massive Erhöhung der PKV Beiträge

  • Hier mal ein Beispiel aus einem Bisex-Tarif von vor 5 Jahren, als es ziemlich rappelte.

    Zwischen den veröffentlichten Alterskohorten in 5-Jahres-Staffelung wird vermutlich interpoliert (Achtung: Vermutung!).

    Ich glaube, genau diese Kopfschadentabelle vom Tarif PNWS der Debeka habe ich vor langer Zeit mal in einem anderen Forum gesehen. Mir kam es damals bereits ein wenig unglaubwürdig vor, dass in allen Alterskohorten der Männer die Kopfschäden so massiv hochgegangen sind, während dies in allen Alterskohorten der Frauen anders aussieht. Als ob man bewusst versucht die Beiträge der Männer an die Beiträge der Frauen anzupassen.

    Hat eigentlich jemand eine Ahnung, welche Angaben ein PKV-Versicherer bei einer anstehenden Beitragsanpassung dem unabhängigen Treuhänder vorlegen muss?

  • Ich glaube, genau diese Kopfschadentabelle vom Tarif PNWS der Debeka habe ich vor langer ... Als ob man bewusst versucht die Beiträge der Männer an die Beiträge der Frauen anzupassen....

    Wenn man so durch den Bekanntenkreis und die Foren streift, gewinnt man wirklich diesen Eindruck, nicht nur bei der Debeka.

    Neben den relativ günstigen Männertarifen, sind bei einigen Gesellschaften die günstigen Jugendtarife und in der die Vergangenheit sehr günstigen Tarife mit schwächeren Leistungen überproportional betroffen....


    Einen statistisch validen Nachweis zu führen, dürfte natürlich beliebig schwierig sein.

  • Ich bin seit knapp 40 Jahren bei der Signal Iduna und war bisher sehr zufrieden. Die Werbung dort besagt, dass man der beitragsstabilste PKV Versicherer sei. Nun bin ich in Rente, seit 1,5 Jahren in einem geschlossenen Tarif KK2 ( SB 1500 Euro) und habe nun für 2026 eine Tariferhöhung von 147% mitgeteilt bekommen, trotz hoher SB und Altersrückstellungen.

    Mir ist klar dass die Kosten steigen, aber von einem Jahr auf das andere eine Steigerung von 147%, ich finde, so etwas darf es nicht geben, denn innerhalb eines Jahres sind die Kosten ganz sicher nicht um einen solchen Wert gestiegen. Ich denke jeder hier kann sich vorstellen wie es ist, so ein Schreiben von seiner PKV zu bekommen. Erst denkt man noch, dass das sicher ein Fehler ist bis man langsam begreift, dass das ernst gemeint ist.

    Viel beängstigerend dabei aber ist, wenn solche Steigerungen kommen, was bezahle ich 2027? 50% mehr, 100% mehr, 200% mehr??

    Wo führt das hin?

    Bei mir genau dasselbe - ich bin seit über 40 Jahren bei der Signal (seit 2006 im KK2) und von rund 220 Euro auf 515 Euro (ohne KTG) hochgestuft worden. Diskutiere mit denen gerade einen internen Tarifwechsel ....

  • Da würde mich dann interessieren, ob ein Tarifwechsel dann eine echte Option ist. Ich versuche ebenfalls einen Tariwechsel, bekomme aber aktuell keinen Termin bei meinem Signalbüro, da die völlig überlastet sind. Ich bin am überlegen, ggf. in einen offenen Tarif zu wechseln, ich denke, da werden die Beitragssteigerungen wesentlich moderater in Zukunft ausfallen, als in diesen geschlossenen Tarifen (z.B KK2). Leider aber ist die Zentrale der Signal wohl selbst auch überlastet, mein Versicherungsagent wartet nämlich auf Informationen, um mich beraten zu können.

  • Ich bin am überlegen, ggf. in einen offenen Tarif zu wechseln, ich denke, da werden die Beitragssteigerungen wesentlich moderater in Zukunft ausfallen, als in diesen geschlossenen Tarifen (z.B KK2).

