Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • Gute Unternehmer sind halt oftmals keine guten Anleger. Ja das Prinzip ist einfach und es funktioniert auch relativ gut und ohne Verwaltungsaufwand. Damit fliegt man selten auf die Schnauze, aber man lässt halt über seine Lebensdauer locker mehrere Millionen liegen.

    Ich habe mein Vermögen nur durch Finanzgeschäfte erwirtschaftet und werde, wenn mein nächster Biotech-Deal klappt einfach mal 10 Familienstiftungen raushauen. Das Gegenteil von Kiss und ETFs. Macht mehr Spaß und mehr Geld.

    10x800k Erbschaftsteuerfreibetrag. 10x5k Körperschaftsteuerfreibetrag = jedes Jahr 10x120k steuerfrei mit Einzelaktien verdienen.

    Ja man bekommt das Geld aus Familienstiftungen auch nur mit 25% Abgeltungsteuer raus. Man kann sich aber einfach Geld gegen Zinsen leihen und zurückzahlen, wenn man im Privatvermögen wieder mehr Geld verdient hat. So schafft man Generational Wealth für Jahrtausende. Beim Kiss-Prinzip reicht ein Kunststudent-Pulverschniefer und die 5 Millionen sind futsch.

  • Das das Thema Stiftungen kam. Hier ein gutes Zitat von Nikolaus Braun. Seine Bücher kann ich auch sehr empfehlen.

    Zitat von Nikolaus Braun

    Viele Menschen glauben, sie könnten ihr Vermögen über Generationen hinweg konservieren oder durch Stiftungen eine Art finanzielle Unsterblichkeit erreichen. Doch realistisch betrachtet verschwindet Geld nach ein bis zwei Generationen ohnehin, weil sich Lebensumstände, Entscheidungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ständig verändern. Der wahre Wert von Geld liegt nicht darin, es anzuhäufen oder als Symbol der Macht zu betrachten, sondern darin, es bewusst einzusetzen. Es lohnt sich, die eigene Motivation zu hinterfragen: Geht es darum Sicherheit oder Status zu bewahren bzw. sich unsterblich zu machen oder darum, das eigene Leben und das der anderen aktiv und sinnvoll zu gestalten?

  • Mein Problem ist, dass mir der Kommer mit 0,45 Ter zu teuer ist.

    wenn ich z.B. 700 k investieren will und den Kommer so "nachbaue":

    75 % SPDR MSCI ACWI IMI (A1JJTD)

    25 % iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (A111X9)

    Das kommt dem Kommer-Ansatz (der 50/50-Mischung aus BIP und Marktkapitalisierung) extrem nahe, spart gegenüber Kommer ca. 2.300 € pro Jahr an Gebühren.

    Klar dafür habe ich natürlich mehr Stress.

    Noch genauer wäre vermutlich:

    55 % SPDR MSCI ACWI IMI (A1JJTD) – Basis

    25 % iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (A111X9) – EM-Boost

    20 % Xtrackers MSCI World ex USA (DBX0NV) – Europa/Pazifik-Boost

    Kosten: Ca. 0,18 % p.a.

    Ist natürlich noch viel weniger KISS. Und wenn ich in vielleicht 5 Jahren doch noch mal umschichten müsste.... würden sich die Kosten natürlich noch mal relativieren. Was meint Ihr?

  • „viel weniger KISS“ ist gut…

    Und wenn der Kommer nun plus/minus 1% von deiner Zusammenstellung abweicht, dann kann der doch auch eine TER von 8% haben, oder nicht?

  • Theoretisch hast du recht: Wenn Kommer durch sein Modell (Faktoren + BIP-Mischung) auch nur 0,5 % pro Jahr besser abschneidet als der Marktdurchschnitt, hat er seine Kosten von 0,5 % bereits wieder eingespielt ("netto" gleichauf). Würde er 8 % Rendite machen, während der Markt bei 7 % dümpelt, wäre er sogar bei einer TER von 1 % noch der bessere Deal.

