Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg" Strategie

  • Da habe ich auch geschluckt beim Lesen.

    "Waschsalon statt Neukauf", wenn die Waschmaschine kaputtgeht?! Was kostet so ein Teil denn? Ich habe auch keinen riesigen Notgroschen, aber für eine neue Waschmaschine würde er dann doch noch reichen.

    Oder es steht im Raum seine Kleidung zu waschen anstatt sie immer neu zu kaufen^^

    'Arktisschlafsack statt Eigenheim' wäre vermutlich auch bedenktlich8o


    Ich denke das ist einfach etwas überspitzt formuliert. Ich mache das auch so, dass ich in (für mich) offensichtlichen kurzzeitigen dips den Notgroschen etwas reduziere um markettiming zu betreiben. Ich gehe dabei lange nicht all in, aber wenn man ein paar Monatsraten früher investiert finde ich es sinnvoll. Die Empfehlung ist ja den Sparplan 'ewig' weiterlaufen zu lassen da man davon ausgeht eine langfristige Rendite zu erzielen. Wenn es noch weiter den Bach runter geht kauft man weiter und wenn es immer weiter fällt hat man mMn eh andere Probleme. Würde ich allerdings nur machen wenn der Notgroschen nicht zu knapp kalkuliert ist.

  • Da habe ich auch geschluckt beim Lesen.

    "Waschsalon statt Neukauf", wenn die Waschmaschine kaputtgeht?! Was kostet so ein Teil denn? Ich habe auch keinen riesigen Notgroschen, aber für eine neue Waschmaschine würde er dann doch noch reichen.

    Tja, überspitzt gesagt liegen meine Lebenshaltungskosten und Konsumquote nahe Null, so dass ich Geld fast nur "zum Sport" verdiene. Ich habe als Minimalist auch keine Rentenlücke.

    Da lagen mir solche Beispiele einfach näher.

  • Da stimme ich absolut zu!

    Was ich hingegen schon (erfolgreich) gemacht habe: Wenn es 15, 20 Prozent runtergeht, sukzessive mit Geld in gehebelte Anlagen wie bspw. den dreifach gehebelten Nasdaq 100 einsteigen, das eigentlich nicht fürs

    Zunächst ist der dreifach gehebelte inverse Etf der Hit, danach der normale dreifach gehebelte. Zwischen „zunächst“ und „danach“ sicher unterscheiden zu können wäre der Oberhit.

  • Hallo zusammen,

    ich hatte letztens Finanztest angeschrien. Hier die Antwort:

    „vielen Dank für Ihr Interesse an Stiftung Warentest Finanzen. Es gibt bereits auf test.de eine intensive Diskussion dazu, in der die Stiftung Warentestebenfalls Stellung bezogen hat. Schauen Sie bitte in die Kommentare unter den Artikeln:

    Depot-Absicherungen im Test: Mit diesen Strategien können Sie Ihr Depot stabilisieren
    Vier Strategien gegen Börsen-Crashs - eine davon von der Stiftung Warentest neu entwickelt. Mehr Rendite, weniger Risiko!
    www.test.de


    http://www.test.de/Dip-Ausstieg-C…egie-6268832-0/

    Verkürzt soll es wohl „lediglich“ eine historische Analyse sein. Also keine Aussage für die Zukunft darstellen.

    Wenn ich es so richtig verstanden habe, sollte der Artikel rasch zurückgezogen werden um ihn deutlich zu überarbeiten.

    So wie er jetzt veröffentlicht ist stellte er eine Alternative zu den bisherigen angemessen Strategien da. Und das ist mindestens nicht hilfreich.

    LG

  • Hallo zusammen,

    folgendes habe ich der Stiftung Finanztest geantwortet:

    Sehr geehrter Herr…,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

    Aus meiner Sicht wird die betreffende Strategie nicht lediglich als historische Analyse dargestellt, sondern als eigenständiger, in sich geschlossener Ansatz, der auch für eine zukünftige Anwendung geeignet erscheint. Genau darin sehe ich das Problem: In dieser Form wird sie als praktikable Alternative verstanden – was sie nach meiner Einschätzung nicht ist.

