Rentenfonds

So sichern Sie Ihr Depot gegen Schwankungen

Sara Zinnecker Stand: 02. September 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Rentenfonds investieren in Anleihen. Über diese Schuldpapiere leihen sich Staaten und Unternehmen Geld von Dritten.
  • Bei einem Zinsanstieg sinken allerdings die Kurse der enthaltenen Rentenpapiere. Beim aktuell niedrigen Zinsniveau drohen damit Verluste. 
  • Als sicherer Baustein Ihrer Vermögensanlage empfiehlt sich daher eher Festgeld. Das ist kostenlos, schützt vor Verlusten und bietet garantierte Zinsen.
So gehen Sie vor
  • Kümmern Sie sich jetzt um die Rentenfonds in Ihrem Wertpapierdepot. Ersetzen Sie teure, aktiv gemanagte Rentenfonds durch Festgeld. Wo es gute Zinsen gibt, verrät unser Rechner.
  • Stellen Sie auch Mischfonds auf den Prüfstand, gerade, wenn Sie viele Rentenpapiere enthalten.
  • Falls Festgeld (etwa mit Blick auf die Verfügbarkeit) für Sie nicht Frage kommt, sollten Sie mindestens auf kostengünstige Renten-ETFs umschwenken.

Wenn Privatanleger den Begriff Rentenfonds hören, denken sie oft zuerst an die gesetzliche Rente. Doch mit der Altersrente haben die Fonds nichts zu tun. Die „Rente“ im Rentenfonds steht für eine regelmäßige Zinszahlung. Ein anderer Begriff für Rente ist „Anleihe“. Er drückt aus, dass bei diesen Papieren eine Partei der anderen Geld leiht, und zwar gegen einen Zins.

Ein Rentenfonds fasst solche Renten oder Anleihen in einem Fonds zusammen. Solche Rentenfonds stecken bis heute im Depot vieler Anleger. Künftig jedoch sieht es um die Erträge bei Rentenfonds nicht gut aus.

Was sollten Sie auf jeden Fall über Rentenfonds wissen?

Rentenfonds zählen neben Aktienfonds zu den bekannten Investmentfonds. Sie kaufen viele einzelne Anleihen und packen sie in einem Korb zusammen.

Staaten, Banken oder große Unternehmen, die Geld benötigen, leihen es sich von Anlegern und geben dafür Schuldpapiere aus. Die Wertpapiere schreiben bindend fest (verbriefen), wie hoch die Zinsen sind und wann sie gezahlt werden. Auch ist festgelegt, wann der Schuldner das geliehene Geld zurückzahlen muss. Staaten finanzieren über Anleihen ihren Haushalt. Unternehmen nutzen Anleihen als Alternative zu Bankkrediten.

Anleger geben einen Kredit

Umgekehrt geben Sparer, die eine Anleihe kaufen, dem Staat oder dem Unternehmen für einige Jahre einen Kredit und erhalten dafür garantierte Zinszahlungen. Wenn Anleger die Anleihe zwischenzeitlich nicht weiterverkaufen, bekommen sie am Ende ihr Geld vom Unternehmen oder vom Staat zurück – vorausgesetzt, der Herausgeber der Anleihe geht nicht pleite.

Je finanzstärker ein Staat oder Unternehmen ist, umso weniger Zinsen muss er Anlegern für den Kredit bieten. Um einschätzen zu können, wie gut ein Schuldner finanziell aufgestellt ist, blicken Anleger oft auf das Rating. Man unterscheidet zwischen geringer Ausfallwahrscheinlichkeit (Investment Grade) und hoher Ausfallwahrscheinlichkeit (Non-Investment Grade). Eine Einlagensicherung wie bei klassischen Bankanlagen gibt es nicht.

Fonds haben Vorteile gegenüber einzelnen Anleihen

Für Sie als Anleger hat es Vorteile, wenn Sie nicht einzelne Anleihen kaufen, sondern sich über einen Fonds für einen überschaubaren Betrag an einem ganzen Anleihen-Korb beteiligen. Erstens streuen Sie das Risiko: Wenn ein einzelner Kredit ausfällt, spüren Sie kaum etwas davon. Zweitens können Sie unbefristet investieren. Denn der Fonds ersetzt Anleihen, die bereits länger laufen, nach bestimmten Regeln regelmäßig durch neue Anleihen.