    Der Kommer-ETF weicht nicht nur zufällig um 1 % ab. Er gewichtet Aktien systematisch anders (Multi-Factor).

    Small Caps & Value: Historisch gesehen haben kleine und günstig bewertete Unternehmen den Gesamtmarkt oft geschlagen.

    Das Risiko: Diese Faktoren können über 10 oder 15 Jahre auch schlechter laufen als der Standardmarkt (wie man in den letzten 10 Jahren bei den US-Tech-Giganten gesehen hat).

    Wenn Kommer schlechter läuft als der ACWI IMI und gleichzeitig teurer ist, verlierst du also doppelt!

    Wenn wir die Kosten isoliert betrachten, ist die TER eine Sicherheit, während die Mehrrendite eine Hoffnung ist.

    Die 0,17 % beim SPDR ACWI IMI sind dir sicher.

    Die 0,50 % beim Kommer sind dir auch sicher.

    Die Mehrrendite von Kommer ist eine statistische Wahrscheinlichkeit, aber keine Garantie. :(

    Bei z.B. 700.000 € bedeutet der Kostenunterschied von 0,33 % (ca. 2.300 € pro Jahr), dass Kommer jedes Jahr eine Bruttorendite erwirtschaften muss, die um diesen Betrag höher ist, nur damit du am Ende exakt beim gleichen Kontostand landest wie mit dem günstigen SPDR.

    BIP vs. Marktkapitalisierung

    Hier wird es spannend:

    Die BIP-Gewichtung (mehr Schwellenländer) hat in den letzten 10 Jahren deutlich schlechter abgeschnitten als die Marktkapitalisierung (viel USA/Tech).

    Hättest du die letzten 10 Jahre nach BIP angelegt, hättest du trotz "wissenschaftlichem Ansatz" deutlich weniger Geld als mit einem simplen MSCI World.

    Die psychologische Falle (auf die Irving immer wieder hinweist):

    Wenn du den SPDR ACWI IMI + EM selbst mischt, musst du zusehen, wie eine Position vielleicht +10 % macht und die andere -5 %. Hältst du die Strategie dann durch??!!

    Beim Kommer-ETF siehst du nur eine Zahl. Das "Chaos" der Einzelkomponenten ist im ETF-Mantel versteckt. Die Anleger zahlen die 0,50 % gerne quasi als "Disziplin-Gebühr". Oder?

    Glaubst du fest daran, dass Small Caps und Value-Aktien in den nächsten 20 Jahren die großen Tech-Werte (Apple, Nvidia, Microsoft) schlagen werden? Dann: Kommer-ETF. Oder?

    Willst du einfach nur die Weltwirtschaft so günstig wie möglich besitzen und bist bereit, das US-Übergewicht zu akzeptieren oder mit einem zweiten günstigen ETF manuell zu korrigieren? Dann scheint mir doch SPDR ACWI IMI die bessere Wahl zu sein. Zumal ich auch noch Korrekturen durch einen zweiten ETF 25 % iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (A111X9) vornehmen möchte.

  • Bei dem ETF handelt es sich um den L&G Gerd Kommer Multifactor Equity UCITS ETF in der ausschüttenden Variante (WKN: WELT0B).

    Von den Ausschüttungen bestreitet ihr euren Alltag? Keine Wiederanlage?
    Wer von Gehalt, Rente, Miete etc. leben kann, braucht doch keinen Ausschütter. Oder spricht noch was dafür?
    Ob einmal im Jahr die VAP ein größerer oder keiner/kleinerer Batzen ist, wäre mir egal.

  • Ich finde, diese „Goldmicha-Überlegungen gehören doch überhaupt nicht in diesen Thread. Goldmicha hat sich schon einige Threads über seine Anlagenöte eröffnet. Da kann er doch fortsetzen, oder ?

    Tomarcy
    12. Oktober 2025 um 13:31


    Da bekam er auch wichtige Hinweise zum „Kommer-Schreck“ von Irving.


    Siehe hier Beträge ab 1 und ab 113.


