Wer hat echte Erfahrung nach dem Einbau einer Wärmepumpe

  • Moin in die Runde.

    Hier erste Zahlen aus der Praxis meiner neuen WP (Einbau 23. Mai).

    Heizkreis und WP angestellt am 15. Oktober. Bis dahin Warmwasser allein von der Sonne.


    Heizenergie im November:

    52 kWh aus Solaranlage, 1313 kWh aus WP, 20 kWh aus PV = 1385 kWh Bedarf

    Solaranlage: direkt in den Pufferspeicher

    WP: Aufheizung von Pufferspeicher (WW) und Heizkreis nach Bedarfssteuerung

    PV: überschüssiger PV-Strom wird vor Einspeisung an Heizstab im Pufferspeicher umgeleitet


    Kosten:

    Solar: Sonne

    PV: Sonne

    WP: 317 kWh Strom x 0,40 Euro = 126,80 Euro

    zum Vergleich:

    1313 kWh (WP) x 0,12 Euro (Gaspreis) = 157,66 Euro


    Leistung WP:

    Bei Vorlauftemperatur im Heizkreis von 41-50 Grad = 1313 kWh Heizenergie

    Hierfür Strombedarf = 317 kWh

    Somit JAZ (Jahresarbeitszahl): 4,14

    Passt mit den Berechnungen des Heizungsbauers


    An Mc Profit:

    40.000 Euro für neue Heizungsanlage mit WP

    Bafa-Zuschuss von 14.000 Euro (35%) wurde Ende November überwiesen.

    Zusätzliche Unternehmerbescheinigung über Abbau der alten Gasanlage und Rückbau des Gasanschlusses wurde gefordert.

  • Das Haus steht in einer Stadt in Baden-Württemberg in einer der wärmsten Klimazonen.

    Das schreibst Du immer wieder. So richtig groß ist der Unterschied nicht zu anderen Klimazonen in Baden-Württemberg. Das subtropische Freiburg ist jedenfalls wärmer. :)


    Ich schmunzle immer wieder über Deine verschwurbelte Erklärung. Es ist längst klar, welche Stadt das ist.

    Auf Grund Eurer Hinweise war die Fachfirma noch einmal vor Ort.

    Allerdings ist nicht jede Fachfirma mit dem Einbau einer Wärmepumpe im Altbau ausreichend vertraut, weil dort jeder Fall anders ist.

    Anders gesagt: Es ist nicht klar, ob die Fachfirma wirklich eine Fachfirma ist.

    Auf jeden Fall war der Chef der Firma mit einem Mitarbeiter diesen Monat da.

    Es wurden die Einstellungen geändert, jedoch nichts umgebaut.

    Wir sind jetzt immerhin nach rund 2 Jahren so weit, dass die Wärmepumpe bis zu einer Außentemperatur von -3 Grad ohne Heizstab und Allgemeinstrom auskommt.

    Lenin sagte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich habe das ja schon einmal angeregt, aber Dir war die Mühe zuviel. Ich schreibe mir hier die Werte wöchentlich auf, das ist mit für meine Zwecke kleinteilig genug. In Deinem Fall würde ich es zumindest über eine gewisse Zeit täglich machen, dann wüßte ich, was Sache ist.

    Weder der Energieberater noch die Heizungsfirma, noch die Stadtwerke haben uns gesagt, dass wir für den separaten Stromzähler der Wärmepumpe einen extra Vertrag mit den Stadtwerken machen müssen und der Sondertarif Wärmepumpe erst dann gilt, wenn dieser Vertrag gemacht wurde.

    Für jeden Zähler gibt es einen Vertrag. Wenn man nichts macht, ist man damit in der Grundversorgung. Man muß für eine Wärmepumpe keinen speziellen Vertrag abschließen, aber man kann es. Wenn ich mich richtig an die Preise Deiner Stadtwerke erinnere, ist selbst der Wärmepumpentarif so hoch, daß es sich lohnen würde, einen alternativen Anbieter zu nehmen. Ich hatte das vorgeschlagen, das wolltest Du aber nicht.


