Vom Staat zur Drückerkolonne: Warum Deutschland beim Thema Geld hoffnungslos bleibt

  • Das denke ich mir auch oft. Die Wahlen in Baden-Württemberg sind ein Paradebeispiel: Die Schwaben erleben gerade die schlimmste Deindustrialisierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Das größte Aufregungspotential haben Wörter wie „Heizungsgesetz“ oder „Klimaschutz“. Ganz egal, mit wem ich von dort gesprochen habe. Ein kleiner Hinweis auf diese Begriffe reicht und die Wut lodert wie ein Vulkan. Und was wählen sie? Grün! =O Ich verstehe die Menschen wirklich nicht mehr.

    In einer Demokratie wird nun einmal nicht das gemacht, was Du für richtig hältst. Da hast Du wirklich irgendetwas falsch verstanden.

    Man darf auch eine Partei wählen, die das Leben in Höhlen bei Lagerfeuer propagiert.

  • Vielleicht sind die Schwaben und Badenser doch schlauer als man erwarten würde und können die Dinge differenzieren.

    Das Heizungsgesetz (gar kein Landesthema) wurde maximal verhetzt von Springer, Nius & Co. Was da so alles drin gestanden haben soll....Die jetzt neue Fassung setzt auf Biogas, was es in der notwendigen Menge gar nicht geben kann.

    Und vielleicht haben sie auch begriffen, dass es mit dem Verbrenner nicht immer weiter so gehen kann und es mehr braucht als "Innenraumbeduftung".

    Ist die Lösung für die Industrie wirklich das Schleifen des Klimaschutzes?

  • Man darf auch eine Partei wählen, die das Leben in Höhlen bei Lagerfeuer propagiert.

    Auf eine gewisse Art daher in dem Kontext auch tröstlich:

    Jedes Volk bekommt - in Demokratien mit freien Wahlen jedenfalls - die Regierung, die es verdient.

    Inklusive der von einer solchen Regierung generierten Ergebnisse.


    Eine relativ weit verbreitete Politikverdrossenheit (eventuell auch "nur" Politikerverdrossenheit ...) ist - nach meinen Erfahrungen - schon lange zu konstatieren. Seit einigen Jahren begegnet mir aber auch zunehmend eine gewisse "Bürgerverdrossenheit" seitens so mancher Politiker (ein typischer Tenor auf der informellen Ebene: "Der Bürger hat nicht verstanden, wie gut unsere Politik war und/oder ist" ...).

    Beim ersten Phänomen wird nur bessere Politik mit ebensolchen Ergebnissen helfen. Beim zweiten Phänomen könnte das a la Bert Brecht ein Ansatz sein (auch wenn ich die konkrete Umsetzung in praxi und en Detail noch nicht ganz vor mir sehe):

    Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes ?

  • Vielleicht sind die Schwaben und Badenser doch schlauer als man erwarten würde und können die Dinge differenzieren.

    Über die "Schlauheit" der "Schwaben" und "Badenser" traue ich mir keine pauschale Aussagen zu.

    Cem Özdemir war jedenfalls so "schlau" (oder präziser listig) sich in seinem Wahlkampf in Ba-Wü maximal - sprich so weit wie nur irgend möglich - von seiner eigenen Partei "Die Grünen" - und so wie diese sich im Bund und Bundestag (und im EU-Parlament - zusammen mit den "Rechten" gegen Mercosur ...) positioniert und präsentiert - zu distanzieren und mit von der eigenen Partei "differenzierten" Aussagen zu arbeiten.


    Um einen Journalisten (Stuttgart) aus Ba-Wü zu zitieren:

    "Der Cem hat verstanden, daß eine Melange aus Moralkeule, Bevormundung und wirtschaftlichem Niedergang - das bundes-grüne Motto und Rezept - für ihn als Kandidaten ausgerechnet im Ländle toxisch ist. Der Name "Bündnis 90 - die Grünen" tauchte auf den Wahlplakaten (*) gar nicht erst auf. Abgrenzung von der eigenen Partei war sein Erfolgsrezept".

    (*) Ob das mit den Wahlplakaten stimmt, weiß ich nicht, da ich nicht vor Ort war.

  • Das denke ich mir auch oft. Die Wahlen in Baden-Württemberg sind ein Paradebeispiel: Die Schwaben erleben gerade die schlimmste Deindustrialisierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Das größte Aufregungspotential haben Wörter wie „Heizungsgesetz“ oder „Klimaschutz“. Ganz egal, mit wem ich von dort gesprochen habe. Ein kleiner Hinweis auf diese Begriffe reicht und die Wut lodert wie ein Vulkan. Und was wählen sie? Grün! =O Ich verstehe die Menschen wirklich nicht mehr.

