DKB ignoriert Dispo-Sperre

  • Hallo werte Community,

    folgender Sachverhalt:

    • Ich habe ein Konto mit Depot bei der DKB. Dispo-Verfügungsrahmen: 0 €.
    • Ich gebe Order zum Verkauf aller meiner DBX0AN Swap-ETF Anteile, mit der Absicht, das Geld zu 4% bei Chase anzulegen.
    • Der Gegenwert des Verkaufs erscheint sofort im Giro und ich leite ihn per Sofortüberweisung an Chase durch.
    • Die Wertstellung des DBX0AN-Verkaufs ist aber erst zwei Tage später.
    • Nun berechnet mir die DKB "7,91% Sollzins für geduldete Kontoüberziehung", weil das Konto zwischen Sofortüberweisung und Wertstellung überzogen war. Es geht um zig € (das muss reichen;))
    • Ich habe mich vor einer Woche darüber beschwert, aber bis auf "Danke, dass Sie uns geschrieben haben" keine Antwort erhalten.

    Was meint Ihr: Darf die Bank trotz Dispo-Sperre mein Konto ins Minus rutschen lassen, weil ich Geld überweise, das noch nicht eingetroffen ist? Die KI der DKB behauptet, das sei so. Mein Rechtsempfinden sagt mir was anderes.

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    • Ich habe mich vor einer Woche darüber beschwert, aber bis auf "Danke, dass Sie uns geschrieben haben" keine Antwort erhalten.

    Als automatisierte Antwort auf eine E-Mail? Dann nehme ich an, dass noch eine Antwort kommt.

    Ansonsten stimme ich dir zu - es ist vollkommen intransparent, dass man einen Betrag als Guthaben sieht, über den aber nicht voll verfügen kann, ohne in Überziehungszinsen zu rutschen oder ohne die Werstellung einzelner Buchungen nachzuverfolgen.

    Ich meine, wenn ein Dispo eingeräumt ist, ist der Kontostand auch nicht automatisch um den Betrag des Dispos erhöht.

    (Ich hatte etwas ähnliches mal bei Maxblue, die irgendwann Anfang des Jahres die Steuer auf die Vorabpauschale abgebucht haben, das Konto zu keinem Zeitpunkt überzogen war (weder in der Saldoanzeige noch den monatlichen Kontoauszügen), sie aber mit dem Quartalsabschluss auf einmal Soll-Zinsen berechnet haben. Auf meine Reklamation haben sie die erstattet. Waren ein paar Cent.)

  • Der nächste, der so einen Auftrag hat, würde sich beschweren, wenn der Auftrag deshalb nicht ausgeführt würde.

    Wer ein Giro hat, das ja bei der DKB als Verrechnungskonto fungiert, hat normalerweise einen Dispo von 500 EUR.

    Maßgeblich ist die Wertstellung. Das Geld hättest du erst nach zwei Tagen bewegen sollen, heisst aber auch, dass es bei Chase dadurch später verzinst wird. Nahtlos kostenfrei - das klappt nicht.

  • Der nächste, der so einen Auftrag hat, würde sich beschweren, wenn der Auftrag deshalb nicht ausgeführt würde.

    Wer ein Giro hat, das als Verrechnungskonto fungiert, hat normalerweise einen Dispo von 500 EUR.

    Maßgeblich ist die Wertstellung. Das Geld hättest du erst nach zwei Tagen bewegen sollen, heisst aber auch, dass es bei Chase dadurch später verzinst wird. Nahtlos kostenfrei - das klappt nicht.

    Was Dispo "normalerweise" ist, spielt keine Rolle. In den Einstellungen hatte ich (aus gutem Grund) 0€ angegeben. Ich will prinzipiell eins auf die Finger, bevor mir die Bank 7,91% rausleiert. Und ich denke stark, dass diese Meinung mehrheitsfähig ist. Wer sich daran stört, braucht Dispo ja nicht auf 0€ einstellen.

  • Warum achtest du dann nicht auf Valuta?

    Weil mir der Begriff in dem Moment irrelevant erschien, denn ich sah das Geld ja in der Kontoübersicht. Dass Valuta erst übermorgen ist, habe ich erst im Monatsauszug entdeckt. Warum sehe ich das Geld überhaupt vor Valuta? Mein Verständnis war bisher, dass Valuta genau der Zeitpunkt ist, wenn ich das Geld zu sehen kriege.