    Gerade vor dem Hintergrund der großen Reichweite und der hohen Glaubwürdigkeit der Stiftung Finanztest halte ich diese Darstellung für kritisch. Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen sich auf eine klare, ausgewogene und realistische Einordnung. Wird diese nicht eindeutig vorgenommen, besteht die Gefahr, dass falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.

    Aus Sorge um den guten Ruf der Stiftung Finanztest möchte ich Sie daher bitten, diese Thematik dem Vorstand vorzulegen und dort nochmals prüfen zu lassen.

    Es geht aus meiner Sicht um zu viel, um dies auf dieser Ebene zu belassen.

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung und die erneute Prüfung.

    Mit freundlichen Grüßen…“

    LG

  • Hier ein Video von Prof. Hartmut Walz zur Finanztest-Crashstretegie.

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  • Jedenfalls bin ich dankbar für diesen Thread! Ich hatte den Artikel nämlich auch gelesen und fand ihn zunächst plausibel, hatte allerdings schon das Gefühl, dass da irgendwas nicht hinhauen kann. Klarer Denkfehler: Wenn der MSCI oder welcher Index auch immer um 20 % sinkt, ist ja (glücklicherweise) kein Verlass drauf, dass er noch weiter sinkt und man dann günstig zurückkaufen kann.

  • Der Artikel war extrem schwach. Ich denke auch, dass er der Reputation dieser Zeitschrift schadet.

    Die Chefredaktion hat das natürlich wissentlich freigegeben und sogar als Aufhänger für die Februar-Ausgabe zugelassen.

    Ich denke, das dürfte Konsequenzen haben.

  • Der Artikel war extrem schwach. Ich denke auch, dass er der Reputation dieser Zeitschrift schadet.

    Die Chefredaktion hat das natürlich wissentlich freigegeben und sogar als Aufhänger für die Februar-Ausgabe zugelassen.

    Ich denke, das dürfte Konsequenzen haben.

    Ich bin gespannt, ob in der nächsten Ausgabe ein Klarstellung der Redaktion steht.

  • Hallo zusammen,

    Finanztest hat geantwortet:

    „vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Absicherungsstrategien und Ihre ausführlichen Gedanken dazu. Der Leserservice hat mir Ihre Email weitergeleitet. Ich bin für die Pantoffel-Portfolios und die Absicherungsstrategien fachlich verantwortlich und möchte Ihnen gern ausführlich antworten. Lassen Sie mich zunächst einige Punkte zusammenfassend einordnen.


    Die von Ihnen angesprochenen Risiken – das Verpassen guter Börsentage, psychologische Hürden, die Schwierigkeit von Ein- und Ausstiegszeitpunkten – teilen wir. Deshalb stellen wir Buy & Hold mit breiter Diversifikation und Rebalancing weiterhin als eine zentrale und bewährte Strategie dar. Diese Sichtweise wird durch den aktuellen Beitrag nicht infrage gestellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in diesem Beitrag den Fokus auf eine weitere Möglichkeit – die der Absicherungsstrategien - gelegt haben und bspw. nicht erneut ausführlich das Pantoffel-Portfolio erklärt haben – was wir regelmäßig in anderen Beiträgen tun.


    Die Dip-Crash-Strategie zielt nicht darauf ab, Crashs vorherzusagen oder „den richtigen Zeitpunkt“ zu erkennen. Sie reagiert rein regelbasiert auf bereits eingetretene Marktbewegungen. Ob und für wen ein solcher Ansatz praktikabel ist, hängt stark von der persönlichen Situation, der Risikotragfähigkeit und der eigenen Disziplin ab – weshalb wir ihn bewusst nicht als allgemeine Empfehlung formulieren.


    Ihr Hinweis auf die Verantwortung unserer Reichweite ist berechtigt. Gerade deshalb war es uns wichtig, die Grenzen, Risiken und Alternativen offen darzustellen und nicht den Eindruck einer „sicheren“ Lösung zu vermitteln. Sollte diese Einordnung im Artikel bei Ihnen nicht klar genug angekommen sein, nehme ich das als wertvolles Feedback mit.


