Sicherheitsbaustein Renten ETF

  • Du schreibst das ja öfters, aber es steht andernorts oft anders.

    Das steht deshalb so oft immer noch überall, weil es sehr lange dauert, bis ich aktuelle Erkenntnisse irgendwie durchsetzen.

    Wie ich dieses Jahr schon einmal geschrieben habe, hat meine Frau aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht hierzu zwei Fachartikel geschrieben.

    Achim Weiß liegt hierbei völlig richtig.

  • Den (kleinen) steuerstundenden Vorteil gibt es nur in der Ansparphase. In der Entnahmephase dreht der zu einem Nachteil. Bisher hat sich diese Einsicht noch nicht flächendeckend durchgesetzt, weil das Problem erst seit 2023 sichtbar ist. Zuvor haben die Steuern auf die Vorabpauschale wegen niedrigem und teils negativem Basiszins keine Rolle gespielt.

    Fakt ist, dass Du bei der Entnahme beim Thesaurierer zweimal Steuern zahlst.
    Einmal für die Steuern auf die Vorabpauschale, was in etwa der Steuer auf die Ausschüttung entspricht. Dafür brauchst Du zusätzliche Liquidität was schon mal nicht so günstig ist. Dann fallen ein weiteres mal Steuern an beim Verkauf der Anteile, mit der Du die Entnahme machen willst. In den Anteilen stecken Gewinne drin, die beim Verkauf versteuert werden. Je nachdem wie lange Du die Teile im Depot hast, kann das mehr oder weniger teuer werden.

  • Die Konzepte passen immer nur in die Zeit in der sie entwickelt wurden. Und dann dauert es eine Weile bis sich neuere Erkenntnisse auch in diesen Büchern manifestieren. Und dann gibt es Modetrends, auf die jeder aufspringt. Für einen Neueinsteiger ist es schwer, da das für einen selbst wichtige herauszufiltern.

    Welches von denen hast du denn zuletzt gelesen? Die sind m.E.,schon recht aktuell.

  • Den (kleinen) steuerstundenden Vorteil gibt es nur in der Ansparphase. In der Entnahmephase dreht der zu einem Nachteil. Bisher hat sich diese Einsicht noch nicht flächendeckend durchgesetzt, weil das Problem erst seit 2023 sichtbar ist. Zuvor haben die Steuern auf die Vorabpauschale wegen niedrigem und teils negativem Basiszins keine Rolle gespielt.

    Fakt ist, dass Du bei der Entnahme beim Thesaurierer zweimal Steuern zahlst.
    Einmal für die Steuern auf die Vorabpauschale, was in etwa der Steuer auf die Ausschüttung entspricht. Dafür brauchst Du zusätzliche Liquidität was schon mal nicht so günstig ist. Dann fallen ein weiteres mal Steuern an beim Verkauf der Anteile, mit der Du die Entnahme machen willst. In den Anteilen stecken Gewinne drin, die beim Verkauf versteuert werden. Je nachdem wie lange Du die Teile im Depot hast, kann das mehr oder weniger teuer werden.

    Okay, danke! Wenn ich das jetzt richtig verstehe bedeutet es, dass es, insbesondere bei einer im Vergleich zur Auszahlphase eher kürzeren Ansparphase, doch von Vorteil ist, ausschüttende Fonds zu nehmen, in meinem Fall dann den FTSE all world im pantoffelportfolio und den Life strategy 60% in dem extra Portfolio.

    Dieser Vorteil überwiegt auch dann, wenn ich während der Ansparphase Orderkosten durch das wieder anlegen der Ausschüttungen habe. Ich bin bei der consorsbank, das sind dann knappe 5 € plus 0,25% des ordervolumens.

    Gerade fällt mir ein, dass ich ja auch wenn ich sonst keinen Sparplan habe für die Dividenden vielleicht einen Sparplan für 4 mal im Jahr aufsetzen könnte.

    Gut dass das Thema aufkam, ich hätte ansonsten nämlich thesaurierende Fonds genommen!

  • Okay, danke! Wenn ich das jetzt richtig verstehe bedeutet es, dass es, insbesondere bei einer im Vergleich zur Auszahlphase eher kürzeren Ansparphase, doch von Vorteil ist, ausschüttende Fonds zu nehmen, in meinem Fall dann den FTSE all world im pantoffelportfolio und den Life strategy 60% in dem extra Portfolio.

