Baufinanzierung ohne anerkanntes Einkommen?

  • Servus,

    nächstes Kind kommt und jetzt kann ich dem Mietmarkt gefühlt garkeine Chance mehr geben hier. Wir müssen was neues Wohntechnisches finden. Aber mehr als 5 Zimmer zu finden ist halt Nadel im Heuhaufen. Häuser zur Miete gibt es, hier im Ort eines für 2850 € Kaltmiete und 4km entfernt eines für 3300€ Kaltmiete. Unschön, aber wäre ne Alternative zum Kauf, ja.

    Kauf wäre natürlich das beste, "die eigenen 4 Wände". Ich hab auch keine Lust mehr nen Vermieter zufragen wenn ich ne Wand einreisen will, oder im Garten die Steine Austauschen will oder sowas. Hatte schon ein Gerichtstermin gegen nen Vermieter wegen Ausgetauschten Türen+Zargen, hat mich 13.000€ gekostet alles, brauch ich nicht nochmal.

    Aber folgende Problematik: Kind kommt im Oktober. Unsere Wohnung läuft jetzt schon über, es steht 5 vor 12. Frau verdient so 2200€ netto eigentlich Plus Minijob in meiner Firma. Jetzt dann Mutterschutz demnächst. Ich bin Gesellschafter Geschäftsführer meiner GmbH. Die GmbH gibt es seit 11 Jahren und die macht halt auch ab und zu mal Minus. Teilweise auch 6-Stellig. Das gefällt Banken so garnicht. Das der Durchschnitt okay ist, das Interessiert Banken garnicht so arg. Das heißt Banken leihen mir kein Geld, Jedenfalls Baufinanzierung nicht. Hatte schin 2021 mal den Versuch. 2024 mal den Versuch. Kannst knicken. So lange die GmbH nicht mindestens 3 Jahre hintereinander Grüne Zahlen hat, hast n Problem.


    Zu Meiner Finanziellen Situation: Ich bekomme knapp 4.000€ Brutto. Plus Kita Gebühren meiner Kinder. Plus Zuwenung usw. Also am Ende hab ich nen Überweisungsbetrag von 3891€ netto, dazu noch 777€ Kindergeld, (Bald nochmal ein mal mehr). Wie erwähnt meine Frau hat ca 2200€ netto + ein mal die 600€ vom Minijob. Aber geht erstmal ein Jahr in Elternzeit, was Banken natürlich auch mal nicht gefällt.

    Eigenkapital: Wenn ich jetzt wirklich alles an Anlagen verkaufe, haben meine Frau und ich ca 350.000€. Ich kann mir noch eine Gesellschafterdarlehen nehmen von 200.000€ ohne Probleme, das tut der Firma nicht weh, bei einem Mittelzinssatz zwischen Tagesgeld und Bauzins.

    Ergibt 550.000€. Das reicht hier leider nicht. Baugrundstücke muss man mindestens 200.000€ Rechnen. Sanierungsfällige Gebäude kosten rund 400.000€ mit Energieklasse H (muss alles gemacht werden). Gut Bewohnare Gebäude gibts so für 650.000€. Mit Verhandlung wahrscheinlich so ab 600.000€. Das heißt meine 550.000€ werden nicht reichen. 100.000€ oder 150.000€ müssen noch als Kredit her.

    Gibt es da irgendwas vom Staat oder so wo es fast egal ist wie dein Einkommen ist? Irgend ein Schlupfloch Angebot KFW oder Sonstiges? Wohne in BW.

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  • Hallo.

    Irgendwelche Sicherheiten/Unterstützungen durch die Familie denkbar?

    Leider nein. Famile der Frau lebt in Ungarn, und ihre Eltern die hier leben haben selber ihr Haus noch abzubezahlen.

