PKV Beiträge im Alter

  • Hallo


    ich frage mich, ob man sicherheitshalber vor 55 in die GKV wechseln sollte.

    Man muss ja langfristig planen. Ich habe berechnet, dass ein 75 jähriger Rentner

    mit einer gesetzlichen Rente von 1000 Euro und Mieteinnahmen von 1000 Euro und Einnahmen aus

    einer privaten Rentenversicherung von 1000 Euro in der GKV mit Pflegeversicherung etwa einen

    Beitrag von etwa 200 Euro zahlen würde. Ist das realistisch? Wie viel würde ein 75 jähriger, der in der PKV in einem günstigen Tarif versichert ist und mit 37 gewechselt hat, also Altersrückstellungen gebildet hat, so in etwa durchschnittlich zahlen? Wenn man im Alter von 75 Jahren bei einem Unternehmen voll privat versichert ist, ist man diesem Unternehmen doch in gewisser Weise ausgeliefert? Wenn Beiträge um 30 Prozent erhöht werden, kann man dann nichts machen, da man ja in die GKV nicht mehr kommt, auch dann nicht, wenn man die Beiträge nicht mehr zahlen kann? Ein Wechsel zu einer anderen PKV dürfte mit 75 ebenfalls unrealistisch sein. Solange man noch in einem Alter ist, in dem man gut wechseln kann, sollte man dann besonders darauf achten, dass man bei einem Versicherer ist, bei dem die Beiträge besonders stabil und planbar sind?

  • Ich habe berechnet, dass ein 75 jähriger Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1000 Euro und Mieteinnahmen von 1000 Euro und Einnahmen aus privaten Rentenversicherung von 1000 Euro in der GKV mit Pflegeversicherung etwa einen Beitrag von etwa 200 Euro zahlen würde.

    Kannst Du die Annahmen für Deine Berechnung irgendwie erläutern?

  • QW beschreibt Einnahmen von 3000 EUR (ich gehe von monatlich von allen Einnahmen aus).


    in der privaten Versicherung werden Beiträge ja nicht nicht nach Einnahmen berechnet.

    Ich gehe davon aus, dass QW gerne die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet haben möchte, da QW sonst wahrscheinlich nicht die Einnahmen aufgelistet hätte.

    Der Beitragssatz beträgt (je nach Krankenkasse unterschiedlich) ca 17 %. Zur Pflegeversicherung 4,2 % (wenn man mindestens 1 Kind hat oder hatte dann 3,6 ).

    Gesamt also 20,6 % (wenn 1 Kind)

    3000 EUR x 20,6 % = 618 EUR monatlicher Beitrag (nicht 200 EUR)

  • Vorsicht, beim Rückwechsel in die GKV, wenn es zu spät ist, um die Voraussetzungen für die KVdR zu schaffen, weil du die meiste Zeit in der PKV warst. Selbst wenn du noch kurz vor 55 wechselst, reicht das meist nicht mehr. Dann wirst du freiwillig versicherter Rentner in der GKV und zahlst Beiträge auf alle deine Einkünfte wie Miete und private Rentenversicherung.

  • Qwertz123

    Vorab: Für meinen Teil bin ich weder ein Experte für die diversen Sparten der deutschen Sozialversicherung (Beispiel: GKV) noch ein Fachmann für den Bereich der privaten Assekuranzen (Beispiel: PKV). Über (altersbedingt) ein bißchen Lebenserfahrung und (berufsbedingt) Erfahrungen in diversen Ländern auf verschiedenen Kontinenten verfüge ich nichtsdestotrotz. Vor dem Hintergrund erlaube ich mir daher eine ganz allgemeine sprich generelle Anmerkung.


    ich frage mich, ob man sicherheitshalber vor 55 in die GKV wechseln sollte.

    Nur am Rande aber im Kontext "sicherheitshalber": Die einzigen absoluten drei "Sicherheiten" in dem Bereich "private Finanzen" sind aus meiner Sicht die Steuern, die Inflation und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Gebühren bzw. Kosten.