Die Zinsentwicklung beeinflusst die Rendite

Wer Anleihen bis zum Ende hält, bekommt einen sicheren Rückzahlungskurs. Während der Laufzeit ist der Wert der Anleihen (also ihr Kurs oder Kaufpreis) aber nicht zwangsläufig konstant. Er hängt dagegen eng am Zinsniveau, das die Europäische Zentralbank (EZB) vorgibt.

  1. Wenn die Zinsen sinken, legen Rentenfonds im Wert zu. Denn die Anleihen im Fonds werden stärker nachgefragt. Man könnte auch sagen: Anleger versuchen, sich die bessere Verzinsung der Anleihe zu sichern.
  2. Wenn die Zinsen steigen, sinkt der Wert von Rentenfonds. Dahinter steckt, dass niemand mehr vergleichsweise niedrig verzinste Anleihen haben möchte, sondern gleich diejenigen kauft, die höhere Zinszahlungen garantieren.

Weil Rentenfonds Anleihen oft nicht bis zum Ende ihrer Laufzeit im Fonds behalten, müssen sie einkalkulieren, dass sich Kurse ändern, weil sich das Zinsniveau ändert. Die Rendite eines Rentenfonds hängt also nicht am vorab festgeschriebenen Zinsversprechen der einzelnen Anleihen, sondern an der Zinsentwicklung am Markt.

Bei Anleihen mit höherer Ausfallwahrscheinlichkeit kann der Kurs auch schwanken, wenn Investoren dieses Risiko neu bewerten, etwa in einer akuten Wirtschaftskrise. Der Risikoaufschlag steigt dann und kann den Kurs nach unten drücken. Fast immer gilt: Je länger die Laufzeit der Anleihen ist, umso heftiger reagiert der Kurs der Anleihen im Fonds. Dazu mehr weiter unten.

Warum stecken Rentenfonds in Ihrem Depot?

Traditionell finden sich im Sparerportfolio Rentenfonds mit in Euro notierten Anleihen finanzstarker Staaten, um es „sicherer“ zu machen. Das heißt, einerseits können diese Rentenfonds das Auf und Ab der Aktienfonds abschwächen. Andererseits tragen sie sichere Zinserträge zum Depotwert bei.

  1. Anleihen können Schwankungen im Portfolio ausgleichen, denn nicht selten entwickeln sich Anleihekurse entgegengesetzt zu Aktien. Das klappt vor allem über Zeiträume gut, in denen große Unsicherheit am Aktienmarkt herrscht. Wenn der Aktienmarkt einbricht, gelten Anleihen oft als sichere Bank, werden stärker nachgefragt und der Kurs steigt.
  2. Anleihen ersetzen unsichere Aktienrendite durch zuverlässige Zinserträge. Schuldner wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande haben Fondsanlegern in der Vergangenheit schon mal vier Prozent oder mehr an Zinsen pro Jahr beschert. Das war sozusagen eine geplante Rendite, ähnlich der regelmäßigen Zinsgutschrift auf dem Tagesgeldkonto. Sie ist niedriger als die Aktienrendite, aber dafür sicher.

Anstelle einzelner Aktien- und Rentenfonds haben Sie vielleicht auch einen Mischfonds im Depot, der sich aus Aktien und Anleihen zusammensetzt und der Ihnen eine ausgewogene Geldanlage verspricht.

Die Grafik zeigt, wie sich Schwankungen eines Dax-Investments in der Vergangenheit abschwächten, wenn Anleger ihr Geld zu 50 Prozent in deutsche Staatsanleihen gesteckt haben: Ging es am Aktienmarkt bergab, hat ein gemischtes Depot weniger gelitten. Aufschwungphasen am Aktienmarkt hat ein solches 50:50-Portfolio dafür nur in Teilen mitgenommen.

Möglicherweise finden sich im Mischfonds auch zu geringen Teilen Anleihen von weniger finanzstarken Staaten oder Unternehmen, die auch im Kurs nachgeben können, dafür aber vergleichsweise höhere Zinserträge liefern.

Große Kursgewinne in den vergangenen Jahren

In den Jahren seit 2008 spürten Rentenfonds-Anleger einen weiteren positiven Effekt: Denn die Europäische Zentralbank (EZB) begann – erst als Reaktion auf die Finanzkrise, dann auf die Schuldenkrise –  die Leitzinsen immer weiter zu senken, um so „billiges“ Geld in die Wirtschaft zu befördern und diese am Laufen zu halten.