    Das Schließen eines Tarifs alleine ist kein Grund für eine höhere Wahrscheinlichkeit künftiger Beitragsanpassungen, siehe oben.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
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  • Ich bin bei der AXA und habe auch dieses Jahr eine Erhöhung 11% nach 17% im letzten Jahr erhalten. Das macht mir im Alter von 64 Sorgen, spätestens, wenn der Ag Zuschuss weg fällt. Über die letzten 30 Jahre ist der Beitrag bei der AX/winterthur im statistischen Mittel um 10,7%/a gestiegen und liegt nach Recherche scheinbar deutlich über dem Mittel aller privaten Krankenkassen.

    Die AXA hat mir Alternativen angeboten, die alle mit Gesundheitsprüfungen und/oder deutlichen Leistungsreduzierungen einher gehen.

    Mein Widerspruch mit Aufforderungen zu Alternativangeboten wurde mit einem Standardschreiben beantwortet. Damit bin ich sehr unzufrieden!

    Habe jetzt noch mal nachgelegt und meine Aufforderung nach § 204 VVG bekräftigt. Vielleicht scheitere ich dieses mal nicht am First Service Level Support. Werde berichten…

  • Da würde mich dann interessieren, ob ein Tarifwechsel dann eine echte Option ist. Ich versuche ebenfalls einen Tariwechsel, bekomme aber aktuell keinen Termin bei meinem Signalbüro, da die völlig überlastet sind. Ich bin am überlegen, ggf. in einen offenen Tarif zu wechseln, ich denke, da werden die Beitragssteigerungen wesentlich moderater in Zukunft ausfallen, als in diesen geschlossenen Tarifen (z.B KK2). Leider aber ist die Zentrale der Signal wohl selbst auch überlastet, mein Versicherungsagent wartet nämlich auf Informationen, um mich beraten zu können.

    Ich bin einer Signal Versicherungsagentur, die sehr schnell reagiert hat und mir einige alternative Tarife genannt hat. Aber das Problem ist, dass ich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen musste und basierend darauf (obwohl ich keinerelei größere Beschwerden hatte und in der Regel max alle 2 Jahre überhaupt was bei der Signal eingereicht habe) aufgrund nur geringer Leistungsverbesserungen einen Risikozuschlag von 250 Euro anfallen würde (d.h. 3000 Euro pro Jahr - eine solche Summe hatte ich bisher in rund 40 Jahren bei der Signal überhaupt erst zweimal eingereicht, und das waren Zahnbehandlungen).

    Auf Nachfrage wird dann auch nicht erläutert, wie sich das ganze zusammensetzt - d.h. welche "Vorerkrankung" oder welche Mehrleistung den Risikozuschlag bestimmt. Ich denke, das ist bei denen Strategie, so dass den Versicherten auch nicht klar ist, von welchen Ärzten sie sich entsprechende Bestätigungen holen soll (z.B. dass eine Sport-Verletzung vor zig Jahren schon lange komplett ausgeheilt ist). Aber dann heisst es im neuen Jahr für mich erst einmal ordentlich Kosten produzieren und die Ärzte der letzten Jahre nochmals besuchen und status quo bestätigen lassen.

    In meinen Augen versucht die Signal hier möglichst viele Hürden aufzulegen - und das ist gegen die Intention des §204 und auch gegen die Leitlinien des PKV Bundesverbandes zum Tarifwechsel.

    Hab mir auch schon überlegt, einen Tarifoptimierer einzuschalten - hat jemand Erfahrung, ob sich das insbesondere bei der Diskussion um Risikozuschläge lohnt?

  • In meinen Augen versucht die Signal hier möglichst viele Hürden aufzulegen - und das ist gegen die Intention des §204 und auch gegen die Leitlinien des PKV Bundesverbandes zum Tarifwechsel.

    Hab mir auch schon überlegt, einen Tarifoptimierer einzuschalten - hat jemand Erfahrung, ob sich das insbesondere bei der Diskussion um Risikozuschläge lohnt?

