erzeugt Deutschland mehr Strom, als es verbraucht?

  • Fischermann, es ist schon erstaunlich mit welcher Selbstverständlichkeit du deine sogenannte Faktenlage zur Wahrheit erklärst.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Sovereign gibt pure Meinung von sich, wie immer mit dem üblichen Dreiklang Grüne doof, EU doof, Euro doof gewürzt.

    Die Replik von Fischermann beinhaltet größtenteils Fakten, die sich einfach nachprüfen lassen und wenn Meinungen enthalten sind, dann lassen die sich bei objektiver Betrachtung als zutreffend bezeichnen.

  • Umgekehrt wird ein Schuh draus. Sovereign gibt pure Meinung von sich, wie immer mit dem üblichen Dreiklang Grüne doof, EU doof, Euro doof gewürzt.

    Was aber neu ist, dass er sich nicht nur selbst zitiert, sondern auch selbst E-Mails schreibt.

    Leider lassen sich Zitate nicht hinter blauen Balken verstecken.

  • fischermann25

    Eine auch nur ansatzweise ernsthafte Diskussion zu dem speziellen Thema ist mir schon generell und erst recht mit einem Fachmann wie Dir (siehe hier):

    ich bin ebenfalls aus der Energiebranche

    (leider) nicht möglich. Die Gründe liegen auf der Hand (siehe hier):

    Da ich kein naturwissenschaftliches Studium absolviert habe ...

    Mir fehlen zugegebenermaßen jegliche Sach- und Fachkenntnisse um das kleine Statement auch nur ansatzweise valide beurteilen zu können.

    Genau das war auch der Grund hierfür:

    ... erlaube ich mir eine Mail eines hochgeschätzten ehemaligen Kollegen (aber anderes Fachgebiet) aus dem Dezember letzten Jahres zu zitieren

    Ganz allgemein in diesem Kontext

    und mir fallen zu allem ganz andere Gedanken ein.

    Das mag sein - ist aber so ungewöhnlich nicht. Habe diverse Male live erlebt, wie selbst zu solchen naturwissenschaftlichen Themen ausgewiesene Koryphäen (völlig) unterschiedliche Meinungen vertreten haben. Ebenso in meinen Bereichen (VWL, BWL, Jurisprudenz), wenn sich am Ende sogar Inhaber von Lehrstühlen - sprich Professoren - nicht nur in persönlichen Gesprächen sondern sogar "coram publico" mit erhobener Stimme "auseinandersetzen" (um die Formulierung "streiten" zu vermeiden).

    Inhaltlich kann ich zu Deinen diversen Punkten daher nix sagen geschweige denn substantiell etwas beitragen. Dennoch ist selbst mir bekannt, daß es dazu auch ganz andere Meinungen gibt, als offensichtlich die Deinige (angefangen von der "dümmsten Energiepolitik der Welt" (Wallstreet Journal im Jahr 2019 nach meiner Erinnerung) bis zu einem Prof. Sinn, der die deutsche Energiepolitik ebenfalls schon lange scharf kritisiert und von einer "Energiewende ins Nichts" spricht - um nur zwei Beispiele aus sehr vielen zu nennen).

    Eine ebenfalls allgemeine Anmerkung: Meines Wissen ist Herr Habeck Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Zu ersten Abteilung erlaube ich mir eine Aussage, weil ich in dem Bereich über eine Ausbildung verfüge und auch mehrere Jahrzehnte in dem Bereich beruflich tätig war. Da halte ich sowohl die Ansätze von Herrn Habeck (bzw. der Partei "Die Grünen") für nicht zielführend (um es möglichst subtil zu formulieren) als auch die generierten Ergebnisse für traurig bis desolat. Wenn man drei Jahre Wirtschaftsminister war, muß man sich auch an den eigenen Zahlen messen lassen und kann nicht alles den Vorgängerregierungen in die Schuhe schieben bzw. diese dafür verantwortlich machen (daß in der Zeit der Merkel Regierungen schwere bis schwerste Fehler gemacht wurden, ist dabei völlig unstrittig). Mangels Sachkenntnis (zum Thema Klimaschutz) bleibt mir daher nur die vermutete (fehlende) Kompetenzzuschreibung: Da habe ich als naturwissenschaftlich Ahnungsloser einfach gewisse Bedenken, daß es auch in dem Bereich "Klima" bei Herrn Habeck vielleicht so bestellt sein könnte, wie beim Thema "Wirtschaft" ? Was ich nicht nur beunruhigend sondern eher beängstigend fände.