Je mehr die Zinsen sanken, umso mehr legten insbesondere Anleihen aus finanzstarken Staaten an Wert zu. Investoren wollten sich gute Zinsen noch sichern, bevor das Zinsniveau am Markt weiter sank. Die Anleihen waren also neben der vorübergehenden Unsicherheiten am Aktienmarkt wegen der (negativen) Änderungen des Zinsumfeldes immer mehr nachgefragt.

Die Grafik zeigt, wie der Wert des deutschen Rentenindex Rex in den vergangenen Jahren nach oben geklettert ist. Der Rex besteht aus 30 typischen deutschen Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeit und hat im Durchschnitt seit dem Jahr 2000 gut 4 Prozent Rendite pro Jahr gutgemacht. In der Grafik sieht man, wie die Zinserträge dieser Staatsanleihen spiegelbildlich dazu gesunken sind.

Wer also in den vergangenen Jahren einen Rentenfonds mit insbesondere finanzstarken Staaten im Portfolio hatte, dürfte gute Gewinne erzielt haben – vorausgesetzt, die Kosten für den Fonds haben Ihre Rendite nicht gleich wieder aufgefressen.

Warum sind Rentenfonds heute wenig attraktiv?

Mögen die zunächst noch positiven, später sinkenden Zinsen Rentenfonds-Anlegern in der Vergangenheit Erträge beschert haben, sieht es künftig nicht mehr so gut aus. Denn in einem Nullzinsumfeld können Rentenfonds ihren einstigen Auftrag, das Depot sicherer zu machen, nur noch eingeschränkt erfüllen.

  • Rentenfonds können Wertschwankungen von Aktien immer noch abschwächen, weil sich die Kurse der Anleihen im Falle eines Börsenabschwungs tendenziell entgegengesetzt entwickeln. Allerdings sind die Zinsversprechen finanzstarker Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande mittlerweile so gering, dass sie dem Portfolio sogar negative Renditen einbringen.

    Eine deutsche Staatsanleihe mit 10 Jahren Laufzeit etwa, gekauft im August 2019, kostet fast einen halben Prozentpunkt Rendite pro eingesetztem Euro und Jahr (siehe Grafik). Mehr Sicherheit fürs Depots hat also einen recht hohen Preis.  
  • Eine positive Rendite bekommt bei Anleihen heute nur noch, wer sich mehr ins Risiko traut. Denn Sparer müssen auf Fonds ausweichen, die Anleihen von weniger guten Schuldnern zusammenfassen, zum Beispiel von weniger finanzstarken Unternehmen.

    Große Finanzhäuser analysieren hier häufig im Detail, welche Unternehmensklasse noch das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite bereithält – Mischfonds berücksichtigen das, oder auch zum Teil digitale Vermögensverwalter (Robo-Advisors), die Ihr Geld für Sie managen. Für Sie als Privatanleger ist es dagegen schwer, Chancen und Risiken richtig einzuschätzen.

    Je schwieriger und enger die Möglichkeiten auf verlässliche und gute Zinserträge werden, umso wichtiger ist es, dass die Kosten für die ausgewogene Anlagestrategie mit Rentenfonds noch etwas von der Rendite übriglassen.
  • Schließlich gibt es noch einen Aspekt, der Rentenfonds heute eher unattraktiv macht: Der Blick in die Zukunft. EZB-Chef Mario Draghi hat im Sommer 2019 noch einmal bekräftigt, dass er die Leitzinsen dauerhaft auf null belassen und zusätzlich Geld in den Markt spülen will. Dennoch dürfte irgendwann der Tag kommen, an dem Zinsen wieder ansteigen.

    Spätestens dann haben Rentenfonds-Anleger ein Problem. Denn steigen die Zinsen am Markt, werden auch Schuldner wieder mehr Zinsversprechen für ihre Kredite abgeben müssen. Anleihen, die niedriger verzinst sind, werden für Investoren uninteressanter. Folge: Der Kurs sinkt. Sparer müssen mit Verlusten rechnen.

Welche Alternativen zu Rentenfonds haben Sie?

Rentenfonds, die Wertschwankungen im Depot abschwächen sollen, können also kaum mehr Rendite beisteuern. Es besteht – im Gegenteil – die Gefahr, dass sie negativ zum Depotwert beitragen. Als Sparer haben Sie aber ein paar Alternativen zum Investieren in Rentenfonds.