    Tomarcy
    8. September 2025 um 23:44
  • dass es in diesem Forum in der nächsten Krise wahrscheinlich sehr still werden wird

    Oder sehr laut aufgrund des Ach- und Wehklagens ...

    und ich dann, vermutlich mit sehr hohen Buchverlusten, aufzeigen kann, dass man solche Krisen problemlos übersteht, wenn man (hoffentlich) ruhig bleibt.

    Nicht "man" sondern höchstens Du und nur anhand Deines Beispiels könntest dies dann "aufzeigen" - so es Dir denn mit dem "problemlos Krisen überstehen" und "ruhig bleiben" gelingt.

    Nur am Rande in dem Kontext:

    Der ETF liegt in einem Gemeinschaftsdepot meiner Frau und mir bei einer Bank,

    Conditio sine quo non in der Konstellation Gemeinschaftsdepot (eine Variante, die ich nie gewählt hatte und nie wählen werde): Der Mann und die Frau haben eine identische subjektive Risikobereitschaft samt identischer emotionaler Risikotoleranz. Wäre nach meinen Erfahrungen ein ziemlicher Zufall ...

    Ein KISS-Ansatz soll mich daher in erster Linie vor mir selbst schützen.

    Auch dazu hatte Thomas.Schreiber (ebenfalls Kommer-Fan) bereits geniale Ideen geliefert:

    Ich habe unser Depot vor 3 Jahren an eine Bank übertragen, die kein mobile-banking für das Depot anbietet. Ich kenne jemanden, der seine Zugangsdaten weggeworfen hat ...

    :)

  • Bei einem 5 Millionen Gemeinschaftsdepot rennt man m.E. fast immer in Probleme.

    Wer wie viel verdient hat, wurde hier nicht gesagt. Güterstand unbekannt. Spielt keine Rolle. Ehepartner haben nur 500k Freibetrag. Ggf. hat man einen Depotvertrag um das Problem zu umgehen, dann kann man auch gleich zwei Einzeldepots führen.

    Das Steuerrecht interessiert sich halt nicht für irgendwelche ideelen partnerschaftlichen Ideen.

  • Wo stehen wir mit dem Gerd-Kommer-ETF?

    Der Gerd-Kommer-ETF wurde im Juni 2023 aufgelegt. Seitdem liegt seine Performance bei +42,23 %, der MSCI ACWI IMI kommt im gleichen Zeitraum auf +43,19 %.

    Betrachtet man den Zeitraum von 2025 bis heute, zeigt sich eine andere Dynamik: Der GK-ETF liegt mit +13,59 % über dem ACWI IMI (+11,13 %).

    Der zugrundeliegende GK-Solactive-Index wurde bis 2017 zurückgerechnet. Hätte es den GK-ETF bereits seit 2017 gegeben, wäre die Underperformance seit Auflage noch deutlicher ausgefallen.

    Was treibt Performance und Underperformance?
    Historisch zeigt sich:

    • Von 1970 bis Ende der 1990er Jahre outperformten Aktien außerhalb der USA den US-Markt über weite Teile.
    • Seit Ende der 1990er Jahre dominieren US-Aktien (in USD). Strategien mit geringerer US-Quote oder einer höheren Gewichtung von Small Caps, Emerging Markets oder Value-Aktien waren in dieser Phase überwiegend nachteilig.


    Seit 2025 hat sich das Blatt gewendet: US-Aktien underperformen.

    Von Januar 2025 bis heute hatten z.B. europäische Aktien (+25,14%) und Aktien aus den Emerging Markets (+26,31%) die USA (+3,55%) deutlich outperformed. Dies erklärt einen Teil der jüngsten Outperformance des Gerd-Kommer-ETF gegenüber dem MSCI ACWI IMI.

    Wichtig: Daraus lässt sich keine Trendumkehr ableiten. Diese Beobachtung beschreibt nur die aktuelle Marktlage – Erfolgreiches Market Timing auf Basis historischer Muster ist m.E. nicht möglich.