    Zu den aus meiner Sicht nicht zielführenden Ansätzen beim Thema Wirtschaft kommt noch die Art der dirigistischen, interventionistischen Umsetzung in Richtung eines eher zentralistisch-planwirtschaftlichen Ansatzes mit staatlicher Regulierung runter bis zu Mikroebene. Nach meinen (nationalen und internationalen) Erfahrungen kein Erfolgsmodell (um es wiederum möglichst subtil zu formulieren). Das sprich zudem für eine sehr bis äußerst staatsgläubiger Haltung, die ich ebenfalls für wenig erfolgsversprechend halte.

    Um nur einen Deiner Punkte aufzugreifen (weil sich da eine gewissen Schnittmenge der beiden Themen ergibt):

    5. Verengte Darstellung der Industrieabwanderung


    * Kritik: Die Abwanderung von Großabnehmern wird ausschließlich mit den Stromkosten erklärt.


    * Faktenlage: Gründe für die Standortverlagerung von Unternehmen sind vielfältig und umfassen auch Lohnkosten, Steuerpolitik, Bürokratie und internationale Wettbewerbsbedingungen.

    Es ist eine Binse, daß es - neben den Energiepreisen inkl. Stromkosten - eine Melange ist, die zur Abwanderung von Unternehmen (und auch Kapital) aus Deutschland führt (überbordende Bürokratie, Dichte der EU-Regulatorik, sehr hohe Steuern und Abgaben, im internationalen Vergleich sehr hohe Unternehmenssteuern, fehlende Fachkräfte usw.). Als Wirtschaftsminister wären das für Herrn Habeck originäre und prioritäre Ansatzpunkte und Tätigkeitsfelder. Dazu (Standortpolitik, Wettbewerbsfähigkeit) vermag ich aber praktisch wenig zu vernehmen ...

    Gerade bei dem wichtigen Thema Fachkräfte und qualifizierte Zuwanderung (demographische Entwicklung hierzulande) wäre es zudem angezeigt, den Standort für die weltweit überall begehrten Hoch-Qualifizierten und Qualifizierten (endlich) attraktiver zu gestalten (angefangen von A wie Abgaben und B wie Bürokratie über S wie Steuern und U wie Unternehmensgründungen sowie Unternehmenssteuern bis W wie Wohnraumversorgung). Diese qualifizierte Zuwanderung zieht es nämlich vorwiegend in andere Länder als ausgerechnet nach Deutschland. Auch dazu ist von dem Wirtschaftsminister wenig bis nix zu vernehmen. Die diesbezügliche Politik der Grünen scheint in eine eher andere Richtung zu tendieren (unkontrollierte Zuwanderung in großem Umfang und in Teile auch illegale Zuwanderung).


    Dir weiter gute Gedanken und viel Erfolg mit Deinen privaten Finanzen !

  • Umgekehrt wird ein Schuh draus. Sovereign gibt pure Meinung von sich, wie immer mit dem üblichen Dreiklang Grüne doof, EU doof, Euro doof gewürzt.

    Die Replik von Fischermann beinhaltet größtenteils Fakten, die sich einfach nachprüfen lassen und wenn Meinungen enthalten sind, dann lassen die sich bei objektiver Betrachtung als zutreffend bezeichnen.

    Um das aber auch klar zu stellen: ich bin wirtschaftsliberal (in weiten Anteilen, nicht durchgehend da ich den Sozialstaat als Voraussetzung für Stabilität erachte, die wiederum Voraussetzung für eine gute Wirtschaft in unserem Kulturkreis ausmacht).

    Ich habe die Grünen, eine demokratische Partei, jedoch nie gewählt. Ich bin Liberaler.