    Nach meinen langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen gilt für schlecht regierte Nationen und/oder im Niedergang befindliche Länder - erst recht, wenn es sich nicht mehr um ein konjunkturelles Thema sondern längst um strukturelle Probleme als Ursache handelt - , daß sich dann Regeln und Rahmenbedingungen ziemlich bis sehr schnell ändern können. Je länger die Politik zwingend indizierte Reformen zuvor verschleppt hat, desto eher gilt dann oftmals von politischer Seite, wenn es finanziell immer enger wird, das Motto "Not kennt kein Gebot" mehr.

    Daher in dem Kontext

    Man muss ja langfristig planen.

    Natürlich ist das stets zu empfehlen. Und selbstverständlich kann und muß bei solchen "langfristigen Planungen" immer vom "Status Quo" ausgegangen werden. Ob man diesen aber hierzulande noch über sehr lange Zeiträume als wesentlichen und unverrückbaren Bestandteil seiner Langfrist-Planungen sehen und verstehen kann, scheint mir eher fraglich. Um nur ein Beispiel aus diversen in dem Bereich zu nennen: Der Status KVdR ("Krankenversicherung der Rentner") im Alter.

    Als Mitglied der GKV ist man jedenfalls integraler Bestandteil einer "politischen Verteilungsmasse". Die höchstrichterliche Rechtsprechung (BVerfG beispielsweise) billigt dem Gesetzgeber diesbezüglich in der Regel weite (Gestaltungs-)Spielräume zu. Als in der PKV befindlicher Protagonist beruht das Ganze dagegen auf einem individuellen privatrechtlichen Vertragsverhältnis (Versicherter/Versicherung) mit bestimmten (und weitgehend festen) Regeln. Da sehe ich zumindest etwas mehr an Planbarkeit und Rechtssicherheit auf die lange Sicht.

    Deutlich oberhalb der normalen (Stichwort: Verbraucherpreisindex) Inflation bewegten sich nach meinem Kenntnisstand in den vergangenen Jahrzehnten ohnehin beide Sparten (also sowohl die GKV als auch die PKV) in Sachen Kosten und Beitragsentwicklung. Aufgrund der bekannten Melange (demographischer Wandel, medizinischer Fortschritt) dürfte das auch zukünftig so sein.


    Dir gute Gedanken, Überlegungen und danach ebensolche Entscheidungen !

  • Ich bin von der KVdR ausgegangen, da werden, glaube ich, Mieteinnahmen und private Renten außer Betracht gelassen. Aber wenn man nicht mehr die Möglichkeit hat, in die KVdR zu kommen, dann ist es evtl. schon besser, man bleibt dauerhaft in der PKV.

  • Um in die KVdR zu kommen gibt es Bedingungen und das ist unter anderem in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens, mindestens 90% der Zeit in einer GKV gewesen zu sein, wenn du bisa 50 in der PKV warst, sieht das schlecht aus.

  • Ich bin von der KVdR ausgegangen, da werden, glaube ich, Mieteinnahmen und private Renten außer Betracht gelassen. Aber wenn man nicht mehr die Möglichkeit hat, in die KVdR zu kommen, dann ist es evtl. schon besser, man bleibt dauerhaft in der PKV.

    In Rahmen der KVdR (wenn du denn reinkommen "würdest"), wäre ich deinem Beispielfall nur die Rente beitragspflichtig.

    KV ca. 17 %. Und davon wird in der KV von der Rente nur der halbe Beitragssatz abgezogen, also 8,5 %. In der Pflege dann der volle Beitragssatz von 3,6 % (oder 4,2%).

    Gesamt also 12,1 %. Das macht bei 1000 EUR Rente 121,00 EUR Beitragsabzug

  • Zunächst einmal: der Beitrag in der PKV hängt nicht vom Alter ab (wenn man mal vom Eintrittsalter absieht). Man zahlt nicht mehr, weil man älter wird. Vielmehr steigen im Laufe der Zeit die Beiträge, i.W. aufgrund gestiegener Kosten im Gesundheitswesen, und man wird natürlich gleichzeitig älter. Das veranlasst viele, hier eine nicht vorhandene Kausalität anzunehmen.