    Verbrauch und Vertrag sind aber zwei Paar Stiefel. Funktion und Stromverbrauch der Wärmepumpe scheinen mir bei Dir das Wichtigere zu sein.

    Daher wurde bei uns im 1. Jahr nach Inbetriebnahme der Sonderzähler für die Wärmepumpe mit demselben Allgemeinstromtarif abgerechnet von 37 bis 47 Cent/kWh.

    Das hatte zur Folge, dass die Kosten für Stromverbrauch der Wärmepumpe von 13.000 kWh im ersten Jahr 5.100 Euro betrugen.

    Meines Erachtens ist der Verbrauch viel zu hoch. Das ist das Primäre. Bei einem alternativen Anbieter ist der Strom billiger, das ist aber der kleinere Hebel.

    Wenn man noch bedenkt, dass wir in diesem 1. Jahr nach Fertigstellung das Haus nur als Zweitwohnung genutzt und noch im bisherigen Haus gewohnt haben - und daher wenig Warmwasserverbrauch hatten - kann man sich vorstellen, wie der Verbrauch weiter hochgeht bei ständigem Wohnen.

    Vom Zuwarten allein wird das nicht besser.

    Der Wärmebedarf eines Hauses hängt von seinem Aufbau ab und nicht von der Art der Wärmequelle. Du hast das Haus umfangreich für viel Geld wärmeisolieren lassen. Das sollte zu einer Verringerung des Wärmebedarfs geführt haben. Vergleichswerte von früher hast Du leider nicht, aktuelle Werte möchtest Du nicht erfassen. So wird das dann zum Stochern im Nebel.


    Eine korrekt installierte Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme. Wenn auf dem Stromzähler der Wärmepumpe 13 MWh standen, müßten daraus bei korrekter Installation mindestens 40 MWh Wärme entstanden sein. Das wäre für ein Haus mit 200 m² eine ganze Menge, das wäre selbst bei einem Uraltbau sehr viel.


    Du hast einen Energieberater bezahlt, der hat sicherlich den Wärmebedarf des Hauses ausgerechnet. Es wäre interessant, diese Zahl zu kennen und sie mit der Stromaufnahme Deiner Wärmepumpe zu vergleichen.

  • Wir sind jetzt immerhin nach rund 2 Jahren soweit, dass die Wärmepumpe bis zu einer Außentemperatur von Minus 3 Grad OHNE Heizstab und Allgemeinstrom auskommt.

    Das erscheint mir immer noch falsch. Nach einer energetischen Sanierung solltet ihr Pi mal Daumen wie ein Neubau sein, vermutlich etwas schlechter. Für 35 Grad Vorlauftemperatur kannst du bei modernen Luftwärmepumpen bei -7 Grad Luft, mit einem COP von ca. 3 rechnen. Bei -3 Grad sollte der Heizstab definitiv nicht gebraucht werden. Welches Modell wurde denn konkret bei dir verbaut?

  • Um das Thema mal noch ein bisschen weiter auszuführen. McProfit hat ja einiges investiert, da war sicherlich auch eine Fußbodenheizung mit drin. Eine neue Fußbodenheizung wird auf maximal 35 Grad Vorlauftemperatur (VLT) bei Normaußentemperatur (NAT) ausgelegt. Nehmen wir mal zusätzlich an, McProfit residiert in einer milden Gegen am Bodensee mit -9 oder -10 Grad NAT. Dann hat er bei -3 Grad Außentemperatur eine VLT von 30 bis 31 Grad. Warum hier ein Heizstab nötig sein soll, ist nicht zu erklären

  • Eigentlich müsste der Energieberater den Wärmebedarf ausgerechnet haben, das gehört meines Wissens zum Antragsverfahren auf Förderung dazu. Hier mal die errechneten Werte mit den tatsächlichen Werten abgleichen.