    Ich halte es aber für irrelevant was man politisch wählt. Relevant sind für mich die Fragen nach einer guten Rendite, sinnvoller Energiepolitik und dem Gesamtgefüge der Stabilität.

    Und da habe ich in der Tat eine auf Fakten basierende Überzeugung, die indes nicht in Stein gemeißelt ist.

    Ich denke aber schon, dass der Steuerzahler und Verbraucher darüber nachdenken kann, was ihm zum Vorteil gereicht - frei von Ideologie, ganz pragmatisch.

    Niemand braucht in dieser Diskussion Polemik und Ideologiebehaftete Anwürfe. Die aber dominieren die Debatte was ich gar nicht begreife: es geht um Ausgaben und in der Frage, in was man investiert.

    Und da... da hat die Wirtschaft auch 2024 eine klare Antwort: "Kernenergie ist es nicht".

    „Rückkehr zur Atomkraft wäre nicht sinnvoll“ - Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

  • Sovereign gibt pure Meinung von sich,

    Der guten Ordnung halber: Wie in Nr. 34 - übrigens schon im ersten Satz - zu lesen ist, gebe ich nicht meine "pure" Meinung wieder (da ich zu dem Thema nix weiß), sondern die eines ehemaligen Kollegen, der immerhin über eine entsprechende Ausbildung verfügt samt langjähriger Tätigkeit im naturwissenschaftlichen Bereich. Nicht ganz ohne Erfolg übrigens.

    wie immer mit dem üblichen Dreiklang Grüne doof, EU doof, Euro doof gewürzt.

    Vielen Dank für Deine fundierte, differenzierte und sachbezogene Anmerkung. Die ist allerdings auch so gehaltvoll, daß ich darüber länger nachdenken muß, um überhaupt den Versuch einer adäquaten Antwort zu starten.


    Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Gerade bei dem wichtigen Thema Fachkräfte und qualifizierte Zuwanderung (demographische Entwicklung hierzulande) wäre es zudem angezeigt, den Standort für die weltweit überall begehrten Hoch-Qualifizierten und Qualifizierten (endlich) attraktiver zu gestalten (angefangen von A wie Abgaben und B wie Bürokratie über S wie Steuern und U wie Unternehmensgründungen sowie Unternehmenssteuern bis W wie Wohnraumversorgung). Diese qualifizierte Zuwanderung zieht es nämlich vorwiegend in andere Länder als ausgerechnet nach Deutschland. Auch dazu ist von dem Wirtschaftsminister wenig bis nix zu vernehmen. Die diesbezügliche Politik der Grünen scheint in eine eher andere Richtung zu tendieren (unkontrollierte Zuwanderung in großem Umfang und in Teile auch illegale Zuwanderung).

    Vielen Dank für deine Duplik und die interessanten Gedanken!

    Es klingt, als ob wir beide aus einer ähnlichen Richtung kommen, was unsere Ausbildung betrifft, auch wenn ich interdisziplinär unterwegs bin und nach meinem Staatsexamen zusätzlich viele technische und kaufmännische Aspekte in meinem Job begreifen muss – zumindest in den grundlegenden Zügen.

    Ich finde es immer wieder spannend, mit meinen jüngeren Kollegen darüber zu diskutieren, und muss sagen, mein Respekt vor ihnen ist groß. Es ist wirklich beeindruckend, wie geschickt und oft auch pfiffig sie die Dinge angehen.

    Die „Generation Z taugt nichts“-Haltung ist für mich absolut fehl am Platz. Ganz im Gegenteil – das sind wirklich talentierte Menschen, die mir als „altem Herren“ geduldig ihre Sichtweisen vermitteln, und ich schätze das sehr.

    Was deine Analyse betrifft, kann ich wirklich weitestgehend zustimmen (bitte nicht den Anspruch auf Asyl und den Anspruch auf Schutz aus der Flüchtlingskonvention in eine Diskussion zur Kernenergie reinnehmen, das passt nicht ansatzweise - auch nicht zu Fragen des Fachkräftezuzugs. Völlig verschiedene Baustellen. Hast Du nicht angedeutet aus dem Bereich Recht zu kommen? Dann wundert mich das etwas, sorry).

