Finanzielle Erziehung Kinder

  • Hallo zusammen,


    wir haben zwei Kinder, die acht und fünf Jahre alt sind. Wir haben für beide einen kleinen Sparplan angelegt und fragen uns immer wieder aber auch, wie wir sie selbst an das Thema Geld ranführen.


    Meine Frau meinte die Nachbarskinder tun sich leichter, weil die einmal im Jahr am Weltspartag zur Sparkasse gehen. Wir selbst sind eigentlich ausschließlich nur bei Onlinebanken und es widerstrebt mir, bei der Sparkasse irgendwas zu eröffnen, von dem ich inhaltlich nichts halte.


    Gleichzeitig tue ich mich selbst aber auch schwer. Ich selbst bezahle beispielsweise oft mit dem Handy, für die Kinder ist es selbstverständlich, dass man das so machen kann.

    Taschengeld bekommen sie, haben auch noch gar nicht so wirklich Interesse daran.


    Ich setze momentan vor allem darauf, dass wir als gutes Beispiel vorangehen und immer wieder ihnen erklären, dass man sich gut überlegen muss, was man braucht oder nicht oder dass man Preise vergleichen muss.


    Andererseits denke ich mir aber auch, es sind Kinder und sie sollen auch unbedarft sein dürfen, das ändert sich alles früh genug.


    Wie macht ihr das? Bzw. Macht ihr aktiv irgendetwas?

  • Saidi hat dazu mal ein Video gemacht. Vielleicht sind ein paar hilfreiche Tipps für dich dabei:

    So geht finanzielle Bildung für Dein Kind
    Haben Eure Eltern früher viel mit Euch über Geld gesprochen? Im heutigen Video stellt Saidi Euch 8 Tipps vor für ein gutes Money-Mindset bei Euren Kindern.Ho...
    www.youtube.com

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Ich würde sagen, dass man das in dem Alter erstmal vorleben muss. Dabei sollte man dann auch nicht zu geizig sein und sich selbst auch mal was gönnen. Wenn man aber das Geld verprasst (z.b. Essen bestellen) und dem Kind dann im November sagt, dass die Eltern nicht genug Geld für ne neue Winterjacke haben, wirds halt schwierig. Offensichtliche Meinungsverschiedenheiten der Eltern beim Umgang mit Geld halte ich auch für schwierig. Es bringt nichts, wenn einer das Geld zusammen hält und der andere es mit 5 Händen ausgibt. Glücksspiel oder Lotto ist auch so ein Thema. Ich sage meinem Sohn hin und wieder, wieviel Geld er schon hat. Von der Zahl hat er natürlich noch keine genaue Vorstellung, auch wenn er weiss, dass er mehr hat, als andere Kinder. Übertreiben sollte man es damit aber nicht. Vorallem nicht mit "Fachinfos". Zinseszinseffekt ist es an der Zeit, wenn sie Prozentrechnen in der Schule haben.

    Erfreulicherweise interessiert sich unser Sohn sehr für Mathe und ist ein cleveres Kerlchen. Ich kann aber auch damit leben, wenn er das Geld "unklug" ausgibt, wenn er 18 ist.

  • Mit 8 und 5 sind sie noch recht jung.

    In diesem Alter ist es hilfreich, z.B. vorzuschlagen, dass sie einen Teil des Taschengelds beiseite legen und sich dann was größeres kaufen können.

    Oder beim Schenken (zu Weihnachten) oder Kaufen zwischendurch Grenzen zu ziehen, was geht und was nicht. Eben die Lernerfahrung, dass Geld nicht vom Himmel fällt.

    (Was hatte ich für Diskussionen mit meinem Sohn als er 7, 8, 9 war. „Meine Freunde haben alle neue iPads, nur ich nicht.“ Am Ende war es ein Mitschüler und der teilt sich das Wohnzimmer mit mind 2 Geschwistern. Meine beiden haben eigene Zimmer und das fand er durchaus gut, dass das so bleibt und er das alte Tablet weiter nutzt.)

    Irgendwann hat er dann Tagesschau gesehen und den DAX kennengelernt und so hat er dann gefragt, wie das mit Aktien funktioniert. Und dann waren wir natürlich direkt bei ETF.

  • Auch wenn ich selbst nur bei Online-Banken bin … für meine Kinder fand ich es in jungen Jahren nicht schlecht, via Weltspartag erlebbar zu machen, was Sparen bedeutet - ob bei Volksbank oder Kreissparkasse oder bei was anderem vor Ort, ist wumpe.


