Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • Wie siehst Du das?

    Das Problem ist, dass Du nur die letzten 16 Jahre betrachtest.
    Wenn es danach geht: 100% S&P 500 oder gar Nasdaq-100 wäre in den letzten 20 Jahren noch viel besser gewesen als ein MSCI World.

    Nur was würde passieren, wenn z.B. ein böser US Präsident den Besitz von US-Aktien für EU-Bürger verbieten würde?
    Im Falle von MSCI World bleiben dann immer noch 22 andere Länder. Bei S&P 500 oder Nasdaq-100 wäre es dann ein nahezu 100% Verlust. Das wäre dann ein sog. schwarzer Schwan für uns.

  • Deswegen finde ich den Ansatz des MSCI World anstelle des S&P 500 auch besser und gleichzeitig aber auch ausreichend. Aber natürlich könnte man aus Kostengründen auch nur den S&P 500 nehmen, getreu dem Motto von Warren Buffet "never bet against the usa"

  • Deswegen finde ich den Ansatz des MSCI World anstelle des S&P 500 auch besser und gleichzeitig aber auch ausreichend. Aber natürlich könnte man aus Kostengründen auch nur den S&P 500 nehmen, getreu dem Motto von Warren Buffet "never bet against the usa"

    Ein wenig dünne. Ein Welt-ETF MSCI World tut seine „Arbeit“ passiv brav mit Sicht auf die Dinge weiter, auch wenn IBM und Microsoft theoretisch mal weniger Gewichtung als Roche hätten.

    Man nehme also einen quartalsweise ausschüttenden ETF mit einer negativen also „guten“ TD (Tracking Difference) mit günstiger TER.

    Fertig ist das Rezept für …..ja …für Buy & Hold.

    Ehrlicherweise würde ich da im Moment eher den Kommer-ETF bevorzugen.

  • Fertig ist das Rezept für …..ja …für Buy & Hold.

    Ehrlicherweise würde ich da im Moment eher den Kommer-ETF bevorzugen.

    Für wie lange? 🤔 Paar Jährchen sollten für Buy & Hold drin sein. Ergibt ja keinen rechten Sinn, im nächsten Jahr 'für den Moment' wieder zu einer anderen Entscheidung zu kommen.

  • Kleiner Hinweis noch zum Kommer ETF Fondsvolumen. Der Thesaurierer hat über eine Mrd. € (WELT0A). Der Ausschütter (WELT0B) hat nur 167 Mio. € Fondsvolumen, was mir deutlich zu wenig wäre.

    Da musst du Irving fragen.
    Wie bei anderen „ETF-Zwillingen“ wie dem berühmten Vanguard FTSE All-World, existieren doch gar nicht zwei ETF real.

    Beim Kommer-ETF wird doch alles gemeinsam verwaltet und viermal im Jahr gibt es für die „Ausschütter“ einen Abschlag am Ex-Tag.

    Das nächste Mal wieder Mitte Mörz mit Zahlung im März.

  • Bei diesem Chart habe ich mit Blick auf die TER und Komplexität des Kommer so meine Zweifel.

    Das ist doch nicht der Kommer-ETF.

    Hier vergleichst du das alte „Kommer-Weltportfolio“ mit dem MSCI World. Da sind aber Anleihen dabei. Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    https://extraetf.com/de/wissen/gerd-kommer-weltportfolio


    Und hier der ETF:

    https://gerd-kommer.de/lp/etf/?utm_so…ASAAEgLcFfD_BwE

  • Ich hatte gedacht es ist derselbe Fonds mit zwei Anteilsscheinklassen...?

    Genau so ist es. Ein geringes Volumen in einer Anteilsklasse eines Fonds ist unerheblich. Beim SPDR MSCI ACWI IMI ist der Unterschied zwischen den beiden Anteilsklassen sogar noch gravierender (4,6 Mrd. vs. 83 Mio.)... und ebenfalls unproblematisch. Tomarcy hat das in #408 gut ausgeführt.