    Ich bin bei der DKV versichert. Auf deren Webseite gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, einen Online-Tarifcheck durchzuführen. Man kann verschiedene Auswahlkriterien einstellen (Gesundheitsprüfung, Selbstbeteiligung etc.) und bekommt dann sofort die möglichen Tarife angezeigt, in die man wechseln könnte. Hast du schon mal nachgesehen, ob die Signal auch so etwas zur Verfügung stellt?

  • Hallo Anhoe,

    man kann auch in den angebotenen Tarif wechseln und die sogenannten Mehrleistungen ausschließen, dann muss man den Risikozuschlag von 250€ nicht bezahlen, nennt sich Mehrleistungsverzicht. Man verzichtet dann im neuen Tarif nur auf die Leistungen, die die bisherigen Leistungen im alten Tarif übersteigen. Wird von den Versicherungen natürlich nicht gern kommuniziert. Z.B. der bisherige Tarif zahlt keine Heilpraktiker oder kein Hospiz, der neue Tarif sieht das aber vor, dann kann man also auf diese Mehrleistung im neuen Tarif verzichten, stellt sich bei diesen Punkten aber nicht schlechter als im bisherigen Tarif. Kann natürlich auch sein, dass der neueTarif auch in anderen Punkten Minderleistung gegenüber dem bisherige Tarif hat, man muss halt sehr genau die Leistungen vergleichen.

  • Ich bin [betreut von] einer Signal Versicherungsagentur, die sehr schnell reagiert hat und mir einige alternative Tarife genannt hat. Aber das Problem ist, dass ich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen musste, und basierend darauf (obwohl ich keinerlei größere Beschwerden hatte und in der Regel max alle 2 Jahre überhaupt was bei der Signal eingereicht habe) aufgrund nur geringer Leistungsverbesserungen ein Risikozuschlag von 250 Euro anfallen würde.

    Auf Nachfrage wird dann auch nicht erläutert, wie sich das ganze zusammensetzt - d.h. welche "Vorerkrankung" oder welche Mehrleistung den Risikozuschlag bestimmt.

    Ich weiß nicht, ob sie das müssen, ärgerlich ist das aber allemal, daß sie einem das nicht sagen.

    In meinen Augen versucht die Signal hier möglichst viele Hürden aufzulegen - und das ist gegen die Intention des §204 und auch gegen die Leitlinien des PKV Bundesverbandes zum Tarifwechsel.

    Viel Wahl hast Du vermutlich nicht. Den Versicherer wechseln kannst Du ja faktisch nicht.

  • Da reicht oft schon ein einmalig vor 30 Jahren diagnostizierter Heuschnupfen... Der sich nie verschlimmert hat und mit ein paar rezeptfreien Medis erfolgreich im Zaum gehalten wird.

    Vorsicht. Auch wenn man in den letzten Jahren niemals beim Arzt war, wird so etwas teilweise als bestehende chronische Krankheit gewertet.


    ... (obwohl ich keinerelei größere Beschwerden hatte und in der Regel max alle 2 Jahre überhaupt was bei der Signal eingereicht habe) aufgrund nur geringer Leistungsverbesserungen einen Risikozuschlag von 250 Euro anfallen würde ....

  • Ich würde der PKV dann ggf. anbieten, alle Mehrleistungen nur insoweit auszuschließen, als sie im Zusammenhang mit der Behandlung von Heuschnupfen oder anderen im Änderungsantrag angegebenen und erkennbar relevanten Erkrankungen / Sportverletzungen im Zusammenhang stehen.

    Dann muss die Versicherung ja irgendwie Farbe bekennen, ob der Risikozuschlag wegfällt oder es aus ihrer Sicht ganz andere Gründe gibt.

    Ggf. würde ich sogar einen Rechtsanwalt für Versicherungsrecht konsultieren, denn Risikozuschläge können eigentlich nur mit einem erhöhten Risiko begründet werden (nicht anders). Sie müssten sich im Zweifel sogar aus Kalkulationsgrundlagen und Annahmerichtlinien zumindest grob nachvollziehen lassen.

    Es besteht keine Eile bei einem Tarifwechsel.

  • Danke, genau das werde ich machen. Kennt jemanden einen guten Anwalt, der auf die Fragen rund um den Risikozuschlag spezialisiert ist?


