Prof. Walz: MSCI World-ETF ist eine schlechte Wahl

  • Hier nimmt ab Minute 31 Professor Hartmut Walz wieder Stellung zur Thematik „Klumpenrisiko“ USA.

    Wörtlich sagt er, dass ein „primitiver“ ETF auf den MSCI World eine schlechte Wahl sei.

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    Für den Anfang und in den ersten 10-20 Jahren darf es ein ETF auf den MSCI ACWI IMI sein. Danach solle man aber unbedingt EM und Europa dazunehmen.

    Er plädiert für eine Core-Satellite-Lösung mit auf jeden Fall 3 ETF.

    Hörenswert.

  • Der gute Mann bringt es bislang nicht über das Herz, den Gerd-Kommer-ETF zu empfehlen. Dabei bietet dieser ,,maximales KISS" und adressiert die Klumpenbildung auf Dauer. In einem Produkt.

    Mich wundert schon länger, warum er nicht selbst einen Fonds auflegt. Sein Kollege Weber hat diesen Schritt schließlich auch vollzogen. Ein Kommer-Ansatz ohne Faktoren mit beispielsweise 0,15 % TER wäre aus meiner Sicht durchaus interessant.

    Inhaltlich ist fast alles, was Walz sagt, sehr überzeugend. Allerdings ist mehr als ein ETF eben nicht mehr KISS und genau das führt bei vielen Privatanlegern über kurz oder lang zu Problemen.

    Bevor man sich in komplexeren Konstruktionen verliert und mit dem Kommer-Ansatz nichts anfangen kann, würde ich eher zum ACWI IMI greifen. Eine einfache Lösung mit nur einem ETF ist meiner Meinung nach komplexeren Ansätzen grundsätzlich überlegen, selbst wenn diese theoretisch (zu Beginn) sauber umgesetzt sind und das ,,Klumpenrisiko" lösen.

  • "Für den Anfang und in den ersten 10-20 Jahren darf es ein ETF auf den MSCI ACWI IMI sein. Danach solle man aber unbedingt EM und Europa dazunehmen."


    @Ben_85 danke, hab nur den Post gelesen. Hör keine Podcasts und schau keine Videos, lesen geht schneller.

  • "Für den Anfang und in den ersten 10-20 Jahren darf es ein ETF auf den MSCI ACWI IMI sein. Danach solle man aber unbedingt EM und Europa dazunehmen."

    Dieser Satz macht doch überhaupt keinen Sinn. Warum sollten die ersten 10-20 Jahre bzw. die ersten 100.000 oder 1 Mio. anders behandelt werden als das was danach kommt? Entweder man geht von einem Klumpenrisiko USA aus, oder eben nicht. Wenn man aber davon ausgeht, dann muss jeder Euro und jeder Zeitraum gleich behandelt werden.

  • Auf 30 JAhre macht es überhaupt keinen Sinn sich über die Zusammensetzung des MSCI World Gedanken zu machen. Die sieht in 30 Jahren nämlich ganz anders aus. Und wenn nicht, dann war USA doch kein Klumpenrisiko.

    Und wenn ich EM dazu nähme, dann nur auf lange Sicht wie 30 Jahre und nicht kurz vor Schluß.

    Ich finde es immer faszinierend wie sehr ein Ttitel wie Prof. doch wirkt.

  • "MSCI World-ETF ist eine schlechte Wahl"

    Schlechter als was? Schlechter als das Geld:

    • zinslos auf dem Sparkassenkonto zu lassen?
    • in ein Schließfach zu legen?
    • in einen Riestervertrag einzuzahlen?
    • in eine andere Rentenversicherung zu zahlen?
    • in p2p Kredite zu investieren?
    • in Immobilien zu investieren?
    • etc. etc.

    Wir verunsichern mit diesen Aussagen die ganzen "Anfänger" die gerade dabei sind den richtigen Schritt Richtung eigene Vorsorge zu gehen.

    Grundaussage sollte doch sein dass es für die langfristige eigene Vorsorge eine gute Sache ist auf einen möglichst breit diversivifizierten ETF zu setzen. Der MSCI World kann dafür ein guter Startpunkt sein und man macht nichts falsch wenn man damit startet. Wenn man noch weiter diversifizieren möchte und es einem nicht zu kompliziert wird, kann man zwei weitere anteilig dazu nehmen.

  • ...Die sieht in 30 Jahren nämlich ganz anders aus. Und wenn nicht, dann war USA doch kein Klumpenrisiko.

    Doch, das ist und war es in jedem Fall.

    Nur weil nichts passiert ist, heißt das nicht, dass es kein Risiko gab. Das sieht der Professor schon sehr richtig.

    Für mich ist die Aussage "schlechte Wahl" nicht nachvollziehbar. Ich vermute, wir werden bald einen neuen Fonds von ihm sehen.

  • Für den Anfang und in den ersten 10-20 Jahren darf es ein ETF auf den MSCI ACWI IMI sein. Danach solle man aber unbedingt EM und Europa dazunehmen.

    Sollte man nicht abwarten, wie die Verteilung im MSCI ACWI IMI in 10-20 Jahren konkret ist, bevor man EM und Europa dazu nimmt?
    Möglicherweise ist der Anteil von Europa und den EM in 10-20 Jahren ja doppelt so hoch wie heute und der USA-Anteil so niedrig, dass die Empfehlung der Experten dann lautet die USA 'nachzuwürzen'. ;)

    Alles kann passieren. Auch das Gegenteil.

  • Möglicherweise ist der Anteil von Europa und den EM in 10-20 Jahren ja doppelt so hoch wie heute und der USA-Anteil so niedrig, dass die Empfehlung der Experten dann lautet die USA 'nachzuwürzen'. ;)

    Zumal man bei der Berechnungsbasis eines Klumpens vorsichtig sein sollte.
    Bei einem deutschen Arbeitnehmer mit Humankapital, Rentenansprüchen in Euro und eventuell Wohneigentum hier liegt der deutsche bzw. europäische Klumpen selbst bei hoher ETF-Sparrate meist über 90 %, bei vielen sogar über 98 % und lässt sich selbst mit einem 100 %-USA-Portfolio kaum verklinern.

    Ich finde es schon erstaunlich, dass ein Kaliber wie Walz nicht darauf eingeht, dass man sich mit der Senkung des Klumpenrisikos „Rechtsraum USA“ automatisch andere Risiken ins Depot holt. Denn irgendwo muss das Kapital ja hin. Zwangsläufig überwiegend nach Europa und Asien, also in Regionen mit ganz eigenen strukturellen Problemen.

    Für mich ist jedoch das operative Risiko eines Mehr-ETF-Portfolios der entscheidende Punkt. Das führt über kurz oder lang zu praktischen Problemen: Nach welchen Kriterien soll ein solches Portfolio eigentlich rebalanciert werden? Und soll man das auch dann tun, wenn dabei Steuern anfallen? Was passiert, wenn die USA irgendwan nicht mehr das „Problem“ sind? Nimmt man dann wieder einen S&P 500 ins Portfolio auf? Also noch mehr ETFs?

    Das wird meines Erachtens nicht zu Ende gedacht. Die meisten Privatanleger sind schlicht nicht in der Lage, ein derart komplexes Konstrukt über 40 bis 50 Jahre hinweg bis ins hohe Alter rational zu überwachen und zu managen. Spätestens wenn ein finanziell wenig versierter Partner übernehmen muss, ist in der Praxis meist Schluss.

    Die meisten verhaspeln sich doch bereits bei der richtigen Aufteilung risikoarm/risikobehaftet. Mehrere ETFs über Jahrzehnte? Vergiss es.