Hausverkauf ohne Makler?

  • Wir standen letztes Jahr vor der gleichen Frage und instinktiv habe ich gesagt, das kann ich auch selbst machen! Ein schönes Inserat auf verschiedenen Plattformen schalten und gut ist.

    Wenn man aber in die Tiefe geht, ist es damit nicht getan. Bei uns kam noch erschwerend hinzu, dass unsere selbstbewohnte Immobilie in einer stark nachgefragten Lage war und hier ein gewisser Besucherstrom - die auch nur mal schauen wollen - absehbar war.

    Nach einiger Überlegung haben wir uns für die Abwicklung über einen Makler entschieden und ich hatte 4 Makler vor Ort. Auch da sieht man die ganze Bandbreite von ausgezeichnet bis semi-optimal. Beispiel gefällig? Bei einer Maklercourtage von etwas über 40T € sollten wir bei einem ernsthaft noch die Kosten i.H. von 150€ für einen neuen Energieausweis zahlen. Beim anderen sollte das Inserat nur auf einer (preisgünstigen) Plattform geschaltet werden (weil andere wohl zu teuer).

    Letztendlich hat der Makler, der die Abwicklung für uns gemacht hat, das Haus so wie wir wollten professionell, also mit einem Immobilienfotografen, in Szene gesetzt. Drohnenaufnahmen und 360° Aufnahmen waren selbstverständlich. Am wichtigsten war jedoch, dass er im Vorhinein die potenziellen Käufer auch dahingehend schon "gecheckt" hatte, ob sie sich das Haus auch leisten können. Schlußendlich haben wir den vollen Kaufpreis erhalten und unsere Käufer und wir waren sehr glücklich und zufrieden mit der Gesamtabwicklung.

    Aber ja, die hohe Summe schreckt ab - wir haben es nicht bereut.

  • Kommt auch immer auf den Makler an. Oft schwingt mit, dass die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Profit erwirtschaften wollen. Schön zu hören, dass es auch anders laufen kann.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Bei einer Maklercourtage von etwas über 40T € sollten wir bei einem ernsthaft noch die Kosten i.H. von 150€ für einen neuen Energieausweis zahlen.

    Für den Energieausweis bist du als Eigentümer verantwortlich, nicht der Makler. Sehe da also kein Problem, dass du die Kosten dafür tragen solltest. Ich hatte ihn auch bei einem Objekt erneuern müssen vor den Verkauf (er war neun Jahre und acht Monate alt, der Verkauf dauerte länger als vier Monate).

    Umso besser, dass du das Haus verkaufen konntest.

  • Kommt auch immer auf den Makler an. Oft schwingt mit, dass die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Profit erwirtschaften wollen. Schön zu hören, dass es auch anders laufen kann.

    Genau so! Da waren welche dabei, die genau so getickt haben. Möglichst wenig Aufwand bei einem Objekt, was sich einfach verkaufen lässt.

  • Für den Energieausweis bist du als Eigentümer verantwortlich, nicht der Makler. Sehe da also kein Problem, dass du die Kosten dafür tragen solltest. Ich hatte ihn auch bei einem Objekt erneuern müssen vor den Verkauf (er war neun Jahre und acht Monate alt, der Verkauf dauerte länger als vier Monate).

    Umso besser, dass du das Haus verkaufen konntest.

    Das ist prinzipiell richtig. Dennoch war das Thema Energieausweis bei keinem der Makler ein Thema, weil inkludiert. Außer bei dem Einen....

  • Habe mein Haus ohne Makler verkauft und würde es immer wieder so machen. Zwei Überlegungen bieten eine Rolle:

    1. Potenzielle Käufer rechnen auch und wissen, dass sie bei einem Makler die cortage bezahlen müssten.

    2. Der potenzielle Käufer hat dadurch mehr Geld zur Verfügung, weil er sich den Makler spart.

    3. Das was der Makler macht, das kann man in der Regel auch locker selbst schaffen und dafür eine Menge Geld sparen.

  • Wenn man aber in die Tiefe geht, ist es damit nicht getan. Bei uns kam noch erschwerend hinzu, dass unsere selbstbewohnte Immobilie in einer stark nachgefragten Lage war und hier ein gewisser Besucherstrom - die auch nur mal schauen wollen - absehbar war.

