Aktuelle Pläne zu Sozialabgaben vs. ETF Sparen

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    Realistisch kommt man am Ende nur an die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht heran. Und wenn man die noch weiter drückt, dann kippen sie vollends nach rechts. Man sollte das einfach akzeptieren und nicht ständig so tun, als ließe sich das wegzaubern. ...

    Ja, das wird aber nicht akzeptiert. So ist eben Politik. Du wirst mit der Wahrheit nicht gewählt. Ebenso wenig erhältst Du hier im Forum mit der Wahrheit irgendwelchen Zuspruch.

    Wir leben nun einmal in einem weltweiten Wettbewerb, und wir sind auch keine Insel mitten im Pazifik, wo die Leute sich von Bananen und Kokosnüssen ernähren und mit Pfeil und Bogen auf Hubschrauber schießen. Die können bei sich vielleicht nach Belieben die Besteuerung auf die Unternehmen erhöhen.

    Die Welt der Fakten war gestern. Wir leben nunmehr in der Welt der Gefühle, wo es ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, Fondsanteile zu verkaufen und auf den Gewinn ganz normal Steuern zu zahlen.

  • Wir haben mit lächerlichen 80 Mio Einwohnern die 3. größte Volkswirtschaft der Welt. Ja wir sind wirklich kurz davor in die Steinzeit zurückzufallen. Es muss jetzt dringend der Gürtel enger geschnallt werden xD

    Nein, das hast Du nicht ganz verstanden. Es soll lediglich nicht noch mehr verfrühstückt werden. Beim "Gürtel enger schnallen" sind wir noch nicht.

  • Daher möchte die SPD lieber eine Abgabe auf Kapitalerträge und eben keine erhöhte Steuer.

    Mal abgesehen von den davon ausgehenden Signalen (Anreizsetzung bzw. Fehlanreizen) in Sachen privater Altersvorsorge und der schlichten Tatsache, daß es sich natürlich auch bei Mieten um eine Gesamtkalkulation handelt (wird in diese nachträglich "während des Spiels" einseitig eingegriffen hat dies Folgewirkungen u. a. Investitionen in Wohnungen betreffend aber auch Mieterhöhungen zur Kompensation betreffend).

    Mindestens so erheblich kann - eher dürfte - in der Langristwirkung der Vertrauensschaden bei den davon Betroffenen sein (Stichwort: Planungssicherheit).

    Ob es generell ein zielführender Ansatz sein kann, anstatt strukturelle Reformen zu unternehmen nur immer noch mehr Geld in tendenziell eher ineffiziente Systeme zu schütten, wäre eine weitere Frage. Beispiel: Gesundheitssystem. Kundigere als meine Wenigkeit bezeichnen das deutsche Gesundheitssystem als eines der teuersten der Welt (das zweitteuerster (!) direkt hinter den USA nach deren Aussagen). Die mit diesen extrem hohen finanziellen Mitteln (Aufwand/Nutzen-Relation) generierten Ergebnisse gelten aber nur als durchschnittlich (Stichwort: Lebenserwartung - um nur ein sehr bedeutsames Beispiel zu nennen). Ein solches System hat daher fraglos erheblichen strukturellen Verbesserungsbedarf.

    Ganz generell und stark eingedampft dürfte für alle solche zusätzlichen Umverteilungsansätze (von A wie zusätzlichen Abgaben über G wie Gesundheitssoli bis V wie Vermögenssteuer) gelten:

    "Ganz unten" (nur rein einkommens- und vermögenstechnisch gesehen) ist für den Staat kaum bis nichts zu holen und "ganz oben" (nur rein einkommens- und vermögenstechnisch gesehen) ist zwar was zu holen, die Anzahl der Köpfe aber sehr klein. Dazu kommt diesen Bereich betreffend erschwerend: Diese kleine Gruppe ist tendenziell intellektuell und Gestaltungen betreffend sehr beweglich und auch geographisch mobiler als andere Gruppen (Stichwort: Staatlicherseits unerwünschte "Nebenwirkungen" sprich Folgeschäden). Relevantes Volumen läßt sich daher über die breite Mitte bzw. breite Masse am ehesten und einfachsten generieren.

