Ordnung in Finanzen bringen – brauche eure Unterstützung bei Struktur und Zielen

  • Ich überlege, wie ich meine Finanzen sinnvoll umstrukturieren kann, und würde dazu gerne eure Meinung hören. Letztes Jahr wollte ich schon mit ETFs starten und hatte dazu hier im Forum ein Thema eröffnet, weil ich ein Depot suchte. Im Forum habe ich hilfreiche Tipps bekommen, konnte mein Vorgehen bisher aber wegen persönlicher Ereignisse (Todesfall in der Familie und längere Krankheit) nicht umsetzen. Dazu kommt, dass ich alles "perfekt" machen möchte und mir dadurch selbst im Weg stehe.

    Kurz zu mir, damit ihr einen besseren Überblick habt:

    • 40 Jahre alt, Angestellter, netto ca. 2.500 € pro Monat
    • Versicherungen: Hausrat, Haftpflicht, Rechtschutz, Zahnzusatzversicherung und Vollkaskoversicherung fürs Auto; Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich nicht(Risikovoranfragen wurden abgelehnt aufgrund vorliegender chronischer Krankheiten
    • Wohneigentum: abbezahlte, selbstgenutzte Eigentumswohnung (18 Jahre alt), aktueller Wert ca. 300.000 €
    • Auto: abbezahlt ca. 7 Jahre alt, 41.000 km Laufleistung
    • Erbschaft: Eigentumswohnung meiner Eltern (25% der Wohnung) durch Todesfall bereits vererbt; Erbe ich vermutlich auch. Ob das tatsächlich so kommt, hängt davon ab, ob die Immobilie ggf. mal verkauft werden muss (Pflegeheimaufenthalt, etc.)

    Zur bisherigen Anlagensituation:

    • Bank A Girokonto: ca. 900 €
    • Bank B Tagesgeld: 1,3% Zinsen, ca. 29.000 €
    • Bank C Festgeld: ca. 100.000 €, Zins 2%, läuft bis Juni 2026
    • Bank D Zuwachssparen: 22.000 € (Vertrag abgeschlossen mit 18 Jahren, Kündigungsfrist 3 Monate): 0,99% Zinsen auf das Gesamtkapital, jährliche Bonuszahlung von 40% des jährlich eingezahlten Betrags; 360,00 € p.a.
    • Depot für VL-Sparen: ca. 4.500 €, Sparplan auf den iShares Core MSCI World (WKN A0RPWH), monatlich 40 €
    • Monatliche Sparleistung: ca. 1.200 € – 1.500 €, zusätzlich 75 € monatlich per Lastschrift ins Zuwachssparen
    • Risikovorsorge: Keine private Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge o. Ä.; Ansprüche nur an die gesetzliche Rente
    • Finanzierung der Wohnung: lief über Wohn-Riester; seit die Wohnung bezahlt ist, wird dieser Vertrag nicht weiter genutzt

    Mein Ziel und Vorschlag:

    • Ziel: Konten/Banken übersichtlicher gestalten(verringern), regelmäßiges Sparen in einen Welt-ETF, wie z.B. SPDR ACWI IMI oder Vanguard FTSE ALL World um so versuchen die Rentenlücke zu schließen
    • Vorschlag: ein Depot eröffnen, auf dem Tagesgeldkonto als Notgroschen 7.500 € halten und meine aktuell monatliche Sparrate gezielt in den ETF investieren s.o.
    • Frage an euch: Würdet ihr das Zuwachssparen kündigen und den entsprechenden Betrag ebenfalls in das Depot investieren? Auch Geld vo Festgeld in den ETF bzw. das Depot umschichten? Ich bin für jeden Denkanstoß dankbar!

    Mir ist bekannt, dass oft bemängelt wird, man teile nicht direkt alle relevanten Informationen. Hoffentlich waren die Informationen nicht zu ausführlich!? :) Es hat mich viel Überwindung und Mut gekostet, hier noch einmal einen Beitrag zu erstellen - seid gnädig mit mir. ;)

  • Das Zuwachssparen kündigen, hatte ich auch gemacht, das mit den 40% ist Augenwischerei.

    Habs in den globalen ETF und 10000 ins Zinszuwachssparen bei der Gefa-Bank. Ein Jahr Fest, drei Jahre dabeibleiben, sind durchschnittlich 2,5% aktuell. Teil des Sicherheitsbausteins.

  • Hallo.