    Letztendlich hat der Makler, der die Abwicklung für uns gemacht hat, das Haus so wie wir wollten professionell, also mit einem Immobilienfotografen, in Szene gesetzt. Drohnenaufnahmen und 360° Aufnahmen waren selbstverständlich. Am wichtigsten war jedoch, dass er im Vorhinein die potenziellen Käufer auch dahingehend schon "gecheckt" hatte, ob sie sich das Haus auch leisten können. Schlußendlich haben wir den vollen Kaufpreis erhalten und unsere Käufer und wir waren sehr glücklich und zufrieden mit der Gesamtabwicklung.

    Aber ja, die hohe Summe schreckt ab - wir haben es nicht bereut.

    Als Käufer wäre ich nicht glücklich über die 40k gewesen. Das mag als Verkäufer anders sein. Für mich ist hier nicht erkennbar, welchen Mehrwert der Makler gebracht hat.

  • 3. Das was der Makler macht, das kann man in der Regel auch locker selbst schaffen und dafür eine Menge Geld sparen.

    Mein Makler stellt mir eine Übersicht über die Aktivitäten zur Verfügung. Ich habe keine Zeit für


    - Fotoshooting

    - 21 Besichtigungen werktags

    - Über 400 Mails zu Rückfragen

    - …


    Wenn du das kannst, umso besser. So ist zum Glück jeder Mensch verschieden.

  • würde nicht mehr privat verkaufen.

    Allerdings wohnten wir auch ein paar Hundert Kilometer entfernt.


    Würde mir vorher die Fragen stellen

    • kenne ich den Markt so gut, dass ich den maximal zu bekommenden Verkaufspreis kenne
    • traue ich mir eine zu, Verhandlungen möglicht posiv zu gestalten
    • habe ich die Zeit für Besichtigungen und Verhandlungen oder kann es vielleicht auch sein, dass man die Lust verliert.

    Imho kann es recht teuer werden, falsch zu entscheiden

  • Meine Anfrage richtet sich nur an private Erfahrungen ohne Maklerauftrag.

    Klappt gut, auch über ausschließlich Kleinanzeigen.de.
    Reichweite, wenn es zwischen Immodings und Kleinanzeigen überhaupt Unterscheide geben sollte, wird in der Regel überbewertet. Du brauchst nur einen!

    Ich hab mehrere Immobilien so verkauft. Wenn Du gut vorbereitet bist, wie Du sagst, und gelegentliche NoShows von Interessenten einkalkulierst - denk an die gesparte Maklercourtage, die übrigens auch die Käuferstimmung sehr positiv beeinflusst - , ist das easy going. Ein Makler macht nichts, was man nicht auch selber kann.

  • Das ist vorher natürlich schwer abzuschätzen, wie viel Zeit und Aufwand reingesteckt werden muss. Aber man kann ja ungefähr abschätzen was der Makler kostet und was ich alternativ an eigener Zeit investieren müsste. Dann kann ich mir überlegen, ob es mir das Wert ist und ich das Geld ausgebe oder es doch lieber selbst in die Hand nehme.

    Man darf auch nicht vergessen, dass aus Käufersicht eine Immobilie, die mit Makler verkauft wird, unattraktiver wird (jedenfalls dann, wenn - wie das meist der Fall ist - der Käufer einen Teil der Maklerkosten zahlen soll).

    Das ist ein regelmäßig fünfstelliger Betrag, den man gedanklich auf den Kaufpreis draufschlägt. Und damit wird die Immobilie teurer.

    Wir haben damals auch von Verkäufern gekauft, die einen Makler eingeschaltet hatten. Weil damals der Markt so war, dass Verkäufer die Bedingungen diktieren konnten. Wenn ich mir aber überlege, welche (echt überschaubare!) Leistung der Makler damals erbracht hat, und was der dafür an Geld bekommen hat... Puh!

