Geldanlage

  • Ich bin 61 Jahre und möchte 60.000 € möglichst kapitalerhaltend anlegen und monatlich ca 200 € abschöpfen. Meine Hausbank hat mir eine Allianz Privat SofortRente angeboten bei der ich mein gesamtes Kapital einsetze und 150€ und bestenfalls 200€ lebenslang erhalte. Bei vorzeitigem Versterben erhalten die Erben die Restsumme. Die Kosten belaufen sich auf 2.400€. Mir widerstrebt diese Geldanlage weil ich mein Geld aus den Händen gebe und die Inflation die monatliche Auszahlung minimiert. Meine Idee ist eine Hybridgeldanlage, Vanguard FTSE …. , ISIN IE00B8GKDB10,
    iShares Core Govt Bond ETF, ISIN IE00B4WXJJ64 sowie
    JP Morgan Global Income Fund ISIN LU404220722. Ca. 200€ mtl.


    Meine Bank hat mir davon abgeraten.

    Hierzu hätte ich gerne weitere Meinungen.

    Vielen Dank

  • Kater.Ka 21. Januar 2026 um 17:52

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • 4% Entnahme jährlich (2400 von 60.000 Euro) sind sportlich. Da muss schon alles passen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Allianz das hinbekommt. Allerdings auch nicht, dass du das mit einer Mischung aus Aktien und niedriger rentierenden Anleihen hinbekommst. Vielleicht solltest du etwas konservativer rechnen?

  • Wenn du bei einem "Einsatz" von 60.000 Euro monatlich 200 Euro abschöpfen möchtest, benötigst du nach Steuern eine Ausschüttung von 4 %. Vor Steuern nochmal etwa mehr.

    2400 / 60.000 = 0,04

    Das wirst du mit den ETFs/Fonds wohl nicht schaffen. Der J.P.Morgen hat zwar eine etwas höhere Ausschüttung. Dieser Fonds bringt aber das "Kunststück" zustande, trotz sinkender Kurse, die Ausschüttung zu erhöhen.

    => Warum dir deine Bank abrät, bei dem Gespräch war ich nicht dabei. Vermutlich weil sie an diesen Anlageprodukten wenig verdient.

    => Deine anvisierten 4 % wirst du wohl trotzdem eher nicht erreichen.


    Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (Dist)

    Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (Dist) | IE00B8GKDB10 | A1T8FV
    Alle wichtigen Informationen und Vergleiche zum Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (Dist) (IE00B8GKDB10 | A1T8FV) – extraETF – Das ETF…
    extraetf.com

    Ausschüttungen
    2026 (Prognose) 1,98 € 2,76 %
    2025 1,98 € 3,09 %
    2024 1,94 € 3,41 %
    2023 1,92 € 3,54 %
    2022 2,07 € 3,67 %

    iShares Core € Govt Bond UCITS ETF (Dist)

    iShares Core € Govt Bond UCITS ETF (Dist) | IE00B4WXJJ64 | A0RL83
    Alle wichtigen Informationen und Vergleiche zum iShares Core € Govt Bond UCITS ETF (Dist) (IE00B4WXJJ64 | A0RL83) – extraETF – Das ETF Portal
    extraetf.com

    Ausschüttungen
    2026 (Prognose) 2,72 € 2,49 %
    2025 2,55 € 2,27 %
    2024 1,99 € 1,77 %
    2023 1,10 € 1,03 %
    2022 0,29 € 0,22 %

    https://am.jpmorgan.com/de/de/asset-management/adv/products/jpm-global-income-d-div-eur-lu0404220724#/historical-price

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Allianz das hinbekommt.

    Die Allianz kann das. Zumindest schafft sie die im Eingangsposting genannte monatliche Auszahlung je nach Todesfallregelung.

    Warum schafft sie das ? Weil nur der Ertragsanteil (hier ca. 18 Prozent) zu versteuern ist.
    Die Nettorente ist also nicht wesentlich niedriger als die Bruttorente.

    Ein Inflationsschutz dürfte da natürlich nicht dabei sein… es verdient die Allianz.

    „Kaufe nicht die Versicherung sondern die Versicherung“ …..

    Scherz am Rande:

    Wenn du dir jetzt einfach 162 Aktien der Allianz Versicherung kaufst, verdienst du monatlich umgelegt ohne den Freibetrag schon fast 170 €.

    Und dann hast du noch den Inflationschutz inkludiert, weil die Allianz ihre Dividende kontinuierlich erhöht…, weil es eine Inflation gibt..,

  • Meine Bank hat mir davon abgeraten.

    Hierzu hätte ich gerne weitere Meinungen.

    Ich verwese mal auf den Blog von Georg Wieninger zum Thema Entnahmestrategien.

    Finanzen? Erklärt!
    Wissenswertes rund ums Thema persönliche Finanzen
    www.finanzen-erklaert.de


    Einfach mal etwas recherchieren, dann wirst Du auch verstehen, warum die Allianz Dir nur eine verhältnismäßig geringe Rente garantiert. Die können nämlich auch nicht zaubern (und wollen natürlich mit Deinem Geld auch noch Geld verdienen;)).