    Am Ende geht es um Dein Geld, aber wäre es meines, dann würde ich eine sehr starke Tendenz dazu entwickeln, C und D nach ETF zu verschieben.

    Als crazy Ergänzung ggf. Nachzahlung in die GRV für Schulbesuch vor dem 17. Lebensjahr prüfen. ;)

    Mit diesen Gedanken spiele ich auch: das Zuwachssparen zu kündigen und den Betrag vollständig in den ETF zu verschieben. Beim Festgeld hätte ich anfangs nicht den Mut, die komplette Summe auf einmal zu investieren – auch wenn es rational betrachtet am sinnvollsten wäre.

  • Das Zuwachssparen kündigen, hatte ich auch gemacht, das mit den 40% ist Augenwischerei.

    Habs in den globalen ETF und 10000 ins Zinszuwachssparen bei der Gefa-Bank. Ein Jahr Fest, drei Jahre dabeibleiben, sind durchschnittlich 2,5% aktuell. Teil des Sicherheitsbausteins.

    Du bestätigst meine Vermutung. Das Angebot der Gefa-Bank kenne ich noch nicht und werde ich mir einmal anschauen. Vielen Dank.

  • Mein Ziel und Vorschlag:

    Ziel: Konten/Banken übersichtlicher gestalten(verringern), regelmäßiges Sparen in einen Welt-ETF, wie z.B. SPDR ACWI IMI oder Vanguard FTSE ALL World um so versuchen die Rentenlücke zu schließen
    Vorschlag: ein Depot eröffnen, auf dem Tagesgeldkonto als Notgroschen 7.500 € halten und meine aktuell monatliche Sparrate gezielt in den ETF investieren s.o.

    Ja, ich würde in dem Fall auch vereinfachen und reduzieren auf Giro, Tagesgeld, ETF-Depot. Beim Tagesgeld gibt es aktuell wesentlich mehr als die 1,3 % deiner Bank B.

    Welche Rechtsgebiete deckt deine Rechtsschutz ab?

  • Kleiner Nebenkriegsschauplatz, mit dem man die Sparrate geringfügig erhöhen könnte:

    Es gab Zeiten, da hat man gesagt nach 4-5 Jahren lohnt eine VK nicht mehr. Nun hat der TE zwar nicht erwähnt um was für ein Auto es sich handelt. Exemplarisch mal geguckt nach VW Golf und Ford Focus. Solche Fahrzeuge habe durchaus noch einen Preis von 15.000 Euro und mehr. Da würde ich nicht auf eine VK verzichten.

  • Würdet ihr das Zuwachssparen kündigen und den entsprechenden Betrag ebenfalls in das Depot investieren?

    Definitiv

    auf dem Tagesgeldkonto als Notgroschen 7.500 € halten

    Ich würde vermutlich etwas mehr drauf lassen, aber nach besserer Verzinsung suchen

    Auch Geld vo Festgeld in den ETF bzw. das Depot umschichten?

    Ja, in deinem Alter, kannst Du ncoh einen sehr hohen Aktienanteil fahren. Aufgrund der doch teilweise sehr volatilen Märkte, mach es ruhig in Tranchen a 20.000€, das kann psychologisch besser sein.

    • Hausrat

    Kündigen!

    • Rechtschutz

    Kündigen!

    • Vollkaskoversicherung fürs Auto

    Kündigen!

    Ich meine es ernst. Du hast genug Geld, um in diesen Schadensfällen zahlen zu können. Du könntest Dir ohne weiteres ein neues, kleines Auto kaufen. In Sachen Hausrat wirst Du wohl wenigstens grundlegende Dinge neu anschaffen können.

    Und Rechtsschutz?! Normale Menschen benötigen das eigentlich nicht, möchte ich meinen.

    Die Risiken, die Du absicherst, bedrohen Dich nicht existenziell. In dem Fall ist eigentlich keine Versicherung erforderlich.

    • Zahnzusatzversicherung

    Kann ich nicht beurteilen. Muss das sein?


    • Bank C Festgeld: ca. 100.000 €, Zins 2%, läuft bis Juni 2026

    Das ist zur Zeit eigentlich zu wenig, da man für kurzfristige Bundesanleihen knapp 2% p.a. bekommt, und die können jederzeit zu Geld gemacht werden.


    • Bank D Zuwachssparen: 22.000 € (Vertrag abgeschlossen mit 18 Jahren, Kündigungsfrist 3 Monate): 0,99% Zinsen auf das Gesamtkapital, jährliche Bonuszahlung von 40% des jährlich eingezahlten Betrags; 360,00 € p.a.