Festgeld als Baustein einer guten Geldanlage

Wenn Sie Ihre Geldanlage günstig und einfach gestalten und sich selbst darum kümmern wollen, empfehlen wir Ihnen, auf Rentenfonds zu verzichten. Sie können ihr Geld auf Tagesgeld, Festgeld und günstige Aktien-Indexfonds (ETFs) verteilen – je nach Risikoempfinden. Wie das genau geht und welche Aktienfonds infrage kommen, lesen Sie in unserem Ratgeber Geldanlage.

Konkret heißt das: Wenn Sie heute Rentenfonds besitzen, überlegen Sie, diese zu verkaufen und stattdessen in Festgeld zu investieren. Festgeld übernimmt die traditionelle Rolle von Rentenfonds als sicherer Baustein Ihrer Geldanlage. In Zeiten niedriger Zinsen steuert Festgeld zwar eine geringe, aber verlässliche Rendite bei. Kosten entstehen jedoch  nicht – und Verluste sind ausgeschlossen.

Unser Rechner zeigt Ihnen, wo es gerade die besten Festgeldangebote gibt. Wenn Sie langfristig anlegen, aber nicht zu viel Mühe damit haben wollen, können Sie ein Festgeld mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren auswählen. Danach lässt sich möglicherweise zu besseren Konditionen erneut anlegen.

Wie viel möchten Sie anlegen?

Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

Wie lange möchten Sie anlegen?

Diese Strategie verspricht einerseits die höchsten Erträge bei den Aktien und vermeidet Verluste bei der sicheren Anlage.

Vorteile und Nachteile von Festgeld

Es kann Fälle geben, in denen Festgeld nicht die optimale Lösung ist. Festgeld ist im Kern eine einfache und kostengünstige Anlage. Doch es hat auch ein paar Nachteile gegenüber Rentenfonds. Achten Sie also darauf, was Ihnen für Ihren Baustein im Portfolio wichtig ist, der Schwankungen abmildern soll. Die Tabelle stellt die Unterschiede zwischen Festgeld und Rentenfonds gegenüber:

Wichtige Eigenschaften von Festgeld und Rentenfonds

 FestgeldRentenfonds

Kosten

Festgeldkonten sind in der Regel kostenlos.

Möglicherweise zahlen Sie Abschlusskosten, auf jeden Fall laufende Fondskosten.

Erträge und Risiko

Sie beziehen sichere Zinsgutschriften, können kein Geld verlieren.

Sie beziehen sichere Zinserträge, aber die Gefahr besteht, dass Kurse sinken. Sie können Geld verlieren.

Aufwand

Sie müssen sich alle paar Jahre um eine neue Anlage kümmern.

Einmal im Depot, liegt der Fonds dort.

Übersicht

Fürs Festgeld eröffnen Sie in der Regel ein neues Konto. Sie haben daher nicht all Ihre Anlagepositionen auf einen Blick.

Der Rentenfonds ist Teil des Depots. Sie sehen direkt, wie ihr Depot dasteht, den sicheren Baustein (Rentenfonds) inklusive.

Verfügbarkeit

Für die Anlagedauer des Festgelds können Sie nicht auf Ihr Geld zugreifen.

Anteile am Rentenfonds können Sie an die Fondsgesellschaft zurückgeben oder über die Börse verkaufen.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 30. August 2019)

Erwägen Sie, einen Rentenfonds ins Depot zu nehmen, sollte es einer sein, der möglichst wenig kostet und einfach zu handhaben ist. Hier schneiden börsengehandelte Fonds (ETFs) oft besser ab als aktiv gemanagte. Dazu weiter unten mehr.

Außerdem sollte, wenn Sie sich selbst kümmern, ein geringes Risiko im Vordergrund stehen. Verzichten Sie auf Renditeexperimente, indem Sie etwa Rentenfonds kaufen, die Anleihen finanzschwacher Staaten oder Unternehmen bündeln.

Orientieren Sie sich eher an Rentenfonds, die sich auf Staatsanleihen aus wirtschaftsstarken EU-Ländern beschränken, die nicht viel länger als fünf Jahre laufen. Je geringer die Laufzeit der Anleihen, umso weniger Wert verlieren Sie bei einem Zinsanstieg.

Riskantere Rentenfonds im gemanagten Portfolio

Wenn Sie selbst Ihre Risikoneigung nicht so gut einschätzen können, sich nicht wirklich gern um Ihre Geldanlage kümmern und bereit sind, einige Zehntelprozent Gebühren an einen Dienstleister zu zahlen, können Sie Ihr Geld beispielsweise digitalen Anlagehelfern (Robo Advisors) anvertrauen.

