Lifestrategy 80 Testamentsvollstreckerkonto


  • Ich bin Testamentsvollstreckerin für das Vorerbe meiner behinderten Schwester. Es handelt sich um ein Vermögen von ca. 100.000,00€.

    Der Erbfall ist bereits 2015 eingetreten.

    Das Problem damals war, überhaupt eine Bank dafür zu finden, die bereit war, ein solches Konto anzubieten. Ich konnte damals bei der Deutschen Bank (Hausbank meiner verstorbenen Eltern) bleiben. Das Konto und Depot kann (so viel ich weiß) nicht digital - also durch mich persönlich- verwaltet werden. Ich war daher immer auf den Bankberater angewiesen.

    Da ich vor 10 Jahren noch keinen Plan vom Investieren hatte, war ich froh, durch die Bankberaterin beraten zu werden.

    Und so kam es zu folgenden Geldanlagen, die heute - 10 Jahre später- immer noch bei ca. 100.000€ sind!!

    Darum habe ich mich entschlossen, alles zu kündigen und endlich selbst zu bestimmen, wie investiert werden soll.

    Die aktuelle Investition:

    • 50.000€ Tagesgeld
    • 35.000€ DWS Mischfond LU2034326236 (Stand 31.12.25: 36.338,20€)
    • 15.000€ Grundbesitzglobal DE 0009807057 (Stand 31.12.25: 13.008,80€)

    Im Januar 2026 habe einen persönlichen Termin wahrgenommen und die Rendite bemängelt.

    Das Ergebnis der Beratung: aus 50.000€ Tagesgeld wurden:

    • 25.000€ Tagesgeld zu 4% für 4 Monate, danach tagesübliche Zinsen
    • 25.000€ DWS-Mischfond LU2258442917

    Bei allen Fonds hatte ich entsprechende Ausgabe- und laufende Kosten. Man hat mir geraten, geduldig bei dem Immobilienfond zu bleiben.

    Beim letzten Investment frisst die Rendite des Tagesgeldes die Ausgabekosten des ETFs.

    Trotz des letzten Invest-Fehlers und damit verbundener Kosten, habe ich beschlossen, dass damit Schluß sein muß!

    Ich habe beschlossen, wie folgt vorzugehen:

    • Ich kündige sofort den Grundbesitz Global DE0009807057 (Vermögen frei in einem Jahr)
    • Ich verkaufe sofort den DWS Invest Conservative LU 2034326236
    • Ich verkaufe entweder sofort oder erst in einem Jahr den neuen Aktien-Fond LU2258442917.

    Meine Schwester ist auf das Geld nicht angewiesen. Und im Grunde verwalte ich es für die Nacherben. Dennoch muß ich auch gewissen Zugriff haben, falls eine unerwartete Ausgabe auf uns zukäme.

    Auch bin ich als Testamentsvollstrecker verpflichtet, das Geld einigermaßen risikoarm anzulegen, aber dennoch erträgnisreich.

    Auch möchte ich nicht es selbst rebalancieren müssen (da ich mit meinem eigenem Depot genug zu tun habe), und meiner Verantwortung gegenüber den Nacherben gerecht zu werden.

    Nach gründlicher Überlegung bin ich zu dem Entschluß gekommen, wie folgt zu investieren:

    75%>> Vanguard LifeStrategy 80 IE00BMVB5R75

    25%>> Tagesgeld oder Geldmarktfond

    Mit dieser Investition könnte ich eine Rendite von 5-6 % erwarten. Ich bin breit diversifiziert und damit sicherer als zuvor investiert.

    Die laufenden Kosten würden drastisch reduziert werden (wobei die Deutsche Bank gewiss auch Depotgebühren berechnet).

    Ein Bankwechsel kommt aus o. g. Gründen nicht in Frage. Ein online-Depot ist, meiner Kenntnis nach, in meinem Fall nicht möglich.

    Ich finde, der LifeStrategy 80 ist mit 0,25% TER günstig und wird aktiv gemanagt, sodass ich damit keine Arbeit und keine Verantwortung den Nacherben gegenüber beim Rebalancing habe. Wie oben beschrieben, möchte ich eine gewisse Quote Cash für Notfälle bereithalten. Damit federe ich auch das höhere Risiko des LifeStrategy 80 ab.

    Die Alternative, in den LifeStrategy 60 in Kombination mit dem erforderlichen Cash-Betrag zu investieren, würde mir vermutlich zu wenig Rendite bringen (nach all den jämmerlichen Jahren).

    Meine Bitte an Euch ist, mir Euer Feedback dazu zu geben. Ich möchte sicher sein, keinen weiteren Fehler zu begehen.

