Depots extrem unübersichtlich

  • Guten Morgen, durch jahrzehntelanges, also auch "Bestandsgeschützte", kaufen von kostenlosen ETF -Sparplänen bei diversen Brokern sind meine Depots auf der ETF -Seite auf 115 Titel "gewachsen".

    Darunter mehrere Wiederholungen z.B. auf MSCI World, Europe Stoxx 600, etc .

    Ich habe immer auf eine gute TER und Volumina geachtet. Von einigen Positionen (klein, teurere TER) habe ich mich bereits getrennt.

    Mein Steuerfreibetrag ist ausgeschöpft.

    Habe eigentlich einen recht guten Überblick durch Excel und einen Portfolio-Tracker....

    Fragen: Sollte ich den Bestand deutlich konsolidieren? Ist das steuerlich sinnvoll? Oder so weitermachen und wenn Geld notwendig, neuere ETF Positionen auflösen?

    VG Thomas

  • Kater.Ka 5. Januar 2026 um 11:41

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum!

    Dein bisheriges Anlagekonzept "kaufen von kostenloses ETF-Sparplänen" ist -denke ich- kein wirkliches Konzept. Ich würde vorschlagen, du überlegst dir ein echtes Konzept mit u.a.

    - Anlagezielen, Anlagehorizont, Altersvorsorge, Liqiditätspuffer, Verhältnis sicherheitsorientierte vs. renditeorientierte Anlagen, etc.

    Anhand dieses Konzeptes kannst du dann deine Depots "aufräumen".

    Wenn du magst, kannst du dein neues Konzept gerne hier im Forum zur Diskussion stellen, dir dazu Meinungen einholen.

  • Fragen: Sollte ich den Bestand deutlich konsolidieren? Ist das steuerlich sinnvoll? Oder so weitermachen und wenn Geld notwendig, neuere ETF Positionen auflösen?

    Das sind eigentlich 2 Themen:

    1) Was willst du in Zukunft machen?
    2) Willst du den Bestand aufräumen?

    Wenn irgendeiner deiner Bestands-ETF im Plus ist, zahlst du erstmal Steuern, wenn du ihn verkaufst. Wenn du glaubst, dass der weiter gut läuft, weil er z.B. irgendeine Form von breit gestreutem Welt-ETF ist, kannst du ihn auch behalten.

    Was sind denn diese 115 ETF konkret? Sind darunter z.B. 10 auf den MSCI World dabei, mal von iShares, mal Xtrackers, mal thesaurierend, mal ausschüttend? Oder sind das wirklich ganz verschiedene Indices?

  • Solange du eine gute Übersicht hast, ist das doch schonmal ein Anfang!

    Also welche ETFs (Welcher Schwerpunkt/Index, Ausschütter oder Thesaurierer, welche TER), Aktien sind sicher auch dabei, und wie diese ganzen Positionen in deine Strategie passen. Bei 115 Titel ist das Überblick behalten und managen des Portfolios schon ziemlich zeitaufwendig und du musst das bis zu deinem Tod so weiter managen, traust du dir das zu?

    Am Ende kommt es immer auf die Frage hinaus, hat dein 115Positionen Portfolio die Benchmark (MSCI ACWI IMI oder vergleichbar) geschlagen? Und lohnt sich der Aufwand?

    Ich persönlich würde hier schon mal aufräumen. Kann mir nicht vorstellen, in höherem Alter noch so in dem Aktien/ETF - Game drin zu sein und meine Zeit dafür aufzuwenden.

  • Du musst gar nichts, ich würde aufräumen. Es gibt einige Broker, bei denen kann man ETFs von Premium- Partnern kostenlos verkaufen, da würde ich die kleineren in die größeren, am breitesten gestreuten tauschen. Muss ja nicht ein einziger draus werden, aber die kurzen Zöpfe würde ich abschneiden.

    Du musst da aber deinen eigenen Weg finden, deswegen solltest du tatsächlich erst mal sortieren und Überlegungen anstellen, wie ESch vorschlägt:

    Ich würde vorschlagen, du überlegst dir ein echtes Konzept mit u.a.

