Baukindergeld

Diesen Zuschuss bekommen Familien als Geschenk zum Einzug

Anja Ciechowski Stand: 16. September 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Baukindergeld gibt es für Familien und Alleinerziehende, die zwischen dem 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2020 eine Immobilie kaufen oder bauen.
  • Der Staat bezuschusst das eigene Zuhause mit 12.000 Euro pro Kind (zehn Jahre lang 1.200 Euro).
  • Erste Voraussetzung: In Ihrem Haushalt lebt mindestens ein minderjähriges Kind, für das Sie Kindergeld erhalten.
  • Zweite Voraussetzung: Das jährliche Haushaltseinkommen überschreitet 90.000 Euro nicht, falls Sie ein Kind haben. Es steigt um jeweils 15.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Dritte Voraussetzung: Die Wohnung oder das Haus ist Ihre einzige Immobilie und hat mehr gekostet als die Fördersummen, die Sie insgesamt erhalten.
So gehen Sie vor
  • Registrieren Sie sich beim KfW-Zuschussportal und beantragen Sie das Baukindergeld online. Geben Sie alle geforderten Daten ein.
  • Erklären Sie sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzhinweisen einverstanden und senden Sie das Formular ab.
  • Weisen Sie Ihre Identität per Post- oder Videoident-Verfahren nach.
  • Anschließend können Sie alle notwendigen Unterlagen (Meldebestätigung, Grundbuchauszug oder Kaufvertrag beziehungsweise Baugenehmigung und Einkommensnachweise) auf dem Portal hochladen. Erst danach erhalten Sie die Förderzusage.

Seit dem 18. September 2018 können Sie das Baukindergeld offiziell beantragen. Das Ziel des staatlichen Förderprogramms: Familien und Alleinerziehende mit kleinem und mittleren Einkommen beim Bau oder Kauf einer Immobilie finanziell unterstützen. Auch wenn der Zuschuss zu keinem merklichen Zinsvorteil führt, kann er dennoch helfen, einen Baukredit schneller zurückzuzahlen.

Was ist Baukindergeld?

Hinter dem Baukindergeld verbirgt sich eine Leistung der staatlichen Förderbank, die nicht zurückgezahlt werden muss. Baukindergeld ist ein Geschenk vom Staat an Familien und Alleinerziehende zum Einzug in das neue Zuhause. Und dieses Geschenk haben sich bisher immerhin 124.000 Familien gesichert (Stand 30. Juli 2019). Ganz nebenbei will die Große Koalition damit die Eigenheimquote verbessern, die im europäischen Ländervergleich zuletzt viel zu niedrig ausgefallen ist.

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Wie hoch fällt das Baukindergeld aus?

Die Höhe des Förderbetrags ist abhängig von der Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder, die mit Ihnen unter einem Dach leben. Pro Kind unterstützt Sie die KfW zehn Jahre lang mit 1.200 Euro im Jahr. In Summe macht das 12.000 Euro, mindestens. Einer anspruchsberechtigten Familie mit zwei Kindern stünden demnach insgesamt 24.000 Euro zu – ein stattlicher Betrag.

In Bayern lebende Häuslebauer dürfen sich übrigens über etwas mehr Baukindergeld freuen: 300 Euro mehr, also 1.500 Euro jährlich, sieht der Freistaat für Alleinerziehende und Familien vor. Beantragt wird das Bayerische Baukindergeld Plus bei der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (Bayernlabo), allerdings erst, nachdem die KfW das Baukindergeld genehmigt hat.

Ein Rechtsanspruch auf das bundesweite Baukindergeld oder das Bayerische Baukindergeld Plus besteht nicht. Gezahlt wird nur solange, wie Mittel vorhanden sind. Eingeplant hat die Große Koalition bislang 9,9 Milliarden Euro.

Wer kann Baukindergeld beantragen?

