3 Topf Entnahmestrategie

KI-Zusammenfassung

: Welche Anlage eignet sich für den zweiten Topf einer Ruhestands-Entnahmestrategie, der Auszahlungen für etwa zwei bis acht Jahre absichern soll? Zur Wahl stehen Anleihen-ETFs, Laufzeit-ETFs oder andere Lösungen in Euro oder währungsgesichert. Einen klaren Favoriten sieht die Community nicht. Häufig genannt werden einfachere Varianten wie Tagesgeld, Geldmarktfonds, eine Festgeldtreppe oder einzelne Anleihen. Mehrere Beiträge betonen, dass Entnahmeflexibilität, persönliche Risikotoleranz und die Wirkung von Zinsänderungen wichtiger sein können als eine möglichst ausgefeilte Konstruktion.

Welche Anlage eignet sich für den zweiten Topf einer Ruhestands-Entnahmestrategie, der Auszahlungen für etwa zwei bis acht Jahre absichern soll? Zur Wahl stehen Anleihen-ETFs, Laufzeit-ETFs oder andere Lösungen in Euro oder währungsgesichert. Einen klaren Favoriten sieht die Community nicht. Häufig genannt werden einfachere Varianten wie Tagesgeld, Geldmarktfonds, eine Festgeldtreppe oder einzelne Anleihen. Mehrere Beiträge betonen, dass Entnahmeflexibilität, persönliche Risikotoleranz und die Wirkung von Zinsänderungen wichtiger sein können als eine möglichst ausgefeilte Konstruktion.

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  • Moin zusammen,
    ich plane demnächst in den Ruhestand zu gehen und beschäftige mich schon eine Weile mit der dafür notwendigen Entnahmestrategie.
    Mir schwebt das 3 Topf Modell vor:
    1. welweiter Aktien ETF
    2. Puffer für 2-8 Jahre Jahre (Anleihen ETF etc...)
    3. Kurzzeitpuffer für die kommenden Jahre (Tagesgeld, Geldmarkt ETF)

    Meine Frage betrifft den Topf 2. Ich habe folgende Möglichkeiten im Kopf und dazu ein paar Fragen:

    1. Staats- und Unternehmensanleihen ETF. Ausschüttend oder thesaurierend? Welche mittleren Laufzeiten
    2. Laufzeit ETFs Leiter über die nächsten Jahre 3 - 8. Ausschüttend oder thesaurierend?
    3. Einzelne Staatsanleihen aus dem Euroraum...

    Alle 3 Varianten sollten in Euro oder zumindest Euro hedged sein.

    Welche Variante würdet ihr nehmen und warum? Habt ihr noch andere Vorschläge?
    Ein Mix wäre natürlich auch möglich, wobei das dann doch relative komplex werden kann... :)

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    Cicero01 Zum Thema Anleihen gibts hier einige aktuelle Infos. Vielleicht erledigt sich das Thema mit (mittleren bzw. länger laufenden) Anleihen damit?


    Diesen Artikel kennst du?

    https://www.finanztip.de/investmentfond…s/anleihen-etf/

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  • Klar,wäre ein 2 Topf Modell einfacher,aber dann würde ich ja relativ viel Geld im Geldmarkt ETF halten. Außerdem wäre das ungünstig im Fall von fallenden Zinsen,oder?

    Die Entnahmerate dürfte etwa bei 3,5% vom Gesamtportfolio liegen.

    Ich halte das 3-Topf Modell für sinnvoll,da ich dann je nach Marktlage aus Topf 1 oder 2 entnehmen und rebalancen kann.

  • Deswegen dachte ich eher an Anleihen ETFs,da die Kurse sich normalerweise gegenläufig zum Geldmarktzins entwickeln...

    Oder eben Laufzeit Anleihen ETFs,da bei diesen der Endwert berechenbar ist. Die Idee kommt von der "TIPS Ladder" auf den amerikanischen Seiten.