    - Anlagezielen, Anlagehorizont, Altersvorsorge, Liqiditätspuffer, Verhältnis sicherheitsorientierte vs. renditeorientierte Anlagen, etc.

  • Leilo wieviele sind alt, wieviele davon sind große Positionen?

    Welche sind richtig gut gelaufen bzw. tun das noch?

    Gesamtvolumen 400K, davon ca. 100 K Altbestand. Große Positionen (6k bis 15K) ca. 60%.

    Alle sind gut gelaufen, insbesondere natürlich die Stücke mit USA, Stoxx30, Health und SmallCaps. Unterliegen dem aktuellen Marktgeschehen...

  • Ich würde vorschlagen, du überlegst dir ein echtes Konzept mit u.a.

    - Anlagezielen, Anlagehorizont, Altersvorsorge, Liqiditätspuffer, Verhältnis sicherheitsorientierte vs. renditeorientierte Anlagen, etc.

    Anhand dieses Konzeptes kannst du dann deine Depots "aufräumen".

    Erstmal Vielen Dank für die Anregungen!

    Noch einige Infos zu den Randbedingungen:

    Bin 68 Jahre alt, seit 3 Jahren in Rente....

    Liquiditätspuffer ist vorhanden, wird z.Z. teils in Reiseerinnerungen investiert.

    Zielrichtung ist eine Mischung aus Kapitalerhalt, Dividendeneinkommen und Teilnahme an Wertsteigerungen. Zocker war ich nie, jedoch Teilnehmer mit max. 3% "Risikokapital".

    Habe in den letzten Jahren auch vermehrt Ausschütter (Anleihen, Overnight, DividendenETF) gekauft bzw. umgeschichtet sowie Fonds verkauft, um die Gesamt-TER zu senken. Momentan liegt die TER wertgewichtet bei 0,2 %.

    Aktuelle Verteilung der ETFs: Aktien 84%, Anleihen 7%, Rohstoffe/Gold 9%.

    Das Gesamtportfolio hat ca. 70% ETF Anteil, 25% Aktien und 5% Fonds/Zertifikate-

    Die Altbestände vor 2008 sind natürlich wunderbar gestiegen... deshalb war ich mir unsicher, mich (teilweise) von diesen zu trennen, auch wenn Freistellungen angerechnet werden?

    Hatte meine ich irgendwo gelesen, steuerliche Aspekte seien kein Grund, sich von Kauf/Verkauf abhalten zu lassen...Sofern man überzeugt ist bzw. das "Konzept" steht.

  • Wie groß sind denn die einzelnen Posten? Gibt es da vielleicht eine faustregeltaugliche Sollbruchstelle, also zum Beispiel "Alles unter 1000/3000/5000 Euro kommt weg!"?

    Ja klar, hatte ich auch daran gedacht. Damit verkleinere ich die Positionsanzahl, aber nicht unbedingt die Dopplungen z.B. auf MSCI World oder Stoxx600. Wäre aber ein erster Ansatz.

    Das 30% Quantil der ETF-Positionen liegt bei ca. 3.000 €

  • Oder so weitermachen und wenn Geld notwendig, neuere ETF Positionen auflösen?

    bei neuen Zukäufen würde ich wohl lieber zu bestehenden Positionen hinzukaufen, satt weitere 100 neue Positionen aufzumachen, aber für ein grosses Aufräumen sehe ich keinen Anlass (niemand ist gezwungen sein WKNs auswendig zu lernen und eine technische Lösung hast du ja auch schon)

    Beim Verkaufen würde ich nicht automatisch die Neueren verkaufen, sondern die mit dem geringsten Gewinnanteil (um weniger Kapsteuer zu zahlen). Aber wenn es dir fürchterlich in den Fingern juckt, kannst du ja auch konsequent die kleinsten 5 oder 10 Positionen verkaufen.