    Was man so zahlt als Rentner? Nach Abzug des Zuschusses der GRV zahle ich ca. 460 EUR monatlich für KV+PV als Privatversicherter. Das ist etwas weniger als jemand mit deinen Beispieleinkünften, der es nicht in die KVdR geschafft hat. Der würde ca. 480 EUR zahlen.

    Wenn du schon über 50 bist, könnte es eng werden, um die Bedingungen für die KVdR zu erfüllen. So ein Wechsel von PKV zu GKV ist unter 55 zwar möglich, aber keine triviale Angelegenheit.

  • In Rahmen der KVdR (wenn du denn reinkommen "würdest"), wäre ich deinem Beispielfall nur die Rente beitragspflichtig.

    KV ca. 17 %. Und davon wird in der KV von der Rente nur der halbe Beitragssatz abgezogen, also 8,5 %. In der Pflege dann der volle Beitragssatz von 3,6 % (oder 4,2%).

    Gesamt also 12,1 %. Das macht bei 1000 EUR Rente 121,00 EUR Beitragsabzug

    Zunächst einmal: der Beitrag in der PKV hängt nicht vom Alter ab (wenn man mal vom Eintrittsalter absieht). Man zahlt nicht mehr, weil man älter wird. Vielmehr steigen im Laufe der Zeit die Beiträge, i.W. aufgrund gestiegener Kosten im Gesundheitswesen, und man wird natürlich gleichzeitig älter. Das veranlasst viele, hier eine nicht vorhandene Kausalität anzunehmen.

    Was man so zahlt als Rentner? Nach Abzug des Zuschusses der GRV zahle ich ca. 460 EUR monatlich für KV+PV als Privatversicherter. Das ist etwas weniger als jemand mit deinen Beispieleinkünften, der es nicht in die KVdR geschafft hat. Der würde ca. 480 EUR zahlen.

    Wenn du schon über 50 bist, könnte es eng werden, um die Bedingungen für die KVdR zu erfüllen. So ein Wechsel von PKV zu GKV ist unter 55 zwar möglich, aber keine triviale Angelegenheit.

    Also 121 Euro gegen 460 Euro ist schon ein Unterschied. Das summiert sich auf, über die Jahre. Hätte nicht gedacht, dass die KVdR so günstig ist. Aber man kann nicht sicher sagen, ob zukünftige Regierungen die Möglichkeit der KVdR in Frage stellen. Man muss auch genau berechnen, ob man da rein kommt. Ich habe auch gelesen, dass man den Rentenantrag nicht sofort stellen muss. Etwas Spielraum hat man. Mein Eindruck ist, nachdem was ich so lese und nach den Informationen, dass im Alter wohl KVdR am besten ist, dann PKV und am wenigsten erstrebenswert offenbar freiwillig gesetzlich versichert. Aber ich kenne mich noch zu wenig aus.

  • ich frage mich, ob man sicherheitshalber vor 55 in die GKV wechseln sollte.

    Man muss ja langfristig planen. Ich habe berechnet, dass ein 75 jähriger Rentner

    mit einer gesetzlichen Rente von 1000 Euro ... {...]

    In der PKV stecken mit einem "Gesetzliche-Rente"-Anspruch von 1.000 €? Das klingt schon mal nicht nach einem Standardfall. Beispielsweise kommt der hinlänglich bekannte Eckrentner inzwischen auf fast den doppelten Rentenzahlbetrag. Und der hatte 'niemals nicht keine Chance', jemals von der GKV in die PKV zu wechseln.

    Mit Wanderslust frage ich mich daher, welches Szenario dir, Qwertz123 , da in den Sinn gekommen ist? Ok, passen könnte es bei einem, der z. B. nach etlichen Jahren als rentenpflichtversichert gewesener Arbeitnehmer den ggf. nicht zu Ende gedachten Sprung in die Selbständigkeit riskiert hat und kurz vor dem 55. Geburtstag ins Grübeln kommt.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

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