Ziel erreicht – und jetzt? Schwierigkeiten, sich Konsum zu „erlauben“ nach langer Sparphase

  • Einfach auf dem Blog von Alexander vorbei schauen.;)
    https://www.rente-mit-dividende.de/blog/

    Alexander hat insgesamt 100.000€ an Dividenden kassiert. Also nicht pro Jahr. Im Schnitt bekommt er aktuell 1.700€ (netto) pro Monat an Dividenden.
    Seine Grundidee war 50 Dividendenzahler in die je 10.000€ investiert werden.
    Hier kann man dann sehen, wie es sich entwickelt hat (deutlich besser als ursprünglich geplant):

    Statistiken
    Das Rentendepot und seine langfristige Entwicklung. Einzeldividenden und Gesamtdividenden mit Renditeübersicht.
    www.rente-mit-dividende.de


    An Eigenmitteln wurden 382.982€ investiert.
    Daraus erhält Alexander aktuell 20.400€ pro Jahr an Nettodividende, was einer Dividendenrendite von 5,32% bezogen auf das eingezahlte Kapital entspricht.

  • Komplizieter wird die Rechnung wenn man das KAPITAL schon längere angelegt hat.

    Nein, es wird nicht komplizierter wenn das Geld länger angelegt ist. Die erhaltene Dividende ergibt sich allein aus der aktuellen Dividendenrendite der enthaltenen Aktien des Portfolios.

    Dabei spielt es keine Rolle wann wieviel investiert wurde, auch wenn du das glauben magst :)

    Natürlich kann die Dividende mit der Zeit wachsen (und wird es relativ sicher auch tun im Schnitt), allerdings wächst auch das im Portfolio enthaltene Kapital. Idealerweise bleibt die Dividendenrendite dann gleich.

  • Lieber volcanosaucin und Danke an monstermania

    Es ist ja klar dass ich mich beim Thema Dividende nochmal melden muss vor allem wenn ich eine andere Renditerechnung mache.

    monstermania hat es ja schon angedeutet. Es gibt 2 Berechnungsmethoden.

    Erstens:

    Die Dividendenrendite bezogen auf den aktuellen Aktienkurs.

    Das ist ja easy. Da brauchst Du nix rechnen, das steht zumindest im Onlinebanking bei jeder Aktie dabei. Z.B. Allianz 4% oder McDonalds 3% usw. Mit 3,2 Mio. Kapital hast Du im Jahr 100.000 Dividende

    ABER jetzt kommt die McProfit-Berechnung ins Spiel

    Die obigen 3% Rendite mit den 3 Mio. gilt NUR für solche Anleger die HEUTE die Aktien kaufen, die bekommen dann diese 100.000 Euro Dividende ausbezahlt = 3% von 3,3 Mio.

    Aber:

    Die meisten Anleger, ganz besonders die Dividendenfans und ganz besonders die Forumsfreund hier die kaufen ja nicht HEUTE die Aktien,

    sondern die haben die schon länger, oft schon viele Jahre oder Jahrzehnte.

    Und dann sieht die Rechnung ganz anders aus.

    Lieber volcanosaucin

    auch wenn ich hier viele Forumsfreund mit meinem Beispiel langweile, ich erzähle das einfach so so gerne weil es mich selbst betrifft und um eine meiner Lieblingsaktien geht.

    Es ist die McDonalds-Story

    Ich habe die mal irgendwann um die Jahrtausendwende die ersten McDonalds gekauft.

    Kurs damals 20 Euro pro Aktie. Für 1.000 Stück habe ich 20.000 Dollar bezahlt.

    Dividende 40 Cent im Jahr, also 2% = 400 Eiro - NIX aufregendes!!

    Aber jetzt aufgepasst volcanosaucin

    McDonalds gehört zu den Unternehmen die seit Jahrzehnten nicht nur JEDES Jahr Dividende zahlen, sondern die Dividende sogar jedes Jahr erhöhen. Wenn Du jetzt bei Deiner Onlinebank nachschaust dann steht dort nicht mehr 40 Cent pro Aktien sondern man höre und staune 4 Dollar pro Aktie

    Und jetzt kommt die schwäbische Rechenkunst.