Familien, die im Förderzeitraum erstmals eine Immobilie gekauft oder gebaut haben und in deren Haushalt mindestens ein minderjähriges Kind lebt, können einen Baukindergeldantrag stellen. Als Förderzeitraum gilt der 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2020. Um das Baukindergeld als Finanzspritze mitnehmen zu können, sollten Sie die Baugenehmigung oder den Kaufvertrag daher spätestens zum 31. Dezember 2020 unterschrieben in Ihren Händen halten. Die KfW nimmt Anträge bis spätestens 31. Dezember 2023 entgegen.

Ob Drei-Zimmer-Wohnung, 200-Quadratmeter-Bestandsimmobilie oder das klassische Einfamilienhaus – egal, wie das neue Heim Ihrer Familie aussieht, Baukindergeld gibt es unabhängig von Art und Größe des Wohneigentums. Wichtig ist aber, dass Sie den Förderzeitraum im Auge behalten.

Welche weiteren Voraussetzungen gelten?

Außerdem gibt es einige weitere Punkte, die Sie beachten müssen.

Nur der Ersterwerb wird gefördert

Haben Sie bereits zuvor eine Eigentumswohnung besessen? Oder hat Ihr Partner eine Immobilie geerbt oder geschenkt bekommen? Besteht darauf ein Nießbrauchrecht? Dann können Sie kein Baukindergeld beantragen. Förderfähig sind Sie nur, wenn Sie wirklich zum ersten Mal eine Immobilie erwerben. Außerdem gibt es kein Baukindergeld, wenn Sie ein Haus kaufen, dessen Preis unterhalb des Baukindergeldzuschusses liegt.

Haushaltseinkommen darf nicht zu hoch sein 

Auch das Haushaltseinkommen spielt bei der Förderung eine entscheidende Rolle. Um die staatliche Leistung in Anspruch nehmen zu können, darf Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen nicht über 75.000 Euro liegen. Hinzu kommt ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Kind. Macht 90.000 Euro bei Eltern mit einem Kind. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die Einkommensgrenze demzufolge bei 105.000 Euro im Jahr.

Wichtig: Wenn Sie Kinder haben, kann das zu versteuernde Einkommen niedriger ausfallen als Ihr Bruttoeinkommen aufgrund des Kinderfreibetrags. Wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen in den Vorjahren war, können Sie Ihrem Steuerbescheid entnehmen.

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie, wieviel Sie höchstens verdienen dürfen, um Baukindergeld zu erhalten, in Abhängigkeit von Ihrer familiären Situation.

Einkommensgrenzen für Baukindergeld

Anzahl der Kinder

max. durchschnittliches

Haushaltseinkommen

in Euro

Baukindergeld

jährlich in Euro

Baukindergeld

insgesamt

in Euro

190.0001.20012.000
2105.0002.40024.000
3120.0003.60036.000
4135.0004.80048.000

 

Quelle: KfW (Stand: Oktober 2018)

Zur Berechnung des Haushaltseinkommens zieht die KfW das Durchschnittseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor dem Antrag heran. Ein Beispiel: Stellen Sie 2019 einen Antrag auf Baukindergeld, dienen die Einkommenssteuerbescheide der Jahre 2017 und 2016 als Berechnungsgrundlage für das Durchschnittseinkommen.

Wie wird das Baukindergeld beantragt?

Das Baukindergeld beantragen Sie online im KfW-Zuschussportal. Einen Antrag können Sie allerdings erst stellen, nachdem Sie in die eigenen vier Wände gezogen sind. Als Nachweis dafür gilt das in der amtlichen Meldebestätigung angegebene Datum. Achtung: Spätestens drei Monate nach Einzug muss der Antrag bei der KfW eingegangen sein.

Nachdem Sie sich im Zuschussportal erfolgreich registriert haben, stellen Sie den Antrag. Füllen Sie das entsprechende Online-Formular aus, unter anderem müssen Sie Name, Adresse und Anzahl der Kinder angeben. Sofern alles vollständig ausgefüllt ist, Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzhinweise gelesen haben, können Sie den Antrag abschicken.

