Geldmarkt-ETF Xtrackers DBX0AN vs. BNP A41BTT

  • Dann frage ich jetzt gleich mal. Ich habe cica 400k Geldmarkt-ETF Xtrackers DBX0AN unter anderem, weil ich hier in vielen Beiträgen heraus gelesen habe, dass das eine sehr sichere Aufbewahrung sei. Sicherer als bei einer Bank als festgeld, weil Einlagensicherung überschritten werden würde.

    Nach dem Beitrag von Irving bin ich jetzt aber stark verunsichert. Ich wollte das Geld eigentlich zur Verfügung haben, um noch stärker in einen ETF einzusteigen. Allerdings sind mir momentan die Kurse zu hoch.

  • Dann frage ich jetzt gleich mal. Ich habe cica 400k Geldmarkt-ETF Xtrackers DBX0AN unter anderem, weil ich hier in vielen Beiträgen heraus gelesen habe, dass das eine sehr sichere Aufbewahrung sei. Sicherer als bei einer Bank als festgeld, weil Einlagensicherung überschritten werden würde.

    Nach dem Beitrag von Irving bin ich jetzt aber stark verunsichert. Ich wollte das Geld eigentlich zur Verfügung haben, um noch stärker in einen ETF einzusteigen. Allerdings sind mir momentan die Kurse zu hoch.

    Zum vorrübergehenden Parken auch größerer Beträge ist der DBX0AN durchaus geeignet. Unter anderem aufgrund der von dir genannten Überschreitung der Einlagensicherung im Fall der alternativen Anlage bei einer einzelnen Bank. In deinem Fall stellt sich jedoch eher die Frage wie und wann du den Einstieg in den Aktienmarkt schaffst. Denn auf Dauer ist dein größtes Risiko die Inflation.

  • Dann frage ich jetzt gleich mal. Ich habe cica 400k Geldmarkt-ETF Xtrackers DBX0AN unter anderem, weil ich hier in vielen Beiträgen heraus gelesen habe, dass das eine sehr sichere Aufbewahrung sei. Sicherer als bei einer Bank als festgeld, weil Einlagensicherung überschritten werden würde.

    Das ist absolut korrekt. Der DBX0AN ist sicherlich sicherer, als eine Bankeinlage oberhalb von 100k.

    Banken gehen in Deutschland selten pleite und es gibt viele zusätzliche Sicherungssysteme. Bei der WestLB beispielsweise gingen keine Einlagen oder Anleihen verloren. Trotzdem kann man das nicht ausschließen, daher ist es unnötig, dieses Risiko einzugehen.

    Nach dem Beitrag von Irving bin ich jetzt aber stark verunsichert. Ich wollte das Geld eigentlich zur Verfügung haben, um noch stärker in einen ETF einzusteigen.

    ETFs würde ich als sehr sicher betrachten! Aber es ist ein verpacktes Wertpapier, also ein Wertpapierdepot mit einem Fondsmantel darum. Hinzu kommt, dass der DBX0AN Swaps enthält, also Derivate. Jede zusätzliche Verpackung kann zusätzliche Risiken enthalten.

    Ich halte die Risiken vernachlässigbar und würde mich nicht verunsichern lassen. Die Swaps sind besichert, d.h. der Fonds enthält (andere) Wertpapiere, die mehr wert sein müssen, als das Tauschobjekt. Die Besicherung wird täglich ausgeglichen. Also, selbst wenn ein Kontrahent plötzlich ausfällt, passiert gar nichts. Nur wenn am selben Tag der Wert der Sicherungsinstrumente massiv einbricht, besteht ein Risiko für den Fonds.

    Die Mehrzahl aller Fonds enthalten Swaps, also dieses Restrisiko hast Du auch, wenn Du Aktien-ETFs kaufst. Ich halte die Diskussion für akademisch und würde das Restrisiko ignorieren.

    Lehman Brothers hatte ein AAA Rating und selbst kurz vor der Pleite noch Investment-Grade.

    Lehman wurde einige Monate vor der Pleite von A+ auf A heruntergeratet von S&P. Das Raiting A+ hatte Lehman sehr viele Jahre. Das ist Investment-Grade.

    Ich denke, dass Irving hier irrt, ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass die mal ein AAA hatten. Das ist Welten von A+ entfernt. Wann soll das gewesen sein?

  • Vielleicht sagen die Kinder unserer Enkel irgendwann einmal: „30 Jahre musst du schon mitbringen und 90 % Verlust aushalten können“, weil genau das zwischen 2027 und 2057 passiert ist.=O

    Guter Hinweis!

    Denn genau das ist ja schon einmal passiert - zwischen 1929 und 1959. Viele haben es nur wieder vergessen und halten es deshalb nicht für möglich.

  • Guter Hinweis!

    Denn genau das ist ja schon einmal passiert - zwischen 1929 und 1959. Viele haben es nur wieder vergessen und halten es deshalb nicht für möglich.