    Ich hab familientechnisch nur noch meine Mutter die eigentlich kein großes Geld hat und meine Tante die aber dafür auch nicht offen ist

  • Was heißt denn " die Banken" für dich? Hast du mal versucht das über einen Vermittler wie Interhyp laufen zu lassen?

    Mit 350 / 550k Eigenkapital müsste doch etwas gehen.

    Du bist hier ja weit über 50% Beleihungswert.

    Ja genau. Über 2 Banken direkt und einen freien Vermittler hatte ich es versucht.


    Geht eigentlich eher um die Rate und das errechnete freie Einkommen meiner Familie für wohnen. Meines kann wegen der Schwankungen der Jahresabschlüsse nicht gewertet werden, habe also 0€ Einkommen. Und jemanden einen Kredit zu geben der es sich rechnerisch nicht leisten kann ist halt sittenwidrig und das kann vor Gericht knallen so wie ich es verstanden habe.

  • Und jemanden einen Kredit zu geben der es sich rechnerisch nicht leisten kann ist halt sittenwidrig und das kann vor Gericht knallen so wie ich es verstanden habe.

    Das dürfte eher mit einer auch hierzulande (ab März 2016) implementierten neuen EU-Regulatorik zusammenhängen (noch dazu damals lausig umgesetzt von Heiko Maas (SPD) - sprich noch stringenter und bürokratischer als die EU-Regulatorik ohnehin schon war).

    Mehrere Zielgruppen sind davon besonders betroffen. Selbständige mit (stark) schwankendem Einkommen gehören dazu.

    Früher (sprich vor März 2016) wäre mit einigen oder diversen Hunderttausend an Eigenkapital fast immer was möglich gewesen - auch für einen Selbständigen (da eher geringer Beleihungsauslauf oder sogar Realkreditbereich).

    Bei Interesse kannst Du hier ja mal nach Stichworten wie "EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie", "Kreditwürdigkeitsprüfung", "Kapitaldienstfähigkeit" (über die gesamte Darlehenslaufzeit), "Haushaltsrechnung" oder "fiktiver kalkulatorischer Zins" (bei Ablauf der Zinsbindungsfrist bezogen auf die Restschuld) suchen.

    Vielleicht bringt Dich das der Thematik inhaltlich ein Stückchen näher ...


    Hatte dazu hier hin und wieder mal was geschrieben. Bin zwar nur Finanz-Laie, aber ein an solchen Finanz-Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen.


    Dir weiter gute Gedanken und Überlegungen ... !

  • Ja genau. Es ist halt dieses: Hast du jedes Jahr 50.000€ Einkommen bekommst einen Kredit. hast in einem Jahr 200.000€ Gewinn, im nächsten 100.000€ Verlust und im darauf folgenden wieder 200.000€ Gewinn gemacht hast bekommst keinen Kredit. Auch wenn im Durchschnitt genügend da wäre, bzw. deutlich besser ist, wird hier kein Durchschnitt angewandt bzw. ist egal

  • Ja genau. Es ist halt dieses: Hast du jedes Jahr 50.000€ Einkommen bekommst einen Kredit. hast in einem Jahr 200.000€ Gewinn, im nächsten 100.000€ Verlust und im darauf folgenden wieder 200.000€ Gewinn gemacht hast bekommst keinen Kredit. Auch wenn im Durchschnitt genügend da wäre, bzw. deutlich besser ist, wird hier kein Durchschnitt angewandt bzw. ist egal

    Irgendwo verständlich bei solcher Volatilität.

  • Ja genau.

    Leider.

    Ist aber bedingt durch seit März 2016 auch hierzulande implementierte EU-WIKR sozusagen Standard. Ein Problem für so manche bis viele speziell aus der Zielgruppe "Selbständige".