Im Anschluss erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit der Aufforderung, Ihre Identität per Video- oder Postident-Verfahren nachzuweisen. Außerdem werden Sie aufgefordert, alle notwendigen Nachweise hochzuladen. Erst wenn Sie Meldebestätigung, Grundbuchauszug und die Einkommenssteuerbescheide eingepflegt haben, gilt Ihr Antrag als vollständig und wird bearbeitet.

Sofern Sie förderberechtigt sind, wird Ihrem Konto der Zuschuss jährlich gutgeschrieben – zehn Jahre lang. Sollten Sie Ihre Immobilie jedoch vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist verkaufen oder vermieten müssen, endet die Förderung vorzeitig.

Lässt sich Baukindergeld rückwirkend beantragen?

Auch wenn Baukindergeld erst seit dem 18. September 2018 beantragt werden kann, gehen diejenigen, die bereits Anfang 2018 gekauft oder gebaut haben, nicht leer aus. Die KfW-Förderleistung lässt sich nämlich rückwirkend beantragen. Antragssteller haben dafür bis zum 31. Dezember 2018 Zeit. Ähnlich verhält es sich, wenn der Nachwuchs kurz vor Produktstart das 18. Lebensjahr vollendet hat beziehungsweise spätestens drei Monate nach Einzug geboren wurde.

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Für wen lohnt sich das Baukindergeld?

Grundsätzlich gilt: Bauen oder Kaufen muss man sich leisten können. Die Aussicht auf Baukindergeld mag einen Hauskauf attraktiver machen. Doch gerade in Großstädten sind die Immobilienpreise so hoch, dass die Fördersumme nicht einmal ansatzweise ausreicht, um anfallende Baunebenkosten wie Maklergebühren oder Notarkosten zu decken.

Diejenigen, die sich hingegen für ein Häuschen oder eine Eigentumswohnung in ländlichen Regionen entscheiden, haben letztendlich mehr vom Baukindergeld. Unter Umständen reicht es zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern sogar, um die Baunebenkosten zu decken.

Wie setzen Sie das Baukindergeld am besten ein?

Berücksichtigen Sie, dass das Baukindergeld nicht auf einmal ausgezahlt wird, sondern jährlich. Außerdem können Sie es erst beantragen, wenn Sie bereits eingezogen sind. Aus Sicht der Bank bedeutet das: In dem Augenblick, in dem die Bank eine mögliche Finanzierung prüft, ist das Geld noch nicht vorhanden. Und die Bank hat auch keine Garantie, dass Sie es später für die Immobilienfinanzierung einsetzen. Das Baukindergeld kann also nicht als Eigenkapital dienen und verhilft Ihnen wahrscheinlich auch nicht zu besseren Kreditkonditionen.

Dennoch kann die Förderung dazu beitragen, dass Sie Ihren Baukredit rascher abbezahlen. Beispielsweise können Sie das Baukindergeld des ersten Jahres ansparen und dann mit Ihrer Bank vereinbaren, dass Sie regelmäßig eine höhere Kreditrate zahlen. Bei einem Kind und einem jährlichen Baukindergeld von 1.200 Euro können Sie ab dem zweiten Jahr also 100 Euro pro Monat mehr an die Bank zurückzahlen. Eine weitere Möglichkeit ist es, die jährliche Zahlung für eine Sondertilgung zu nutzen. Über beide Wege sparen Sie Zinsen und sind schneller wieder schuldenfrei.

Grundsätzlich gilt: Wollen Sie bauen oder kaufen, sollten Sie realistisch einschätzen, was Sie sich leisten können. Das ist der erste Schritt zu einer günstigen Baufinanzierung. Der Finanztip-Baufinanzierungsrechner verhilft Ihnen zu einer Übersicht über alle anfallenden Kosten.

Haben Sie diese im Blick, ist es im nächsten Schritt gleich viel einfacher, den günstigsten Anbieter für Ihren Baukredit oder Immobilienkredit zu finden. Die folgenden Anbieter empfehlen wir derzeit:

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  • telefonische Beratung und Vor-Ort-Beratung in über 200 Niederlassungen bundesweit
  • zusätzlich auch Beratung zu Hause beim Kunden möglich
Autor
Anja Ciechowski

Stand: 16. September 2019


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