    Gut, dass es damals noch keine ETFs gab. Das wäre keine gute Werbung gewesen ^^

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Guter Hinweis!

    Denn genau das ist ja schon einmal passiert - zwischen 1929 und 1959. Viele haben es nur wieder vergessen und halten es deshalb nicht für möglich.

    Vielleicht wundern sich 2050 alle dann, wie im Mai 2026 die Aktienmärkte in den USA und Asien die verrückten Höchststände trotz ungelöstem Irankrieg einige Tage durchhielten und dann trotz KI-Wahnsinn in eine 20jährige Abwärtsspirale kippten. Es war doch alles zu verrückt gewesen.

    Wird aber so nicht kommen. Zu einfach und naiv.

  • Guter Hinweis!

    Denn genau das ist ja schon einmal passiert - zwischen 1929 und 1959. Viele haben es nur wieder vergessen und halten es deshalb nicht für möglich.

    Wobei man sagen muss, dass es damals nicht so schlimm war, wie es immer von Crashpropheten dargestellt wird. Siehe hier.

    Zitat von Gerd Kommer

    ...ein maximaler Drawdown von 89% im Juni 1932 und 25 Jahre bis zur vollständigen Erholung – irreführend und falsch sind. Schon die Beseitigung oder Vermeidung zweier ganz simpler Fehler (das Weglassen von Dividenden und das Rechnen in nominalen Zahlen) mildert den tatsächlichen MDD auf 79% und verkürzt die Erholungsphase von 25 auf sieben Jahre....analysiert den globalen, statt nur den US-Aktienmarkt und rechnet „zur Abwechslung“ einmal nicht nur in US-Dollar – dann verbessern sich die besagten Werte weiter und in beträchtlichem Ausmaß.

    Das bedeutet aber nicht, dass es nicht kommen kann.

  • Gerd Kommer meint, der US-Dollar wäre in realen Zahlen 1957 mehr wert gewesen als 1932 und man hätte zusätzlich noch die Dividenden kassiert?

    Interessante Perspektive.

    Tatsächlich muss man aber in nominalen Zahlen rechnen, denn die Kredite und Schulden liefen in den 30er Jahren ja auch nominal weiter.

    Allenfalls die Löhne sind gefallen oder sogar ganz weggefallen, was die Sache zusätzlich verschlimmerte (Notverkäufe).

  • Lehman Brothers hatte ein AAA Rating und selbst kurz vor der Pleite noch Investment-Grade. AAA ist praktisch ausfallsicher. Quasi Null Chance auf eine Pleite. Das galt auch für den amerikanischen Immobilienmarkt vor 2007. Ich rate dringend davon ab im risikoarmen Teil Spielchen zu treiben. Die Definition eines Black Swan beinhaltet, dass wir ihn nach heutigen Maßstäben nicht vorhersagen können.

    Aus diesem Grund sollte man im risikoarmen Teil übervorsichtig sein und „über das Ziel hinausschießen“. Man sollte eine Anlageform wählen, die momentan das absolute Maximum beim Thema Sicherheit darstellt. Auch wenn man denkt, dass etwas anderes „fast genauso sicher“ sei, aber ein bisschen mehr Rendite bringt und ,,eigentlich nicht ausfallen kann".

    Also . . .kein DBX0AN . . .kein Smart Overnight . . . . sondern kurzlaufende deutsche Staatsanleihen.

    Auch: Kein SWAP-ETF im risikobehafteten Teil. Je weniger ,,Schichten", desto besser, solange es einigermaßen günstig abzubilden ist.

    Mir lässt dieser Beitrag einfach keine Ruhe. Was wäre denn ein Schreckensszenarium, das meinem DBX0AN in Gefahr bringen könnte????

  • Mir lässt dieser Beitrag einfach keine Ruhe. Was wäre denn ein Schreckensszenarium, das meinem DBX0AN in Gefahr bringen könnte????

    Also nichts ist undenkbar. Aber der DBX0AN hat auch die Finanzkrise 2008 überstanden. Und damals hat es heftig gerumpelt auf den Finanzmärkten.

    Wenn du trotzdem auf Nummer sicher gehen willst, wechsel zum DBX0T8. Der beinhaltet ausschliesslich ultrakurzlaufende deutsche Bundesanleihen.

    Aber dein eigentlicher Feind ist die Inflation. Es macht einfach keinen Sinn, solche Summen auf Dauer im Geldmarkt zu parken.

  • Dauerhaft habe ich das ja auch nicht vor. Aber ich möchte schon , das das Geld schnell und verlässlich verfügbar ist , wenn es zu einem Kurseinbruch kommt.

    Wenn es dir schlaflose Nächte bereitet, nimm statt DBX0AN den bereits genannten DBX0T8 von Xtrackers. Oder den vergleichbaren auschüttenden A0Q4RZ von iShares. Die kannst du beide börsentäglich verkaufen. Sind vielleicht nicht ganz so liquide wie der DBX0AN und die Rendite ist marginal niedriger, aber dafür auch extrem ausfallsicher und ebenfalls kein Zinsänderungsrisko.

