ETF-Wahl von bereits bestehender Rentenversicherung abhängig machen?

  • Hallo zusammen!

    Ich bin neu hier im Forum und habe direkt eine Frage, über dessen Beantwortung ich mich sehr freuen würde... Ich habe ein Depot bei sBroker mit Neukundenaktion eröffnet (ich vertraue Neobrokern nicht :D) und möchte nun in ETFs investieren. Und stehe nun natürlich vor der Qual der Wahl.

    Ich habe vor zwei Jahren eine Rentenversicherung (Fondsrente Vario) bei der Provinzial abgeschlossen und habe dort bereits gut 33K eingezahlt, die in diese beiden ETFs investiert wurden:

    - iShares Core MSCI World UCITS ETF USD Acc. (IE00B4L5Y983) - 70%
    - iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF USD Acc. (IE00BKM4GZ66) - 30%

    Der Rückkaufswert betrug am 01.03.2026 ca. 41K. Ob ich diese Rentenversicherung noch weiter behalten möchte, muss ich noch in Ruhe entscheiden. Wichtig ist ja "erstmal anfangen".

    Nun ist meine Frage: Sollte ich mich bei der Wahl meiner ETFs im Depot von denen der Rentenversicherung abhängig machen? Also mich für die beiden von iShares entscheiden, um bei einer eventuellen Kündigung die Anteile in mein Depot übertragen zu können? In den Vertragsbedingungen heißt es "Den Rückkaufswert erbringen wir in Euro, wahlweise in Anteilen der von Ihnen gewählten Investmentfonds." Das verstehe ich so, dass ich die iShares-Anteile in mein Depot übertragen könnte.

    Mein Problem ist nun, dass Sparpläne beim sBroker auf iShares nicht kostenlos sind, von Xtrackers zB aber schon, weshalb die Tendenz momentan eher in diese Richtung geht. Wenn ich nun die Rentenversicherung kündigen sollte und die ETFs in mein Depot übertragen würde, wäre es ja wahrscheinlich nicht sinnvoll, iShares und Xtrackers zu haben und eine Umschichtung wahrscheinlich sehr teuer?! Oder denke ich zu kompliziert und sollte mich für zB Xtrackers entscheiden?

    Möglich wäre natürlich auch erstmal nur Trades für 1,99 € (50 € Orderguthaben habe ich von sBroker noch bekommen) auf iShares zu machen und auf einen kostenpflichtigen Sparplan zu verzichten bis ich Klarheit über die Rentenversicherung habe.

    Vielleicht könnt ihr etwas Klarheit in mein Gedankenchaos bringen? :S

  • Kater.Ka 28. April 2026 um 10:27

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Vielleicht könnt ihr etwas Klarheit in mein Gedankenchaos bringen?

    Moin Funkenflug und willkommen im Forum.


    Achte nicht auf die letzten Euros bei der Geldanlage. 12 Sparplanausführungen mit 1,99€ machen noch nicht mal 24€ im Jahr aus. Mit den 50€ Guthaben könntest du schon 2 Jahre umsonst besparen. Diese Gebühr ist halt nur ärgerlich wenn du Kleinstbeträge anlegst. Dann kann man bestimmt viertel jährliche Sparplanausführungen wählen und hätte die Kosten schon geviertelt. ;)

    Ich würde erstmal auf der Oberen Ebene Anfangen überlegen und sich diese Rentenversicherung nochmals genau anschauen. Ist da vielleicht noch eine Bremse drin die dich vielmehr kostet als diese Sparplanausführungen.

    Du löscht also das Teelicht auf dem Wohnzimmertisch wegen der Feuergefahr, obwohl dein Dachstuhl lichterloh brennt.


    Und wie viele verschiedene ETFs von verschiedenen Anbietern im Depot hast ist erstmal Geschmackssache. Einige streuen bewusst unter den Anbietern.

    Prognosefrei breitstreuend Weltweit in Aktien ETFs anlegen geht mit vielen Produkten oder halt nur mit einem. Was am Ende die beste Rendite erzielt weiß niemand. Was einfacher zu bedienen und wenig Pflege bedarf ist meist stabiler und gewinnt dadurch oft, da die Depotbesitzer nicht immer dran rumschrauben.

    Kaufen und liegen lassen fällt einigen wirklich schwer.

    Das Gras wächst nicht schneller wenn du dran ziehst.

    Die gute Finanzentscheidungen.

  • Also mich für die beiden von iShares entscheiden, um bei einer eventuellen Kündigung die Anteile in mein Depot übertragen zu können?

    Du kannst die ETFs zu jedem Broker/Depot übertragen lassen, bei dem die ETFs auch gehandelt werden können. Dabei ist es völlig egal, ob Du diese dort selber besparst oder nicht.

    Ob ich diese Rentenversicherung noch weiter behalten möchte, muss ich noch in Ruhe entscheiden.

    Schau Dir die Anzahl der Anteile an (auch diese müssten in der aktuellen Standmitteilung angegeben sein) und rechne Dir mit dem aktuellen Kurs aus, wie hoch der Wert heute ist.