    Ich gehe im Folgenden auch noch kurz auf Ihre einzelnen Kritikpunkte ein:


    „Aus meiner Sicht ist es extrem schwierig, zuverlässig zu erkennen, ob ein Kursrückgang lediglich ein normaler Dip oder bereits der Beginn eines größeren Crashs ist. Ebenso unklar ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg. Die Gefahr, zu früh auszusteigen oder nach einem Crash zu lange an der Seitenlinie zu bleiben, halte ich für erheblich.“

    • Sie können nicht im Voraus erkennen, ob es sich nur um einen mittleren oder einen katastrophalen Crash handeln wird. Sie handeln regelbasiert und müssen „Fehlsignale“ in Kauf nehmen.
    • Bezüglich des „zu früh aussteigen“: Sie dürfen die Austritssschwelle nicht im Bereich „normaler“ Schwankungen setzen, die auch bei Aufwärtsmärkten zu sehen sind.


    „Besonders einleuchtend finde ich den oft genannten Punkt, dass ein großer Teil der langfristigen Rendite an wenigen sehr guten Börsentagen entsteht, die häufig kurz nach starken Kurseinbrüchen liegen. Wer in dieser Phase nicht investiert ist, riskiert eine deutlich schlechtere Gesamtperformance.“

    • Wir haben die Strategien auf Tagesbasis getestet. Sehr gute einzelne Börsentage sind in unseren Ergebnissen berücksichtigt. (Halb-)Wirksam „Verpassen“ würden Sie bei der Dip-Crash-Strategie die besten Tage tatsächlich nur, wenn diese um die Austrittsschwelle herum auftreten.
    • Beachten Sie, dass mathematisch gesehen Verluste sich stärker auf die Gesamtrendite auswirken als positive Tage: um einen Verlust von 50 Prozent auszugleichen brauchen Sie einen Gewinn von 100 Prozent. Sie können daher auch beim Verpassen der besten Börsentage dennoch eine gute Rendite erzielen, sofern Sie Verluste vermeiden.
    • Wir nehmen Ihre Frage gern als Anregung, dieses Thema künftig tiefer zu beleuchten.


    „Hinzu kommt aus meiner Sicht der psychologische Faktor. In fallenden Märkten rational zu handeln, fällt vielen Anlegern schwer. Die Unsicherheit kann dazu führen, dass der Wiedereinstieg immer weiter hinausgezögert wird, selbst wenn die Kurse bereits wieder steigen.“

    • Die gleichen psychologischen Herausforderungen gibt es jedoch auch bei Buy-and-Hold. Und sogar bei Mischportfolios neigen Anleger dazu, den Aktienanteil isoliert zu betrachten und nicht das Gesamtportfolio.
    • Eine Motivation für unsere Analyse war genau das: Anleger neigen in Krisensituationen, aus dem Bauch heraus und in Panik zu verkaufen. Unsere Überlegung war daher: Wie kann man solch ein Verhalten in vernünftige Bahnen lenken?


    „Aus diesen Gründen folge ich persönlich eher einem langfristigen Ansatz mit Buy & Hold, breiter Diversifikation und ein regelmäßigen Investitionsplan. Rebalancing erscheint mir dabei als sinnvolleres Instrument zur Risikosteuerung als der Versuch, den Markt aktiv zu timen.“

    • Bitte schauen Sie sich nochmals unseren Artikel an. Wir beschreiben mehrfach, dass die Klassiker „Durchhalten“ (buy-and-hold) oder den „Aktienanteil von vornerein senken“ (Mischportfolio, bspw. Pantoffel-Portfolio) völlig valide sind. Die Asset Allokation kommt immer als erstes.


    „Mich würde interessieren, wie Ihre Erfahrungen oder Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern zu dieser Strategie ausfallen. Gibt es aus Ihrer Sicht belegbare Fälle, in denen Privatanleger diese Vorgehensweise über längere Zeit erfolgreich und konsequent umsetzen konnten?“

    • Wir haben die Strategien gerade zum ersten Mal beleuchtet. Wir freuen uns auf Feedback über die nächsten Jahre hinweg.


    Abschließend lassen Sie mich festhalten: Der Ansatz „Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg“ ist keine Empfehlung für alle Anleger, sondern eine zusätzliche Option für bestimmte Selbstentscheider, die große Verluste in extremen Crashphasen begrenzen möchten und dafür bewusst Aufwand, Disziplin und mögliche Phasen der Underperformance in Kauf nehmen. Diese Zielkonflikte benennen wir im Artikel ausdrücklich.“

    LG