    Tatsächlich gibt es aktuell bei Consors Sparpläne ohne Sparplangebühr. (Spread und Zuwendungen gibt es trotzdem). Aber weit weg von den 0,25 %

    ETF Sparplan: Ab 10 Euro starten | Consorsbank

  • Du schreibst das ja öfters, aber es steht andernorts oft anders.

    Stimmt. An Änderungen muß man sich schließlich erst gewöhnen. Das ist in anderen Lebensbereichen auch nicht anders.

    Im 19. Jahrhundert hat ein Lebensmittelchemiker angeblich einen sehr hohen Eisengehalt in Spinat entdeckt. Er hat Trockenware analysiert und den Wert irrig auf frisches Gemüse übertragen. Das war natürlich systematisch falsch, aber die Legende ist nicht mehr aus der Welt zu bringen. Sie wird noch heute volltönend weitergetragen.

    Der steuerstundende Vorteil des Thesaurierers ist durch die Vorabpauschale geringer geworden, aber nicht für alle und nicht komplett verschwunden, solange man es richtig macht (Freibeträge nutzt, langfristig anlegt, ...)

    Vorrechnen bitte (und dazu bitte die Unterschiede zu meiner Rechnung angeben). Im Idealfall kannst Du mir nachweisen, daß ich falsch gerechnet habe.

    :)

    PS: Es wäre mir lieber, Du würdest Dich mit meiner Kalkulation befassen statt mit mir als Person. 2 und 2 macht 4, und zwar deswegen, weil es sachlich so ist, und nicht deswegen, weil ich es immer wieder schreibe.

  • Ja, ich denke auch, psychologisch ist es auf jeden Fall einfacher, den Kauf über mehrere Etappen zu strecken, und wenn zwischendurch die Börsen fallen, kann man sich freuen, dass man beim Restkauf davon profitieren kann. Andererseits: wenn man die Einzahlung über einige Zeit streckt und die Börse verliert dann direkt anschließend, wäre man besser dran gewesen, wenn man gleich zu Beginn alles investiert hätte. Deshalb überlege ich auch hin und her, mal denke ich, ich mache alles nächste Woche nach dem Motto time in the market schlägt timing the market, und dann denke ich wieder, ich strecke es auf drei bis sechs Monate. Die Frage ist vielleicht auch, welche Strategie man letztendlich im Zweifel am meisten bereuen würde, wenn es auf die ein oder andere Weise schief geht😅

    Alles rein und fertig. Du hast keine Glaskugel und kennst die Kurse von morgen oder übermorgen. Nicht zu viele Gedanken machen, wichtig ist überhaupt zu investieren. Zur Not würfle es aus, aber nicht jeden Tag umentscheiden. 😉

  • Ich lese gern über Flugunfälle und schaue mir die zugehörigen Besprechungen per Video an.

    Spannend, welche Interessen Menschen haben und wie sie dazu gekommen sind.

    Gibt’s bei diesem Interesse und Deinem Interesse an Geldanlagen evt. einen gemeinsamen Nenner - Interesse an Umgang mit „Crashs“ ?

    Oder befinde ich mich hier zu sehr im Bereich der freien Assoziation?

  • Spannend, welche Interessen Menschen haben und wie sie dazu gekommen sind.

    Gibt’s bei diesem Interesse und Deinem Interesse an Geldanlagen evt. einen gemeinsamen Nenner - Interesse an Umgang mit „Crashs“ ?

    Oder befinde ich mich hier zu sehr im Bereich der freien Assoziation?

    Eine sehr interessante Assoziation, die mich über den Namen „Finanzfluss-Copilot“ nachdenken lässt.

  • Tatsächlich gibt es aktuell bei Consors Sparpläne ohne Sparplangebühr. (Spread und Zuwendungen gibt es trotzdem). Aber weit weg von den 0,25 %

    https://www.consorsbank.de/web/Sparen-Anl…ne/ETF-Sparplan

    Ich hätte noch eine kleine Rückfrage zum Thema ausschüttend oder thesaurierend im Sicherheitsbaustein: hier wurde ja häufig der folgende Etf empfohlen, den gibt es aber nicht in ausschüttend, oder ich habe ihn nicht gefunden:

    Xtrackers II Germany Government Bond 0-1 years UCITS ETF 1C EUR Acc

    Auf den würde ja dann zu Jahresbeginn auch das Thema vorabpauschale zutreffen, sollte man sich da also dann auch lieber einen ausschüttenden ETFs suchen, oder ist das Thema da zu vernachlässigen, weil der ja sowieso weniger abwirft als (auf lange Sicht) ein Aktien ETF?