  • Aber natürlich könnte man aus Kostengründen auch nur den S&P 500 nehmen, getreu dem Motto von Warren Buffet "never bet against the usa"

    Meiner Ansicht nach ist es entscheidend, sich mit langen Zeitreihen auseinanderzusetzen, um nicht dem Recency Bias zu erliegen. Das gilt für sämtliche Assetklassen wie Aktien, Immobilien oder Gold... Beim Herauszoomen verändert sich das Gesamtbild häufig erheblich. Prozyklisches Investieren zählt meines Erachtens zu den zentralen Fehlern vieler Privatanleger.

    Bzgl. der US-Dominanz der letzten Jahre empfehle ich diesen Chart.

    https://www.longtermtrends.com/msci-usa-vs-the-world/

    Zitat

    The chart shows that, since the financial crisis of 2008, US stocks have been outperforming the rest of the world.

    Diese Grafik ist auch ganz nett zum Thema ,,Die USA sind der beste Aktienmarkt der Welt".

    https://www.porssisaatio.fi/app/uploads/20…Nasdaq_1966.pdf

  • Nicht beim Spread…

    Das stimmt. Das halte ich allerdings für absolutes Nerd-Territorium, das man guten Gewissens ignorieren kann. Für einen langfristig ausgerichteten Privatanleger, der über Jahrzehnte Buy-and-Hold betreibt, spielt der Spread kaum eine Rolle. Ein vermeintlicher Vor- oder Nachteil kann durch zahllose (heute unbekannte) Faktoren praktisch über Nacht zunichtegemacht werden. Ich würde daher eine einfache, lebensnahe Strategie bevorzugen, statt mich im Kleinklein zu verlieren.

    Es gibt Anleger, die versuchen all das bis ins Detail durchzurechnen...Vorteile in der Ansparphase, Nachteile in der Entnahmephase, Vorabpauschale, mögliche Änderungen der Steuergesetzgebung. Ich halte das für deutlich übertrieben.

  • Das halte ich allerdings für absolutes Nerd-Territorium, das man guten Gewissens ignorieren kann.

    Wenn man bereit ist, jedes Jahr 0,45% TER +0,08% Portfoliotransaktionskosten auf den gesamten Depotbestand zu bezahlen, fallen 0,2% statt 0,01% beim Kauf natürlich nicht ins Gewicht. 😜

    Ansonsten würde ich einen Vanguard FTSE ALL WORLD DIST einem SPDR ACWI IMI DIST vorziehen.

    Das ist natürlich nicht kriegsentscheidend, fällt für mich aber unter vermeidbare Kosten.

  • Wie hat sich der Gerd-Kommer-ETF seit seiner Auflage entwickelt?

    Bisherige Performance gegenüber marktkapitalisierenden Benchmarks

    1. Für Anleger, die wie wir, letztes Jahr investiert haben.

    Für uns ist die Outperformance gegenüber einem marktkapitalisierenden Ansatz bislang deutlich sichtbar. Da wir den Großteil unseres Vermögens erst im vergangenen Jahr in den Gerd-Kommer-ETF umgeschichtet haben, liegen wir zum aktuellen Zeitpunkt vor entsprechenden Vergleichsindizes.

    ETF3 Monate6 Monate12 Monate
    Gerd Kommer Multifactor Equity+8,62%+12,35%+12,72%
    SPDR MSCI All-Country World IMI+5,27%+11,01%+10,67%
    Vanguard FTSE All-World+5,24%+11,05%+10,81%
    IShares Core MSCI World+3,53%+8,77%+8,18%


    2. Auch Sparplan-Investoren liegen vor marktkapitalisierenden Benchmarks

    Investoren, die seit Fondsauflage im Juni 2023 per Sparplan investiert sind, weisen ebenfalls eine Outperformance gegenüber marktkapitalisierenden Benchmarks auf.