    Im Übrigen erscheint es mir fast sinnvoll, dass bei den hohen Kosten mal ein Werksmonteur o.ä. vom Hersteller herauskommt und sich die Montage und die Einstellungen der WP anschaut. Selbst wenn die 180 Euro die Stunde aufrufen, das hat man bei falschen Einstellungen ggfls. ja ganz schnell wieder heraus.


    Eine weitere Idee die man prüfen sollte: Die WP Hersteller bieten teilweise eine Fernwartung und Kontrolle der Einstellungen an. Möglicherweise ist es sinnvoll, wenn man diese Aufgabe mittels Nachrüstung eines Fernwartungsmoduls an den Hersteller (= Spezialist) überträgt.

  • Diese Diskussion ist für mich das Drama Wärmewende in a Nutshell : Erst klingt es einfach, dann wird es kompliziert und teuer. Es ist Wissen aus mehreren Disziplinen nötig und das Wissen mit viel Disziplin anzuwenden. Es gibt viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht folgen können, nicht folgen wollen und eine Menge Stimmung machen. Diese 350.000-Euro-und-es-funktioniert-immer-noch-nicht-Diskussion, die hier dank viel Geduld auf beiden Seiten vielleicht gerade in Richtung Happy End abgebogen ist, die müssten wir gerade eine Million Mal gleichzeitig und am konkreten Beispiel führen.


    Werdet Energieberater!


    Ein Job mit viel Zukunft in einem Land, in dem jeder zweite noch glaubt, dass es schneller warm wird, wenn man das Thermostat auf 5 dreht.

  • Werdet Energieberater!


    Ein Job mit viel Zukunft in einem Land, in dem jeder zweite noch glaubt, dass es schneller warm wird, wenn man das Thermostat auf 5 dreht.

    Wer sich mit Regelungstechnik auskennt, könnte auf den Gedanken kommen, daß es tatsächlich so ist, wenngleich marginal*. :)


    Regelungstechnik ist subtrivial.


    * Ein Ventil ist kein Schalter. Der Thermostat schließt es kontinuierlich, wenn es dem Sollwert nahe kommt, reduziert die Heizleistung, verringert die Geschwindigkeit der Restaufheizung und reduziert somit auch das Überschwingen. Ich könnte mir schon vorstellen, daß ein komplett offenes Ventil den Sollwert auf den letzten Metern schneller erreicht - dann aber halt darüber hinweggeht und des manuellen Eingriffs bedarf.

  • Sorry, aber da Energieberater nicht mehr gefördert werden, sehe ich für deren Zukunft eher schwarz. Nichts gegen den Arbeitsaufwand, aber keiner wird freiwillig aus der eigenen Tasche ein paar tausend Euro für deren Leistung auf den Tisch legen.

  • McProfit

    Wenn du Zeit und Lust hast, dann leih dir doch mal eine Wärmebildkamera.

    Da kann man eventuellen Pfusch entdecken oder auch andere Problemstellen.


    Wärmedämmung an Wänden lohnt sich wegen den Kosten allgemein selten. Höchstens Wände aus den 20-30er Jahre sind sehr schlecht gedämmt.

    Meistens sieht man Fenstern einen gewissen Wärmeverlust, der ist aber normal. Ich habe mir eine Wärmebildkamera gekauft und innerhalb der Rückgabefrist zurück gesendet. Schwabe halt. Jedenfalls habe ich da genau diese Beobachtungen gemacht. Der Hauptpunkt war aber: Selbst bei modernen Häusern ist der größte Wärmeverlust bei den Türen.

    Vor allem unten an den Türen. Da gibt es Türschlangen, die den Wärmeverlust kostengünstig dämpfen, Haustür, Balkontür, Kellertür, etc. kommen da als riesige Wärmeverschwender in Frage.


    Nur so als Hinweis zu den bisherigen Tipps zur schlecht eingestellten Wärmepumpe.


    EnBw verlang ca. 31 cent momentan, oder anrufen und EnBW online tarif verlangen, 27 und paar Zerquetschte.