    Aber (für mich jedenfalls) viel wichtiger:
    Eine fondsgebundene Rentenversicherung hat (normalerweise, der konkrete Vertrag mag anders sein) andere Konditionen wie ein privater ETF-Sparplan, selst wenn man das vollkommen andere Ziel einer Versicherung mal ignoriert (was mir extrem schwer fällt, ich weiss, warum ich bei keiner Versicherung arbeiten könnte).

    Das geht damit los, dass man in der Fondsgebundenen Versicherung steuerfrei umschichten darf, dass der Gewinnanteil der Auszahlung entsprechend zu versteuern ist (Du wirst die 41k€ vermutlich nicht Netto als Rückkaufswert erhalten, wenn Du 33k€ selber eingezahlt hast, da hält das Finanzamt auch noch seine Hand offen).

    Und am Ende stellt sich dann u.U. die Frage, ob Du den eigenen Sparplan auch so konsequent durchhälst und ob Du dafür sorgst (gesorgt hast) dass Du niemals in Bürgergeld/Grundsicherung fallen wirst (Stichwort Schonvermögen).

    Wenn ich nun die Rentenversicherung kündigen sollte und die ETFs in mein Depot übertragen würde, wäre es ja wahrscheinlich nicht sinnvoll, iShares und Xtrackers zu haben und eine Umschichtung wahrscheinlich sehr teuer?!

    Die Depotführung sollte mit laufendem Sparplan kostenlos sein. Ob Du dann exakt zwei oder mehr ETFs im Depot hast, ist nur für Deine private "Verwaltung" relevant. Oder auch nicht, wenn Du sowieso nur den Gesamtstand des Depots betrachtest.

    Wenn die Kosten der einzige Grund sind, dann würde ich die kostenlosen ETFs besparen. Am Ende sind aber auch die einmalig 1,25% Gebühren je Sparplanausführung nicht schlimm. Rechne das auf die erwartete Haltedauer runter, also vermutlich bis zu Deiner Rente, oder schon nur 10 Jahren (weniger empfielht Finsanztip nicht für Aktien-ETFs). Wenn es sowieso Dein Ziel war, eine immer frei verfügbare Endsumme und keine Rente zu besparen, wäre das für mich verschmerzbar. Bei der RV wirst Du auch "Handeskosten" haben, die heißen dort nur anders.

  • Ich habe vor zwei Jahren eine Rentenversicherung (Fondsrente Vario) bei der Provinzial abgeschlossen und habe dort bereits gut 33K eingezahlt, die in diese beiden ETFs investiert wurden:

    - iShares Core MSCI World UCITS ETF USD Acc. (IE00B4L5Y983) - 70%
    - iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF USD Acc. (IE00BKM4GZ66) - 30%

    Willkommen hier im FT- Forum,

    Frage: warum Abschluss PRV und wer hat für dich die beiden ETFs ausgesucht. Ich könnte mir vorstellen, das warst du selber. Und das setzt m.E. wieder ein wenig Finanzbildung voraus.

    Wenn du gerne bei S-Broker günstig anlegen möchtest, dann nimm doch kostenlose Produkte von Amundi, Xtrackers und Co. Auch der s-Broker wird sich anpassen und da wird es immer wieder Aktionen geben.

    Ansonsten sieh es so: die Gebühren sind auch Teil der Bankkosten, eben kein Neobroker...

  • Nimm doch einfach den ETF von Xtrackers, statt den teureren von Ishares (BlackRock) zu bezahlen.


    Wenn du irgendwann mal später tatsächlich die ETF-Anteil von Ishares übertragen lässt, dann liegen die eben in deinem neuen Depot herum und arbeiten fröhlich weiter.

  • Danke für eure Antworten! Das hat auf jeden Fall für mich geklärt, dass ich mich bei der ETF-Auswahl nicht von denen der RV abhängig machen muss. Kann mich trotzdem nicht entscheiden :D

    Die RV muss ich mir auf jeden Fall in Ruhe anschauen. Momentan tendiere ich zur Kündigung. Aber ich brauche erst noch mehr Infos, um das endgültig beurteilen zu können. Und bis ich die Entscheidung getroffen habe, kann ja schon mal etwas Geld für mich arbeiten :)

    Zu deiner Frage Finanzschlumpf: Nein, die ETFs habe ich nicht selbst ausgesucht. Das wurde mir von der Provinzial so vorgeschlagen. Gar nicht so ganz dumme Auswahl, wie ich mittlerweile weiß. Ich fange gerade erst an, mich mehr selbst mit Finanzen zu befassen. Vor zwei Jahren hatte ich noch 0,0 Ahnung. Daher auch der Abschluss der Versicherung, denn "ich muss mich ja mal langsam um meine Rente kümmern". Bin schon 39 und habe bisher einfach nur so auf dem Tages- und Festgeld gespart.

  • Momentan tendiere ich zur Kündigung.

