Immobilienerlös jetzt investieren?

  • Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag aus einer Erbschaft erhalten und möchte ihn ihn breit gestreut in ETFs investieren (ca. 30/70 Anleihen/Aktien, letztere ein Mix aus MSCI World, Schwellenländer und Europa, USA eher unter 50%, buy and hold - insgesamt also die bewährte Strategie für "Faule", wie sie auch von den seriösen Ratgebern wie Beck und Kommer empfohlen wird). Das Geld wird über einen längeren Zeitraum (mind. 10 Jahre) nicht benötigt.

    Die Investition soll grundsätzlich eher nicht auf einmal sondern in mehreren Tranchen erfolgen. Auch dann stellt sich aber die verflixte Frage, wann es mit der ersten Tranche losgeht. Momentan haben wir ja bedingt durch die Geopolitik extreme Volatilitäten. Ist es überhaupt klug, jetzt anzufangen, oder doch erstmal Tagesgeld / Geldmarktfonds und warten, bis das von vielen prophezeite Tal der Tränen erreicht wurde?

    Ich weiß schon, eine Glaskugel hat hier niemand... Trotzdem freue ich mich auf gut begründete Einschätzungen.

  • Kater.Ka 10. April 2026 um 05:33

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Die Investition soll grundsätzlich eher nicht auf einmal sondern in mehreren Tranchen erfolgen. Auch dann stellt sich aber die verflixte Frage, wann es mit der ersten Tranche losgeht. Momentan haben wir ja bedingt durch die Geopolitik extreme Volatilitäten. Ist es überhaupt klug, jetzt anzufangen, oder doch erstmal Tagesgeld / Geldmarktfonds und warten, bis das von vielen prophezeite Tal der Tränen erreicht wurde?

    Hier gibt es zig Empfehlungen.

    MSCI World, ACWI, …

    Zzgl. Geldmarkt-ETF


    Der richtige Zeitpunkt ist genau jetzt. Es bringt nichts, dass du wartest oder in Tranchen investierst.

  • Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag aus einer Erbschaft erhalten

    Kommer und Beck…aha…

    Geldanlage muss ganzheitlich sein. Wie hältst du es denn bisher mit der Geldanlsge? Ist das was in ETF?

    Wenn vernünftig bisher ja, dann dürfte es die nicht schwerfallen „einen kleinen 6stelligen Betrag“ heute zu investieren.

  • Wenn man immer wüsste wann das Tal oder das ATH erreicht sind, wäre es einfach..

    Der beste Moment einzusteigen war gestern, der zweitbeste ist heute.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag aus einer Erbschaft erhalten und möchte ihn ihn breit gestreut in ETFs investieren (ca. 30/70 Anleihen/Aktien, letztere ein Mix aus MSCI World, Schwellenländer und Europa, USA eher unter 50%, buy and hold - insgesamt also die bewährte Strategie für "Faule", wie sie auch von den seriösen Ratgebern wie Beck und Kommer empfohlen wird). Das Geld wird über einen längeren Zeitraum (mind. 10 Jahre) nicht benötigt.

    Statt des Aktien-Anleihen-Mixes würde ich einen Portfolio-ETF wählen. Die Lifestrategy-ETFs von Vanguard gibt es mit 60/40 oder 80/20 (jeweils ausschüttend oder thesaurierend), da müsstest du dir eine Mischung aus 60 und 80 machen. Oder du investierst erst mal die Hälfte des Geldes in den 80er und schaust, wie es läuft, um dann den Rest auch in den 80er oder eben in den 60er zu stecken.

    Mit dem Stecken würde ich auch genau jetzt anfangen.

  • Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag aus einer Erbschaft

    Gratulation, um Opportunitätskosten zu vermeiden würde ich den Betrag je nach Höhe auf 1, 2, 3 oder mehr Tagesgeldkonten parken und dann peu a peu ("Tranchen") investieren.

    Für mich ist es psychologisch auch oft nicht leicht, "all in zu gehen".

    Das scheint hier im Forum vielen alten Hasen und Häsinnen nicht so schwer zu fallen ;)

  • Momentan haben wir ja bedingt durch die Geopolitik extreme Volatilitäten. Ist es überhaupt klug, jetzt anzufangen, oder doch erstmal Tagesgeld / Geldmarktfonds und warten, bis das von vielen prophezeite Tal der Tränen erreicht wurde?

    Also, das weiss natürlich niemand, ob es nochmal zu einem Draw down von sagen wir 50% kommt.

    Daher würde ich "streng nach Sparplan" (kein buy the dip) bspw. 10-20k pro Monat verteilt über mehrere Kaufzeitpunkte (viele Broker bieten so was an) da Geld investieren.

    Rein finanzwissenschaftlich ist diese Art der Geld Anlage (Cost Everage Effekt) in den meisten Fällen renditetechnisch eher von Nachteil.

    Rein psychologisch fühlt es sich mglw. für dich so besser an.