    Ich bekomme jetzt für meine 1.000 Aktien die ich damals für 20 Dollar, also 20.000 Dollar gekauft habe, nicht mehr 40 Cent sondern sage und schreibe 4 Dollar.

    Bei 1.000 Aktien sind das 4.000 Dollar.

    Bei einem Einkaufskurs von 20 Dollar pro Aktie also 20.000 Dollar sind 4.000 Dollar eben keine 2% mehr sondern erstaunliche 20% pro Jahr mit weiter steigender Tendenz (sofern wir alle hie fleißig statt Rostbraten den BigMac kaufen.

    Nochmals ganz deutlich:

    Wer Aktien wegen der Dividende gekauft hat, der rechnet seine persönliche Rendite immer nach seinem persönlichen Einkaufskurs!!!

    Bei einem immoblienanleger ist das doch nicht anders.

    Wenn Du Dir mal eine Wohnung für 100.000 Euro gekauft hast und Du hast damals 3.000 Miete im Jahr bekommen dann waren das 3%. Wenn Du heute 6.000 Euro Miete bekommst, dann sind das 6% Rendite.

    Der aktuelle Wert Deiner Wohnung ist für diese Rechnung völlig zweitrangig.

    Genauso ist es bei Aktien.

    Achtung jetzt wirds zum Schluß nochmal spannend !!!

    Ich habe mal nachgerechnet (mit dem Taschenrechner!!!)

    Wenn Du heute 100.000 Dollar Dividende jedes Jahr erhalten willst und wenn Du ein Anfangskapital von 100.000 Dollar hattest,

    dann hast Du im 1. Jahr im Schnitt 3.000 Dollar Dividende bekommen.

    Wenn dann die Dividende jedes Jahr um 3% steigt, dann hätte es exakt 120 Jahre gedauert bis Du jedes Jahr sozusagen eine Rendite von 100% bekommen hättest.

    Nach 120 Jahren wäre die jährliche Dividende genau so hoch wie der damals bezahlt Kaufpreis.

    Disee Rechnung fand ich ganz lustig, das Problem ist, wie schafft man 120 Jahre??

    Viele Grüße McProfit

  • Lieber McProfit , natürlich lese ich Deine McDonalds-Story nicht zum ersten Mal und eventuell hatte ich bereits einmal darauf geantwortet. Deine Wiederholung macht Deine Rechnung aber nicht richtiger.

    Ich habe die mal irgendwann um die Jahrtausendwende die ersten McDonalds gekauft.

    Kurs damals 20 Euro pro Aktie.

    Das ist also 1/4 Jahrhundert her. Damals hast Du für 20$ bei Rewe bzw. Walmart den ganzen Wochenendeinkauf einer Familie bezahlt. Heute ist das gleiche Geld schon weg, wenn Du vorne am Obststand vorbei bist.

    Bei einem Einkaufskurs von 20 Dollar pro Aktie also 20.000 Dollar sind 4.000 Dollar eben keine 2% mehr sondern erstaunliche 20% pro Jahr

    Genau das ist Dein Rechenfehler hier, denn Deine Rechnung stimmt nur, wenn 20$ im Jahr 2000 gleich viel ist, wie 20$ heute. Das ist aber eben nicht der Fall. Nominell zwar schon, aber nicht von der Kaufkraft.

    Wer Aktien wegen der Dividende gekauft hat, der rechnet seine persönliche Rendite immer nach seinem persönlichen Einkaufskurs!!!

    Bei einem Immoblienanleger ist das doch nicht anders.

    Nein! Ich habe kürzlich eine Immobilie verkauft, dessen "persönliche Rendite" bei ca. 40% lag. Warum? Weil die aktuelle Rendite (bezogen auf den Verkaufspreis) zu gering war und ich das Geld anders besser investieren konnte (d.h. mit höherer aktuellen Rendite). Ein historischer Preis bzw. eine "persönliche Rendite" ist irrelevant für eine Entscheidung, aussagekräftig ist nur der aktuelle Wert/die aktuelle Rendite.

    Der aktuelle Wert Deiner Wohnung ist für diese Rechnung völlig zweitrangig.

    Das sehe ich komplett anders.

    Diese Rechnung fand ich ganz lustig, das Problem ist, wie schafft man 120 Jahre??