  • Sorry, aber da Energieberater nicht mehr gefördert werden, sehe ich für deren Zukunft eher schwarz.

    Laut dieser Seite ist das Programm aber nur wegen der Haushaltssperre pausiert, nicht eingestellt.


    Den 20%igen Eigenanteil bekommt man durch zusätzliche 5% bei den Einzelmaßnahmen größtenteils wieder zurück.

    Alllerdings muß man für einige der Einzelmaßnahmen einen zusätzlichen Vetrag zur Maßnahmenüberwachung abschließen, der zu 50% gefördert wird.


    Ich durfte ein halbes Jahr auf das Ergebnis der Energieberatung warten. Sonst wären die neuen Fenster und Türen schon eingebaut.

  • Diese Diskussion ist für mich das Drama Wärmewende in a Nutshell : Erst klingt es einfach, dann wird es kompliziert und teuer. Es ist Wissen aus mehreren Disziplinen nötig und das Wissen mit viel Disziplin anzuwenden.

    Eigentlich nicht. Die Durchführung einer Heizlastberechnung und entsprechende Auslegung der Hydraulik ist Grundwissen für Heizungsbauer. Da ist nichts Kompliziertes oder Magisches dran. Dummerweise haben Heizungen in der Vergangenheit hier sehr viel Pfusch verziehen. Im Zweifelsfall dreht man den Vorlauf einfach höher und der Thermostat am Heizkörper regelt. Mit dem Übergang von Hochtemperatur und Heizkörper auf Niedertemperatur und Fußbodenheizung geht das nicht mehr und die korrekte Hydraulik und Vorlauftemperatur bestimmt das Ergebnis erheblich. Ganz unabhängig vom Wärmeerzeuger. Bei der Wärmepumpe kommt noch dazu, dass höhere Vorlauftemperaturen ineffizienter sind (wobei es da nicht so sehr auf 2 Grad mehr ankommt) und dass in jedem dieser Dinger ein Heizstab verbaut ist. Sinnvollerweise deaktiviert man den direkt am ersten Tag. Ein anderes Problem sind diese Legionellenprogramme. Im EFH eigentlich unnötig, aber echte Stromfresser


    Bei der ganzen Verwirrung trägt hier übrigens nicht nur die Wärmepumpe schuld oder der ahnungslose Installateur...McProfit hat die Frage nach dem berechneten Energiebedarf aus #13 nicht beantwortet. Auch Fragen zum tageweisen Stromverbrauch wurden bisher nicht beantwortet. Stattdessen dreht sich die Diskussion hier immer wieder um PV und Stromtarif.

    Diese 350.000-Euro-und-es-funktioniert-immer-noch-nicht-Diskussion, die hier dank viel Geduld auf beiden Seiten vielleicht gerade in Richtung Happy End abgebogen ist,

    Ich sehe hier kein Happy End. Heizstab ab -3 Grad sollte bei einer kernsanierten Immobilie nicht sein

  • Ich sehe hier kein Happy End. Heizstab ab -3 Grad sollte bei einer kernsanierten Immobilie nicht sein

    Jahresbilanz kommt am 01.01. In den ersten 11 Monaten hat der Heizstab 59 kWh verbraucht. Er steht bei -10 Grad und wird daher nur zum Abtauen aktiv. Bestandsimmobilie auf 1986, neue Fenster, am Dach etwas nachgedämmt.


    Bei der neuen WP, gleiches Modell, in meiner Ruine (Baustelle Bauernhaus aus 1972) hat er mehr verbraucht, da darüber auch der Einfrierschutz bei ausgeschalteter WP läuft und bis vor vier Wochen noch kein Glykol drin war.

  • Hallo lieber Forumsfreund Pantoffelheld

    Du hast mir mit Deinem Kommentar aus der Seele gesprochen.

    Für MICH persönlich und für man anderen aus meinem Umfeld war der Heizungsumbau immer noch ein Abenteuer.