  • Ich tue mich schwer mit diesem Depotentwurf aus ganz unterschiedlichen Gründen.

    1) Nach 35 Jahren Börsenerfahrung inclusive einiger Crashs kenne ich mich und meine Anlagefehler recht gut. Schlechte Entscheidungen haben mich in all den Jahren genauso wenig in Panik versetzt wie tiefe Börsenkrisen. Kopflose Verkäufe sind mir fremd. Ich wüsste keinen Grund, warum ich davon ausgehen sollte, dass das bei der nächsten Krise anders sein wird. Du magst Gründe haben, warum Du Dich anders einschätzt.

    2) Das Depot mit Blick auf die Erben zu vereinfachen macht Sinn, bevor die später damit überfordert sind. Noch wichtiger aber ist es, sie dahin zu bringen, dass sie später wissen, wie sie es gestalten wollen und davon profitieren. Denn auch ein KISS Depot kann in Panik und schlechtem Bankberater aufgelöst werden.

    3) Wenn ich über 30+ Jahre ein kleines Vermögen anspare, dann ist so ein Depot historisch gewachsen. Das beinhaltet eine ganze Reihe von Positionen. Zu Beginn gab es aktive Fonds und Einzelaktien, ja selbst Zertifikate auf den DAX hatte ich mal. 2007/2008 habe ich mit ETFs angefangen neben den aktiven Fonds. Die ETF Landschaft hat sich seitdem kräftig geändert. Es wird meiner Einschätzung nach keinem Anleger gelingen, heute den Fonds auszuwählen, den er auch in 30 Jahren noch im Depot haben will. Die Chance liegt bei deutlich unter 1 %, da einen Treffer zu landen. Von meinen Ende 2008 angeschafften Fonds habe ich gerade noch zwei im Depot und keinen davon würde ich heute noch kaufen. Daher halte ich den Depotentwurf für einen unerreichbaren Wunschtraum.

    4) Mir ist es unverständlich, warum man zur Vermeidung zukünftiger Anlagefehler im Hier und Jetzt sein Anlagekapital mutwillig reduziert. Bei einer langen Anlagedauer hat das klar negative Auswirkungen. Hast Du Dir ausgerechnet, um wie viel Dein Vermögen durch diese Vereinfachung geschmolzen ist? Allenfalls für die Erbschaftssteuer sind solche Aktionen möglicherweise sinnvoll. Positionen, die man 30 Jahre im Depot hat, dürften beim Verkauf zu ca. 75 % zu versteuern gewesen sein. Das bedeutet, dass rund 20 % des Positionswerts für Steuern drauf gehen. Wenn es weniger ist, dann ist Deine letzte Umstrukturierung noch nicht lange her bzw. Du hast keine 30jährige durchgängige Historie. Ich frage ganz ernsthaft, wie Du auf die Idee kommst, jetzt die perfekte Lösung gefunden zu haben.

  • 90 Prozent Aktien Ich halte nicht viel von Anlageentscheidungen, die primär auf (vermeintlicher) Steuerersparnis basieren. Das führt in der Praxis meist zu Fehlentscheidungen. Viele überschätzen zudem die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen.

    Man spart zunächst einmal keine Steuer. Man zahlt sie letztlich ohnehin. Es reduziert lediglich den Steuerstundungseffekt, der zudem nur dann vollständig greift, wenn die aktuelle Steuerbelastung auf Kapitalerträge unverändert bleibt (was meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich ist).

    Ich glaube außerdem, dass ein Multi-Faktor-KISS-Ansatz den ohnehin geringen Steuerstundungseffekt (Anmerkung: in meinem Fall gering) mehr als ausgleichen kann. Das würde umso mehr bei älteren ETFs, aktiven Fonds oder gar Einzelaktien gelten. Wir haben das Steuerthema daher völlig ausgeklammert. Für uns spielt es keine entscheidende Rolle. Viele komplizierte, teure und letztlich suboptimale Vermögensstrukturen existieren meiner Ansicht nach vor allem deshalb, weil die Steuer in den Mittelpunkt gestellt wird.