    Das hat sehr viel mit einem Spezifikum der Grünen hier zu tun. Hier werden keine Fundis mit ihren Vegi-Day-Spinnereien aufgestellt, sondern konservative Realos. Gerade Kretschmann hätte problemlos überall in die CDU eintreten können. Özdemir ist auch bis ins konservative Spektrum wählbar. Dazu kommt...dass es bei Grün/Schwarz oder Schwarz/Grün bleiben wird, war schon lange klar, faktisch ändert sich wenig, ob man jetzt sein Kreuz bei Schwarz oder Grün macht. Und da eh schon alles klar war, war auch klar, dass man mit einer Stimme für die anderen Parteien nicht die zukünftige Regierung wählt...

    Würde das definitiv nicht verallgemeinern. Überall sonst krebsen die Grünen unten rum

  • Das denke ich mir auch oft. Die Wahlen in Baden-Württemberg sind ein Paradebeispiel: Die Schwaben erleben gerade die schlimmste Deindustrialisierung seit dem Zweiten Weltkrieg. (...) Und was wählen sie? Grün! =O Ich verstehe die Menschen wirklich nicht mehr.

    Du implizierst, dass es hier einen ursächlichen Zusammenhang gäbe. Und diesen sehe ich nicht.

    Schädlich ist eher das hin-und-her seitens Bundes- und EU-Politik und dass sich viele Unternehmen, gerade im Automobilsektor, auf den ewigen Wachstumsmarkt China verlassen haben. Und ich muss dir ja sicher nicht erzählen, welche Art von Autos gerade in China boomen.

  • Tja so schlau war der Hagel nicht und hat sich nicht von seiner Partei distanziert, die ihm ja so viel Rückenwind aus Berlin gab (Lifestyleteilzeit z.B.). Für die Mercosour Geschichte kann der Cem nun wirklich nichts, seine Zeit im Europaparlament liegt über 15 Jahr zurück. Hat übrigens auch jemand aus der CDU mitgestimmt, das zerrt nur keiner in die Medien.

    Verschiedene Ausrichtungen gibt es in jeder Partei. Klar zwischen einem Herrn Günther und einem Herrn Kretschmer geht ja auch kein Blatt Papier. Und in Bayern macht man sein eigens opportunistisches Ding.

    Ist Grünen-Bashing wirklich hilfreich, oder soll das eher ablenken von den Großtaten der anderen?

  • Vielleicht sind die Schwaben und Badenser doch schlauer als man erwarten würde und können die Dinge differenzieren.

    Echt jetzt? Die Schwaben und Badenser geben in Umfragen ziemlich klar zu verstehen: In Wirtschaftsfragen trauen sie der CDU deutlich mehr zu als den Grünen. Wirtschaftsfragen sind für sie auch absolute Priorität. Und trotzdem wählen sie Grün. Warum? „Weil ihnen der Spitzenkandidat besser gefallen hat.“ Der, wenn ich mich recht erinnere, dann auch noch bundespolitisch etwas zu sagen hatte. Immerhin war er in der Ampel Minister. Die wiederum vielen Schwaben und Badenser gar nicht passte..... :rolleyes:

    Hier geht es nicht darum, welche Partei wo besser ist oder ob die Erwartung, dass Schwarz besser sei beim Thema Wirtschaft überhaupt stimmt. Es geht darum, dass die Leute nicht nach ihren eigenen Wünschen wählen, sondern danach, wessen Nase ihnen (kurzfristig) besser gefällt.

    Ich will nicht das Wort „doof“ in den Mund nehmen … obwohl …

  • Und lass mal bitte die Finger von Dingen, von denen du als auswärtige nichts verstehst.

    Ich bin gerade dabei mich in eueren Lebensalltag einzuarbeiten, um zu verstehen, wie man zu dem Entschluss kommen kann, dass es ,,grün" richten wird.;)

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    https://www.faz.net/aktuell/politi…-110850950.html

  • Für die Mercosour Geschichte kann der Cem nun wirklich nichts, seine Zeit im Europaparlament liegt über 15 Jahr zurück.

    Vielen Dank die Aufklärung. Da wäre ich von allein nie draufgekommen ...

    Finde es als politischer Laie (wenn auch als ein an politischen Themen interessierter Laie) ein bißchen seltsam stets über die sog. "Brandmauer" zu schwadronieren und diese einzufordern - um dann bei Gelegenheit, wenn es einem selbst in den politischen Kram paßt, dies zu ignorieren.

    Von dem desaströsen Timing (Trump-Auftritt in Davos) im Speziellen und der Lage der EU im Allgemeinen (mehr Diversifikation, mehr Unabhängigkeit von den USA) - noch dazu nach einem Vierteljahrhundert (!) der Verhandlungen über das Mercosur-Abkommen - ganz zu schweigen. Inklusive der negativen Außenwirkung einer eher handlungsunfähigen da uneinigen EU.

    Grünen-Bashing

    Apropos "rehbraune Augen" ...

    Wenn jemand - noch dazu eine uralte Geschichte betreffend - seinen Fehler eingestanden, eingesehen und sich entschuldigt hat (und/oder Konsequenzen gezogen hat), sollte dies - erst recht in aktuellen Wahlkämpfen - keine Rolle mehr spielen und/oder hochgezogen werden.