  • Mir lässt dieser Beitrag einfach keine Ruhe. Was wäre denn ein Schreckensszenarium, das meinem DBX0AN in Gefahr bringen könnte????

    zB ein Börsen-Crash begleitet von Bankenpleiten.

    Der ETF ist Swap-basiert, d.h. er kann beliebige Wertpapiere enthalten (zB Nvidia-Aktien).

    Um am Ende auf den Tagesgeld-Zinssatz zu kommen, werden Tauschgeschäfte mit Banken („swaps“) abgeschlossen, die eine Wertentwicklung in Höhe des Tagesgeldzinses garantieren sollen.

    Anleger tragen also das Emittentenrisiko der Swap-Bank(en) sowie ggf. die Risiken der übrigen Papiere, die der ETF hält.

    So mein Verständnis dieser Diskussion.

  • Aber dein eigentlicher Feind ist die Inflation. Es macht einfach keinen Sinn, solche Summen auf Dauer im Geldmarkt zu parken.

    Für den Risikoarmen Teil reicht mir persönlich ein "floater" der der Inflation nur marginal hinterher hängt.

    Bzgl des Ausfallrisikos: Walz empfiehlt ja u.A. auch über Währungen hinweg zu streuen. Macht das zufällig jemand mit anderen GMFs oder Staatsanleihen?

  • Bzgl des Ausfallrisikos: Walz empfiehlt ja u.A. auch über Währungen hinweg zu streuen. Macht das zufällig jemand mit anderen GMFs oder Staatsanleihen?

    Da kann ich mich jetzt gerade gar nicht mehr daran erinnern, dachte der wäre total auf Euro fixiert.

    Ich habe heute die AU000XCLWAG2 gekauft.

  • Mir lässt dieser Beitrag einfach keine Ruhe. Was wäre denn ein Schreckensszenarium, das meinem DBX0AN in Gefahr bringen könnte????

    Ich wollte dich damit nicht in Unruhe versetzen. Ich möchte auch klarstellen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein DBX0AN (teilweise) ausfällt oder die Börsen für ein paar Tage oder Wochen geschlossen werden, extrem gering ist.

    Bei dem Thema muss man aufpassen nicht die Grenze zu Verschwörungstheorien oder Crashpropheten zu überschreiten. Wenn man anfängt in diese Richtung zu denken, sind der Bunker im Garten und die verbuddelten Goldmünzen nicht mehr weit.;)

    Aber: Der Renditeunterschied zwischen einem DBX0AN und kurzlaufenden deutschen Staatsanleihen ist kaum vorhanden. Das wäre es mir persönlich einfach nicht wert. Ich würde in dem Fall auch keinen ETF auf deutsche Staatsanleihen nehmen, sondern die Anleihen direkt kaufen. Das kostet keine TER und die Papiere laufen automatisch aus.

    Wenn es dann doch einmal richtig knallt, kann man theoretisch das Depot auch mal ein paar Jahre „zumachen“ oder die Börsen dürfen gerne mal ein Jahr schließen. Das kann beruhigend sein. Zumal es nichts (oder fast nichts) kostet.

    Noch mal als Anmerkung: Ich selbst habe keinen risikoarmen Teil im Vermögen. Das oben ist nur meine persönliche Sicht für Menschen, die so einen Teil (auch als emotionale Unterstützung) benötigen. Deutsche Staatsanleihen sind extrem liquide und haben die antifragile Eigenschaft, dass sie in der Krise mehr nachgefragt werden. Das gilt übrigens auch für den Schweizer Franken.

  • Da kann ich mich jetzt gerade gar nicht mehr daran erinnern, dachte der wäre total auf Euro fixiert.

    Ich habe heute die AU000XCLWAG2 gekauft.

    Schreibt er in seinen Büchern. Ich habe allerdings die Auflagen von ~2020 gelesenen. Mag also schon veraltet sein.

    Walz empfiehlt dort auch nur einen Teil des Sicherheits Bausteins in Fremdwährung zu halten und davon wiederum einen noch kleineren Teil in Cash.

  • Ich stimme Irving vollumfänglich zu.

    Aber die ganze Diskussion geht an der eigentlichen Problematik vorbei. Polarlichthat ja nicht einen risikoarmen Teil dauerhaft im DBX0AN investiert. Sondern hat satte 400KEUR die vermutlich aus einem Erbe oder einem Immobilienverkauf o.ä. resultieren dort "geparkt" und wartet nun auf den Crash am Aktienmarkt um dann billiger einzusteigen. Ob das gelingt oder nicht ist fraglich. Sicher ist nur, dass das Geld bis dahin unterhalb der Inflation verzinst ist. Ob es nun im DBX0AN oder in Bundesanleihen versauert ist m.E. die falsche Frage.

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