    Du schaffst das. Notfalls mit Unterstützung Deiner Pharmaaktien. 2/3 hast Du ja schon.

  • Welche Zulagen sollen das gewesen sein? Martin Blessing hatte diese gestrichen für sich selbst während der Bankenrettung.

    Die CEO der geretteten Banken vereinbarten mit Finanzminister Steinbrück ihr Gehalt zu deckeln. Nach dem Wechsel im Ministerium fühlten sich u.a. Herr Blessing daran nicht mehr gebunden und haben sich trotz des miesen Aktienkurses ein kräftige Zulage gegönnt. „Unrecht Gut gedeihet nicht“ sagte meine Großmutter. Die Commerzbank wird derzeit aufgekauft. Und es gibt jetzt auch einen Investionsbeauftragten, Herrn Blessing, wer hätte das gedacht. Wie lange noch?

  • Schon "die with zero" gelesen?

    https://www.diewithzerobook.com/welcome

    Hier noch 2 Links, in denen es u.a. lesenswerte Kommentare gibt:

    Englisch, aber nicht allzu schwer zu verstehen:

    How useful is the "Die With Zero" retirement approach? - SWR Series Part 60 - Early Retirement Now
    I like Die With Zero idea, but the numerical recommendations are nonsensical. There are better ways to deal with the overaccumulation risk.
    earlyretirementnow.com

    und auf Deutsch:

    Die with Zero
    Am 28.4.2022 um 20:41 von Holgerli: Ich höre gerade das Hörbuch Die with Zero von Bill Perkins. Und der hat eine explizite Meinung zum erben und vererben. Kann…
    www.wertpapier-forum.de

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Ich bin ein knappes Jahrzehnt auf Verschleiß gefahren, um zu sparen. Habe mir also nicht gegönnt und mich daran gewöhnt. Nun muss an allen Ecken nd Enden investiert werden, da erheblicher Reparaturstau. Das tut anfangs weh, aber der Damm bricht schnell...

  • Lieber Hornie

    sorry, ich kann Dir nicht folgen.

    Wenn ich Geld zur Kapitalanlage investiere, dann muss ich doch unterscheiden:

    1.) Ich investiere in die schlechteste Anlage,

    sagen wir mal ganz simpel in das berühmte Sparbuch.

    Da lebe ich 100.000 Euro an. Bekomme ich dort z.B. 2% Zins sind das 2.000 Euro im Jahr.

    Das Ergebnis: Das Sparbuch behält im Laufe der Jahren seinen Wert von 100.000 Euro

    Dieser verliert aber jedes Jahr an Kaufkraft wegen der Inflation. D.h. ich kann mit den 100.000 Euro im Laufe der Jahre immer weniger kaufen.

    Die Zinsen bleiben in der Regel gleich, d.h. auch mit diesen Zinsen kann ich immer weniger kaufen,

    somit werden auch die Zinsen immer weniger auch wenn sich die 2% nicht verändern.

    2.) Ich investiere in eine Anlage bei der sich WERT der Anlage erhöht UND der Zinssatz der Ausschüttungen

    Das ist langfristig im Durchschnitt eben eine Aktienanlage.

    Dort steigen der Wert, aus den investierten 100.000 Euro werden je nach Anlagedauer eben auch mal 200.000 oder mehr

    Und aus den anfänglichen 2% Dividende, also 2.000 Euro im Jahr werden eben auch mal 4.000 oder wie in meinem Fall bei McDonalds nach 25 Jahren auch mal 20.0000 im Jahr.

    Du hast mit eine tolle Rechnung geschickt, dass diese Erhöhunge eiggentlich gar keine echte Erhöhung wäre. Das habe ich nicht verstanden.

    Ich will mit Dir aber auch nicht streiten.

    Mir ist dennoch eine Rendite bei gleichen Anlagebetrag von 100.000 Euro nach 25 Jahren statt 2.000 Euro im Falle des Sparbuchs von 20.000 Euro im Falle der McDonalds-Dividende lieber, auch dann wenn Du mir vorrechnest das wäre gar keine persönliche Rendite von 20%.

    Mein Kontoauszug sagt etwas anderes..

    Deshalb kann es ja jeder so machen wie ER will. Hier im Forum gibt es keine Auffordung sondenr nur einen Austausch zwischen den Praktikern.