    Aber insgesamt: auch ich sehe vieles sehr ähnlich. Aber was die aktuellen energiepolitischen Entscheidungen angeht, finde ich sie als Liberaler, der auch ohne enge Parteibindung denkt, nur schwer nachvollziehbar. Natürlich kann ich verstehen, wer hier wie und warum spendet, aber das Thema will ich besser nicht weiter vertiefen.

    In meiner Zeit in den Fachausschüssen / Energie, in denen ich mich mit der Rechtsmechanik eines FNPs, Konzentrationszonenausweisungen und ähnlichem beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass ich nicht die Rolle des honorarlosen Rechtsrepetitors ausfüllen kann.

    Und wie es scheint, gibt es auch in der Politik einige, die mit der Sachkenntnis in dieser Materie kämpfen. Da ziehe ich dann doch lieber die jungen Frauen und Männer vor, die mich in meinem Job ständig auf Trab halten – die sind wirklich klasse.

    Nun muss ich aber leider los. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass wir bald mal wieder in Kontakt kommen!

  • Was ich übrigens sehr angenehm und sympathisch finde. Wenn man das Liberale, welches in Deutschland (leider) eher keine feste und größere Tradition hat, als Freigeistigkeit versteht - so wie häufig in der Schweiz (einer der Gründe, warum ich die Schweiz immer attraktiver finde gerade im Vergleich zu einem Land wie Deutschland), dann kann man eine solche Haltung wie die Deinige nur begrüßen.

    Danke, Danke.

    Immerhin. Stammt aber auch nicht von mir sondern - wie schon in dem Beitrag (Nr. 33) dargestellt - aus einer Mail eines Naturwissenschaftlers an meine Wenigkeit aus dem Dezember 2024.

    Wenn Naturwissenschaftler solche Aussagen treffen, dann muß ich sagen - passend zum Thema - es wird dunkel in Deutschland.

  • Wenn Naturwissenschaftler solche Aussagen treffen, dann muß ich sagen - passend zum Thema - es wird dunkel in Deutschland.

    Weil Naturwissenschaftler keine Menschen sind, die Fehler machen und die immer Recht haben? Dann frag ich mich, warum hier niemand auf mich hört :/

    Bei Einzelmeinungen sollte man immer vorsichtig sein. Auch ein Gerd Kommer hat nicht immer recht (um mal kurz eine Brücke zu Finanzthemen zu schlagen).

  • Es gibt noch einen weiteren Punkt bei dieser ganzen Diskussion zum Thema Energietransformation, den ich für extrem wichtig halte, der, meiner Meinung nach, aber in der Öffentlichkeit viel zu kurz kommt, nämlich daß der mündige Bürger über seine Energiegewinnung wieder selbstbestimmt bestimmen kann.

    Ich sehe da eine ähnliche Revolution, wie damals als das Monopol der Telekom langsam bröckelte. Zuerst gab es nur weitere Telefonmodelle und heute haben wir Festnetz, Mobilfunk, Internet mit zig Möglichkeiten.

    Wo werden wir in, sagen wir mal 30 Jahren bei der Energiegewinnung stehen? Balkonkraftwerke, natürlich mit deutlich besserem Wirkungsgrad werden normal sein, dazu ähnliche Anlagen, vielleicht an Fenstern. Dann kleinere Windräden zum Anbringen oder Einklemmen am Fenster. Dazu günstigere Speicher für zuhause. Vielleicht haben die großen Stromfresser, wie Waschmaschinen, dann einen internen intelligenten Stromspeicher, der überschüssigen eigenproduzierten Strom aus dem Wohnungs- oder Hausnetz speichert.

    Damit gehört dann das dumme Gerede von "Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose" der Vergangenheit an. Jeder ist dann selber in der Verantwortung und kann seinen Strom kostengünstig produzieren und einsetzen.

  • Mich würde interessieren, wie viel Wh man denn speichern muss um ne Dunkelflaute zu überbrücken (und dabei berücksichtigen, dass Biogas und Wasser (und ggf. Nachbarländer) auch während der Dunkelflaute liefern und man vermutlich auch am Strombedarf etwas drehen kann) ...

    Ich mach mal folgende Rechnung auf:

    aktueller Jahresverbrauch Deutschland 500 TWh -> ~1,4TWh pro Tag

    erneuerbare Deckung 20% inklusive Wasser und Biomasse (entspricht etwa dem Anteil vom 11.12-13.12)

    nach der Rechnung brauchen wir also rund 1,1 TWh Speicher pro Tag der Dunkelflaute. Bei 3 Tagen wie in der genannten Dunkelflaute 3,3TWh.

    Hier im Thread wurden ja schon gewisse Zahlen für Speicherung genannt. Die 40 GWh Pumpspeicherung. 1,8GWh Großspeicher. 14 GWh Heimspeicher. Seien wir mal großzügig und sagen, aktuell gibt es 60 GWh Speicherung in Deutschland. Da fehlt für eine eher kurze dreitägige Dunkelflaute und ohne zukünftige Verbrauchssteigerung schon zwei Größenordnungen.

    Problem ist auch, dass die Steuerbarkeit schnell an ihre Grenzen kommt, wenn wir über mehr als 2-3 Tage reden. Ein paar Stunden kann man die Wärmepumpe verschieben, aber nicht einen Tag, geschweige denn mehrere. Ein Elektroauto ist nach 4-5 Tagen bei den Meisten leer gefahren und dann? Die Industrie hat oft auch wenig Spielraum, die Anlage herunterzufahren. Ist das flüssige Glas einmal abgekühlt, kann man die Anlage abreißen und neu bauen, und so weiter. Wenn wir über Dunkelflauten von 1-2 Wochen reden, wird das alles nichts.

  • Und da... da hat die Wirtschaft auch 2024 eine klare Antwort: "Kernenergie ist es nicht".


    „Rückkehr zur Atomkraft wäre nicht sinnvoll“ - Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

    Inhalt melden

    Ganz so einfach scheint es ja doch nicht zu sein. Google, Amazon, Microsoft und Co sind ja durchaus auch Bestandteil "der Wirtschaft" und scheinen sich da Gewinn zu versprechen:

    Microsoft, Google, Amazon, Oracle setzen auf Kernenergie für KI
    Der Stromverbrauch von Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz ist hoch. Für ihre Rechenzentren setzen Tech-Konzerne auf Atomkraft, auch aus neuartigen SMRs.
    www.deutschlandfunk.de

    Ich halte den Atom-Ausstieg grundsätzlich nach wie vor für richtig (hätte ihn nur vielleicht langsamer gestaltet) , aber das Investment der IT-Konzerne und der Ausbau in Finnland und Schweden (die die russische Gefahr ja ernst nehmen) gibt mir doch zu denken.

    Was ist denn da Deine fachliche Meinung: echte Frage, ich komm da kaum noch mit und finde je nachdem was ich lese, beides richtig. Das zitierte Interview. Geht ja auch drauf an, stellt es aber doch anders dar als es sich beim Deutschlandfunk liest.

  • 1. Wie oft gab es bisher Dunkelflauten von 1-2 Wochen über ganz Europa?

    2. Aktuell befinden wir uns in der Transformationsphase. In Zukunft werden wir über ganz andere Verhältnisse reden.

  • Jetzt nicht, das stimmt. In Zukunft muss halt die Produktion steigen, sodass trotz wenig Licht und Wind trotzdem zB 80% des Verbrauchs erreicht werden. Dann müssen nur 20% durch die Speicher bereitgestellt werden.

    Dann hast du aber halt an allen normalen Tagen eine massive Überkapazität. Was machst du damit? Wer finanziert diese massive Überkapazität?

    Technisch ist es kein Problem, extrem viel Strom zu erzeugen. Wir pflastern einfach jedes Dach mit PV zu und stellen ein Windrad auf jeden Hügel. Bezahlbar ist aber garantiert anders.

    1. Wie oft gab es bisher Dunkelflauten von 1-2 Wochen über ganz Europa?

    https://www.tech-for-future.de/dunkelflaute/

    So selten sind die nicht.

    Abgesehen davon...wenn einmal alle 10 Jahre für 2 Wochen Dunkelflaute herrscht und die Wärmepumpe nach eine Woche wegen Stromausfall nicht mehr heizt...was machst du dann?

    2. Aktuell befinden wir uns in der Transformationsphase. In Zukunft werden wir über ganz andere Verhältnisse reden.

    Was uns direkt wieder zum Beitrag von BSC bringt. Energie muss sicher und bezahlbar sein. Eins von zwei reicht nicht aus.

  • Dann hast du aber halt an allen normalen Tagen eine massive Überkapazität. Was machst du damit? Wer finanziert diese massive Überkapazität?

    Technisch ist es kein Problem, extrem viel Strom zu erzeugen. Wir pflastern einfach jedes Dach mit PV zu und stellen ein Windrad auf jeden Hügel. Bezahlbar ist aber garantiert anders.

    https://www.tech-for-future.de/dunkelflaute/

    So selten sind die nicht.

    Sorry, in dem Artikel ist nur von Deutschland die Rede. Ich habe bewußt von Europa geschrieben.

    Was uns direkt wieder zum Beitrag von BSC bringt. Energie muss sicher und bezahlbar sein. Eins von zwei reicht nicht aus.

    Muss? Wer sagt das? Mit dem gleichen Recht läßt sich sagen die Versorgung mit Diamanten muß sicher und bezahlbar sein. Warum sollen auf dem Energiemarkt nicht die gleichen Regeln gelten, wie überall? Ich weiß, daß ist sehr ketzerisch, aber der Sozialismus ist tot.

  • Ganz so einfach scheint es ja doch nicht zu sein. Google, Amazon, Microsoft und Co sind ja durchaus auch Bestandteil "der Wirtschaft" und scheinen sich da Gewinn zu versprechen:

    https://www.deutschlandfunk.de/atomkraft-akw-ki-energie-100.html

    Ich halte den Atom-Ausstieg grundsätzlich nach wie vor für richtig (hätte ihn nur vielleicht langsamer gestaltet) , aber das Investment der IT-Konzerne und der Ausbau in Finnland und Schweden (die die russische Gefahr ja ernst nehmen) gibt mir doch zu denken.

    Was ist denn da Deine fachliche Meinung: echte Frage, ich komm da kaum noch mit und finde je nachdem was ich lese, beides richtig. Das zitierte Interview. Geht ja auch drauf an, stellt es aber doch anders dar als es sich beim Deutschlandfunk liest.

    Vormerkung :


    Ich verstehe, warum die Entwicklungen in Finnland und Schweden sowie die Diskussion um Kernfusion und Atomkraft ins Grübeln bringen.

    Aber bei nüchterner Betrachtung zeigt sich, dass diese Entscheidungen weder mutig noch zukunftsweisend sind – sie sind schlicht ein Festhalten an überholten Technologien, das unter dem Deckmantel geopolitischer Sicherheit gerechtfertigt wird.

    Die Kernfusion ist ein Beispiel für eine trügerische Vision. Seit Jahrzehnten wird sie als Lösung aller Energieprobleme gepriesen, doch der Durchbruch bleibt unerreichbar. Selbst optimistische Szenarien rechnen nicht vor der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mit einer praktischen Nutzung.

    Angesichts der Dringlichkeit, heute Lösungen für die Klimakrise und Versorgungssicherheit zu schaffen, ist es unverantwortlich, Milliarden in eine Technologie zu stecken, deren Umsetzung bestenfalls Science-Fiction ist. Es bindet Ressourcen, die für erneuerbare Energien und Speichertechnologien gebraucht werden – Technologien, die heute funktionieren und skalierbar sind.

    Du kannst den Euro nur einmal ausgeben und ohne Subventionen des Steuerzahlers, gibt es weltweit kein mir zumindest bekanntes Unternehmen, das bereit ist hier seine Investitionen "zu versenken".

    Das ganze Thema Kernenergie ist schlicht wirtschaftlich nicht tragbar - es sei denn, man verwendet wie gesagt Steuermittel und betreibt massive Quersubventionierung.

    Kann man natürlich machen, sollte das dann aber auch bitte benennen.

    Sogar (mir) noch unverständlicher, ist der finnische und schwedische Kurs, weiter auf konventionelle Kernenergie zu setzen.

    Atomkraft ist im Stromentstehungspreis extrem teuer, langsam und risikobehaftet.

    Die Endlagerproblematik bleibt ungelöst - das wissen wir alle, auch in Finnland, und die geopolitischen Sicherheitsrisiken sind enorm: Atomkraftwerke sind Angriffsziele und verwundbar gegenüber Cyberangriffen und Sabotage.

    Was als Sicherheitsstrategie verkauft wird, ist in Wahrheit eine gefährliche Illusion. Diese Staaten verschlafen zudem die Chance, ihre Energieinfrastruktur nachhaltig und dezentral zu modernisieren – eine Entscheidung, die sie teuer bezahlen könnten.

    Im Vergleich dazu hat Deutschland trotz aller Herausforderungen den weitsichtigeren Weg gewählt. Das Problem werde ich hierzu auch gerne noch einmal beleuchten, kommt noch weiter unten aber im Grundsatz: der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien, kombiniert mit Investitionen in Speichertechnologien und intelligente Netze, schafft eine resiliente und nachhaltige Energieversorgung.

    Das mag kurzfristig herausfordernd sein, aber es ist langfristig die einzige vernünftige Option. Während Finnland und Schweden auf alte Technologien setzen, die die Abhängigkeit von zentralisierten Systemen und langfristigen Risiken verstärken, investiert Deutschland in Lösungen, die skalierbar, sicher und klimafreundlich sind.

    Die Realität ist klar: Kernfusion ist eine teure Fantasie, und Atomkraft bleibt ein fossiles Denken in neuem Gewand. Finnlands Entscheidung ist weder visionär noch zukunftsfähig, sondern ein Rückfall in alte Denkmuster. Deutschland mag für seinen Weg kritisiert werden, doch er ist der richtige – ökologisch, ökonomisch und sicherheitspolitisch.

    Was sehe ich selbst aber als problematisch? Ich gebe mal ein Beispiel, das ich aus der praktischen Politik selbst erlebte.

    An einem Beispiel in der Rechtsmechanik:

    Windenergie und Photovoltaik genießen beide eine rechtliche Privilegierung, jedoch mit deutlichen Unterschieden im Umfang und Anwendungsbereich.

    Windenergie ist umfassend privilegiert: Der Bau von Windkraftanlagen wird rechtlich erleichtert, auch in Außenbereichen, wo andere Bauvorhaben normalerweise verboten wären. Kommunen können im Flächennutzungsplan (FNP) Konzentrationszonen festlegen, um den Bau gezielt auf bestimmte Gebiete zu lenken und Konflikte, etwa mit Wohngebieten oder Naturschutzflächen, zu minimieren. Außerhalb dieser Zonen ist Windkraft dann ausgeschlossen, was eine klare Steuerung ermöglicht.

    Photovoltaik ist weniger umfassend privilegiert. Anlagen auf Dächern, versiegelten Flächen oder im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Betrieben sind genehmigungsrechtlich begünstigt. Für große Freiflächenanlagen gilt dies jedoch nicht. Sie unterliegen strengen Regelungen, und ihr Bau muss häufig individuell genehmigt werden, je nach regionalen Vorgaben. Im Unterschied zur Windkraft sind Konzentrationszonen im FNP hier nicht vorgesehen.

    Der entscheidende Unterschied liegt also in der Flexibilität: Während Windkraft durch Konzentrationszonen aktiv gesteuert wird, ist Photovoltaik stärker auf bereits genutzte oder speziell ausgewiesene Flächen begrenzt.

    Nun kam einer Abgeordneten der Grünen die glorreiche Idee, die Privilegierungen beider Formen der Erneuerbaren Energien komplett zu harmonisieren also Solar Freifläche wie Windenergie zu behandeln: im EEG.

    Da sage ich nur eines: Gut gemeint und null die Wirkung der Mechanik durchdacht! Und warum nicht?

    In allen Gemeinden würden die sodann den FNP verändern, fortschreiben. Die Gemeinden würden dann bei der Photovoltaik sofort identisch zur Steuerung Konzentrationszonen schaffen wollen, "na super" sage ich nur! Bis das fertig wäre, gäbe es in Bauvorhaben und den Genehmigungsverfahren dann sehr sehr viele Rückstellungen in den Bescheiden. Warum?

    Weil die Fortschreibung der FNP's lange dauert!

    Ein Flächennutzungsplan (FNP) dauert oft lange, bis er wirksam ist, weil er ein umfangreiches Planungs- und Genehmigungsverfahren durchläuft. Zunächst müssen alle betroffenen Interessen berücksichtigt werden, wie z. B. Umweltschutz, Landwirtschaft und Infrastruktur. Das erfordert umfangreiche Gutachten und Abstimmungen mit Behörden, Bürgern und anderen Interessengruppen. Zudem können Einwendungen und Klagen von betroffenen Parteien den Prozess verzögern. Da der FNP langfristige, verbindliche Regelungen trifft, ist die sorgfältige Prüfung und Konsensfindung entscheidend, was den langen Zeitraum erklärt.

    Ergebnis: das glatte Gegenteil von dem, was man wollte. Beschleunigung!

    Statt sich also als Grüne im Aktionismus zu üben plädiere ich für Genehmigungsfiktionen und pragmatische Ansätze. ABER:

    Meinst Du die Politiker lassen sich auf eine dahingehende Diskussion ein? Oft nicht. Warum nicht? Weil sie aus meinem Verständnis gar nicht wissen worum es geht. Sie planen nicht, streiten nicht mit Genehmigungsbehörden, haben - ich sage es mal etwas untechnisch krass:

    ... sie haben oft leider keine Ahnung wovon sie sprechen und was sie anstreben: auch bei den Grünen nicht in ihrem Kernbereich ihrer politischen Arbeit.

    Ich könnte hier Stunden schreiben - sinnlos. Ginge es nach mir, würde ich Parteispenden durch die Wirtschaft eingrenzen, Politiker die in Fachausschüssen sitzen nur dann dort wirken lassen, wenn sie das Thema beruflich erfassen, die Ideologie auf beiden Seiten mal zu Gunsten einer sachlichen Betrachtung heraus nehmen und mich vor allem darum bemühen, den Menschen ein Angebot zu machen und die Sachverhalte dazu wie in der "Sendung mit der Maus" (ist meine Lieblingssendung gewesen und wegen meiner Kinder habe ich nie eine Sendung verpasst) erklären: "hört sich komisch an, ist aber so".

    Dazu kommt noch ein sehr banaler Umstand:

    Menschen müssen endlich mal lernen zu sagen: "ich weiss es nicht", "ich habe mich geirrt", "es könnte doch sein..."

    Deswegen sage ich hier sehr offen wie schon zuvor: auch meine Ansicht sehe ich nicht "in Stein gemeisselt".

    Wenn mir morgen einer kommt mit einem perfekten Modell für Fusion bei dem der Entstehungspreis für Strom signifikant pro kw/h unter 3 Cent liegt, bin ich dabei!

    Aber: ich bin auch dabei, wenn man mir eine Rente bis Lebensende um 5000 Euro anbietet. Macht aber keiner - vermutlich halt nicht.

    Und deshalb operiere ich vorzugsweise mit realistischen Größen, nicht mit Fake - News und Illusionen: nicht mit Kernenergie oder mit Fusion.

    Das wird nichts. Oder anders: es wird nur unnötig teuer.

    Frankreich hat übrigens auch eine etwas andere Lage als wir. Möge man bitte mal mitdenken - ich kann die verstehen.

    Frankreich ist Atommacht! Die brauchen den angereicherten Stoff und die ganze Technologie.

    Gut: wenn Deutschland nun wegen Russland und Trump entscheidet Nuklearmacht zu werden, werde ich meine Ansicht hier möglicherweise revidieren aber dann aus einem anderen Grund als dem der Wirtschaftlichkeit.