    Ggf. würde ich sogar einen Rechtsanwalt für Versicherungsrecht konsultieren, denn Risikozuschläge können eigentlich nur mit einem erhöhten Risiko begründet werden (nicht anders). Sie müssten sich im Zweifel sogar aus Kalkulationsgrundlagen und Annahmerichtlinien zumindest grob nachvollziehen lassen.

    Es besteht keine Eile bei einem Tarifwechsel.

  • Ich würde der PKV dann ggf. anbieten, alle Mehrleistungen nur insoweit auszuschließen, als sie im Zusammenhang mit der Behandlung von Heuschnupfen oder anderen im Änderungsantrag angegebenen und erkennbar relevanten Erkrankungen / Sportverletzungen im Zusammenhang stehen.

    Selbst wenn sich die PKV auf so etwas einlässt, könnte der Schuss für den Versicherten nach hinten losgehen. Medizin ist ein komplexes Thema, wo alles irgendwie miteinander zusammenhängt. Ein Heuschnupfen z.B. ist eine Überreaktion des Immunsystems. Sollte im späteren Verlauf eine weitere Krankheit auftreten, z.B. Rheuma, die ebenfalls immunologisch bedingt ist, könnte die PKV hier ebenfalls die Leistungen ausschließen. Es dürfte unerheblich sein, ob das dann gerechtfertigt wäre. Im ungünstigsten Fall müsste man mit ungewissem Ausgang den Rechtsweg beschreiten. Das erzeugt zusätzlichen Stress und Kosten.

    Daher sollte man sich gut überlegen, ob man bei einem Tarifwechsel zur Vermeidung von Risikozuschlägen Leistungsausschlüsse vereinbart. Die meisten PKV-Kunden dürften keine Vorstellung davon haben, welche Kosten bestimmte Behandlungen nach sich ziehen, insbesondere bei chronischen Krankheiten. In meinem Fall sind dies seit vielen Jahren ca. EUR 25.000 pro Jahr nur für die Behandlung einer Krankheit. Wenn solche Beträge von einem Leistungsausschluss betroffen sind, kann das die wirtschaftliche Existenz gefährden.

  • Es geht hier um Ausschlüsse von Zusatzleistungen die im alten Tarif nicht enthalten waren (Heilpraktiker, 2Bettzimmer,..). Nicht um Ausschluss von Krankheiten

    Das habe ich hier anders verstanden. In Beitrag #130 berichtet Anhoe davon, dass er/sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen musste und ihm/ihr auf dieser Basis ein Tarif mit entsprechendem Risikozuschlag angeboten wurde. Daraufhin gab es den Vorschlag in #138, entsprechende Leistungsausschlüsse in Bezug auf Vorerkrankungen, falls möglich, zu vereinbaren, um den Risikozuschlag zu vermeiden.

    Ein Ausschluss von Tarifbestandteilen wie Wahlarzt, Einzelzimmer etc. muss bei einem Tarifwechsel nicht explizit vereinbart werden. Wechselt man den Tarif, dann akzeptiert man automatisch die Tarifbedingungen.

  • Das habe ich hier anders verstanden. In Beitrag #130 berichtet Anhoe davon, dass er/sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen musste und ihm/ihr auf dieser Basis ein Tarif mit entsprechendem Risikozuschlag angeboten wurde. Daraufhin gab es den Vorschlag in #138, entsprechende Leistungsausschlüsse in Bezug auf Vorerkrankungen, falls möglich, zu vereinbaren, um den Risikozuschlag zu vermeiden.

    Ein Ausschluss von Tarifbestandteilen wie Wahlarzt, Einzelzimmer etc. muss bei einem Tarifwechsel nicht explizit vereinbart werden. Wechselt man den Tarif, dann akzeptiert man automatisch die Tarifbedingungen.

    Nein, ein Ausschluss von Mehrleistungen bezieht sich nur auf das Delta zum alten Tarif. Wenn es im alten tarif dafür schon eine Leistungsverpflichtung gab, muss die Versicherung auch bei Wechsel mit mehrleistungsausschluss zu den "alten bedingungen" leisten.