    Das sollte nach meinem Dafürhalten parteiübergreifend gelten.

    Sonst müßte ich in dem Kontext beim Cem Özdemir und seiner Integrität samt Befähigung als Ministerpräsident glatt an seine damalige "Bonusmeilen Affäre" denken und auch die "Moritz-Hunzinger-Affäre" käme mir da direkt in den Sinn.


    Last but not least und damit kein Mißverständnis aufkommt

    Tja so schlau war der Hagel nicht und hat sich nicht von seiner Partei distanziert

    Zum einen: Die früheren typischen Kernkompetenzfelder und klassischen Kompetenzzuschreibungen seitens der Wählerschaft in Bezug auf die Union (Wirtschaft, Finanzen, Ordnungspolitik, Rechtsstaatlichkeit, innere und äußere Sicherheit usw.) sind in den langen Merkel Jahren meines Erachtens ziemlich erodiert. In der langen Ära der Kanzlerschaft von Frau Merkel kam es - nach meinem Dafürhalten - zu signifikanten teilweise historischen Fehlentscheidungen oder ebensolchen Unterlassungen.

    Zum anderen: Das was inzwischen diesbezüglich noch als "Reste" bei der Union vorhanden ist oder mühsam versucht wurde wieder aufzubauen, ist unter dem Vorbehalt zu sehen, daß die Union zwar einen Regierungschef stellen mag aber in einer Koalition mit linken Parteien (wie SPD oder den Grünen) davon nur wenig bis kaum etwas umzusetzen ist.

    Um nochmal zurück zu Ba-Wü zu kommen: Vielleicht dreht die Union da diesen Spieß jetzt mal im Ländle um ...


    Könnte vielleicht und im besten Fall dann als Vorbild für die Regierungskoalition in Berlin dienen - statt "weißer Salbe" und "Pflästerchen" hier und da ein Ruck via "Defibrillator" zwecks "Wiederbelebung" des "Patienten". Oder einfacher formuliert: Statt Reförmchen und Kommissionen - eine tatsächliche in sich kohärente Reform ... (auch die private Altersvorsorge betreffend als einen von vielen Punkten).

    2 Mal editiert, zuletzt von Sovereign (11. März 2026 um 13:01)

  • Das Video mit "rehbraune Augen" wurden zu diesem Zeitpunkt von einer Politikerin heraufgeholt, um dem Thema Seksismus mehr Sichtbarkeit zu geben. Nach der Wahl wärs wieder ein Thema unter ferner liefen gewesen. Dass das so explodiert, war nicht abzusehen. Da haben auch Schmiermedien mitgemischt, die beide Kandidaten ablehnen.

  • Das Video mit "rehbraune Augen" wurden zu diesem Zeitpunkt von einer Politikerin heraufgeholt, um dem Thema Seksismus mehr Sichtbarkeit zu geben. Nach der Wahl wärs wieder ein Thema unter ferner liefen gewesen. Dass das so explodiert, war nicht abzusehen. Da haben auch Schmiermedien mitgemischt, die beide Kandidaten ablehnen.

    Explodiert ist da in meinen Augen nichts. Aber für die Medien war es natürlich ein gefundenes Fressen, endlich ein Miniskandälchen, nachdem der Wahlkampf bisher medial ja eher still verlaufen war.

    Ich kenne einige (mich eingeschlossen), die bei diesem Video eher halb beschämt, halb belustigt den Kopf ob dieses Videos geschüttelt haben, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand, der vorher CDU wählen wollte, nun deswegen die Grünen gewählt hat.

  • Die Schwaben und Badenser geben in Umfragen ziemlich klar zu verstehen: In Wirtschaftsfragen trauen sie der CDU deutlich mehr zu als den Grünen. Wirtschaftsfragen sind für sie auch absolute Priorität.

    Die Frage ist doch, ob die Leute wirklich dieser Überzeugung sind, wenn sie diese Frage spontan am Telefon gestellt bekommen, oder ob das nicht einfach geschicktes Marketing bzw. eine Erzählung aus de Vergangenheit der CDU ist, die sich als eine solche Partei (kompetent in der Wirtschaft) verkauft, aber dies in den letzten Jahren bis Jahrzehnten in meinen Augen nicht wirklich bewiesen hat.

  • Das Video mit "rehbraune Augen" wurden zu diesem Zeitpunkt von einer Politikerin heraufgeholt

    Fehlt da der Vollständigkeit halber zwischen "Politikerin" und "heraufgeholt" nicht der "Grünen" ... ?Stichwort: Zoe Mayer, die den Stein ins Rollen brachte ... ?

    um dem Thema Seksismus mehr Sichtbarkeit zu geben.

    Ach so. Verstehe.

    Nach acht Jahren ... (Video stammt aus 2018) - und zufällig direkt vor der Landtagswahl ... ?


    Wer dieser Einlassung Glauben schenkt, dürfte auch glauben, daß Zitronenfalter Zitronen falten ...

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