    Ich wäre auch kein so "harter und kaltschnäuziger Hund", "all in" zu gehen...

  • Besten Dank erstmal bis hier. Die genannten Vanguard-Mischfonds schaue ich mir an.

    Es handelt sich um eine vererbte Immobilie (Zinshaus), die verkauft wurde und der Erlös dann unter den Erben verteilt. Der Zeitpunkt der Auszahlung war nicht weiter zu beeinflussen. Mein sonstiges Vermögen steckt bislang im wesentlichen in einer abbezahlten selbst genutzten Immobilie, Tagesgeld und einem kleinen Depot aus dem o.g. Mix. Begrenzte Erfahrungen habe ich also bereits, hatte mich seinerzeit belesen und mit ein paar "Fortgeschrittenen" aus dem Bekanntenkreis gesprochen. Die Bücher (und Videos) von Beck und Kommer fand ich dabei durchaus hilfreich. Auch deren eigene Finanzprodukte habe ich mir angesehen (vor allem den Beckschen Fixed Income One und das Global Portfolio One), war aber vom Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht 100% überzeugt. Außerdem sind diese Fonds ja doch noch relativ jung und klein, was ich auch als nicht optimal empfand.

    Die psychologische Hürde ist in der aktuellen geopolitischen Situation in der Tat besonders hoch. Auch wenn ich auf den geerbten Betrag nicht existenziell angewiesen bin, soll er im Idealfall in 10 Jahren den Ruhestand "vergolden". Wirklich konkrete Pläne dazu habe ich derzeit aber noch nicht.

  • Ich weiß schon, eine Glaskugel hat hier niemand... Trotzdem freue ich mich auf gut begründete Einschätzungen.

    Du sprichst über eine Strategie für "Faule" (mit 4 ETFs, die man u.U. regelmäßig rebalancen muss, sehe ich das anders, ist aber nur mein persönliches Problem) und möchtest Dir dann aktiv Gedanken darüber machen, wann Du einsteigen möchtest.

    Wann erwartest Du den Crash für Deine Überrendite? Wenn Trump wieder durchdreht, zu den Midterms, wenn die Welt "endlich" merkt, dass KI doch kein Allheilmittel ist?

    Mal theoreitsch: Du wartest, der Markt steigt erst um 10% um dann um 20% einzubrechen. Leider bist Du in der Woche im Urlaub und wenn Du zurück kommst, sind von den 10% erträumter Zusatzrendite schon wieder 5% weg.

    Also der ganze Aufwand für max. 5% Überrendite? Kannst Du machen, ich würde mich bei sowas im Nachhinein eher darüber ärgern, dass die die zusätzlich möglichen 5% zusätzliche Rendite durch meinen Urlaub verschenkt habe.

    Das scheint hier im Forum vielen alten Hasen und Häsinnen nicht so schwer zu fallen

    Wie oben schon jemand geschrieben hat: Finanzen betrachtet man in der Regel gesamtheitlich. Bei der Ausgangsfrage erwarte ich einfach, dass der Fragesteller das für sich auch getan hat, die "mind. 10 Jahre" Anlagehorizont zu seinen gesamten Finanzen passen und er die Teile des Investes, die er in 10 Jahren garantiet nuzten möchte, zumindest in den 30% Anleihenteil steckt.

    Bevor ich das Geld auf viele Konten verteile, würde ich max. die 6 Monate Sonder-Einlagensicherung bis 500k€ (z.B. nach einem Immo-Verkauf, der Grund ist hier ja gegeben) ausnutzen und, wenn ich schon Aufwand treiben möchte (er wünscht sich eine spezielle Aufteilung des Investst, also muss vermutlich vor jedem Kauf nachjustiert werden), das Geld in diesem Zeitraum investiere.

    Ich wäre auch kein so "harter und kaltschnäuziger Hund", "all in" zu gehen...

    Ich persönlich schon, da ich weiss, wie meine Finanzen die kommenden 10 Jahre aussehen werden (und auch grob, wie es dann weiter geht), dass ich keine Lust habe, die kommenden (wie viele?) Monate den Markt aktiv zu beobachten, mich bei jedem Up zu fragen, ob es das jetzt war und mich dann am Ende zu ärgen, weil ich garantiert falsch lag.

    Dann "plane" ich lieber nur mit der Marktrendite von heute in mind. 10 Jahren und kömmere mich um andere Dinge.

  • Auch deren eigene Finanzprodukte habe ich mir angesehen (vor allem den Beckschen Fixed Income One und das Global Portfolio One), war aber vom Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht 100% überzeugt.

    Damit hast du schon sehr viel erkannt und hast mit deiner bisherigen ETF-Erfahrung eine gute Grundlage.

    Kosten über 0,3 % vermeiden, ist die Grundregel Nummer 1.

    Wenn Du mit deiner Absenkung des US-Anteils zufrieden bist, dann mach es doch einfach.
    Investieren. Vielleicht zum Anfang ein Drittel.

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