert seit 1975 jedes Jahr durchschnittlich um 9,1 Prozent gesteigert.

Mehr zum Thema Wechselkurs lesen Sie auch in unserem Ratgeber zum MSCI World.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip-Empfehlungen: Als Kombiangebot aus Depot, Girokonto und Kreditkarte haben am besten abgeschnitten: DKB, Comdirect und Consorsbank. Die günstigsten Anbieter sind: Smartbroker, Onvista-Bank und Trade Republic.

Zum Ratgeber

So haben wir untersucht

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf den MSCI World 2020

Wir haben uns im Februar 2020 17 ETFs auf den MSCI World näher angeschaut, die zu dem Zeitpunkt an der Börse in Frankfurt gehandelt wurden. Folgende Auswahlkriterien mussten die ETFs auf den MSCI World erfüllen, um in die Analyse aufgenommen zu werden:

  1. Die Fondsanteile mussten an einer deutschen Börse gehandelt werden. Andernfalls steigen die Nebenkosten beim Erwerb an.
  2. Die Website des Anbieters zum jeweiligen ETF musste auf Deutsch zur Verfügung stehen.
  3. Den Fonds musste es mindestens seit fünf Jahren geben. Damit ist sichergestellt, dass der Anbieter Erfahrung hat. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  4. Das Fondsvolumen musste wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Manche Anbieter haben jeweils einen thesaurierenden und einen ausschüttenden Fonds im Angebot – in dem Fall empfehlen wir beide, wenn das Gesamtvolumen des Haupt- und dazugehörigen Teilfonds die 100 Millionen Anlagevolumen übersteigt. 

Für die zwölf ETFs, die unsere Auswahlkriterien erfüllten, haben wir die Fünf-Jahres-Performance berechnet. Diese können wir empfehlen.

Die Tabelle ordnet alle betrachteten 17 ETFs nach der Höhe des verwalteten Vermögens.

ETFs auf den MSCI World

ETF-Anbieter
(Identifikations
nummer)
Bauart und
Ertrags-
verwendung
Auflageverwaltetes
Vermögen
in Mio. €
Kommentar
iShares 
(ISIN: IE00B0M62Q58)
physisch-ausschüttend28.11.200523.166 
iShares Core
(ISIN: IE00B4L5Y983)
physisch-thesaurierend25.09.200923.166Teilfonds des ETF (IE00B0M62Q58)
Xtrackers
(ISIN: IE00BJ0KDQ92)
physisch-thesaurierend22.07.20145.799 
Xtrackers
(ISIN: IE00BK1PV551) 
physisch-ausschüttend23.02.20155.799Teilfonds des ETF (IE00BJ0KDQ92)
Lyxor 
(ISIN: FR0010315770)
synthetisch-ausschüttend26.04.20063.776 
Xtrackers 
(ISIN: LU0274208692)
synthetisch-thesaurierend19.12.20063.413 
Comstage 
(ISIN: LU0392494562)
synthetisch-ausschüttend26.11.20082.177 
HSBC 
(ISIN: DE000A1C9KL8)
physisch-ausschüttend08.12.20101.468 
Source 
(ISIN: IE00B60SX394)
physisch-thesaurierend03.04.20091.275 
Amundi
(ISIN: LU1681043599)
synthetisch-thesaurierend16.06.20091.210 
UBS 
(ISIN: IE00B7KQ7B66)
physisch-ausschüttend11.04.2012134 
UBS
(ISIN: IE00BD4TXV59)
physisch-thesaurierend07.06.2019134

Teilfonds des ETF (IE00B7KQ7B66)

Amundi 
(ISIN: LU1737652237)
physisch-ausschüttend19.12.20171.483nicht berücksichtigt, weil noch keine fünf Jahre am Markt
UBS 
(ISIN: LU0340285161)
physisch-ausschüttend25.06.20081.108hat aufgrund der Auflage in Luxemburg steuerliche Nachteile. Der ETF mit ISIN IE00B7KQ7B66 ist zu bevorzugen.
Lyxor
(ISIN: LU1781541179)
physisch-thesaurierend27.02.2018476nicht berücksichtigt, weil noch keine fünf Jahre am Markt
Deka 
(ISIN: DE000ETFL508)
physisch-ausschüttend04.09.2018278nicht berücksichtigt, weil noch keine fünf Jahre am Markt
SPDR
(ISIN: IE00BFY0GT14) 
physisch-thesaurierend28.02.2019136nicht berücksichtigt, weil noch keine fünf Jahre am Markt

Quelle: Börse Frankfurt, Anbieter (Stand: 5. März 2020)

Die Schweizer Großbank UBS hat zwei physisch-ausschüttende ETFs auf den MSCI World im Programm. Der ältere, in Luxemburg aufgelegte Fonds hat aber Nachteile, was den Abzug der Quellensteuer bei US-amerikanischen Aktien angeht. Wir empfehlen daher den steuerlich günstigeren ETF, der in Irland aufgelegt ist.

Wir haben die Wertentwicklung der Fonds berechnet. Dazu haben wir die von den Fondsgesellschaften ausgewiesenen Netto-Inventarwerte („net asset value“, NAV) herangezogen. Der NAV ist die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. Er wird auf Basis der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Wertpapiere berechnet. Viele Fonds weisen den NAV in US-Dollar aus. In diesen Fällen haben wir die Werte in Euro umgerechnet. Dazu haben wir die von der Bundesbank veröffentlichten Schlusskurse auf Tagesbasis verwendet.

Bei den ausschüttenden ETFs haben wir künstlich eine Thesaurierung nachempfunden. Dafür haben wir die Ausschüttungen ohne Abzug von Steuern der Fondsanlage gutgeschrieben.

Autor
Sara Zinnecker

Stand: 11. März 2020


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