    Viel Erfolg wünscht Dir McProfit

  • Ich will mit Dir aber auch nicht streiten.

    Sehr schön. Ich natürlich auch nicht. Aber wir können trotzdem unterschiedliche Sichtweisen vergleichen und diskutieren.

    Wenn ich Geld zur Kapitalanlage investiere, dann muss ich doch unterscheiden:

    1.) Ich investiere in die schlechteste Anlage

    Gut, bei einem Vergleich mit der "schlechtesten Anlage" gewinnt jede Alternative. Insbesondere, wenn Zinseszinsen ignoriert werden. Bleiben wir besser mal in einer Assetklasse und vergleichen folgende zwei Szenarien:

    Anleger A kauft im Jahr 2005 Aktie1 zu 100€. Diese zahlt anfangs 2€ Dividende. In 2015 beträgt der Kurs 200€, die Dividende 4€ und in in 2025 der Kurs 300€ und die Dividende 6€.

    Anleger B kauft 2015 die Aktie2, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 200€ kostet (und ebenfalls 4€ Dividende zahlt). Diese Aktie steigt bis 2025 auf 400€ und zahlt heute 7€ Dividende.

    Wie ist nun die "persönliche Rendite" nach Deiner Definition?

    Bei Anleger A: 6€ Dividende bezogen auf den Kaufkurs der Aktie1 von 100€ beträgt 6%.

    Anleger B: Bei 7€ Dividende bezogen auf den Kaufkurs der Aktie2 von 200€ beträgt die persönliche Rendite nur 3,5%. Das ist deutlich weniger.

    Kann man daraus schließen, dass Anleger A erfolgreicher war? Sicherlich nicht, da hier zwei unterschiedliche Investitionszeitpunkte bestehen und 200€ in 2015 sicherlich nicht doppelt so viel sind, wie 100€ in 2005. Zumindest die Inflation, die Du beim Sparbuch korrekt berücksichtigst, musst Du auch hier berücksichtigen! Oder eben die Vermögen der beiden Anleger betrachten, die im Jahr 2015 eben gleich waren.

    Offensichtlich wird das, wenn ich nun ergänze, dass Anleger B von 2005 bis 2015 die gleiche Aktie1, wie Anleger A hatte und erst 2015 Aktie1 in Aktie2 getauscht hat. Dann wird klar, dass beide Anleger ursprünglich das gleiche Anfangskapital hatten, 10 Jahre parallel liefen, heute aber Anleger B reicher ist und höhere Dividenden bekommt, als Anleger A.

    Die persönliche Rendite hat hier also keine Aussagekraft.

    sorry, ich kann Dir nicht folgen

    Ich hoffe, dass dieses konkrete Beispiel meine Sichtweise etwas besser erklärt.

  • Die CEO der geretteten Banken vereinbarten mit Finanzminister Steinbrück ihr Gehalt zu deckeln. Nach dem Wechsel im Ministerium fühlten sich u.a. Herr Blessing daran nicht mehr gebunden und haben sich trotz des miesen Aktienkurses ein kräftige Zulage gegönnt. „Unrecht Gut gedeihet nicht“ sagte meine Großmutter. Die Commerzbank wird derzeit aufgekauft. Und es gibt jetzt auch einen Investionsbeauftragten, Herrn Blessing, wer hätte das gedacht. Wie lange noch?

    Er hatte vor der Bankenrettung ein Gehalt von 2 Mio. Durch die Bankenrettung wurde seine Gehalt auf 500k begrenzt (was ja ein schlechter Witz ist für einen Vorstand). Erst mit der Rückzahlung der Staatshilfen kam die Gehaltserhöhung auf 1,3 Mio (weit unter dem was er davor hatte) und er verzichtete weiterhin auf Boni. Sich darüber zu echauffieren ist total schräg.

  • In der Situation auf Boni zu verzichten, gebietet bereits der Anstand.

    Ist "Anstand" in der Bankenwelt oder auch der Politikwelt der gültige und allgemein anerkannte Maßstab bei den Protagonisten der oberen Etagen ... ?

    Das wäre mir neu und widerspricht tendenziell auch meinen Erfahrungen. Ausnahmen bestätigen die Regel.