  • Ja,dann ist es gut, aber wenn ich einen Geldmarkt ETF und einen Anleihen ETF ETF habe, dann kann ich je nachdem wie sich die Zinsen entwickelt haben mal aus dem oder aus dem anderen entnehmen.

    Fachleute sprechen da von einer "Zinswippe" habe ich mal gelesen...☺️

  • Anleihen oder Geldmarkt beinhalten beide Wetten auf den zukünftigen Zinsverlauf. Beim Geldmarkt hofft man auf steigende Zinsen, an denen man zukünftig partizipieren will. Bei Anlagen versucht man sich die höheren Zinsen für einen längeren Zeitraum zu sichern. Beides erfordert eine Glaskugel.

    Die Größenangabe zum Topf 2 ist recht vage mit 2-8 Jahren. Geldmarkt kommt nach dazu, dann hast Du Rücklagen für 10 Jahre? Bist Du sehr sicherheitsorientiert? Welche Entnahmedauer willst Du abdecken und mit welcher Rendite hast Du das alles gerechnet?

    Möglicherweise macht eine Anleihenleiter Sinn. Bei den Laufzeiten würde ich zur Begrenzung des Risikos bei der Duration nicht über die 5 Jahre hinausgehen.

    Zur Frage ausschüttend/thesaurierend bin in der Entnahmephase ein klarer Fan von ausschüttend. Das reduziert die zu zahlenden Steuern auf die Vorabpauschalen am Jahresanfang deutlich.

  • Ich halte das 3-Topf Modell für sinnvoll,da ich dann je nach Marktlage aus Topf 1 oder 2 entnehmen und rebalancen kann.

    In der Theorie klingt das gut. In der Praxis wirst du schnell an deine Grenzen kommen, weil die Definition ,,je nach Marktlage“ ziemlich schwierig ist und viel Spielraum lässt. Ich persönlich halte das für den durchschnittlichen Privatanleger für nicht leistbar und denke, dass so ein Plan bei richtigen und langwierigen Marktturbulenzen mit hoher Wahrscheinlichkeit schief gehen wird. Insbesondere im Alter mit viel Zeit für Gedanken.

    Vielleicht kannst du ein bisschen darüber schreiben warum du 3,5% entnehmen willst. Ist das dein elementarer Bedarf oder ist das eine theoretische Zahl, weil sie eine Pleite unwahrscheinlich macht?

    Die mächtigste ,,Waffe“, die du in der Entnahmephase hast ist die Fähigkeit variabel zu entnehmen. Hast du diese Möglichkeit? Falls ja, würde ich eine sehr einfache Strategie bevorzugen. Hast du sie nicht, wird es deutlich komplizierter.

    Ach ja, zum Thema Laufzeit-ETF würde ich mir das mal durchlesen.

  • ...

    Ich halte das 3-Topf Modell für sinnvoll,da ich dann je nach Marktlage aus Topf 1 oder 2 entnehmen und rebalancen kann.

    Das kannst Du bei dem 2-Topf-Modell auch.

  • Fachleute sprechen da von einer "Zinswippe" habe ich mal gelesen...☺️

    Fachleute kennen sich mit den Tücken von Anleihen aus;) Das ist nicht so einfach wie die Frage: welchen globalen ETF besparen.

    Es hat schon seinen Grund, dass finanztip und andere keine Zinswippe sondern eine Festgeldtreppe empfehlen. Und wenn Anleihe, dann Geldmarktfonds.

    https://www.finanztip.de/anleihen/

    Hast du Lust und Zeit, dich ins Thema Anleihen einzuarbeiten?:/

  • Moin zusammen,

    vielen Dank für eure zahlreichen Denkanstöße.

    britty Ja, ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Thema Anleihen bzw. Anleihen ETFs... :)

    Im amerikanischen Raum wird gerne auf TIPS Ladder als Sicherheitspuffer gesetzt.
    Ich verfolge unter anderem gerne die Beiträge von Moriningstar.