  • Bist Du noch am Ansparen, oder entnimmst Du? Falls ja wie stark? Wie stark hast du Deinen individuellen Freibetrag für Altanlagen bereits ausgeschöpft (100k für Gewinne ab 2018)? Ist Dir bekannt, dass Du diese beim Verkauf erhobenen Steuern über die Steuererklärung zurück bekommst? Hast Du einen günstigen Broker, bei dem Du ohne hohe Gebühren Verkäufe/Neukäufe durchführen kannst?

    Statt einem radikalen Umbau, bei dem jede Menge Steuern fällig werden, würde ich zu einer maßvollen Anpassung tendieren. Erarbeite eine Wunschallokation. Wie viel von was möchtest Du am Ende haben und wie stark darf das Depot von der Wunschvorstellung abweichen. Im weiteren versuche Dich dem Ziel schrittweise anzunähern.

    1) Elemination sehr kleiner Positionen
    Positionen, die kleiner als 500/1000 Euro (alt/neu) sind, kämen bei mir auf die Verkaufsliste.

    2) Elemination von teuren Altfonds
    Von den verbleibenden Fonds von vor 2009 nur die verkaufen, die zu teuer sind oder gar nicht mehr in das neue Konzept zu integrieren sind. Was genau zu teuer ist, müsste man für sich selbst definieren. Ich habe dazu immer die Altbestandsfonds Fonds zum gleichen/vergleichbaren Index verglichen, die man heute kaufen würde. Wenn ein Altfonds Mehrkosten von beispielsweise 0,2 % p.a. hat, käme er bei mir auf die Verkaufsliste. Aber diese Grenze ist mehr oder weniger willkürlich.

    3) Elemination von teuren Fonds von nach 2008
    Bei den neueren Positionen darf man bezüglich der Kosten noch kritischer sein.

    4) Reinvestition aus Verkäufen
    Frei werdendes Geld möglichst so investieren, dass Du der Wunschallokation näher kommst. Deshalb ist es wichtig, dass Du während dem Prozess immer den Überblick hast.

    Wenn der Prozess abgeschlossen ist, mach eine neue Bestandsaufnahme zum Rest. Den kannst Du zusammen mit Deiner Wunschallokation noch mal vorstellen.
    Alles andere würde ich versuchen in ein ausgewogenes Konzept einzubinden. Doppelungen von Indices halte ich für völlig unproblematisch solange Du in Excel den Überblick behältst.

  • Bist Du noch am Ansparen, oder entnimmst Du? Falls ja wie stark? Wie stark hast du Deinen individuellen Freibetrag für Altanlagen bereits ausgeschöpft (100k für Gewinne ab 2018)? Ist Dir bekannt, dass Du diese beim Verkauf erhobenen Steuern über die Steuererklärung zurück bekommst? Hast Du einen günstigen Broker, bei dem Du ohne hohe Gebühren Verkäufe/Neukäufe durchführen kannst?

    Statt einem radikalen Umbau, bei dem jede Menge Steuern fällig werden, würde ich zu einer maßvollen Anpassung tendieren. Erarbeite eine Wunschallokation. Wie viel von was möchtest Du am Ende haben und wie stark darf das Depot von der Wunschvorstellung abweichen. Im weiteren versuche Dich dem Ziel schrittweise anzunähern.

    Zur Zeit spare ich noch 100€/Monat in einen ETF/Corporate Bonds und 200 € in einen ETF/Dividenden...Entnahmen bisher gering, Neuanlage dann in "Festgeld mit 2%" bei Scalable.

    17/18 Freibetrag alles noch verfügbar. Der Freibetrag ist nicht übertragbar/vererbbar... Muss ich rechtzeitig daran denken, die Positionen zu veräußern:D

    Das mit der Steuererklärung war ein guter Hinweis, hatte ich vergessen.

    Kann ich in 2026 noch eine Erstattung für in 2024 verkaufte Altbestände beantragen? Oder nur im der dem Steuerjahr folgenden Steuererklärung?


    Broker mehrere;)