Die Anlagehelfer fragen vorab, wie viel Verlust Sie im Jahr oder über einen bestimmten Zeitraum verkraften könnten und entwerfen Ihnen ein passendes Portfolio. In aller Regel stecken dort dann auch mehrere günstige Rentenfonds (ETFs) mit drin. Es kann sein, dass Sie sowohl sichere Staatsanleihen, als auch etwas riskantere Unternehmensanleihen im Depot wiederfinden.

Auch wenn Sie einen Mischfonds besitzen, kann es sein, dass Sie in verschiedene Anleiheklassen investiert haben. Bei Mischfonds gibt es etwa solche, die vor allem Anleihen halten, die viel ausschütten – ähnlich einem Aktienfonds mit Fokus auf die Dividende. Andere Mischfonds schreiben hingegen auf ihre Verpackung, dass sie möglichst viel Rendite bei einem in etwa vorgegebenem Verlustrisiko erreichen wollen. Ein solcher Fonds schwankt dann schonmal mehr.

In beiden Fällen müssen Sie auf das Management oder den Algorithmus vertrauen, der Ihre Anlage steuert. Oft wird einmal oder mehrmals im Jahr überprüft, ob alles passt, und die Fondsanlage im Zweifel angepasst. Finanztip zieht gute Robo-Advisors den Mischfonds vor, da sie häufig deutlich günstiger sind.

Welche Arten von Rentenfonds gibt es?

Wenn man versucht, Rentenfonds systematisch zu kategorisieren, gibt es zwei mögliche Blickwinkel.

  1. Wie bei Aktienfonds gibt es auch bei den Rentenfonds solche, bei denen ein Fondsmanager Anleihen für den Fonds aktiv aussucht – und solche, die ohne Fondsmanager auskommen.
  2. Darüber hinaus bilden Rentenfonds häufig nur bestimmte Teile des Marktes ab – davon hängt ab, wie viel Rendite sie bei einem bestimmten Verlustrisiko erzielen können.

Rentenfonds mit oder ohne Fondsmanager

Das Ziel gemanagter Rentenfonds ist oft, Anleihen zu finden und zu kombinieren, die eine gute Rendite erwarten lassen, ohne dabei zu sensibel im Wert zu reagieren, wenn sich bei den Zinsen etwas tut. Je mehr Zusatzrendite die Fondsmanager anpeilen, umso teurer wird in der Regel der Fonds – was die Wertentwicklung direkt wieder abschwächt.

Die wenigsten Manager schaffen es, dass ihr Fonds dauerhaft und nach Kosten besser abschneidet als der Marktdurchschnitt. Dies hat zum Beispiel das Analysehaus Morningstar in einer umfassenden Studie von 2018 einmal mehr festgestellt. Zuletzt wissen Anleger nie so genau, welche Anleihen gerade im Fonds stecken.

Wenn wir speziell auf die Rentenfonds mit Anleihen finanzstarker Staaten blicken, die vor allem in Sparerportfolios stecken, um Wertschwankungen bei den Aktien auszugleichen, haben auch aktive Rentenfondsmanager nicht so großen Spielraum. Ein solcher aktiv gemanagter Rentenfonds kann ein gutes halbes Prozent Gebühren im Jahr kosten.

Das ist deutlich weniger als mancher renditeorientierte Rentenfonds, Mischfonds oder Aktienfonds. Dennoch können es in der Niedrigzinsphase gerade diese Kosten sein, die den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen. Achten Sie daher darauf, zumindest nicht zu hohe Gebühren zu zahlen.

Es bleiben die Rentenfonds ohne Manager. Das sind – wie bei Aktien – sogenannte Indexfonds, die einen bestimmten Anleihenmarkt einfach nur abbilden. Anleger bekommen genau die Rendite dieses Marktes und wissen eher, welche Anleihen im Fonds enthalten sind. Die Indexfonds nehmen nur minimale Verwaltungskosten (teilweise sind es weniger als 0,1 Prozent pro Jahr) und sind flexibel, weil Anleger Fondsanteile nahezu immer an der Börse kaufen und verkaufen können. Der Fachbegriff lautet Renten-ETFs (Exchange-Traded Funds).