    Es mag sein, dass einige der Forumsfreunde technikaffin sind, einen guten Energieberater haben, ein ideales Haus zum Umbau und einen Handwerker der das Geschäft versteht und faire Rechnungen schreibt.

    Nicht zu vergessen: auch der Antrag auf die Fördermittel aus Berlin ist alles andere als ein Spaziergang. Beim kleinsten Fehler droht die Abage.

    In meinem Fall war es so, dass die Behörde unterstellt hat, dass der Handwerker (einige TAGE) zu früh mit den Arbeiten begonnen hat bevor die Bewilligung aus Berlin da war.

    Das war aber fast ein Grund für die Ablehnung gewesen. Erspart mit Einzelheiten.

    Allerdings bin ich auf Grund der Ratschläge hier weitergekommen.

    Der Heizungsbauer war inzwischen vor Ort und hat alles neu eingestellt so dass der Heizstab der mit Allgemeinstrom läuft erst ab 3 Grad Minus einschaltet.

    Er kann entweder per Fernwartung oder vor Ort auch auf 5 oder7 Grad Minus gestellt werden.

    Man kann aber auch gegebenenfalls mit der Klimaanlage oder dem Gaskaminofen mal ein paar Stunden zuheizen

    Außerdem habe ich jetzt dank dem Ratschlag von Achim Weiss einen neuen Tarif.

    Wenn man keine ANTRAG auf Tarifwechsel stellt, dann wird auch der Sonderzähler für die Wärmepumpe mit dem Allgemeinstrom abgerechnet.

    So war es bei uns im 1. Jahr.

    Vielen Dank an die Forumsfreunde Uwe Vinke und Thebat sowie @LebenImSüden

    und Kater.Ka

    Wenn mir aber Achim Weiss vorschlägt, jede Woche die Zählerstände zu notieren oder die Vorlauftemparatur und viele anderes mehr dann ist das löblich, man muss eben auch machen.

    Persönlich für Achim Weiss:

    Im Forum hier ist so, dass es gute Gründe gibt, anonym zu bleiben.

    Ich habe durch zu viel Vertrauensvorschuss häufig im Leben Lehrgeld bezahlt.

    Es ist für mich aber auch kein Problem hier etwas persönlicher zu werden:

    Mein jahrzehntelanger Lebensmittelpunkt war in Stuttgart.

    Wie viele Großstädte auch, ist diese Stadt für den Lebensabend nicht der ideale Platz (Ich gehöre zur Generation Ü75)

    Da wir schon lange ein vermietetes Haus älteres Haus in Baden Baden besaßen (mit Wohnrecht des Mieters) haben wir die Gelegenheit genutzt dieses Haus nach Freiwerdens komplett zu sanieren auch mit der bekannten Wärmepumpe.

    Wir werden nach jetzigem Stand den neuen Lebensmittelpunkt in diese Kurstadt verlegen, die für meine Generation angenehmer ist, zur Zeit pendeln wir noch.

    Wenn ich das bisher alles nicht so konkret geschrieben habe, dann deshalb weil es ja an der SACHE nichts ändert.

    Viele Grüße von McProfit

    Die Fortsetzung meiner Wärmepumpengeschichte folgt demnächst.

  • Diese Diskussion ist für mich das Drama Wärmewende in a Nutshell : Erst klingt es einfach, dann wird es kompliziert und teuer. Es ist Wissen aus mehreren Disziplinen nötig und das Wissen mit viel Disziplin anzuwenden. Es gibt viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht folgen können, nicht folgen wollen und eine Menge Stimmung machen. Diese 350.000-Euro-und-es-funktioniert-immer-noch-nicht-Diskussion, die hier dank viel Geduld auf beiden Seiten vielleicht gerade in Richtung Happy End abgebogen ist, die müssten wir gerade eine Million Mal gleichzeitig und am konkreten Beispiel führen.


    Werdet Energieberater!


    Ein Job mit viel Zukunft in einem Land, in dem jeder zweite noch glaubt, dass es schneller warm wird, wenn man das Thermostat auf 5 dreht.