    Eine wirkliche Alternative sehe ich nicht.

    Danke euch im Voraus!

  • Das klingt nach einem sehr durchdachten Plan, rein aus finanzieller Sicht.

    Der Bankberater wird mit diesem Plan nicht glücklich sein, verliert er doch einiges an Provision. Vermutlich wird er Argumente und Limitationen finden (wollen), die so einem Vorgehen im Wege stehen. Wie es rein aus juristischer Sicht zu dem geplanten Vorgehen aussieht, kann ich leider nicht beurteilen.

    Ich vermute, du hast da schon viel Erfahrung und dich sicher auch dazu schlau gemacht.

    Viel Erfolg.

  • Grundsätzlich klingt das solide.

    Geht auch kein interner Wechsel zu einem maxblue Depot der Deutschen Bank? Das ist ja weiterhin die gleiche Bank, aber dort ein Depot in Eigenverwaltung. Also ohne Gebühren und ohne lästige Verkaufsbemühungen. Ich habe das so. ich bin im Prinzip normaler Deutsche Bank Kunde, samt Girokonto und Kreditkarte etc. Nur ist das Depot eben ein solches maxblue Depot.

    Was den ETF angeht: Ich finde die Grundidee sehr gut. Aber warum dann nicht konsequent und einfach 100% in den Life Strategy 60? Das ist noch einfacher und dürfte etwa aufs Gleiche rauskommen wie 75% in LS80 plus 25% Tagesgeld/Geldmarktfonds. Zumal du in diesem Fall offensichtlich keine Cash Reserve brauchst.

    Und da du bei der Deutsche Bank bist, kämen noch die Konkurrenzprodukte der Tochter DWS Xtrackers in Frage. Da ist der Widerstand der Bankberaterin vielleicht etwas geringer ;)

    Xtrackers Portfolio-ETFs

  • Geht auch kein interner Wechsel zu einem maxblue Depot der Deutschen Bank. Das ist ja weiterhin die gleiche Bank, aber dort ein Depot in Eigenverwaltung. Also ohne Gebühren und ohne lästige Verkaufsbemühungen. Ich habe das so. ich bin im Prinzip normaler Deutsche Bank Kunde, samt Girokonto und Kreditkarte etc. Nur ist das Depot eben ein solches maxblue Depot.

    Gut & Günstig ;)

    Was den ETF angeht: Ich finde die Grundidee sehr gut. Aber warum dann nicht konsequent und einfach 100% in den Life Strategy 60? Das ist noch einfacher und dürfte etwa aufs Gleiche rauskommen wie 75% in LS80 plus 25% Tagesgeld/Geldmarktfonds.

    :thumbup:

    Auch das mit Xtrackers ist eine hervorragende Idee!

    https://www.justetf.com/de/etf-profile…8692#uebersicht

  • Finde die angedachte Umstrukturierung auch sinnvoll.

    Keine Ahnung, ob man das Depot auch als maxblue Depot führen könnte. Ich würde mich dabei nicht auf die Angaben des aktuellen Betreuers verlassen sondern noch mal eine Stufe höher oder auch schriftlich anfragen. Aber selbst wenn kein maxblue möglich sein sollte, muss doch ein Selbstentscheider Depot gehen.

  • Klar ist maxblue ein Selbstentscheider Depot aber ob jedes Selbstentscheider Depot bei der DB ein maxblue Depot sein muss, würde ich mich nicht trauen zu behaupten.

    Das Problem wird sein, da eine positive Antwort zu bekommen, insbesondere von dem Berater, dem gerade die Felle davon schwimmen. Ich würde tatsächlich mal bei einer anderen Filiale nachfragen.

  • Grundsätzlich klingt das solide.

    Geht auch kein interner Wechsel zu einem maxblue Depot der Deutschen Bank? Das ist ja weiterhin die gleiche Bank, aber dort ein Depot in Eigenverwaltung. Also ohne Gebühren und ohne lästige Verkaufsbemühungen. Ich habe das so. ich bin im Prinzip normaler Deutsche Bank Kunde, samt Girokonto und Kreditkarte etc. Nur ist das Depot eben ein solches maxblue Depot.

    Was den ETF angeht: Ich finde die Grundidee sehr gut. Aber warum dann nicht konsequent und einfach 100% in den Life Strategy 60? Das ist noch einfacher und dürfte etwa aufs Gleiche rauskommen wie 75% in LS80 plus 25% Tagesgeld/Geldmarktfonds. Zumal du in diesem Fall offensichtlich keine Cash Reserve brauchst.