    Ich würde das selbst machen. Aber eben auch mit einer realistischen Erwartung daran gehen. 4% nach Steuern und mit Inflationsausgleich ist schon sehr sportlich und könnte auch in wenigen Jahren zum vollständigen Vermögensverbrauch führen!
    Hier mal ein Excel-Beispiel, die ich für meine eigene Entnahmeplanung betrachte. Dabei geht es um eine 100%ige Investition des ETF-Kapitals in einen SPDR MSCI ACWI IMI ETF:

    Die 'Simulation' ist vor Steuern und mit den realen Jahresrenditen des ETF in €.
    Wie man sieht, wäre das Kapital bei einem Start der Entnahme im Jahre 2000 nach 18 Jahren verbraucht!

    Hätte man 1999 mit der Entnahme begonnen, hätte man 2024 sogar noch mehr Kapital im ETF als zum Start 1999! Das ist nur ein Jahr, das über Erfolg/Misserfolg entscheidet.
    Das Ganze nennt sich Renditereihenfolgerisiko und tritt in den ersten Jahren der Entnahme auf. Also entweder startet man mit einer geringeren Entnahme (ca. 3% vor Steuern) und erhöht dann erst nach einigen Jahren ohne Crash die Entnahmerate, oder man hält einen Geld-Puffer vor und entnimmt in Falles eines größeren Einbruchs statt aus dem ETF aus diesem Geld-Puffer.

  • Eine Entnahme von 200 Euro pro Monat ist seriös nicht darstellbar. Eine Sofortrente von 175 Euro (max. 200) ist deutlich schlechter, weil kein Inflationsausgleich stattfindet.

    Das Maximum für eine Entnahme sehe ich bei etwa 3,2 %. Das wären 160 Euro p.M. brutto. Sofern keine weiteren Kapitalerträge existieren, könnte das netto in der Nähe von 150 Euro liegen. Im Gegensatz zu der Versicherungslösung bestehen gute Aussichten, den Betrag jährlich um die Inflation nach oben anpassen zu können.

  • Meine Hausbank hat mir eine Allianz Privat SofortRente angeboten bei der ich mein gesamtes Kapital einsetze und 150€ und bestenfalls 200€ lebenslang erhalte. Bei vorzeitigem Versterben erhalten die Erben die Restsumme. Die Kosten belaufen sich auf 2.400€. Mir widerstrebt diese Geldanlage weil ich mein Geld aus den Händen gebe und die Inflation die monatliche Auszahlung minimiert.

    Nur als Hinweis.
    Wenn es unbedingt eine lebenslange Rente sein soll, würde ich mal prüfen, ob ein Nachkauf von Rentenpunkten in der gesetzl. Rentenversicherung eine Option für Dich ist. Die GRV ist besser als Ihr Ruf. Klar, das Geld ist dann weg und wenn Du vorzeitig stirbst bekommt allenfalls noch Dein Partner einen Teil Deiner Rente. Aber diese Option sollte man zumindest einmal prüfen.

  • Hier mal ein Excel-Beispiel, die ich für meine eigene Entnahmeplanung betrachte. Dabei geht es um eine 100%ige Investition des ETF-Kapitals in einen SPDR MSCI ACWI IMI ETF:

    Nur zum Verständnis deiner anschließenden Liste:
    Für die linke Spalte hast du 60k€ einmalig am 2.1.2000 angelegt und
    für die rechte Spalte hast du 60k€ einmalig am 2.1.1999 angelegt ? sehe ich das richtig so?

  • Nur zum Verständnis deiner anschließenden Liste:
    Für die linke Spalte hast du 60k€ einmalig am 2.1.2000 angelegt und
    für die rechte Spalte hast du 60k€ einmalig am 2.1.1999 angelegt ? sehe ich das richtig so?

    Genau,
    und die Entnahme dann jeweils zum Ende des jeweiligen Jahres bzw. zu Beginn des Folgejahres.
    Ist natürlich Alles vereinfacht, weil es sonst die genauen Kursdaten des jeweiligen Entnahmetages bräuchte. Auch wird man ja den Entnahmebetrag nie 100%ig treffen, da nur volle ETF-Anteile verkauft werden können. Auch die Steuer wurde nicht berücksichtigt.

    Aber die Richtung stimmt. Vor allem um das Renditereihenfolgerisiko aufzuzeigen.
    Ein Jahr und die der Plan vom entspannten Unruhestand geht nicht auf.

  • monstermania danke für die Bestätigung,
    ich hatte zuerst deine Liste gesehen und gedacht "wovon spricht er" , "wieso haben die beiden Jahre so unterschiedliche Depotstände" , "da passt doch was nicht"
    "Wieso hat er 2000 weniger im Depot, wenn er doch zuvor länger gespart hat,..."
    Dann hab ich mir das mit Einmalanlage Anfang 1999 und EInmalanlage Anfang 2000 (und kein Sparplan zuvor) überlegt und auf einmal passt es.

    Ja ich bin 1998 mit meinen ersten Fonds angefangen zu sparen und hab das Platzen der Dot-com Blase voll mitbekommen.
    War aber noch beim Sparen, also lief nach Einbrüchen bis rund 50% dann später alles wieder gut.

    Beim Entnehmen muß man regelmäßig Nachregulieren damit man nicht zu früh Pleite geht, oder das Depot zu groß wird. Da gehts nicht mit "Stur durch". 8)