Fonds bilden unterschiedliche Teile des Marktes ab

Rentenfonds unterscheiden sich auch dadurch, auf welchen Teil des Marktes sie den  Schwerpunkt legen. Mögliche Dimensionen sind:

  1. Herausgeber: Handelt es sich um Staaten oder Unternehmen?
  2. Sicherheit: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Herausgeber seine Schulden nicht zurückzahlen kann?
  3. Land und Währung: Sind Herausgeber aus bestimmten Regionen der Welt mit Blick auf Rendite und Risiko interessanter? Wie sehr soll der Fonds die Chance nutzen, Zusatzerträge über Wechselkursgewinne zu erzielen?
  4. Laufzeit: Welche Restlaufzeit hat eine Anleihe und welche Rendite ist damit verbunden? Wie stark verändern sich Kurse, wenn sich das Zinsniveau verändert?

Oft berücksichtigen Rentenfonds mehrere Kriterien gleichzeitig. Ein Fonds kann zum Beispiel Staatsanleihen der Euroländer zusammenfassen, die wenig verschuldet und daher finanziell relativ sicher aufgestellt sind. Das bringt Sparern geringe, aber sichere Renditen. Und kein Währungsrisiko.

Das ist für professionelle Anleger interessant, die bereit sind, im Zweifel auch mal Geld zu verlieren. Ihnen geht es vor allem um die hohe Rendite, die sie bekommen, wenn die meisten Unternehmen doch durchkommen. Besonders lukrativ ist das Geschäft, wenn gleichzeitig der Wert des Dollar zum Euro steigt.

Innerhalb einer Fondsgruppe – zum Beispiel den Euro-Staatsanleihen der am wenigsten verschuldeten Länder – spielt häufig die Laufzeit die entscheidende Rolle. Denn länger laufende Anleihen müssen in der Regel auch höhere Zinsen anbieten. Von der Laufzeit kann man auch ableiten, wie stark die Anleihen im Fonds auf Zinsänderungen reagieren.

Wie funktionieren Renten-ETFs?

Aktien-ETFs sind vielen Sparern mittlerweile ein Begriff – und sind recht intuitiv zu verstehen: Wenn der Dax die 30 Unternehmen bündelt, die an der Börse am meisten Wert sind, dann kauft der Dax-ETF eben genau dieselben 30 Aktien ein. Als Sparer haben Sie für wenig Geld den deutschen Aktienmarkt im Depot.

Bei Anleihe-ETFs (Renten-ETFs) sieht es etwas anders aus. Zwar bilden auch sie einen bestimmten Index ab, der dann aus Anleihen besteht – kaufen die Anleihen im Grunde nach. Aber über die Indizes selbst wird kaum berichtet und die wenigsten wissen, was im Rentenindex steckt – was also der Markt für Anleihen ist.

So setzt sich ein Rentenindex zusammen

Wie bei den Aktien, gibt es auch bei den Anleihen Unternehmen, die eine Regel entwickeln, welche Anleihen in einem Index landen. Das sind die sogenannten Indexanbieter. Bei den Anleihen heißen sie zum Beispiel Barclays-Bloomberg, Markit (mit der Marke iBoxx) oder MTS.

Um einen Markt abzubilden, haben sich zwei Herangehensweisen durchgesetzt. Einmal kann ein Rentenindex Anleihen mit dem größten Volumen zusammenfassen. Im Index sind dann Länder oder Unternehmen stärker gewichtet, die in absoluten Beträgen mehr Kreditsumme ausstehen haben. Das ist erst einmal ein objektives Kriterium, da die Schuldenhöhe allein noch nichts darüber aussagt, wie zahlungskräftig die jeweiligen Schuldner sind.    

Die zweite Möglichkeit ist es, diejenigen Anleihen zusammenzufassen, die am Markt am einfachsten zu kaufen und verkaufen sind. Anders als bei Aktien, gehen Anleihen längst nicht so oft über den Handelstisch. Es gibt also nicht unbedingt jederzeit einen Handelspreis. Je nach Ziel des Investors kann also die Liquidität der Anleihen eine Rolle spielen.

Was das Volumen oder die Liquidität der Anleihen angeht, gibt es Mindestkriterien, die darüber entscheiden, ob eine Anleihe den Weg in den Index findet oder nicht. In regelmäßigen Abständen wird geprüft, ob alle Papiere in einem Index noch die Kriterien erfüllen.

Ihre Auswahlmethode wenden die Indexanbieter für die verschiedenen Marktsegmente an, also für Anleihen aus bestimmten Regionen oder für Schuldner mit einer bestimmten Bonität.

