KaffeeOderTee Genau wegen solcher Denkweisen und Echauffierungen wird sich am Rentensystem nie etwas ändern ![]()
Rentenpaket - Pläne zur Rentenreform 2026 - Einbeziehung weiterer Einkunftsarten zur RV
-
Alex777 -
28. November 2025 um 22:55 -
Erledigt
-
-
KaffeeOderTee Genau wegen solcher Denkweisen und Echauffierungen wird sich am Rentensystem nie etwas ändern

Ich habe nicht gesagt, dass sie "nie etwas ändern" soll/kann/muss. Ich habe gegen einzelne ganz konkrete Ideen und Vorhaben argumentiert. Nämlich gegen eine weitergehende Individualisierung des Renteneintrttsalters aus Basis von fragwürdigen Kriterien und Argumenten. Und das dann auch noch rückwirkend ohne Rücksicht auf Bestandsgarantie, für vorher geltenden Regelungen, auf deren Grundlage man seine Lebensplanung ausgerichtet hat.
-
Da sieht man sofort wer nicht 40 Jahre bei Hitze und Kälte auf den Knien herumrutschen musste oder sein Leben in einer lauten und stickigen Produktionshalle verbracht hat.
-
11.12.2025 8.30 Uhr
Guten Morgen Forumsfreund Achim Weiss Boersenfeger michael_d
heute hat meine Tageszeitung im Briefkasten gefehlt.
Zum Glück gibt es das Forum hier, das immer wieder spannender als manche Zeitungslektüre ist.
Das Rententhema hat auch hier im Forum Hochkonjunktur und genau wie in der Politik gehen die Ansichten völlig auseinander.
Warum ich hier meinen Senf dazugebe:
Ich wundere mich, dass es immer noch Lösungsvorschläge gibt, von denen man längst weiß, dass sie langfristig nichts bringen.
Z.B. Rentenbeiträge auf Kapitalerträge
Das hört sich erst mal gut an. Statt nur den Beitrag vom Gehalt oder Lohn zu zahlen soll dieser auch von Kapitalerträgen gezahlt werden.
Dass damit nicht nur Zinsen und Dividenden gemeint sind auch MIETEINNAHMEN wird nicht so gerne gesagt. Bei Mieten würde das viele private Vermieter treffen und da ging es auch um erhebliche Beträge. Also wird fast nur von Dividenden oder Zinsen gesprochen. Das ist ja überschaubar...
Jetzt kommt aber das Entscheidende
Wenn ein Mensch in Zukunft auch von seinen Kapitalerträgen (egal ob mit oder ohne MIete) Beiträge zahlen soll, dann zahlt er ja MEHR Geld in die Rentenkasse ein und bekommt somit am Ende auch eine höhere Rente.
Der Sinn eines neuen Gesetzes soll in erster Linie aber sein, dass die Renten-LÜCKE geschlossen wird. Weil es eben immer mehr Rentner als Einzahler gibt.
Daselbe gilt für Beamte.
Wenn diese in die Rentenkasse zahlen sollen, dann bekommen sie auch irgendwann Rente. Wo soll der Vorteil für das Defizit liegen?
Oder bei den Selbständigen.
Die zahlen bisher gar nicht in die Rentenkasse und bekommen auch keine Rente. Sie belasten daher nicht die Rentenkasse. Zahlen sie künftig ein haben sie auch Anspruch auf Rente.
Ich wundere mich, dass das dieses Argument fast immer unter den Tisch fällt.
Andererseits verstehe ich, dass kein Politiker gerne die Realtität für die Lösung der Rentenproblematik ansprechen will, damit gewinnt man keine Wähler.
Viele Grüße vom "Rentner" McProfit
-
Sofern man die Rente nur an den Faktor Arbeit knüpft, sollte man dafür sorgen, dass
a) möglichst viele Leute in Arbeit sind und bleiben
b) diese Arbeit vernünftig entlohnt wird.
In Sachen Arbeitsumstände tut sich häufig erschreckend wenig, sodass eine angestrebte Verlängerung der Lebensarbeitszeit eher zu mehr Erwerbsminderungsrenten führen wird.
-
Eine Verlängerung der lebensarbeitszeit ist auch nur eine rentenkürzung durch die Hintertür, die die bisherigen Beiträge weiter entwertet. Ich gehe davon aus, bis es mal bei mir so weit wäre, dass das Rentenalter ruft, darf ich sicherlich eine 70 oder sogar 72 erwarten. Bis dahin verlieren meine Beiträge durch die geniale umlagefinanzierung weiter an Wert.
Solange durch das Erschließen neuer Beitragsquellen (sein es Mieten, Kapitalerträge, oder neue Zwangszahler wie Freiberufler) gleichzeitig auch neue Rentenansprüche entstehen, ist es nur Kosmetik, die das Problem weiter in die Zukunft verlagert aber nicht entschärft. Eigentlich müsste das gesamte Rentensystem effizienter statt einfach nur teurer werden. Realistisch ist aber wohl eher einfach die möglichen Ansprüche zu reduzieren.
