Geldanlage im höherstelligen Bereich

  • Guten Tag,

    finanztip hilft seiner Leserschaft sehr, Finanzen zu verstehen und aufzubauen. Nun gibt es vermehrt Fälle von höheren Geld/Erbschaften, besonders bei Empfängern im eigenen Rentenalter. Leider gibt es wenig Lesenswertes zum Thema von höheren Geldanlagen, der Aufteilung und der kurzfristigen Anlagen–Sicherung von Erträgen.

    Gibt es hierzu von Finanztip zu empfehlende Honorarfinanzberater, wer hat hierzu Erfahrungen und könnte Finanztip selber auch ein solches Thema aufgreifen?

    Grüße von wermeer

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  • Kater.Ka 30. Juni 2026 um 14:35

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Gibt es hierzu von Finanztip zu empfehlende Honorarfinanzberater, wer hat hierzu Erfahrungen und könnte Finanztip selber auch ein solches Thema aufgreifen?

    Dazu am besten eine E-Mail an die Redaktion schicken. Hier sind eher nur Freizeit-Anleger unterwegs.

    Zu Honorarberatern empfehle ich diese Artikel von Prof. Hartmut Walz:

    https://hartmutwalz.de/echte-honorarberater/

    https://hartmutwalz.de/honorar-finanzanlagenberater/

  • Guten Tag,

    finanztip hilft seiner Leserschaft sehr, Finanzen zu verstehen und aufzubauen. Nun gibt es vermehrt Fälle von höheren Geld/Erbschaften, besonders bei Empfängern im eigenen Rentenalter. Leider gibt es wenig Lesenswertes zum Thema von höheren Geldanlagen, der Aufteilung und der kurzfristigen Anlagen–Sicherung von Erträgen.

    Gibt es hierzu von Finanztip zu empfehlende Honorarfinanzberater, wer hat hierzu Erfahrungen und könnte Finanztip selber auch ein solches Thema aufgreifen?

    Grüße von wermeer

    Eine Liste von unabhängigen Honorarberatern findest Du auf dem Blog von Prof. Hartmut Walz:
    https://hartmutwalz.de/honorar-finanzanlagenberater/

    Kommt natürlich immer auf die konkreten Vermögenswerte an, die vererbt/ererbt werden. Geld ist viel einfacher zu behandeln wie eine Immobilie oder gar ein Immobilienpool. Und auch ob man allein erbt oder es um eine Erbengemeinschaft geht spielt eine Rolle.

  • Was ist für dich denn ein höherer Betrag? Meiner Meinung nach kann man problemlos auch 7 stellige Beträge so anlegen, wie von finanztip empfohlen. Also breit gestreuter Welt ETF

    Ergänzt um eine risikoarme Komponente :)

    Falls Du Dich für einen Honorarberater entscheiden solltest aber grundsätzlich bereit wärst, Dich in das Thema einzuarbeiten, frag nach, ob der Vermögensverwalter auch Coaching anbiete oder nur eine komplette Vermögensverwaltung. Das macht finanziell einen erheblichen Unterschied. Und Vorsicht vor den Bankberatern!! Die bieten auch gerne ein "Vermögensmandat" an oder ähnliches.

  • Der Schlüssel ist hier vermutlich das eigene Rentenalter, weil das die Frage der Langfristigkeit aufwirft.

    Wenn man mit 80 erbt, würde ich schon mal die Frage aufwerfen, ob die Standard Antwort mit dem weltweiten Aktien ETF wirklich zielführend ist.

  • Der Schlüssel ist hier vermutlich das eigene Rentenalter, weil das die Frage der Langfristigkeit aufwirft.

    Wenn man mit 80 erbt, würde ich schon mal die Frage aufwerfen, ob die Standard Antwort mit dem weltweiten Aktien ETF wirklich zielführend ist.

    Im Prinzip schon, allerdings wären dann vielleicht 30 % Aktien oder weniger auch gut.

  • Aus meiner Sicht kann man auch größere Summen und in höherem Alter DIY anlegen. Ich bin der Meinung, dass man selbst ohnehin verstehen muss, wie das ganze funktioniert um zu erkennen, ob ein Berater etwas taugt. Auch zwischen Honorarberatern gibt es Unterschiede. Jeder hat halt seine eigene Sicht und seine eigenen Vorlieben. Und schwups die wups hängt man in einem Vermögensverwaltungsvertrag... Das Risiko trägst am Ende aber sowie Du selbst, das kannst Du nicht diligieren.