    Zum Beispiel diesen hier:
    https://www.morningstar.com/portfolios/how…-your-portfolio

    Da es ja in Deutschland keine direkte Entsprechung von TIPS gibt würden, einzelne Staatsanleihen oder eben Laufzeit ETFs in Frage kommen, wenn ich das richtig verstehe. Das Ziel ist pro Jahr ein berechenbares Einkommen zu haben mit einer Rendite , die etwas höher als der Geldmarkt sein sollte.
    Aber die Frage ist wahrscheinlich, ob sich der ganze Aufwand lohnt oder ob dann nicht ein Geldmarkt ETF oder ein kurzlaufender Unternehmensanleihen ETF als Sicherheitstopf einfacher geeignet ist.
    Ich habe diese beiden bereits in meinem Portfolio:
    https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=LU1190417599
    und
    https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE000RHYOR04


    Zu dem Thema habe ich letztens noch diesen Beitrag gefunden:

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    St. Irving Vielen Dank für den Link zu Prof Walz...Den kannte ich noch nicht.

    Wie habt ihr denn euren Sicherheitspuffer gestaltet?

  • Vergleiche mal die Rendite nach Kosten von Laufzeit ETFs mit Direktanlagen in erstklassigen Anleihen bei einer Anleihenleiter vergleichbarer Laufzeiten.

    Entweder die Laufzeitfonds legen aggressiver an oder die Rendite ist nicht besser als bei der eigenen Anlage.

    Mein Sicherheitspuffer ist sehr klein dimensioniert, da reicht Geldmarkt. Wenn ich ein großes Sicherheitsbedürfnis hätte und sechsstellig im Risikopuffer anlegen will, dann Anleiheleiter evtl. kombiniert mit Auszahlplan von GEFA. Tagesgeld/Festgeld gehen nur bis 100k pro Bank, da hoppt man sich zu Tode.

  • Da es ja in Deutschland keine direkte Entsprechung von TIPS gibt würden, einzelne Staatsanleihen oder eben Laufzeit ETFs in Frage kommen, wenn ich das richtig verstehe. Das Ziel ist pro Jahr ein berechenbares Einkommen zu haben mit einer Rendite , die etwas höher als der Geldmarkt sein sollte.
    Aber die Frage ist wahrscheinlich, ob sich der ganze Aufwand lohnt

    Der Aufwand „lohnt“ sich dann, wenn die Summen eine bestimmte Höhe erreichen und die Kaufkosten nicht zu hoch sind.

    Hierzu ein Beispiel: jemand hat ermittelt, dass im Ruhestand monatlich 1000 € zusätzlich erforderlich sind.
    Dann (zuerst mal ohne Inflation Berechnung) kauft er/sie* sich Anleihen mit den Laufzeiten ein Jahr bis fünf Jahre die alle Ende des Jahres oder Anfang des Jahres ihre Rückzahlung haben.

    Der freiwerdende Betrag wird dann im Geldmarkt geparkt, zum Beispiel im Tagesgeld und für die Lebensführung verwendet.
    Im Depot gibt es dann noch den Aktienteil. Sind die Aktien gut gelaufen, wird ein neuer Jahresbetrag in eine neue Anleihe angelegt.

  • Wir haben keinen ,,Sicherheitspuffer“, weil dieser eigentlich ziemlich riskant ist. Unsere Aktienquote beträgt 100%. Das ist für (extrem) emotional stabile Anleger, die mit realen Renditen rechnen und alle Risiken mit einbeziehen, die rationalste Asset Allokation. Auch in der Entnahmephase.

    Es gibt nur ein sehr kleines Zeitfenster wenige Jahre vor und nach Eintritt des Ruhestandes in dem es aus Sicht eines homo oeconomicus sinnvoll ist einen geringen Geldmarktanteil zu halten. Die Betonung liegt bei dieser Aussage auf: emotional stabil.


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