-
Hinzu kommt, wenn der 50-Jährige keinen Job mehr bekommt, dann wird es schwierig mit dem Bis-70-Arbeiten.
-
Hinzu kommt, wenn der 50-Jährige keinen Job mehr bekommt, dann wird es schwierig mit dem Bis-70-Arbeiten.
Angeblich haben die Eskimos ihren Alten früher einen Iglu gebaut - weit weg von der Gemeinschaft - und sie mit einem Eimer Fische dagelassen.
-
Da sieht man sofort wer nicht 40 Jahre bei Hitze und Kälte auf den Knien herumrutschen musste oder sein Leben in einer lauten und stickigen Produktionshalle verbracht hat.
Woher weißt Du denn, wo ich schon alles gearbeitet habe? Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie. Und da bin ich stolz drauf. Zweiter Bildungsweg und Anschlusstudium.
-
Woher weißt Du denn, wo ich schon alles gearbeitet habe? Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie. Und da bin ich stolz drauf. Zweiter Bildungsweg und Anschlusstudium.
Das war auch unnötig polemisch von mir und tut mir leid.
Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass der Handwerker, der mit fünfzehn seine Lehre angefangen hat, genauso bis 70 Arbeiten soll wie der Akademiker, der zehn Jahre später ins Erwerbsleben eingestiegen ist und zudem noch statistisch eine höhere Lebenserwartung genießt.
-
Handwerker ist u.a. auch der Selbständige, der einen kleinen Betrieb führt und sich selber gerne möglichst aus dem Baustellenbetrieb raus hält. Akademiker ist u.a. auch der Oberarzt, der mit Doppelschichten am OP-Tisch unser Gesundheitssystem versucht am Laufen zu halten.
-
Das war auch unnötig polemisch von mir und tut mir leid.
Danke. Ich finde generell, das Arbeiter und Angestellte sich nicht auseinanderdividieren lassen sollten.
Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass der Handwerker, der mit fünfzehn seine Lehre angefangen hat, genauso bis 70 Arbeiten soll wie der Akademiker, der zehn Jahre später ins Erwerbsleben eingestiegen ist und zudem noch statistisch eine höhere Lebenserwartung genießt.
Es gibt bereits Regelungen für "langjährig Versicherte" und für "besonders langjährig Versicherte", die dem Rechnung tragen. Vielleicht gibt's da noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Keiner sollte bis 70 arbeiten müssen. Irgendwer stellt das in den Raum und schon gehen die "Verteilungskämpfe" los.
-
Keiner sollte bis 70 arbeiten müssen.
Wer fordert eigentlich genau die Rente mit 70? Und warum, wenn es schon eine Anhebung der Lebensarbeitszeit sein muss, fangen wir nicht erst mal bei einer Rente mit 68 Jahren an?
Ein Sprung von 67 auf 70 ist doch völlig ausgeschlossen und politisch nicht haltbar. Ist das nicht ein Streit um des Kaisers Bart?
-
Wer fordert eigentlich genau die Rente mit 70? Und warum, wenn es schon eine Anhebung der Lebensarbeitszeit sein muss, fangen wir nicht erst mal bei einer Rente mit 68 Jahren an?
Ein Sprung von 67 auf 70 ist doch völlig ausgeschlossen und politisch nicht haltbar. Ist das nicht ein Streit um des Kaisers Bart?
Wahrscheinlich wird die Rente ab 70 diskutiert, damit die Leute noch "Danke!" sagen, wenn's dann "nur" eine Anhebung auf 68 Jahre wird.
-
Wahrscheinlich wird die Rente ab 70 diskutiert, damit die Leute noch "Danke!" sagen, wenn's dann "nur" eine Anhebung auf 68 Jahre wird.
Wie gesagt, wenn wir nur am Renteneintrittsalter schrauben, aber nicht die Arbeitswelt gesundheitserhaltender gestalten, dann ist das zu kurz gesprungen.
-
Das ist grundsätzlich richtig, aber da hat sich doch auch die letzten Jahrzehnte schon einiges getan, was Arbeitssicherheit, Unfallstatistiken, Arbeitnehmerrechte, Prüfungen und Vorschriften dazu... angeht. Böse gesagt hat das auch einen gewissen Anteil daran, dass die Rentner heute länger Rentner sind als die vor einigen Jahren, Jahrzehnten...
Aber ja, sicher gibt es auch da genügend Verbesserungspotential, was noch auszuschöpfen ist.
-
Wer fordert eigentlich genau die Rente mit 70? Und warum, wenn es schon eine Anhebung der Lebensarbeitszeit sein muss, fangen wir nicht erst mal bei einer Rente mit 68 Jahren an?
Wir teilen und in der Eurozone zwar eine gemeinsame Einheitswährung (Euro) - aber bei dem bedeutsamen Thema "Rente und Renteneintrittsalter" scheint es sehr unterschiedliche nationale Auffassungen zu geben ...
Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand hat erst jüngst beispielsweise die Nationalversammlung Frankreichs das wichtigste Reformprojekt (Rentenreform) von Präsident Macron bis zunächst 2028 ausgesetzt. Dabei ging es lediglich um die Erhöhung des offiziellen Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre. Bei einer Staatsverschuldung Frankreichs mit 113% vom BIP und in absoluten Zahlen der höchsten in der gesamten Eurozone (3,4 Billionen meines Wissens) ein außergewöhnlicher Schritt und ein ebensolches Signal auch an die Märkte und deren Glauben an die Reformfähigkeit Frankeichs.
(Kundigere in Sachen Frankreich und der französischen Politik mögen das gerne präzisieren oder korrigieren)
-
Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass der Handwerker, der mit fünfzehn seine Lehre angefangen hat, genauso bis 70 Arbeiten soll wie der Akademiker, der zehn Jahre später ins Erwerbsleben eingestiegen ist und zudem noch statistisch eine höhere Lebenserwartung genießt.
Der Handwerker hat aber während seiner Ausbildung schon Geld bekommen und hat diese begonnen, während der zukünftige Akademiker noch die Schulbank gedrückt hat.
Und der Handwerker hat schon Geld verdient, während der Student immer noch ohne Einkommen studiert hat.
Der tatsächliche Zeitaufwand war oft nicht sooo unterschiedlich.
Der Akademiker verdient dann meistens mehr, aber er musste erst mal einen gewissen Invest an Lebenszeit ohne Einkommen tätigen.
-
Wer fordert eigentlich genau die Rente mit 70? Und warum, wenn es schon eine Anhebung der Lebensarbeitszeit sein muss, fangen wir nicht erst mal bei einer Rente mit 68 Jahren an?
Das fordern diejenigen, die nicht möchten, daß die Lebensarbeitszeit überhaupt erhöht wird. Alte rhetorische Technik: Man will einen Vorschlag nicht haben, also überhöht man ihn grotesk, um ihn ins Lächerliche zu ziehen, und auch, um an der grotesken Überhöhung deutlich zu machen, warum man diesen Vorschlag nicht gut findet.
Die Deutschen (genauer: die Bevölkerung in Deutschland) bekommt nicht so viele Kinder, daß die Bevölkerung konstant bleibt (und eine Änderung dieser Tendenz ist nicht erkennbar). Selbst Zuwanderung gleicht das nicht aus. Das bedeutet, daß der Altenquotient unvermeidlich immer weiter steigen wird. Man könnte auf den ersten Blick glauben, daß das Rentensystem entlastet wird, wenn erstmal die Boomer weg sind (Das dürfte vermutlich in etwa 30 bis 40 Jahren der Fall sein). Möglicherweise trügt diese Hoffnung aber, da relativ wenige Frauen zwischen 20 und 40, die relativ wenig Kinder haben wollen, auch relativ wenige Kinder auf die Welt bringen werden. Ich glaube, daß die Bevölkerung stärker schrumpfen wird, als die Bevölkerungsvoraussagen uns glauben machen wollen.
Für das Rentensystem heißt das unvermeidlich etwas, was vor allem die aktuelle Kernwählerschaft von Union und SPD nicht hören möchte: Geringere Rentensteigerungen, höhere Beitragssätze, weitere Erhöhung des Rentenzugangsalters.
Warten wir es einfach ab! Das Rentensystem wird in der laufenden Legislaturperiode nicht zusammenbrechen, darauf setzt die aktuelle Regierung und überläßt die Lösung dieses offenkundigen Problems der bzw. den Folgeregierungen.

-
Das Rentensystem wird in der laufenden Legislaturperiode nicht zusammenbrechen, darauf setzt die aktuelle Regierung und überläßt die Lösung dieses offenkundigen Problems der bzw. den Folgeregierungen.
Oder externen Dritten (praktizieren nicht selten auch Unternehmen so).
In dem Kontext: Ein Beitrag, den ich mir ob seiner Klarheit und Weitsicht gemerkt hatte
Die Kosten der Rentenversicherung steigen von heute 308 Mrd im Jahr auf 805 Mrd im Jahr in 2045. Alleine die Steigerung ist mehr als der ganze Bundeshaushalt. Währenddessen verdoppeln sich auch die Kosten der Krankenversicherung. Wie willst du das denn lösen???
Problem ist: Es wird gelöst werden und zur Not durch den IWF und massiven Rentenkürzungen. 1962 betrug die durschnittliche Rentenbezugszeit 10 Jahre, heute bezieht man im Schnitt 21 Jahre Rente. Ein Wahnsinn sich da hinzustellen und zu sagen „die armen armen Alten können nicht mehr“. Ist doch völlig egal ob sie noch können, das Geld dafür ist einfach nicht da. Die Linken fantasieren von Vermögenssteuern, aber selbst wenn du die reichsten 1% in D komplett enteignen würdest, dann wäre das Geld nach einem Jahr für RV und KV weg.
(nachträglich gefettet von mir)
-