    Egal welches Alter, das (sinnvolle) Anlagenuniversum ist für alle gleich. Am Ende geht es um die Effizienz und die Mischung der Risiken/Anlageklassen. Wer einmal die wichtigsten Anlageklassen verstanden hat und verinnerlicht, wie man am effizientesten, rational und kostengünstig in sie investiert hat aus meiner Sicht schon ein vernünftiges Rüstzeug. Wahrscheinlich reichen Aktien und Anleihen. Bei Anleihen reichen eigentlich diejenigen mit guter Bonität und kurzer bis maximal mittlerer Duration. Aktien bestenfalls immer den Markt kaufen zu geringen Kosten usw., usw. Aus einem WeltaktienETF und Geldmarkt/Staatsanleihen und vieleicht Unternehmensanleihen lässt sich aus meiner Sicht auch ein 6 oder 7-stelliges Portfolio zusammenstellen.

    Egal, ob 30 oder 80, es gilt die wesentlichen Fehler zu vermeiden:

    - dem Narrativ "passives Einkommen" erliegen, Dividendenstrategien, Ausschüttungsoptimierte Produkte usw

    - hin und her, Timing und Stockpicking, ständige Strategieänderungen

    - Glauben die Zukunft vorhersehen zu können

    - Trends und Themen nachlaufen

    - fehlende Demut

    - Garantien suchen

    - Produkte kaufen anstatt Assetklassen (nicht von Werbeversprechen und vermeintlichen Eigenschaften von Finanzprodukten blenden lassen, sondern so direkt und günstig in die jeweilige Assetklasse, wie sinnvoll möglich)

    - Nur nominal denken

    - gegen den Markt (WeltaktienETF) und insbesondere gegen Profis wetten (Zertifikate...)

    - Finanzp*rn*graphie folgen (Analystenmeinungen, Aktientipps, Vorhersagen für Branchen oder Länder oder den Markt allgemein)

    Usw.

    Am Ende muss man sich überlegen, was man will, welchen Anlagehorizont man hat (kann auch im Alter noch lang sein, wenn man vererben will z.B.) und wieviel von welchem Risiko man akzeptiert. Vola, Inflation...

    Unsystematische Risiken, also solche die nicht prämiert werden und/oder wegdiversifizierbar sind konsequent vermeiden (Einzeltitelrisiken, Kontrahentenrisiken...)

    Schau Dir mal die Bücher von Prof. Walz an zum Beispiel.

    Aber nochmal: das Alter spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist nur, dass man - das sollte man aber auch in jüngeren Jahren - schaut, wie man das ganze handhabt, wenn man selbst nicht mehr kann (Unfall, Demenz, usw). Das ist nicht trivial. Wenn bindet man ein? (Vorsorge-)Vollmacht usw. Auch dafür ist es wichtig, dass das Portfolio leicht verständlich bleibt. Ich habe meine Anlagestrategie schriftlich fixiert und bei den Notfalldokumenten hinterlegt.

    Die zentralen Fragen sind oft die selben. Unter anderem:

    - welche Buchwertverluste kann und will ich tragen, auch mal vieleicht ein paar Jahre

    - wieviel Inflationsrisiko bzw Risiko unerwarteter Inflation kann und will ich tragen (nach 2,3 oder gar 5 Jahren mit zweistelligen Inflationsraten ist schnell mal 1/4 des Geldes (der Kaufkraft) auf nimmer wiedersehen weg. Von Hyperinflation garnicht zu sprechen)

    - habe ich sonstige Vorlieben/Vorstellungen/Wünsche (Notgroschen in Fremdwährungen, Gold...)

    Ergo: Die grundlegenden Empfehlungen von Finanztip gelten für fast jedes Alter. Lediglich das Thema "was ist, wenn ich nicht mehr selbst kann" wird konkreter und die Aufteilung zwischen den Assetklassen vieleicht anders...

    Viel Erfolg!

  • ... Leider gibt es wenig Lesenswertes zum Thema von höheren Geldanlagen, der Aufteilung und der kurzfristigen Anlagen–Sicherung von Erträgen.

    Warum sollte man da Deiner Meinung nach einen Unterschied machen?

    Die Aufteilung richtet sich stets nach Risikobereitschaft und -toleranz. Das ist bei kleineren Summen nicht anders als bei höheren.

    Was meinst Du mit "kurzfristigen "Anlagen-Sicherung"?

    Mit viel Geld erschließen sich einem einige Anlagemöglichkeiten, die der typische Kleinanleger nicht hat. Man kann z.B. echte Immobilien kaufen oder Anleihen mit "Kindersicherung".

    Ob das aber empfehlenswert ist, ist eine andere Frage.

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