  • Was Dispo "normalerweise" ist, spielt keine Rolle.

    Natürlich spielt das eine Rolle. Weil Dispo nämlich immer dasselbe ist: Dir wird Geld zur Verfügung gestellt, das dir nicht gehört. Oder anders: Wenn du über Geld verfügst, das dir nicht gehört, fallen Zinsen an. Der Wert deiner verkauften Papiere war dem Konto noch nicht gutgeschrieben, stand dir also nicht zur Verfügung. -> Zinsen

  • Weil mir der Begriff in dem Moment irrelevant erschien, denn ich sah das Geld ja in der Kontoübersicht. Dass Valuta erst übermorgen ist, habe ich erst im Monatsauszug entdeckt. Warum sehe ich das Geld überhaupt vor Valuta? Mein Verständnis war bisher, dass Valuta genau der Zeitpunkt ist, wenn ich das Geld zu sehen kriege.

    https://www.sparkasse.de/pk/ratgeber/fi…pps/valuta.html

    Wovom du sprichst, ist das Buchungsdatum. Das Wertstellungsdatum kann, wie hier, abweichen.

  • Schofseggel 15. Juli 2026 um 22:35

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Dass das Forum einerseits drauf rumreitet, dass der TE nicht wusste was Valuta bedeutet und daher selbst schuld ist, dass er so doof war verfrüht zu überweisen, denselben strengen Maßstab aber nicht bei der Bank anlegt, die zu doof war, die glasklare Anweisung keinen Dispo zu gewähren zu befolgen und stattdessen eine ungedeckte Überweisung durchführt, finde ich merkwürdig.

    Ich verteidige lieber die Kleinen als die Große, auch wenn die ein bissl patschert waren.

    Falls irgendwo in den AGBS steht, dass Dispo 0 nicht Dispo 0 ist, dann hat der patscherte Kleine zwar Pech gehabt aber dass sein klug durchdachtes Dispo-Sicherheitsnetz zu grobmaschig ist, hätte er wirklich nicht wissen müssen.

  • Dass das Forum einerseits drauf rumreitet, dass der TE nicht wusste was Valuta bedeutet und daher selbst schuld ist, dass er so doof war verfrüht zu überweisen, denselben strengen Maßstab aber nicht bei der Bank anlegt, die zu doof war, die glasklare Anweisung keinen Dispo zu gewähren zu befolgen und stattdessen eine ungedeckte Überweisung durchführt, finde ich merkwürdig.

    Ich sehe den Fehler bei der Bank.

    Wenn der Betrag oben in der App steht, ist er mE verfügbar.

    Und warum der TE über den Dispo überziehen durfte, wäre auch zu klären.

  • Den Dispo kann man immer überziehen, wenn man die Bank um eine Überweisung bittet und sie einen für kreditwürdig hält.

    Das funktioniert sogar, wenn man gar keinen Dispo eingerichtet hat, aber in Kürze die Wertstellung einer Gutschrift erwartet. Warum sollte die Bank das ablehnen?

    Wenn man das verhindern will, muss man ein Konto auf reiner Guthabenbasis eröffnen - das ist aber nicht dasselbe wie bloß keinen Dispokreditrahmen auf einem normalen Konto zu haben.

    Ein Dispokredit ist übrigens meist deutlich billiger als eine von der Bank nur geduldete ad hoc-“Überziehung” des Kontos. Das liegt daran, daas die Bank bei einem bestehenden Disporahmen die Ũberziehung nicht mehr neu prüfen muss.

    Daher macht es idR auch keinen Sinn, einen bestehenden Disporahmen einseitig zu senken (schon gar nicht auf Null), denn am Ende zahlt man bei Überziehungen einfach nur mehr…

    Der Unterschied zwischen Buchungstag und Wertstellungstag ist in der Tat verwirrend, aber die Bank muss das gutgeschriebene Geld ja auch erst selbst effektiv erhalten haben, bevor sie es ihren Kunden effektiv in Wert stellt - sonst muss sie es sich ggf. selbst erst teuer ausleihen…

    Deshalb sehen die AGBs der Banken Wertstellungen so vor, dass keine solche Lücke für die Bank eintreten kann, erst recht nicht nicht bei Buchungen am Nachmittag oder Abend (oder gar aus dem Ausland)….

    Einmal editiert, zuletzt von Wanderslust (16. Juli 2026 um 01:17)