  • Ich hätte noch eine kleine Rückfrage zum Thema ausschüttend oder thesaurierend im Sicherheitsbaustein: hier wurde ja häufig der folgende Etf empfohlen, den gibt es aber nicht in ausschüttend, oder ich habe ihn nicht gefunden:

    Xtrackers II Germany Government Bond 0-1 years UCITS ETF 1C EUR Acc

    Es gibt einen ausschüttenden von iShares: A0Q4RZ

  • Xtrackers II Germany Government Bond 0-1 years UCITS ETF 1C EUR Acc

    Auf den würde ja dann zu Jahresbeginn auch das Thema vorabpauschale zutreffen, sollte man sich da also dann auch lieber einen ausschüttenden ETFs suchen, oder ist das Thema da zu vernachlässigen, weil der ja sowieso weniger abwirft als (auf lange Sicht) ein Aktien ETF?

    Im Prinzip ja, aber da bei einem Geldmarktfonds fast keine Gewinne angesammelt werden im ETF, spielt das praktisch keine große Rolle. Die Steuern auf die Gewinnanteile werden in der Regel sehr niedrig sein. Bleibt lediglich der höhere Kapitalbedarf zum Jahresanfang als Minuspunkt. Daher habe ich mich für einen Ausschütter entschieden, den A0F426 DWS ESG EURO MONEY MARKET FUND INH.ANT. O.N., den ich bei meiner Bank ohne Kauf-/Verkaufsspesen handeln kann.

  • Ich finde dein Renditedepot super. Wenn du hier etf sparen willst könntest du auch den ACWI IMI nehmen ggf. angereichert mit ex USA (wenn gewünscht).

    Auf der Anleihenseite verzettelst du dich. Nimm hier 1 oder Max. 2 ETF. Vorschlag wäre hier z. B. kurzlaufende Staatsanleihen (z. B. 1-3 Jahre) und ggf. noch etwas Geldmarkt. Mehr ETF bringen nur mehr Komplexität, bringen aber praktisch keinen Vorteil.

  • Danke! Der kostet 0,13 anstatt 0,07, aber das fällt vielleicht nicht allzu sehr ins Gewicht (Performance leicht unter 2% versus Performance leicht über 2%) über ein Jahr....

    Ja, der ist marginal teurer. Aber die Performance muss nahezu identisch sein. Dort geht es aber auch nicht um Performance sondern um Sicherheit. Das sind in beiden ETFs die gleichen ultrakurzlaufenden Bundesanleihen. Diese sind der Inbegriff des „risikofreien Zinses“.

    Wenn du Kosten sparen willst kommt noch der Direktkauf der Bundesanleihen in Frage. Immer Kauf einer die in knapp einem Jahr ausläuft und dann sofortige Wiederlanlage. Mehr macht der ETF eigentlich auch nicht.

    Alternativ eben DBX0A2.

  • Ich finde dein Renditedepot super. Wenn du hier etf sparen willst könntest du auch den ACWI IMI nehmen ggf. angereichert mit ex USA (wenn gewünscht).

    Auf der Anleihenseite verzettelst du dich. Nimm hier 1 oder Max. 2 ETF. Vorschlag wäre hier z. B. kurzlaufende Staatsanleihen (z. B. 1-3 Jahre) und ggf. noch etwas Geldmarkt. Mehr ETF bringen nur mehr Komplexität, bringen aber praktisch keinen Vorteil.

    Danke! ich habe mich unter Annahme der Ratschläge hier im Forum schon auf einen einzigen ETF (FTSE all world) heruntergeschraubt, mein geplanter Rendite Baustein fand nicht so viel Anklang hier. Den All world gibt es ja auch als ETF inklusive Small Caps, darauf habe ich dann aber doch verzichtet, aufgrund der Befürchtung einer vielleicht höheren Volatilität. Und ja, du hast vollkommen recht, meinen Sicherheitsbaustein habe ich auf ein bis zwei ETFs (einen overnight Geldmarkt und einen auf deutsche Staatsanleihen mit 0 bis 1 Jahr Laufzeit) reduziert. Nächste Woche werde ich dann anfangen alles umzusetzen, ich bin auch wegen der vergleichsweise kurzen Ansparphase von nur ein paar Jahren und der dann geplanten Entnahmephase von thesaurierenden zu ausschüttenden ETFs umgestiegen, auch in Umsetzung der Ratschläge hier.

    Ich werde auch nicht alles, was ich jetzt investieren kann (250k) in das oben genannte pantoffel-portfolio stecken, sondern 50k in den vanguard life strategy 60%.