    Da Staaten (aber auch politische Parteien) gerne und oft den Weg des geringsten Widerstands gehen (vom Ansatz über die Erfassung bis hin zur Eintreibung der Mittel) - siehe beispielsweise die orchestrierte und langjährige Finanzrepression in der Eurozone mit immer weiter ins Negative verschobenen Realzinsen (2009 - 2022) - halte ich inzwischen beispielsweise eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht mehr für ausgeschlossen. Zumal die Grundhaltung von SPD (praktisch kein Reformbedarf bei den Sozialsystemen außer die Verwaltung betreffend, es braucht nur noch mehr Geld in die Systeme) und der Union (Reformbedarf ist evident und zwingend auch und insbesondere vor dem Hintergrund der seit über 10 Jahren immer geringeren internationalen Wettbewerbsfähigkeit hierzulande) weit auseinanderliegen.

    War sonst noch was ... ? Ach ja ...

    Erinnere mich noch recht gut an das Jahr 2005 herum. Damals galt für die SPD in Sachen Mehrwertsteuer das Mantra "Null Prozent" Erhöhung. Die Union beharrte auf einer Mehrwertsteuererhöhung von "zwei Prozent". Die erste (damals tatsächlich noch) "Große" Koalition aus Union und SPD (unter Bundeskanzlerin Merkel nach meiner Erinnerung) einigte sich dann schließlich bezüglich der Mehrwertsteuer doch noch - allerdings auf eine Erhöhung um drei Prozent ...

  • Wir haben mit lächerlichen 80 Mio Einwohnern

    Stimmt das wirklich so ... ?

    Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand "haben wir" (nur um Deine Formulierung zu verwenden) inzwischen 3,5 Millionen mehr Einwohner als von Dir behauptet (siehe oben) mithin als rund 83,5 Mio. Einwohner. Was - nur am Rande - u. a. auch den Bedarf an Wohnraum erhöht hat.

    Glaubt man diversen Ökonomen bräuchte es (Stichwort: Demographie) noch mehr Zuwanderung nach Deutschland. Umso unverständlicher daher, daß man sich nicht längst als Standort Deutschland attraktiver für die weltweit begehrte "Qualifizierte Zuwanderung" aufgestellt und positioniert hat (Bürokratie, Regulatorik, Steuern, Abgaben, Unternehmensbesteuerung, Rahmenbedingungen für Gründer, funktionierender ÖPNV, ausreichend Wohnraum in Städten und Ballungsgebieten usw.).

    Ja wir sind wirklich kurz davor in die Steinzeit zurückzufallen.

    Jedenfalls "sind wir" (nur um Deine Formulierung zu verwenden) im Ranking der internationalen Wettbewerbsfähigkeit seit dem Jahr 2014 kontinuierlich zurückgefallen (präziser von einstigen Top-Platzierungen regelrecht auf Plätze "unter ferner liefen" durchgereicht worden). Es ist eine Binse, daß entsprechendes Wirtschaftswachstum und Steigerung der Produktivität die Basis für einen auch immer weiter ausgebauten Wohlfahrtsstaat sind.

    Es muss jetzt dringend der Gürtel enger geschnallt werden xD

    Deutschland kann auch so weitermachen ...


    Siehe beispielsweise hier dann das Jahr 2029 betreffend:

    In schon nur einigen Jahren drohen allein die drei Posten Bundeszuschuß zur Rente, Zinskosten und Verteidigung den Bundeshaushalt nahezu oder ganz aufzufressen. Wie und von was soll dann noch Politik gestaltet werden ...?


    Dir weiterhin ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Wir haben mit lächerlichen 80 Mio Einwohnern die 3. größte Volkswirtschaft der Welt.

    ...und nach einer aktuell veröffentlichten Studie wächst unser Pensionsvermögen trotzdem deutlich langsamer als internationale Vergleichsmärkte: https://www.wtwco.com/de-de/news/202…nd-europaeische

    Das ist schlicht und einfach Mist, insbesondere wenn seit 20 Jahren auf meine jährliche Renteninformation der Appell zur notwendigen privaten und betrieblichen Altersvorsorge aufgedruckt wird. Und jede Bemühung, diese Vorsorge unattraktiver zu gestalten, ist auch schlicht und einfach Mist, egal wieviele Leute es am Ende tatsächlich treffen würde.