    Folgende Hinweise:

    • Die Abschlussgebühren sind bezahlt
    • Die enthalten Produkte sind gut und günstig
    • In jedem Fall würde ich eine Dynamisierung stoppen
    • Ggf. Beitragsfreistellung (Achtung letzter Punkt)
    • Bei langer Haltezeit ist es möglich, dass die Erträge nur dem Halbeinkünfteverfahren unterzogen werden, das müsste man sich man näher anschauen
  • Finanzschlumpf dein letzter Beitrag wurde mir irgendwie unterschlagen ^^ Danke dafür!

    Warum würdest du eine Dynamisierung stoppen? Die habe ich aktuell tatsächlich mit 2% drin.

    Ich muss mir das wirklich nochmal in Ruhe durchrechnen. Wird wahrscheinlich gar nicht so einfach werden. Aber soweit ich weiß, sind die Abschlusskosten noch nicht vollständig bezahlt, sondern werden über die ersten fünf Jahre bezahlt.

    Zum letzten Punkt: Ja, mit der 12/62-Regel (min. 12 Jahre einzahlen/Vertragslaufzeit (??) und min. 62 Jahre alt bei Entnahme) hat er das Produkt auch gegenüber eigenem Depot als finanziell vorteilhaft dargestellt.

  • Folgende Hinweise:

    • Die Abschlussgebühren sind bezahlt
    • Die enthalten Produkte sind gut und günstig
    • In jedem Fall würde ich eine Dynamisierung stoppen
    • Ggf. Beitragsfreistellung (Achtung letzter Punkt)
    • Bei langer Haltezeit ist es möglich, dass die Erträge nur dem Halbeinkünfteverfahren unterzogen werden, das müsste man sich man näher anschauen

    Hmm,
    die Abschlusskosten sind i.d.R. auf die ersten 5 Jahre gezillmert. Wenn die PRV erst seit 2 Jahren läuft ist ein Gutteil (> 50%) der Abschlusskosten aktuell noch nicht bezahlt!
    Und ob die in der PRV enthaltenen Produkte gut/günstig sind spielt erstmal keine Rolle. Viel wichtiger sind die Kosten des Versicherungsmantels um die enthaltenen ETF!
    Und da sieht es allzu häufig nicht so gut aus.

    Finanzschlumpf dein letzter Beitrag wurde mir irgendwie unterschlagen ^^ Danke dafür!

    Warum würdest du eine Dynamisierung stoppen? Die habe ich aktuell tatsächlich mit 2% drin.

    Weil Du auf jede Dynamisierung wieder die vollen Abschlusskosten zahlst.
    Beispiel: Du fängst mit 500€/Monat bei einer Laufzeit von 30 Jahren an.
    Das macht eine Einzahlung von 500 x 12 x 30 = 180.000€ über die Vertragslaufzeit. Auf diese Summer werden dann einmalig 2,5% Abschlussprovision fällig (4.500€). Diese 4.500€ werden nun gleichmäßig auf die ersten 5 Jahre der Laufzeit verteilt (gezillmert).
    Nun kommt nach 12 Monaten eine Erhöhung um 2%. Die Vertragssumme liegt also jetzt nicht mehr bei 180.000€ sondern bei ( 6000 + (510 x 12 x 29) = 183.480€). Und auf die 3.480€ höheren Vertragswert werden natürlich auch wieder 2,5% Provision fällig (87€). Und so geht es dann jedes Jahr bzw. jede dynamische Erhöhung weiter.;)

    Ich muss mir das wirklich nochmal in Ruhe durchrechnen. Wird wahrscheinlich gar nicht so einfach werden. Aber soweit ich weiß, sind die Abschlusskosten noch nicht vollständig bezahlt, sondern werden über die ersten fünf Jahre bezahlt.

    Zum letzten Punkt: Ja, mit der 12/62-Regel (min. 12 Jahre einzahlen/Vertragslaufzeit (??) und min. 62 Jahre alt bei Entnahme) hat er das Produkt auch gegenüber eigenem Depot als finanziell vorteilhaft dargestellt.

    Du kannst Dich da auch an eine Verbraucherzentrale oder den Bund der Versicherten wenden. Kostet zwar etwas, aber dafür hast Du anschließend schwarz auf Weiß was dich die Police kostet.
    Selbst eine sehr günstige ETF-Nettopolice (also ohne Provisionskosten!!!) schafft es langfristig kaum einen nackten ETF-Sparplan zu schlagen. Was auch gern 'vergessen' wird. Bei einem ETF-Sparplan kannst Du Deinen jährlichen Freibetrag nutzen. Das geht bei einer Rentenversicherung nicht. Bevor also der Freibetrag nicht bereits jährlich ausgeschöpft wird, würde ich keinesfalls über den Abschuss einer ETF-Nettopolice nachdenken. Und so einen Provisionstarif schon mal gar nicht!

    Ich verweise dazu mal auf folgenden Beitrag von Prof. Hartmut Walz:
    https://hartmutwalz.de/fondspolice-oder-etf-sparplan/

    Und bei einem provisionsbasierten Tarif sieht es dann gleich noch viel schlechter aus als bei der durchgerechneten ETF-Nettopolice.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen