Deutschland -> Land der armen Schlucker "keine 2000 Euro als Notgroschen"

  • Ich blicks gerade nich, wer ist mit "man" gemeint? Schafft der Markt seine eigenen Anreize?

    Die Aussage entstammt aus diesem Post:

    Jetzt sprichst du von universitärer Forschung, deine ursprüngliche Aussage war eine andere ... Grundlagenforschung wird primär vom Staat gefördert, stimmt. Ist aber auch nicht in Stein gemeißelt. Man muss eben Anreize schaffen, der freie Markt regelt das dann ganz alleine.

    Mit „man“ sind die Rahmenbedingungen, unter denen Forschung stattfindet, gemeint. Der freie Markt schafft diese Anreize letztlich selbst.

    Wenn ein Unternehmen oder Branchen beispielsweise merken, dass bestimmte Grundlagenforschung langfristig wirtschaftliches Potenzial hat, etwa bei neuen Materialien, KI oder Energie, entsteht ein Interesse, genau diese Forschung zu finanzieren. Dann investieren Unternehmen, Stiftungen oder private Investoren Geld, weil sie sich davon zukünftige Anwendungen, Wettbewerbsvorteile oder neue Märkte versprechen.

    Der Anreiz entsteht also aus der Erwartung von Nutzen oder Fortschritt. Und genau darüber organisiert sich der Markt: Wer glaubt, dass eine Idee oder Forschung später Wert schafft, ist bereit, Ressourcen hineinzustecken. Simple as that...


    Vielleicht meint er auch diese tote Geisterhand, die verhindert, dass man England Wein anbaut. Einfach mal Adam Smith lesen.

    Korrekt :):thumbup:

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Mit „man“ sind die Rahmenbedingungen, unter denen Forschung stattfindet, gemeint. Der freie Markt schafft diese Anreize letztlich selbst.

    Wenn ein Unternehmen oder Branchen beispielsweise merken, dass bestimmte Grundlagenforschung langfristig wirtschaftliches Potenzial hat, etwa bei neuen Materialien, KI oder Energie, entsteht ein Interesse, genau diese Forschung zu finanzieren. Dann investieren Unternehmen, Stiftungen oder private Investoren Geld, weil sie sich davon zukünftige Anwendungen, Wettbewerbsvorteile oder neue Märkte versprechen.

    Der Anreiz entsteht also aus der Erwartung von Nutzen oder Fortschritt. Und genau darüber organisiert sich der Markt: Wer glaubt, dass eine Idee oder Forschung später Wert schafft, ist bereit, Ressourcen hineinzustecken. Simple as that...

    Aber es steht den Unternehmen doch frei in Grundlagenforschung zu investieren oder hindert sie jmd daran?

  • Aber es steht den Unternehmen doch frei in Grundlagenforschung zu investieren oder hindert sie jmd daran?

    Nein, natürlich nicht. Unternehmen steht es völlig frei, in Grundlagenforschung zu investieren und das tun sie ja auch. Allerdings in der Regel deutlich weniger als der Staat.

    Das liegt vor allem daran, dass bei Grundlagenforschung der Nutzen oft unsicher, sehr langfristig und schwer exklusiv zu verwerten. Wenn ein Unternehmen viel Geld hineinsteckt, profitieren später häufig auch andere davon. Der unmittelbare Anreiz ist also geringer.

    Deshalb übernimmt aktuell der Staat hier oft einen Teil dieser Rolle. Das heißt aber nicht, dass der Markt grundsätzlich unfähig wäre, solche Forschung zu finanzieren, nur dass die Anreize ohne staatliche Beteiligung anders aussehen würden. Warum sollten Unternehmen also aktuell dieses Risiko eingehen, wenn der Staat dies tut?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Deshalb übernimmt aktuell der Staat hier oft einen Teil dieser Rolle. Das heißt aber nicht, dass der Markt grundsätzlich unfähig wäre, solche Forschung zu finanzieren, nur dass die Anreize ohne staatliche Beteiligung anders aussehen würden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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    Ne doch, keine Ahnung?! Was möchtest du, das der Staat den Investoren Geld gibt damit sie Grundlagenforschung betreiben oder wie? Aber das wären ja wieder Staatsausgaben und du willst ja explizit keine staatliche Beteiligung?

  • Ne doch, keine Ahnung?! Was möchtest du, das der Staat den Investoren Geld gibt damit sie Grundlagenforschung betreiben oder wie? Aber das wären ja wieder Staatsausgaben und du willst ja explizit keine staatliche Beteiligung?

    Hab ich doch geschrieben: Aktuell übernimmt es der Staat, die Privatwirtschaft könnte dies aber auch, es besteht aktuell aber kein Anreiz, weil es eben der Staat macht.

    Ich verweise damit auf Post: #300


    Theater, Kunst und Museen müssen auch dringend voll privatisiert werden.
    Die zeigen nur Quatsch und Pröddel, das kann die Privatwirtschaft viel besser. 🫣

    Was „Quatsch“ und „Pröddel" ist, sollte ebenfalls der freie Markt entscheiden und muss nicht vom Staat vorgegeben werden ;) – Außerdem gibt es sicherlich Bereiche, die in der Hand des Staates gut aufgehoben sind, das habe ich ja auch zu Beginn geschrieben. Es gibt allerdings meiner Meinung nach aktuell mehr Bereiche, wo staatlichen Strukturen abgebaut werden sollten.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Theater, Kunst und Museen müssen auch dringend voll privatisiert werden.
    Die zeigen nur Quatsch und Pröddel, das kann die Privatwirtschaft viel besser. 🫣

    Habe ich doch oben schon ernsthaft gemeint. Zurück nach 1820. Ein Nachwächterstaat mit Militär und Polizei. Sonst Nix….Achso….Richter, Beamte, Henker, Zöllner.

  • Hab ich doch geschrieben:

    Ah sorry, ist bisschen verwirrend weil du davor ja schreibst das der Markt ja ungeeignet ist für große Teile der Grundlagenforschung

    Das liegt vor allem daran, dass bei Grundlagenforschung der Nutzen oft unsicher, sehr langfristig und schwer exklusiv zu verwerten. Wenn ein Unternehmen viel Geld hineinsteckt, profitieren später häufig auch andere davon. Der unmittelbare Anreiz ist also geringer.

  • Dass Sozialismus „böse“ ist, da sind wir uns wahrscheinlich alle einig.

    In dieser Pauschalität stimme ich dem nicht zu!

    Schulbildung als Beispiel für einen funktionierenden Markt, das ist schon sehr verwegen, klingt mir ziemlich radikal.

    Grundlagenforschung ist übrigens ziemlich weit vorn an deutschen Universitäten.

    Was weniger gut läuft, ist die Umsetzung in verkaufbare Produkte, das machen dann andere gerne und besser (z.B. die Amerikaner), weil man da ja gut verdienen kann, aber auch Risiko gehen muss.

    Weil ich ein wenig Einblick habe: Forschungsfinanzierung an Deutschen Universitäten muss sich einem Wettbewerb stellen, der erhebliche Resourcen bindet, wo man im Pseudowettbewerb der Anträge um das Geld des BMFTR oder teilweise privater diverser Stiftungen buhlt.

    Kulturförderung?

    Also Oper und Ballet kannst Du ohne Förderung knicken. Wobei das ja eh nicht für die Masse gedacht ist.

  • Die Menge hat sicherlich über die letzten Jahre stark zugenommen. Die Qualität aber eher nicht. Jeder Depp mit Kamera verkündet entweder die gleiche Wahrheit zum X. Mal neu, oder gleich seine eigenen Wahrheiten. Finanzvideos kannst du ja selbst dann noch machen, wenn du für OnlyFans zu hässlich bist. Das ist kein Maßstab für die gesellschaftliche Finanzbildung.

    Heutzutage gibt es viele gute, tolle, wissenswerte Videos/Artikel, aber auch Populismus, Halbwahrheiten, Fehlinformationen, ... Darum hinterfrage die Informationen.

  • Der freie Markt schafft diese Anreize letztlich selbst.

    Wo finden sich hierzulande freie Märkte ... ?

    Stichwort: Der sog. Wohnungs"markt" - um nur ein Beispiel aus diversen zu nennen:

    Der ist über Jahrzehnte hinweg seitens der Politik mit einer Interventionsspirale nach der anderen derart deformiert worden und damit erodiert, daß Marktmechanismen kaum oder gar nicht mehr wirken (können). Es wirken dagegen aber beständig die Folgeschäden (Kollateralschäden) samt Fehlanreizen dieses politischen Interventionismus.

    Letzens hier vor Ort gehört: "2026: Es gibt 100 Wohnungen aber 120 Bewerber. Wie hoch muß die Mietpreisbremse sein, damit alle zum Zug kommen ? 2027: Jetzt gibt es 101 Wohnungen aber 130 Bewerber. Wie hoch muß die Mietpreisbremse jetzt sein, damit alle zum Zug kommen ?

    Wachstum durch Sozialdemokratie wird aktuell in Deutschland vor allem durch eine Kombination aus staatlichen Investitionen ...

    Investitionsoffensive: Die SPD setzt auf Rekord-Investitionen ...

    Zum Realitätsbezug und nur zum Verständnis:

    Von was will die "Sozialdemokratie" denn "Rekord-Investitionen" finanzieren ... ? Die SPD selbst ist de facto finanziell mittellos (*) - jedenfalls in Relation zu den hierfür erforderlichen Summen.

    (*) Will ich einem einem Wirtschaftsprüfer glauben, dann könnte die SPD die reichste Partei Deutschlands sein (a. 0,25 Mrd. € Parteivermögen). Zum einen: Erstaunlich bei einem derartigen Mitgliederschwund (minus ca. 60% seit 1990 ... ?). Zum anderen: Das könnte mit den diversen Engagements und Beteiligungen der SPD im Pressebereich (Zeitungen, Verlagshäuser usw.) zusammenhängen. Nichtsdestotrotz sind das irrelevante Beträge in Relation zu dem, was erforderlich ist.

    Da die SPP also selbst finanziell mittellos ist, bleibt dabei zum einen nur der Zugriff auf die Mittel Dritter (Steuerzahler) und/oder zum anderen der Weg in die (noch) weitere Staatsverschuldung. Zu ersten Variante: Über die vergangenen Jahrzehnte kamen - aus guten Gründen (Effizienz) - beim Thema Investitionen ca. 90% von privater und nur 10% von staatlicher Seite. Zur zweiten Variante: Neue Schulden sind in aller Regel die Steuern von Morgen und Staatsverschuldung in der Regel die stille Konfiskation von Vermögen der Bürger, da dieser Staatsverschuldung später in der Regel via Entwertung des Geldwerts abgebaut wird. Was bei diesen Wegen das Positive sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Dazu kommt erschwerend, daß erfolgreiche finanzielle Konsolidierungen und Wiederbelebungen der Wirtschaft erfahrungsgemäß meist über die Angebotsseite und nicht über die Nachfrageseite gelingen. Das gilt umso mehr, wenn es sich um ein Land mit Steuern und Abgaben handelt, die im internationalen Vergleich bereits zu den höchsten gehören und bei gleichzeitig einer Unternehmensbesteuerung, die im internationalen Vergleich ebenfalls seit sehr vielen Jahren nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Zur Verbesserung der Angebotsseite zählen natürlich auch weitere Punkte wie der signifikante Abbau der extremen Bürokratiedichte, einer ebenfalls längst überbordenden EU-Regulatorik, viel zu hohe Energiepreise usw.

    Ohne strukturelle Reformen besteht ohnehin immer noch die zusätzliche Gefahr, daß frische, zusätzliche (schuldenfinanzierte) Investitionen verpuffen, versickern, es nur zu Mitnahmeeffekten kommt, das Ganze auf ein Strohfeuer hinausläuft usw. - sicher sind dann nur die höheren Schulden, die bleiben, wenn das Ganze teilweise, hauptsächlich oder gänzlich über zusätzliche Staatsverschuldung finanziert wird.


    Wie ohne eine florierende oder zumindest wenigstens wieder halbwegs anspringende Wirtschaft mit private Investitionen (die vergangenen Jahre waren durch Rekord-Nettokapitalabflüsse aus Deutschland in dreistelliger Milliardenhöhe per annum gekennzeichnet ...) ein so weit ausgebauter Wohlfahrtsstaat wie der unsrige und weitere anstehende Aufgaben wie Klimaschutz, äußere Sicherheit (Verteidigungsfähigkeit), Integration von Millionen Menschen, steigender Schuldendienst aufgrund der exorbitant gestiegenen Staatsverschuldung usw. gestemmt sprich finanziert werden soll, erschließt sich mir nicht.

    Baron von Münchhausen ist es - in seinen Erzählungen jedenfalls ... - gelungen sich "am eigenen Schopfe auf seinem Pferd sitzend aus dem Sumpf zu ziehen". Für Staaten scheint mir das kein Konzept zu sein.

    Geht der "Murks" der Koalition so weiter (Reförmchen, Pflästerchen, weiße Salbe, Kommissionen, Ankündigungen) - statt der lange überfälligen Reformen mit strukturellen Veränderungen) dürften noch mehr Menschen zu den politischen linken und rechten Rändern abwandern. Das könnte spätestens bei der nächsten Bundestagswahl (2029) zu schwer bis kaum noch lösbaren Problemen bei einer Regierungsbildung führen. Scheint die aktuelle Koalition aber noch nicht verstanden zu haben - oder den Protagonisten ist das gleichgültig. Dabei bin ich mir unsicher, welcher der beiden Varianten die noch schlimmere wäre.

  • Junge junge. Staatsquote 0% in Forschung und Bildung. Dann Forschen wir nurnoch nach monetarisierbarem und lernen auch noch das das so gut ist.

    Perfekt wird es wenn man die Bildung privatisiert in unserem kapitalistischen System. Dann aber über die sozialistische Bildung der DDR herziehen, da dort ja alles Gehirnwäsche war. Du kannst das doch nicht im ernst glauben was du da schreibst.

    Der Markt regelt absolut gar nichts, das zeigt die (auch jüngere) Geschichte doch andauernd.

    Ich finde das oft ziemlich unreflektiert die aktuelle neoliberale Lehren wiederholt werden obwohl es massig berechtigte Kritik gibt. Dazu gibt es immer markige Zitate die irgendwas Aussagen sollen.

  • Ja als Vermieter in erheblichem Umfang, wäre ich auch dafür, die Probleme auf dem Wohnungsmarkt mit Anreizen auf der Anbieterseite zu lösen. :)

    Zum einen:

    Für meinen Teil bin ich in der Lage zwischen der Makroebene und der (individuellen) Mikroebene zu differenzieren (möglicherweise unterscheidet mich auch dies von so manchen typischen "ETF-Sparbüchsen" ... - die beispielsweis gerne politisch "links" reden (präziser vielleicht schwadronieren ...) - aber selbst dann schwerpunktmäßig via Aktienwelt-ETF in einem Land wie ausgerechnet den USA engagiert sprich investiert sind ...).

    Die von Dir mir damit unterstellte rein egoistische Sicht geht ins Leere (siehe auch unten)

    Zum anderen: Siehe schon hier beispielsweise

    Als Vermieter will ich nicht zum "Gewinner" werden - sondern strebe ein faires und partnerschaftliches Verhältnis zu meinen Kunden (Mietern) an, bei dem möglichst beide Seiten etwas "gewinnen".

    Nur am Rande aber in dem Kontext:

    Vermieter in erheblichem Umfang

    Das dürfte, wie fast alles in dem Bereich "private Finanzen", eine relative Angelegenheit sein. Mit knapp 90 vermieteten Einheiten bin ich zwar kein Kleinvermieter mehr - aber eben auch auf keinen Fall ein Großvermieter.

    Nur am Rande: Auf Mieteinnahmen generell oder solche in einer bestimmten Höhe bin ich schon lange nicht mehr angewiesen.

    Der guten Ordnung halber: Meine oben erwähnte "Philosophie" praktiziere ich übrigens seit Anbeginn, also auch schon, als ich diesbezüglich (Mieteinnahmen) noch kalkulieren sprich genau rechnen mußte (Kredite und Leverage-Effekte).


    Der Murks, den die Politik hierzulande (auch) in dem Bereich (Wohnen) praktiziert hat und ebensolche Ergebnisse damit generiert hat, ist jedenfalls erheblich. Das kann man hier "vor Ort" (Ballungsgebiet mit zwei Landeshauptstädten, mehreren Großstädten und Universitätsstädten) seit fast 20 Jahren live, in praxi und täglich "bewundern".

  • Der Markt regelt absolut gar nichts, das zeigt die (auch jüngere) Geschichte doch andauernd.

    Gerade die jüngere Geschichte zeigt doch eher das Gegenteil. Wenn man sich anschaut, wo in den letzten Jahrzehnten Wohlstand entstanden ist, dann fast immer in marktwirtschaftlich organisierten Systemen. Sozialistische Systeme hingegen sind in der jüngeren Geschichte sehr häufig gescheitert oder haben zumindest deutlich schlechtere wirtschaftliche Ergebnisse hervorgebracht.

    Das heißt natürlich nicht, dass der Markt alles perfekt regelt. Aber die historische Erfahrung zeigt ziemlich klar, dass Wettbewerb, Unternehmertum und marktwirtschaftliche Anreize sehr viel effektiver darin sind, Wohlstand und Innovation zu erzeugen als zentral gesteuerte Systeme.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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