Indizes konzentrieren sich auf bestimmte Laufzeiten

Manche Rentenindizes fassen Anleihen aller Laufzeiten zusammen. Oft ist die Bedingung nur, dass die Anleihen noch länger als ein Jahr laufen. Darüber hinaus gibt es aber auch Teilindizes, die nur eine bestimmte Laufzeit von Anleihen abbilden. Zum Beispiel die liquidesten Anleihen mit einer Laufzeit zwischen 1 und 3 oder 10 und 30 Jahren.

Sie als Anleger sollten die Laufzeit-Spanne oder zumindest die durchschnittliche Laufzeit der Indexanleihen kennen. Das ist wichtig, weil Sie darüber ablesen können, wie sensibel die Anleihekurse voraussichtlich auf eine Veränderung des Zinsniveaus reagieren. Sie können aus der Laufzeit ableiten, wie stark der Index im Wert steigen oder fallen kann, wenn Zinsen – zum Beispiel um ein Prozent – steigen oder sinken.

Grundsätzlich gilt: Anleihen mit kurzer Laufzeit haben geringere Zinsversprechen und tragen wenig zur Wertentwicklung bei. Allerdings sind die Kursverluste gering, wenn Zinsen steigen. Anleihen mit längerer Laufzeit bringen höhere regelmäßige Zinszahlungen, können aber empfindlich im Wert verlieren, sobald Zinsen steigen.

Ein Index, der sich auf Laufzeiten spezialisiert, muss stets zusehen, dass die Restlaufzeit der einzelnen Anleihen im Fonds noch im angestrebten Laufzeit-Spektrum liegt. Bleiben zu wenige Jahre bis zur Rückzahlung der Anleihe, muss er sie verkaufen und durch eine Anleihe ersetzen, die noch lang genug läuft.

Wichtig: Ein Teilindex mit einer bestimmte Laufzeiten-Spanne bildet ab, welche Rendite Anleger für diese Laufzeiten-Spanne derzeit am Markt erwarten können. Wenn ein Indexanbieter Anleihen durch neue ersetzt, um die Laufzeit wie geschildert zu erhalten, kann er in einem transparenten Markt dadurch keine Extrarendite erzielen.

Welche Anleihe-ETFs stecken in gemanagten Portfolios?

Vielleicht sind Sie an Renten-ETFs beteiligt, weil sie eine fondsgebundene (geförderte) Rentenversicherung oder einen (geförderten) Fondssparplan abgeschlossen haben.  Oder weil Sie Ihr Geld einem digitalen Vermögensverwalter, einem Robo-Advisor, anvertraut haben.

Einige Renten-ETFs, die in fertigen Depots beispielsweise zum Einsatz kommen, haben wir in der folgenden Übersicht zusammengestellt.

Diese ETFs finden sich in fertigen Portfolios

IndexiBoxx Sovereigns EurozoneBloomberg Barclays Global AggregateiBoxx Liquid Investment Grade Ultrashort
ETF-Anbieter (ISIN)

Xtrackers

(LU0290355717)

Vanguard (IE00B18GC888)

iShares

(IE00BCRY6557)

Art der AnleihenStaatsanleihen Eurozone mit unterschiedlichen LaufzeitenStaats- und Unternehmensanleihen, gemischte BonitätUnternehmensanleihen in Euro mit Laufzeit bis maximal 3 Jahre
Anzahl Anleihen; wichtige Länder

knapp 370;

Fr, It, D

mehr als 11.000;

USA, Jp, Fr

knapp 400;

USA, Fr, D

Zinsrisiko18,276,980,02

5-Jahres-Rendite p.a. zum

30.8.2019

3,7 %2,4 %0,3 %

1 Die Kennzahl gibt an, um wie viele Prozent sich der Kurs des Fonds verändert, wenn die Zinsen sich um 1 Prozent verändern. Fachleute sprechen von Duration.
Quelle: Finanztip-Recherche, Morningstar, Anbieter (Stand: 2. September 2019)

Wir sehen, dass das Zinsrisiko im Fonds und die Rendite pro Jahr miteinander in Verbindung stehen. Wer einen Anteil am Xtrackers ETF im Depot hat, der den Euro-Staatsanleihemarkt abdeckt, riskiert einen Kursrutsch von gut 8 Prozent, würde das Zinsniveau am Markt um 1 Prozent steigen. Dafür bietet der Fonds aber vergleichsweise mehr Rendite.