    Es stimmt, dass die Sanierung vom Altbestand erstmal ein großes Abendteuer ist in Bezug auf Kosten, ggf. Stress und einem keiner Architekt, Energieberater, Fachfirma zusichert, was am Ende rauskommt.


    Aus meiner Sicht ist es auch fraglich ein Haus aus den 60ern/70ern nochmal mit hunderttausenden von Euros zu sanieren oder lieber gleich ganz abzureißen. Den Grund hat man ja erstmal eh schon. Wenn dann das Delta zum Neubau 100.000 oder 150.000 Euro sind aber man dafür eine komplett neue Bude mit Energiestandard A bekommt (und nicht C wie nach umfangreichster Maximalsanierung im Bestand) ist das für die Zukunft doch besser.

    Nach Sanierung des Altbestandes ist man ja erstmal "Am Ende angekommen". Das bleibt dann C. Und die Vorgaben werden trotzdem immer krasser (siehe EU Gesetze). Dann hockt man im 10 Jahren im für 200.000 Euro sanierten 60er Jahre Haus und es ist wieder nicht gut genug für die Gesetze.


    Energieberater ist leider ein Job, wo sich viele Geldschneider rumtreiben. Der iSFP wird nicht mehr gefördert (hatte ein Angebot vorliegen über 1.500 Euro wo der Berater nicht mal vor Ort kommen wollte - einfach alles per meinen Angaben erstellt und ich bekäme ja 80% Förderung). Finde es sehr gut, dass diese Förderung jetzt einkassiert wurde.

  • Energieberater ist leider ein Job, wo sich viele Geldschneider rumtreiben.

    Das ist ja bei Finanzberatern auch nicht anders.


    Ich habe mir aus gutem Grund einen Ingenieur ausgesucht und nicht einen Schornsteinfeger oder Klempner. Die Förderung des ISFP wird auch wieder kommen, wenn die Haushaltssperre aufgehoben ist.


    Die Entscheidung Sanierung oder Abriß und Neubau sollte auch von der persönlichen Lebenserwartung abhängen. Bei älteren Menschen wie McProfit (oder mir) schneidet das Neubauhaus perspektivisch schlechter ab. Zumal die Neubaukosten ja auch gerade durch die Decke gehen.

  • Es macht auch ganz unabhängig von Förderungen Sinn, sich vom Energieberater einen Sanierungsfahrplan erstellen zu lassen. Sonst wird die Sanierung garantiert teures Stückwerk ohne Konzept. Man braucht natürlich für eine Sanierung keinen Abstempler, sondern einen echten Energieberater


    Eine kernsanierte Immobilie wird in der Regel auch deutlich besser abschneiden als Klasse C. Wenn man z.B. die Fassade dämmt, hat man den Aufwand (Gerüst, Dämmung anbringen, Verputzen, Maler) einmal, relativ unabhängig von der Dicke der Dämmung. Es macht also keinen Sinn, nach 8cm Dämmung aufzuhören, weil man dann Klasse C erreicht hat. Ein energetisch saniertes Haus kommt meist bei Neubaustandard raus

  • Ich habe mir aus gutem Grund einen Ingenieur [als Energieberater] ausgesucht und nicht einen Schornsteinfeger oder Klempner.


    Die Entscheidung Sanierung oder Abriß und Neubau sollte auch von der persönlichen Lebenserwartung abhängen. Bei älteren Menschen wie McProfit (oder mir) schneidet das Neubauhaus perspektivisch schlechter ab. Zumal die Neubaukosten ja auch gerade durch die Decke gehen.

    Die Entscheidung Sanierung oder Nicht-Sanierung sollte von der persönlichen Lebenserwartung abhängen. Vergleichbare Energiesparmaßnahmen im Bestand sind viel teurer als beim Neubau, die Amortisationszeiten rangieren oft in Jahrzehnten (wenn sich die entsprechende Maßnahme überhaupt rentiert). Wer rechnen kann, saniert daher schlauerweise mit Augenmaß.