Wie geht ihr mit fehlenden Börsenkrisen um?

  • Hast du Kriterien festgelegt, wann du diesen Gold Aktien Switch durchführst?

  • Ehrlich gesagt: noch nicht. Mein Gedanke ist, mich daran zu orientieren, dass z.B. der FTSE All World mehr als x% unter seinem Höchststand steht und binnen y Tagen wenigstens z% seines Ausgangskurses verloren hat. Ich würde mir da gerne ein Regelwerk bauen, indem ich bestimme, wie groß vor alllem x und z sein sollen, dafür muss ich abwr erst noch vergangene Crashs "vermessen".


    Vorschläge dazu sind herzlich willkommen.

  • Klar! Ein Teil des Vermögens interessiert uns nicht. Der andere Teil des Vermögens interessiert uns aber.

    Mein Rat: Gewöhne Dir das dringend ab und interessiere Dich für Dein gesamtes Vermögen.

    Naja, wenn meine Aktien insgesamt weniger wert sind als mein ETF täglich schwankt, sieht man deren Schwankung ganz einfach im Gesamtvermögen nicht wirklich

  • Naja, wenn meine Aktien insgesamt weniger wert sind als mein ETF täglich schwankt, sieht man deren Schwankung ganz einfach im Gesamtvermögen nicht wirklich

    Die Dosis macht das Gift.

    Bzw. :

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    Je entspannter der Umgang mit den Schwankungen ist, desto besser. :thumbup:

  • Du weißt halt Bescheid. :*

    Versuche es doch mal so zu sehen:

    Wenn jemand nur einen Hammer hat (oder auch nur in der Welt und dem Setting Hammer und Nagel unterwegs ist und denken kann), dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

    Und dann wird halt mit großem Engagement (um die Formulierung Verbissenheit zu vermeiden) drauf los gehämmert.

  • K. Fee 29. Januar 2026 um 08:40

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Ich führe zwei Depots - eins zum allgemeinen Vermögensaufbau und eins zur Altersvorsorge....

    Ich habe fünf Depots:

    Eines für die Altersvorsorge, eines für geplante Urlaubsreisen, eines für ein neues Auto, ein weiteres für die Ausbildung der Kinder, und schließlich eines für den allgemeinen Vermögensaufbau.;)

    Bemerkst Du etwas? Ja, egal wie viele Depots ich habe, es bleibt dabei, dass ich nur ein Vermögen habe.

  • Und wozu benötigt man zwei Depots, wenn man doch nur etwas mentale Kunstgymnastik betreiben will?

  • - Wenn der Aktienmarkt crasht, bleibt Gold stabil oder fällt zumindest deutlich weniger stark als die Aktienmärkte.

    - Ich verkaufe dann alle Gold-ETC-Anteile, die steuerfrei liquidierbar sind.

    - Dieser Erlös geht dann in zusätzliche Anteile meines All-World ETF.

    - Mit fortschreitender Erholung der Aktienmärkte wird dann temporär ein größerer Anteil der monatlichen Sparsumme für die Altersvorsorge in Gold-ETC gelenkt, um dort "aufzufüllen".

    Das ist letztlich auch Market Timing. Eine Alternative wäre, einfach alles in einen All-World-ETF zu investieren. Damit hättest du bisher (ohne recency bias) mehr Rendite erzielt.

    Wie sich Gold künftig entwickeln wird und wie es sich in Krisen verhalten wird, lässt sich nicht prognostizieren. Das hat in manchen Krisen funktioniert, in anderen jedoch nicht.

    Ich mache es nicht und würde es auch niemandem empfehlen: Wenn man unbedingt Gold halten möchte, dann eher physisch und als Versicherung für den Worst Case oder für maximale Anonymität. Gold im (sichtbaren) Depot als antizyklische Reserve halte ich für wenig durchdacht. Man sollte sich vom run der letzten Jahre nicht blenden lassen. Gold hatte auch schon mal schlechtere Zeiten (z.B. real Minus 83% bis März 2001).

  • Ehrlich gesagt: noch nicht. Mein Gedanke ist, mich daran zu orientieren, dass z.B. der FTSE All World mehr als x% unter seinem Höchststand steht und binnen y Tagen wenigstens z% seines Ausgangskurses verloren hat. Ich würde mir da gerne ein Regelwerk bauen, indem ich bestimme, wie groß vor alllem x und z sein sollen, dafür muss ich abwr erst noch vergangene Crashs "vermessen".


    Vorschläge dazu sind herzlich willkommen.

    Investiere doch statt einem FTSE All World einfach in einen Vanguard LS 80 oder LS 60. Dann wird täglich zwischen Anleihen/Aktien rebalanced ohne das Du Dir über ein Regelwerk oder irgendwelche Steuerzahlungen überhaupt Gedanken machen musst.;)
    Dazu dann meinetwegen noch etwas Gold. Hier hat man dann den Vorteil, dass man zumindest beim Goldverkauf nach 1. Jahr keine Steuern anfallen.

  • Gold als Anlage ist nicht so stabil wie es immer heißt.

    Wer im Januar 1980 gekauft hat musste 28 Jahre warten um die Einstiegskurse wieder zu sehen und konnte in der Zwischenzeit nur das Metall anschauen und festhalten.

    Gerade galoppiert ein Pferd Namens FOMO durch die Anlageklasse.

    Die Jahre davor waren es Kryptos. Interessant wäre zu wissen welche Anlageklasse als nächstes in den Norden getrieben wird.