    Und nebenbei: Für den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Sozialstaats ist das, wenn man mal 1-2 Schritte weiter denkt, auch schlicht und einfach Mist. Der lebt nämlich weniger von der aktuellen Größe der Volkswirtschaft, als von deren Weiterentwicklung.

  • Das mit den extra Abgaben/Steuern für Singles darfst du gerne erklären...Mir ist nicht bekannt, dass es so etwas gibt.

    Ich denke er meint das Ehegattensplitting. Den Beitragszuschlag hat er ja schon erwähnt, wobei dieser ja an den Kindern hängt und nicht, ob jemand Single oder verheiratet ist...

  • Ich denke er meint das Ehegattensplitting.

    Was auch nichts bringt, wenn beide Partner gleich viel verdienen.

    Zitat

    Den Beitragszuschlag hat er ja schon erwähnt, wobei dieser ja an den Kindern hängt und nicht, ob jemand Single oder verheiratet ist...

    Eben...es handelt sich eher um das übliche uninformierte Gemotze. Fehlt nur noch die Beschwerde über die angeblich so ungerechte Steuerklasse 1.

  • Warten wir mal ab was da kommt oder auch nicht.

    Grundsätzlich stellt sich schon die Frage warum man das nicht einfach über die Steuer regeln kann. Bei einer SV Pflicht kommt ja zwangsläufig auch ein Leistungsanspruch einher. Bei der KV stellen sich dann viele Fragen was z.B. mit PKV Versicherten ist...

    Im Moment ist es nicht mehr als eine Nebelkerze.

    Eine Steuer ist nicht zweckgebunden. Wofür die zusätzlichen Einnahmen verwendet würden, wäre beliebig. Und wie in diesem Thread schon erläutert wurde, würde eine höhere Kapitalertragssteuer z.B. mich als Rentner wegen der Günstigerprüfung überhaupt nicht betreffen.

    Und was genau ist mit SV-Beiträge gemeint? Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung? Das würde mich als PKV-versicherten Rentner überhaupt nicht betreffen. Das wäre ja völlig absurd, als Rentner RV und AV zu bezahlen. Ebenso wie GKV als privat Versicherter.

    Als erster hat seinerzeit diesen völligen Unfug der Anwärter auf den Nobelpreis für Wirtschaft, ein gewisser Robert Habeck aufgebracht. Dieser Vorschlag wurde von der CDU, ich glaube es war jemand namens Merz, in der Luft zerrissen. Aber nun hat dieser Herr Merz, der aktuell wohl Bundeskanzler ist, gelernt, dass sein Kollege Lars von der SPD, ebenfalls ein ausgewiesener Finanzfachmann (zumindest wenn es um seine eigenen Finanzen geht), der diese Idee auch gut findet, doch wohl ein sehr sensibler Charakter ist, den man besser nicht zu rüde angeht. Um den Lars und auch die Bärbel nicht in Depressionen zu treiben, fordert der Fritz noch auch diesen Abgabenunfug. Obwohl er es eigentlich besser weiß. Weil, um zu verstehen, dass das Unsinn ist, reicht eben Volksschule Sauerland, die auch der Fritz besucht hat.

  • Die SPD plant die Abgabe auch für Privatversicherte. Es soll wohl aber einen Freibetrag für Kleinsparer geben wie auch immer der aussieht.

    Natürlich sind alle privaten Renten und andere teure Lobbyprodukte ausgenommen.

    Ok. Der Auftritt von Klüssendorf bei Lanz am 10.02. hat gezeigt, dass das ganze Thema noch deutlich tiefer in den Kinderschuhen steckt als ich dachte.

    Es gibt weder Pläne wen das konkret betrifft noch sind irgendwelche Zahlen oder eventuelle Freibeträge bekannt. Was mir nur wieder auffällt ist, dass meist von Mieten geredet wird und nicht von Kapitalerträgen. Ich werde wohl nie verstehen warum ständig alle Einnahmequellen unterschiedlich behandelt werden sollen. Wenn ich dann also meine Aktien verkaufe und in ein Eigenheim investiere bin ich fortan abgabenfrei was die gesparte Miete angeht.

    Oder sollte man dann doch lieber all in Gold/BTC gehen weil man auf deren Gewinne nicht einen müden Cent zahlt? :/