    ETFRendite seit 06/2023
    Gerd Kommer Multifactor Equity+16,48% p.a.
    SPDR MSCI All-Country World IMI+15,86% p.a.
    Vanguard FTSE All-World+15,95% p.a.
    IShares MSCI World+14,33% p.a


    3. Einmalanlage zur Fondsauflegung: bislang kleine Underperformance

    Investoren, die mit einem Einmalbetrag direkt zur Fondsauflegung investiert haben, liegen derzeit vor dem ACWI IMI, allerdings hinter dem FTSE All-World und dem MSCI World.

    ETFRendite seit 06/2023
    Gerd Kommer Multifactor Equity+46,17%
    SPDR MSCI All-Country World IMI+45,47%
    Vanguard FTSE All-World+47,63%
    IShares MSCI World+46,72%


    Einordnung und Anmerkungen

    • Der Fonds existiert erst seit 2023. Der zugrunde liegende Index wurde von Solactive bis 2017 zurückgerechnet. In dieser rückgerechneten Historie hätte der Ansatz einen marktkapitalisierenden ETF nicht geschlagen.
    • Ich gehe davon aus, dass dies auch für einen hypothetischen Zeitraum ab 2009/2010 gegolten hätte. Die Dominanz der US-Märkte seit der Finanzkrise hat Strategien mit untergewichteten US-Aktien in diesem Zeitraum strukturell benachteiligt.
    • Betrachtet man jedoch längere Zeiträume, ergibt sich ein anderes Bild: Von 1970 bis 2008 waren Ansätze mit geringerem US-Anteil im Vorteil. In diesem Zeitraum waren zudem Faktorprämien wie Small Cap und Value deutlich ausgeprägt.
    • Ich beschränke mich bewusst auf Zeiträume ab Fondsgründung unter realen Bedingungen (inklusive Kosten). Weitergehende Rückrechnungen bergen aus meiner Sicht ein hohes Risiko von Data-Mining und liefern nur begrenzten Erkenntnisgewinn.
    • Ich erwarte eine langfristige Outperformance des GK-ETF von 1% p.a.
  • Hast Du mal geprüft, welchen Anteil die momentane Dollarschwäche an der Outperformance des GK ETF der letzten Jahre hatte?

    Genau das ist auch meine Vermutung. Ein Index, der in Euro läuft und betrachtet wird, wird abhängig vom Anteil der in US Dollar gehandelten Aktien unterschiedlich durch die Währungsschwankungen beeinflusst. Meine Vermutung ist, dass es einfach am geringeren US Dollar Anteil liegt und aktuell jeder Ansatz mit geringerer US Gewichtung kurzfristig besser „aussieht“. Ich würde aus so kurzfristigen Schwankungen keine großen Schlüsse ziehen.

  • Wechselkursentwicklungen und deren Effekte sind ex ante nicht prognostizierbar und für den langfristigen Vermögensaufbau von untergeordneter Bedeutung. Eine isolierte Quantifizierung ist unmöglich, da die im Index enthaltenen Unternehmen überwiegend global operieren und sowohl auf der Kosten, als auch auf der Erlösseite unterschiedlichen Währungsräumen ausgesetzt sind. Währungsrisiken sind integraler Bestandteil der strategischen Vermögensallokation und werden nicht aktiv gesteuert, sondern akzeptiert. Maßgeblich für den deutschen Privatanleger ist ausschließlich die Netto-Rendite in Euro nach Kosten und Steuern. Für den Anleger ist die Ursache der Wertsteigerung (ob währungsbedingt oder fundamental) irrelevant. Maßgeblich ist ausschließlich das realiserte Ergebnis.

    Anmerkung: Das gilt nur für den risikobehafteten Teil des Vermögens. Der schwankungsarme Teil sollte immer in Euro laufen oder EUR-gehedged sein.

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