    Es ist halt dieses: Hast du jedes Jahr 50.000€ Einkommen bekommst einen Kredit. hast in einem Jahr 200.000€ Gewinn, im nächsten 100.000€ Verlust und im darauf folgenden wieder 200.000€ Gewinn gemacht hast bekommst keinen Kredit. Auch wenn im Durchschnitt genügend da wäre, bzw. deutlich besser ist, wird hier kein Durchschnitt angewandt bzw. ist egal

    Diese Problematik ist mir aus meinem näheren und weiteren Umfeld bekannt. Siehe schon hier:

    Mehrere Zielgruppen sind davon besonders betroffen. Selbständige mit (stark) schwankendem Einkommen gehören dazu.

    Dem "normalen" oder "durchschnittlichen" Selbständigen mit Deinem Vorhaben (Hausbau oder Hauskauf) würde ich vor dem Hintergrund der EU-WIKR empfehlen (es sei denn dieser hat schon diverse u. a. auch lastenfreie (auch vermietete) Immobilien und diverse Milliönchen als Depotauszüge und auch Milliönchen in Tages- und Festgeldern vorzuweisen - selbst dann kann es, je nach Bank und gewünschter Finanzierungskonstruktion, noch zur einer Art "bürokratischer Monsteraufgabe" werden ...) recht- bzw. sehr frühzeitig sprich mit sehr deutlichem Vorlauf eine Art persönliche, auf die EU-WIKR abgestimmte, "Finanz-Kosmetik" zu beginnen (eine Art persönliches "Window Dressing" sozusagen). Angefangen beispielsweise von einer ggf. Säuberung bzw. Klärung in Sachen Schufa (Score) über die Glattstellung von Girokonten (Dispo) und ggf. laufenden Konsumentenkrediten bis hin (ganz besonders wichtig) zur aktiven Gestaltung (oder auch Glättung) einer "möglichst stimmigen" und "homogenen" (aus Sicht der EU-WIKR Regulatorik jedenfalls - Stichwort "Kapitaldienstfähigkeit") "Historie" der letzten Ekst.-Bescheide (mind. drei Jahre in Folge).

    Das kann aber nur derjenige Protagonist wissen und daher frühzeitig auch so angehen und vorbereiten, der sich sowohl mit der EU-WIKR - und deren Tiefen und Untiefen - in der Theorie mal näher beschäftigt hat, als auch bereits über etwas Praxiserfahrungen diesbezüglich verfügt.


    Kleine in dem Kontext passende (m. E. symptomatische) Geschichte aus meinem weiteren Umfeld: Die bankseitige Mitarbeiterin (Bereich: Aktivgeschäft) mit der ich in dem Kontext (Immobilienfinanzierungen) am längsten zusammengearbeitet hatte (28 Jahre lang), war über diese EU-Regulatorik (EU-WIKR) inkl. Auswirkungen derselben, schließlich derart verärgert und frustriert, daß die sehr kundige und kompetente Dame (nach rund 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in dem besagten Bereich) bereits sechs Jahre vor ihrem regulären Renteneintrittsalter und aus freien Stücken entschieden hatte, ihre Stelle zu kündigen und sich in den Ruhestand zu verabschieden. Selbst ein verbessertes Angebot der Bank (Arbeitszeit, Home Office) konnte sie von dem Schritt nicht abhalten. Mir sind mehrere ähnliche Fälle bekannt.

  • Aus Anfangsbeitrag:

    Ich bin Gesellschafter Geschäftsführer meiner GmbH


    Vor allem, es ist in dem Moment sogar Egal ob dein Geschäftsführer Gehalt für Absehbare Zeit gesichert ist. Nach meinem letzten Minus Jahr 2024, waren trotz Verlust von 65.000€ noch 680.000€ an Summe vorhanden (Liquide Mittel, Ware, Inventar etc.).

    Aber dieser Puffer, bringt auch nix. Es ändert nichts für Banken welche Sicherheit du in der Firma drinn hast. Die Richtlinien sind da wirklich streng. Du könntest über deine Firma ein Depot haben mit ETF für 1mio€ drinn. Es ändert nichts so lange es in deinem Unternehmen ist.

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