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Es wird meiner Einschätzung nach keinem Anleger gelingen, heute den Fonds auszuwählen, den er auch in 30 Jahren noch im Depot haben will. Die Chance liegt bei deutlich unter 1 %, da einen Treffer zu landen.

    Das ist durchaus möglich. Wir sind nicht auf den Gerd-Kommer-ETF fixiert. Er ist m.E. momentan die beste Ein-ETF-Lösung. Das kann sich im Laufe der Zeit ändern.

  • Gibt auch ganz einfache Steuerstrategien:

    Einfach mal 1-2 Jahre auswandern und dort alle Kapitalerträge realisieren. Da freuen sich auch die Erben, denn Erbschaftsteuer fällt auch auf unrealisierte Kapitalerträge an, die dann zusätzlich mit der Abgeltungsteuer versteuert werden müssen. Wenn man keine Unternehmen mehr hat, ist das auch nahezu problemlos möglich. Mit dem Kiss-Plan rennt man aber auch voll in die ETF-Wegzugsteuer, die das ggf. verhindert. Tja. Doch nicht so lohnenswert auf Dauer.

    Mir scheint hier aber alles eher weniger durchdacht zu sein, wenn man mit 5 Millionen immer noch Teilzeit arbeiten muss/möchte.
    {möglicherweise herabwürdignde Formulierung durch Mod redigiert}

  • Beim Kiss-Prinzip reicht ein Kunststudent-Pulverschniefer und die 5 Millionen sind futsch.

    Der kann zum einen zwischendurch immer auftreten.

    Auf längere Sicht hat aber generell das 3-Generationen-Prinzp eine nicht ganz kleine Eintrittswahrscheinlichkeit sprich die erste Generation schafft ein Vermögen, die zweite erhält es gerade noch so und die dritte bringt es durch.

    Oder etwas pointierter und apropos Kunststudent:

    "Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite Generation verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte und die vierte verkommt vollends"

    (Otto von Bismarck 1815 - 1998)

    Ich habe mein Vermögen nur durch Finanzgeschäfte erwirtschaftet

    Mein Kompliment.

    und werde, wenn mein nächster Biotech-Deal klappt einfach mal 10 Familienstiftungen raushauen.

    Viel Erfolg dabei und gutes Gelingen !

    Für meinen Teil habe ich meiner Mittel immerhin über die Jahrzehnte hinweg stets aktiv bewirtschaftet. Erst im letzten Viertel meines Finanzlebens bin ich auch bei einigen Startups dabei.

  • 90 Prozent Aktien Ich halte nicht viel von Anlageentscheidungen, die primär auf (vermeintlicher) Steuerersparnis basieren. Das führt in der Praxis meist zu Fehlentscheidungen. Viele überschätzen zudem die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen.

    Da bin ich sogar bei Dir. Ich habe mich in den letzten Jahren von einigen Aktien und Fonds trotz Altfallstatus getrennt. Der steuerliche Vorteil ist es nicht alleine. Nur Du machst in gewisser Weise das Gegenteil. Du schichtest um, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

    Butter bei die Fische. Wie hoch war die Steuerzahlung gemessen auf die Depotgröße in Prozent.

    Man spart zunächst einmal keine Steuer. Man zahlt sie letztlich ohnehin. Es reduziert lediglich den Steuerstundungseffekt, der zudem nur dann vollständig greift, wenn die aktuelle Steuerbelastung auf Kapitalerträge unverändert bleibt (was meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich ist).

    Ein wenig elementare Rechenkünste könnten Dich eines besseren belehren.

    Sparer 1 und Sparer 2 erzielen beide eine Rendite von 7 %. Bei beiden wird die Vorabpauschale versteuert, sagen wir 1,5 %. Sparer 1 lässt die Position stehen während Sparer 2 seine Anteile verkauft und weitere 5,5 % versteuert. Mach Dir mal die Mühe und rechne das über 20 Jahre durch.