    Goldpreis aktuell in Euro und Dollar | Goldkurs | GOLD.DE

    Goldchart von 1979- 2008

  • Wer im Januar 1980 gekauft hat musste 28 Jahre warten um die Einstiegskurse wieder zu sehen und konnte in der Zwischenzeit nur das Metall anschauen und festhalten.

    Das ist aber nicht inflationsbereinigt, oder? In dieser Zeit hatten wir mehr als 50% Kaufkraftverlust. Das heißt man noch ein paar Jährchen länger warten müssen um inflationsbereinigt gleich zu ziehen.

  • Das ist aber nicht inflationsbereinigt, oder?

    Nein, siehe Grafik.

    Ich habe mir 1980 eine Goldmünze von meinem Taschengeld gekauft, weil ich dachte so wird man reich. Und nein, es ist nicht mal heute lukrativ, wenn ich die Münze jetzt verkaufen würde, gemessen an der Anzahl der investierten Jahre. Der Einstiegszeitpunkt war eindeutig falsch. Letztlich hat mich diese Erfahrung später an die Börse gebracht.

  • Nein, siehe Grafik.

    Super Grafik! Das schätze ich an Prof. Walz: Er spricht sich nachweislich für eine Beimischung von Gold als Krisenschutz und Versicherung aus, schafft es dabei aber trotzdem, transparent das Hauptproblem von Gold zu benennen: Über sehr lange Zeiträume, die für Privatanleger relevant sind, kann Gold oft nur schlecht rentieren.

    Im Gegensatz dazu ist dies bei einem Asset mit Cashflow sowie einer deutlich positiven Eigenkapitalrendite sehr unwahrscheinlich. Durch die Regression zur Mitte ist davon auszugehen, dass Gold in den kommenden 30 Jahren kein leichtes Pflaster sein wird. Damit wäre auch der Aspekt des Krisenschutzes zumindest teilweise hinfällig.

    Zitat von Warren Buffet

    Das Problem bei Rohstoffen ist, dass man darauf wettet, was jemand anderes in sechs Monaten dafür bezahlt. Der Rohstoff selbst wird nichts für Sie tun. Gold ist eine Möglichkeit, auf Angst zu setzen. Aber das Gold selbst produziert nichts. Wenn die Menschen in ein oder zwei Jahren ängstlicher sind als heute, macht man Geld; wenn sie weniger ängstlich sind, verliert man Geld. Es wird irgendwo auf der Welt aus dem Boden gegraben, dann schmelzen wir es zu Barren, graben einen unterirdischen Tresor und vergraben es wieder. Für einen Außenstehenden wäre das reichlich obskur und seltsam.

    Das sollte reichen, um bei den Gold-Bugs den Puls zu treiben.;)

  • Das sollte reichen, um bei den Gold-Bugs den Puls zu treiben

    In dem Kontext ausgerechnet Warren Buffet zu zitieren ... (Nr. 55), der wirklich alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen ist, sprich aktiv statt passiv zu investieren ebenso in Sachen prognosefrei und risikoadjustierte Rendite ...

    Immerhin, zu ein bißchen Vermögen soll er auf diesem völligen falschen Weg ja gekommen sein ...

    Meine Lese-Empfehlung geht in eine andere Richtung

    Aus meiner Sicht noch heute lesenswert - vielmehr lesenswerter denn je ... - der legendäre Artikel zu dem Thema "Gold and Economic Freedom" von Alan Greenspan aus dem Jahr 1966 (Greenspan war u. a. von 1987 bis 2006 Vorsitzender der amerikanischen Notenbank (Fed).

    Um wirtschaftliche Freiheit geht es ja (leider) schon lange nicht mehr - sondern nur noch um eine möglichst robuste und resiliente finanzielle Aufstellung. Gerade vor dem Hintergrund immer übergriffiger werdenden Staaten, staatlichen Notenbanken und staatlichen Institutionen (auch supranationalen; siehe EU).

    Im Gegensatz dazu ist dies bei einem Asset mit Cashflow sowie einer deutlich positiven Eigenkapitalrendite sehr unwahrscheinlich.

    Für meinen Teil ist Gold eine Versicherung und kein Investment. Noch dazu eine sozusagen "stille (heimliche) Reserve, die weltweit gehandelt wird und bei Bedarf nahezu "geräuschlos" eingesetzt werden kann. Mir persönlich ist auch niemand bekannt, der Gold physisch hält und das anders sieht. Versicherungen erfüllen, bei mir jedenfalls, andere Zwecke als Investments.


    Weil es gerade paßt: Ein alter Bekannter aus dem Frankenland ist heute nach Nürnberg gefahren (zu einem bekannten und renommierten Goldhändler), um sich ausnahmsweise einmal von einem seiner kompakten 1000 Gramm Barren Gold zu trennen (in dem Fall etwa nur so groß wie eine Zigarettenschachtel). Der Ankaufspreis war rund 137. 500 00 € (gekauft hatte er mit mir zusammen in 1999 für 7.879,00 € pro Kilo).

    Sein Kommentar:

    "Der Erlös entspricht in etwa dem Preis, den ich für mein ersten Haus nähe Regensburg bezahlt hatte (270.000 DM). Dabei ist wohl Gold nie teurer geworden - unser Geld nur immer schlechter und wertloser"

    Im Jahr 1967 Preis Krügerrand: 27,00 ZAR (südafrikanischer Rand) - heute: 84.155,90 ZAR ...