Wer hingegen mit dem iShares Ultrashort Bond auf sehr kurz laufende Anleihen im ETF setzt, realisiert kaum positive, perspektivisch vielleicht auch negative Renditen. Dafür verliert dieser ETF weit weniger an Wert, würden die Zinsen um 1 Prozent steigen. Ein solcher ETF dient also vor allem der Stabilisierung des gesamten Depots. Er trägt bestenfalls zum Werterhalt bei.

Auf welche Angaben beim Renten-ETF können Sie schauen?

Mehrere Punkte werden Ihnen beim Blick auf Renten-ETFs immer wieder über den Weg laufen. Die wichtigsten haben wir zusammengetragen:

  1. Verwendung der Zinserträge: Wie Aktien-ETFs haben auch Renten-ETFs die Möglichkeit regelmäßige Erträge auszuschütten. Bei den Aktienfonds sind das die Dividenden, bei den Rentenfonds die regelmäßigen Zinszahlungen der Anleihen. Verbleiben die Erträge dagegen im Guthaben, verzinsen sie sich mit – das dient also dem Vermögensaufbau. Sparer, die ein gemanagtes Portfolio haben, werden ETFs mit beiden Auszahlungsvarianten finden. In der Regel kümmert sich dann aber der Vermögensverwalter darum, dass Auszahlungen entsprechend wiederangelegt werden.
  2. Nachbildung des Index: Renten-ETFs können sowohl die eigentlichen Indexaktien – oder zumindest einen großen Teil – nachkaufen. Dann spricht man von physischer Replikation. Oder die ETF-Anbieter schließen ein Tauschgeschäft mit einer Bank ab, das die Wertentwicklung des Rentenindex zusichert. Dann ist von synthetischer Replikation die Rede. Beide Varianten halten wir für gleichermaßen sicher. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zu den Indexfonds.
  3. Steuer: Auf Gewinne aus Renten-ETFs – Kursgewinne oder Zinserträge – wird Abgeltungsteuer fällig – 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Wie alle Investmentfonds versteuern Sparer seit 2018 jährlich einen geringen Ertrag vor. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Investmentsteuer.
  4. Endfälligkeitsrendite: Sie gibt die durchschnittliche Rendite der im Fonds enthaltenen Anleihen an, wenn sie bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden. Für Anleger ist sie aber nur eine Orientierung, weil Fonds die Anleihen meistens nicht bis zu ihrem Laufzeitende behalten. Die Endfälligkeitsrendite spiegelt das aktuelle Zinsniveau in dem jeweiligen Markt wider, in dem der Fonds investiert.
  5. Laufende Rendite: Sie errechnet sich aus dem Verhältnis der jährlichen zugesagten Zinszahlung und dem Kurs einer Anleihe. Bei einem Fonds wird die laufende Rendite aus den gewichteten Durchschnitten der Zinszahlungen und der Kurse berechnet. Bei Fonds, die Zinseinnahmen ausschütten, ist die laufende Rendite ein Indiz für den zu erwartenden Auszahlungsbetrag pro Jahr.
  6. Duration: Diese Kennzahl gibt an, um wie viel Prozent der Wert eines Fonds steigt oder fällt, wenn sich das Marktzinsniveau um 1 Prozent verändert. Angenommen, in der Eurozone steigt der Zins um 1 Prozent. Dann fällt der Wert eines Fonds mit einer „modifizierten Duration von sieben“ um 7 Prozent. Umgekehrt würde der Fondswert um 7 Prozent steigen, falls die Zinsen um 1 Prozent sinken. Je kürzer die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen in einem Fonds, desto niedriger ist die Duration – und umgekehrt.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

  • Mit kostengünstigen ETFs bauen Sie einfach Vermögen auf.
  • Unsere ETF-Empfehlungen für MSCI-World-ETFs: iShares (WKN: A0RPWH), Source (WKN: A0RGCS) und Xtrackers (WKN: DBX1MW); für MSCI-All-Countries-World-ETFs: SPDR (WKN: A1JJTC) und iShares (WKN: A1JMDF).

Zum Ratgeber

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Unsere Empfehlung der günstigsten Anbieter: Flatex und Onvista-Bank; die besten Kombiangebote aus Depot, Girokonto und Kreditkarte: DKB, Comdirect, Consorsbank und ING.

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker

Stand: 02. September 2019


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