    Und da du bei der Deutsche Bank bist, kämen noch die Konkurrenzprodukte der Tochter DWS Xtrackers in Frage. Da ist der Widerstand der Bankberaterin vielleicht etwas geringer ;)

    Xtrackers Portfolio-ETFs

    Lifestrategy 80 plus Cash, und nicht 100% lifestrategy 60, damit ich doch im eventuellen Notfall flexibel und flüssig bin.

  • Lifestrategy 80 plus Cash, und nicht 100% lifestrategy 60, damit ich doch im eventuellen Notfall flexibel und flüssig bin.

    Kommt drauf an wie wahrscheinlich dieser Notfall ist. Und wenn er eintritt, kannst du auch jederzeit Anteile des LS60 verkaufen. Kommt vermutlich auf das gleiche raus.

    Das ist aber letztlich eine Detailfrage. Besser als bisher ist beides allemal.

    Und schau dir mal die vergleichbaren Produkte von Xtrackers an. Als DB Kunde kann das sinnvoller sein. Die Performance dieser und der Vanguard Lifestrategy ist praktisch identisch.

  • Hallo 09mille12,

    noch eine Idee, falls sich die Bankberaterin quer stellt: Als Testamentsvollstrecker haben Sie die Aufgabe, die Erbmasse so weit wie möglich für die Nacherben zu erhalten, wenn nicht für Ihre Schwester benötigt. Wenn in 10 Jahren nur der Nominalbetrag erhalten wurde, haben Sie durch die Inflation kräftig Verlust gemacht. Mindestens den Nominalzuwachs wie ein Tagesgeld sollte die Anlage netto schon bringen. So etwas muss auch eine Bankberaterin wissen. Falls es richtig streitig wird, könnten Sie ja einmal den Begriff Schadenersatz wegen Falschberatung in das Gespräch einfließen lassen.

    Viel Glück und Gruß Pumphut

  • Hallo zusammen, ich bin so froh, dass ihr alle meine Strategie befürwortet! Es erleichtert mich sehr!!! Ich hatte Angst, noch einen weiteren Fehler zu begehen. Eurer Feedback hat mir meine Unsicherheit genommen! Ich danke euch allen!
    Ich bin nun zu dem Entschluss gekommen, den Lifestrategy 80 zu 90% anzulegen und den Rest in den Geldmarkt, denn Cash wird voraussichtlich nicht gebraucht.
    Ich werde auch die Beraterin fragen, ob ich alles selbst im maxblue verwalten kann (bin da eher skeptisch, dass es geht, aber mal sehen).
    Zu der Idee mit den analogen xtrackers etfs: ich wusste gar nicht, dass es die jetzt gibt. Danke für die Info. Die sind allerdings noch sehr jung und kleiner und angeblich eher europäisch ausgerichtet. Ich tendiere daher zu vanguard. Aber klar - sollte sich die Bank querstellen, würde ich in die xtrackers investieren.

  • Das ist auf jeden Fall eine gute und insbesondere auch langfristig stabile Lösung die keine Arbeit macht. PS: vielleicht sogar die ausschüttende Variante des LS80? Dann sparst du obendrein den lästigen Aufwand mit der Vorabpauschale. Bei Vanguard brauchst du dir auch keine Sorgen einer Schließung oder Zusammenlegung o.ä. zu machen. Das ist dort extrem unwahrscheinlich.

    Was das Depot in Eigenverwaltung angeht gib gerne hier eine Rückmeldung. Würde mich interessieren wie die Bank damit umgeht.

  • Noch ein Tip zum Thema Geldmarktfonds: Geldmarktfonds und -ETFs haben meist den Nachteil hoher Transaktionskosten bei An- und Verkauf. Gerade bei etwas kleineren Anlagesummen und erst Recht bei häufigen Transaktionen wirkt sich das nachteilig aus.

    Als Deutsche Bank Kunde ist daher der DWS ESG Euro Money Market Fund A0F426 (Deutsche Bank Gruppe) eine clevere Option. Diesen Geldmarktfonds kannst du statt über die Börse direkt bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KAG) kostenfrei kaufen und verkaufen ;)

  • Zu der Idee mit den analogen xtrackers etfs: ich wusste gar nicht, dass es die jetzt gibt. Danke für die Info. Die sind allerdings noch sehr jung und kleiner und angeblich eher europäisch ausgerichtet. Ich tendiere daher zu vanguard.

    Interessant, ich würde eher in EU- statt in US-Anleihen investieren. Aber vielleicht ist das dann auch ein Klumpen, den man nicht haben will?

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