So wird es doch kommen. Du wirst später zwei getrennte Depots haben.
Dann sind aber Gebühren von (in Summe mit den ETF Kosten) bis 1% erlaubt, d.h. wenn ich das alles richtig verstehe, habe ich einen normalen ETF mit 0,2% TER und die Depotbank kann dann noch bis zu 0,8% zusätzlich an Gebühren berechnen, das sind ja schon skandalöse Ausmaße. Aber auch wenn ein günstiger Anbieter nur 0,2% nimmt, kommt das ja noch zu den TER dazu, was die Performance insgesamt reduziert.
Angenommen ich zahle mit 18 (als Beispielalter) einmalig 100 Euro ein, mit der Förderung habe ich dann 150. Sagen wir der Kurs ist 1 Euro. Dann habe ich 150 Anteile. Das Depot lasse ich dann für 52 Jahre in Ruhe für die Rente mit 70. Dann würde der Anbieter jedes Jahr 0,2% der Anteile verkaufen um die Gebühren zu decken, ich habe dann nur noch 135 Anteile.
Dh meine eigenen 100 Euro hätten für 100 Anteile gereicht.
Die 50 zusätzlichen Euro reichen nur für 35 Anteile und 15 Anteile bekommt die Bank, also 30% der Förderung für die früh gekauften Anteile.
Das finde ich extrem ineffizient. Mir ist natürlich klar dass es bei kürzerer Laufzeit viel besser ausgeht, aber für die frühen Käufe mit langer Laufzeit eben nicht. Aus meiner Sicht macht Finanztip den Fehler, den Ertrag über die gesamte Laufzeit zu berechnen, dadurch wird verborgen, dass besonders die Förderung der frühen Jahre kaum etwas nützt. Warum erlauben wir, dass die Förderung zum großen Teil an die Bank geht, warum bezahlt man z.B. die Bank nicht einmalig um die 50 Euro Förderung einzubuchen, zu einem bestimmten Preis für die Aktion? Was ist die Rechtfertigung, dass sie sich jedes Jahr wieder etwas vom Kuchen abschneiden darf? Die Bank hat keinen laufenden Aufwand damit, die ETF Anteile da liegen zu lassen.
Und auch wenn die Bank jährlich prüfen muss ob ich noch förderberechtigt bin oder sonst was, ist der Aufwand dafür nicht vom Depotvolumen abhängig.
Es kann natürlich sein dass ein Broker sagt "Wir bieten das für 0% an und verlangen x Euro pro Einzahlung stattdessen" oder ähnlich, das behebt aber nicht das Problem. Denn andere Anbieter können trotzdem 0,2% oder sogar 1% jährliche Gebühren nehmen und werden wahrscheinlich auch Kunden damit finden und somit werden Fördergelder in die Finanzindustrie umverteilt werden.
Mir geht es ja nicht mal um meine eigene Altersvorsorge. Ich bin schon ne ganze Ecke älter als 18 und würde sogar mit 1% Gebühren noch gut profitieren.
Und mir ist natürlich klar, dass man das Depot nicht so benutzt, (1x 100 Euro einzahlen und dann liegen lassen) sondern das ist lediglich um das Problem deutlich zu machen.