    Mit fortschreitendem Alter habe ich sie an Online-Banken, ETFs und die Börse herangeführt.

  • Mir gefällt die Idee von CW Röhl, wie er seinen Sohn an Aktien heranführt. Zu jedem Geburtstag hat er ihm soweit ich erinnere 4 Aktien (oder X Aktien von 4 Unternehmen?) ins Depot gelegt, die mit dem vergangenen Lebensjahr etwas zu tun hatten. Als er viel Windeln brauchte, Procter&Gamble. Als er Zeichentrick lieben lernte, Disney. Und da findet man ja durchaus Ideen. Lieblingsspielzeug, Klamotten... vielleicht auch mal etwas weiter hergeholt, z.B. ne Reifen- oder Ölfirma, wenn das Kind Gefallen an Formel 1 findet. Mir gefällt daran: wenn man dann mit dem Kind irgendwann später mal das Depot bespricht, kann man die Möglichkeiten des Aktienmarkts anhand des eigenen Lebenslaufs darstellen, was womöglich das Interesse fördert.

    Klar kann man sich da dann alle Finfluencerweisheiten zur Diversifikation drauf kloppen, aber das ist ja kein Depot, was den 18jährigen später dann zum Renteneintritt mit 72 rettet, sondern ein Grundstock, ein Planspiel Börse für Sparkassenmeider.

  • Wie macht ihr das? Bzw. Macht ihr aktiv irgendetwas?

    Bin auch nur bei Online-Banken. Für mein Kind habe ich aber bewusst bei der örtlichen Volksbank ein Sparkonto eingerichtet. Ist kostenlos und es gibt sogar 2% p.a.. Wir nutzen es jedes Jahr einmal für den Weltspartag, wenn die Spardose dort geleert wird.

    Depot mit ETFs existiert aber auch noch. Da geht das "richtige" Geld hin.

  • Mit 8 und 5 sind sie noch recht jung.

    Ganz normal mit Spardose um aufzuzeigen, dass es schon wichtig ist, etwas für größere Ausgaben (Spielzeug, etc.) zurückzulegen.

    Die beiden sind ja noch in der Grundschule und müssen auch erst lernen zu rechnen, usw.

    Und dass die Sparkasse einen verrät wenn die Kurzen dort am Weltspartage etwas einzahlen ist doch kompletter Unsinn.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Wir sind mit unseren Kindern auch zur Sparkasse gegangen? Warum auch nicht?

    - KinderKonto inkl Karte ist kostenlos

    - Filiale und Automaten sind in der Nähe so können die kleinen üben und das Geld gemeinsam abholen und einzahlen

    - Die App fürs onlinebanking ist übersichtlich und funktioniert gut

    - Wertgrenzen bei Käufen etc. können vorgegeben werden

    Nichts hindert doch einen daran, danach den Kindern klar zu zeigen wo die Sparkasse dann aber nicht vorne liegt. Lernen müssen sie das ja ohnehin und gehört auch zur Finanzbildung.

    Die Sache mit dem Tagesgeld, Festgeld, ETF‘s kommt doch dann eh viel später.

  • Meine Kinder haben auch Sparkassenkonten, vor allem weil sie vor Ort einzahlen und abheben können.

    Wir als Direktbankkunden haben sowieso wenig Bargeld und das wenige heben wir beim Einkaufen ab. Diese Option hat ein Kind nicht.

    Was später aus den Sparkassenkonten wird, wird sich zeigen. Im Moment können die Kinder ohne Eltern sowieso nichts abschließen, egal was der „Berater“ will.

  • Finde auch das bei 5 und 8 noch das Taschengeld und die Sparbüchse im Vordergrund stehen sollten. Bargeld macht das ganze erlebbar und man sieht die Unterschiede aktiv. Kauft man ein Heft zu lesen oder Süßigkeiten oder ein Spielzeug. Wie lange dauert es bis ich mir was kaufen kann usw.

    Denke wichtig ist vor allem das die Kinder lernen das richtige Maß zu halten.

    Wie schon andere erwähnt haben geht das sicher gut wenn die entsprechenden Themen in der Schule bearbeitet werden.

    Bin auch sehr gespannt wie das mit meinem kleinen läuft. Aber das hat noch Zeit.