    Der Unterschied entsteht dadurch, dass bei Sparer 1 seine ungelegten Eier jedes Jahr Junge bekommen, während bei Sparer 2 das Depot jedes Jahr zurecht gestutzt wird. Sparer 1 wird am Ende sogar mehr Steuern bezahlen als Sparer 2 insgesamt, nur sind seine Steuern zu einem späteren Zeitpunkt dank Inflation weniger wert und es bleibt nach der Steuerzahlung mehr übrig. Einfach mal rechnen.

    Ich glaube außerdem, dass ein Multi-Faktor-KISS-Ansatz den ohnehin geringen Steuerstundungseffekt (Anmerkung: in meinem Fall gering) mehr als ausgleichen kann.

    Hier bestätigst Du meine Vermutung. Wenn der Steuerstundunseffekt bei Dir nur gering gewesen ist, dann bedeutet das, dass Du die letzte Version Deines Portfolios auch vor nicht allzu langer Zeit neu gestaltet hast. Mir scheint Du hast eher ein Gestaltungsproblem und insofern mag KISS tatsächlich die Lösung Deines Problems sein.

    Das ist durchaus möglich. Wir sind nicht auf den Gerd-Kommer-ETF fixiert. Er ist m.E. momentan die beste Ein-ETF-Lösung. Das kann sich im Laufe der Zeit ändern.

    Exakt, in drei Jahren wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Bist Du dann auch wieder dabei? Sorry, wenn ich es so provokant formuliere. Ist nicht böse gemeint, sondern mehr als Weckruf.

  • Da bin ich sogar bei Dir. Ich habe mich in den letzten Jahren von einigen Aktien und Fonds trotz Altfallstatus getrennt. Der steuerliche Vorteil ist es nicht alleine. Nur Du machst in gewisser Weise das Gegenteil. Du schichtest um, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

    Mache ich das Gegenteil? Ich denke nicht. :/

    Ich denke auch, dass meine Umschichtung genau deshalb erfolgt ist, weil ich mir der Konsequenzen bewusst war. Wie bereits erwähnt, standen nicht steuerliche Abwägungen im Vordergrund, sondern die Absicherung meiner Nachkommen im Falle eines frühzeitigen Versterbens.
    Alle anderen Vorteile des KISS-Ansatzes sind ein Bonus.

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Der Unterschied entsteht dadurch, dass bei Sparer 1 seine ungelegten Eier jedes Jahr Junge bekommen, während bei Sparer 2 das Depot jedes Jahr zurecht gestutzt wird. Sparer 1 wird am Ende sogar mehr Steuern bezahlen als Sparer 2 insgesamt, nur sind seine Steuern zu einem späteren Zeitpunkt dank Inflation weniger wert und es bleibt nach der Steuerzahlung mehr übrig. Einfach mal rechnen.

    Kann man nur hoffen, dass bei Sparer 1 in ein paar Jahren nicht der Fuchs in den Stall kommt und sich durchfrisst. Der macht sich nämlich gerade startklar. Und selbst wenn er nicht kommt, gehe ich davon aus, dass Sparer 2, der ja nur ein mal gestutzt hat, weil dann noch mehr Eier kommen, am Ende besser dasteht. ;)

    Zitat von 90 Prozent Aktien

    Exakt, in drei Jahren wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Bist Du dann auch wieder dabei?

    Ich glaube, du hast den Kern meines Threads verfehlt.
    Mir geht es nicht um den Vergleich einzelner Fonds, sondern um einen konsequenten Ein-ETF-Ansatz. Ich setze diesen mit dem Gerd-Kommer-ETF um, andere wählen den ACWI IMI oder den FTSE All-World. Alles valide Optionen.
    Den KISS-Ansatz allein deshalb abzulehnen, weil es in Zukunft vielleicht die Verlockungen eines besseren Fonds geben könnte, überzeugt mich nicht Warum sollte ein Mehr-ETF-Ansatz hier überlegen sein oder das Risiko reduzieren? Ehrlich gesagt erschließt sich mir nicht, worauf du hinauswillst.