    Finde ich eigentlich nicht so schlecht. Wenn ich richtig gerechnet habe, bedeutet das zur Zeit eine Verzinsung von 2,6% p.a.. Außerdem ist das einigermaßen zeitnah zu verflüssigen. Ich meine, solange sich nichts Deutliches in der Zinswelt verändert, kann das weiterhin ein sicherer Baustein im Gesamtvermögen sein.


    Mein Ziel und Vorschlag:

    • Ziel: Konten/Banken übersichtlicher gestalten(verringern), regelmäßiges Sparen in einen Welt-ETF, wie z.B. SPDR ACWI IMI oder Vanguard FTSE ALL World um so versuchen die Rentenlücke zu schließen

    Ja, Du kannst m.E. problemlos mit einem Teil Deines Vermögens in das Aktienrisiko gehen. Die genannten Instrumente sind ok.


    • Vorschlag: ein Depot eröffnen, auf dem Tagesgeldkonto als Notgroschen 7.500 € halten und meine aktuell monatliche Sparrate gezielt in den ETF investieren s.o.

    Das verstehe ich nicht? Du hast, wenn ich richtig gerechnet habe 156k. Wozu spielt es eine Rolle, wo 7500 liegen? Und wieso ist nur das Dein Notgroschen?

    ...

    • Frage an euch: Würdet ihr das Zuwachssparen kündigen und den entsprechenden Betrag ebenfalls in das Depot investieren? Auch Geld vo Festgeld in den ETF bzw. das Depot umschichten? Ich bin für jeden Denkanstoß dankbar!

    Nein, würde ich (noch) nicht. Aber was spielt es für eine Rolle, welches Geld in Aktien investiert wird?

    Lege Dir eine Asset-Allokation zurecht, z.B. x% in Aktien-ETF und y% in sichere Anlagen. Und dann mache es! Wenn Du es aufgelegt hast, prüfst Du nur noch einmal im Jahr ob die Ziel-Allokation noch stimmt, und falls nicht kaufst oder verkaufst Du entsprechend.

    Und betreibe keine mentale Kunstgymnastik. Betrachte bei allen Entscheidungen immer Dein Vermögen in seiner Gesamtheit, nicht "dieses Geld und jenes Geld".

  • Es gab Zeiten, da hat man gesagt nach 4-5 Jahren lohnt eine VK nicht mehr. Nun hat der TE zwar nicht erwähnt um was für ein Auto es sich handelt. Exemplarisch mal geguckt nach VW Golf und Ford Focus. Solche Fahrzeuge habe durchaus noch einen Preis von 15.000 Euro und mehr. Da würde ich nicht auf eine VK verzichten.

    Ja, VK kostet meist nicht sehr viel mehr.

  • Finde ich eigentlich nicht so schlecht. Wenn ich richtig gerechnet habe, bedeutet das zur Zeit eine Verzinsung von 2,6% p.a.. Außerdem ist das einigermaßen zeitnah zu verflüssigen. Ich meine, solange sich nichts Deutliches in der Zinswelt verändert, kann das weiterhin ein sicherer Baustein im Gesamtvermögen sein.

    Sehe ich auch so. Werden die 0,99% jährlich gutgeschrieben? Dann ist das Zuwachssparen, das du damals abgeschlossen hast, gar nicht so schlecht: Durch 900 € Einzahlung + 360 € Bonus pro Jahr (also 40 % „geschenkt“) und 0,99 % Zinsen auf das gesamte Guthaben kommst du rechnerisch auf eine effektive Rendite von rund 3,5 % (inkl. Zinseszins). Für ein komplett sicheres Produkt ist das OK. Natürlich ist langfristig mit ETFs wahrscheinlich mehr drin – aber es wäre sicherer Baustein, den du mit 3‑monatiger Frist jederzeit kündigen könntest.

  • Ja, ich würde in dem Fall auch vereinfachen und reduzieren auf Giro, Tagesgeld, ETF-Depot. Beim Tagesgeld gibt es aktuell wesentlich mehr als die 1,3 % deiner Bank B.

    Welche Rechtsgebiete deckt deine Rechtsschutz ab?

    Es handelt sich um einen alten Vertrag und eine Privatrechtschutzversicherung bei der DEVK ohne zusätzliche Bausteine, wie Wohnen oder Verkehr.