    Ich kann verstehen, wenn man in folgenden Konstellationen als Verkäufer einen Makler beauftragt:

    - Geerbte Immobilie am anderen Ende Deutschlands

    - Erbengemeinschaft, von denen sich keiner wirklich kümmern will

    - Schwer verkäufliches Objekt (Omas altes Häuschen Energieefffizienz H in strukturschwacher Gegend)

    - Einfach aus Bequemlichkeit mit einer bewussten Abwägung ("was kostet mich das und ist es mir das wert?")

    - Wenn man komplett unerfahren ist im Kauf / Verkauf von Immobilien und "an die Hand genommen" werden möchte.

    Wir haben gerade eine Wohnung angeschaut, uns letztlich aus diversen Gründen (der Preis war es nicht) dagegen entschieden. Wenn da aber noch ein Makler drin gewesen wäre und wir 3,57% Courtage hätten zahlen müssen, hätte das schon als Grund gereicht, die Wohnung nicht zu kaufen, weil diese zusätzlichen Kosten den Preis von "noch akzeptabel" zu "zu teuer" geschoben hätte.

  • würde nicht mehr privat verkaufen.

    Allerdings wohnten wir auch ein paar Hundert Kilometer entfernt.

    Das ist eine Situation, in der ich verstehen kann, dass man einen Makler einschaltet.

    Würde mir vorher die Fragen stellen

    kenne ich den Markt so gut, dass ich den maximal zu bekommenden Verkaufspreis kenne

    Das kann der Makler auch nicht wissen. Zudem versuchen Makler der Regel nicht den maximal zu bekommenden Verkaufspreis zu erzielen, sondern einen Verkaufspreis, mit dem sie möglichst schnell verkaufen. Zwar ist ihre Vergütung abhängig vom Verkaufspreis, bei 7% Courtage geht es aber schnell, dass sich der maximale Preis nicht lohnt, wenn man dafür viel mehr Aufwand betreiben muss oder es länger dauert. 10.000 EUR mehr Verkaufspreis bringen 700 EUR mehr Courtage. Wenn man dafür 10 Stunden mehr Zeit investieren muss, lässt man es lieber und verkauft gleich für 10.000 EUR weniger.

    traue ich mir eine zu, Verhandlungen möglicht posiv zu gestalten

    Mir ist jetzt nicht klar, was daran so schwierig sein soll.

    habe ich die Zeit für Besichtigungen und Verhandlungen oder kann es vielleicht auch sein, dass man die Lust verliert.

    Zeit und Lust sind ja durchaus unterschiedliche Dinge. Wenn ich mir vorstelle, dass bei 500.000 EUR Kaufpreis der Makler 35.700 EUR kassiert (je 17.850 EUR von Käufer und Verkäufer) kann ich mir ja überlegen, ob ich für einen solchen Betrag die Zeit investieren will und vielleicht auch meine Unlust beiseite schiebe.

    Es steht ja jedem frei, einen Makler zu beauftragen, wenn es ihm das Geld wert ist. Aber man sollte sich eben sehr deutlich machen, um wieviel Geld es geht. Es ist übrigens nicht gesagt, dass man die (in meinem fiktiven Beispiel) 17.850 EUR für den Makler durch einen entsprechend höheren Kaufpreis wieder reinholt. Es kann auch sein, dass man die zahlt und zusätzlich einen geringeren Kaufpreis bekommt (weil der Käufer die Maklergebühren nämlich auch mit einrechnet und dann weniger Budget für den eigentlichen Kaufpreis hat).

  • Aus Käufersicht kann es ein Vorteil sein, als Gegenüber einen Profi zu haben, der mit kühlem Kopf rational verhandelt - für den das Verkaufsobjekt vier Wände und ein Dach sind, und nicht ein Schatz voller Erinnerungen.

    Oder ein Nachteil, weil ein privater Verkäufer vielleicht eher auch nach Sympathie geht (obwohl das ja bei einem Verkauf letztlich völlig egal ist), während ein Makler nur schaut, wer zahlt am meisten und sitzt am schnellsten beim Notar.

  • Ein guter Makler sollte schon den Markt seiner Umgebung kennen.

    Nicht jeder kann gut verhandeln, meine vorallem berufliche Vergangenheit hat mir schon oft gezeigt, das es jeweils gute und schlechte vetriebler sowie Einkäufer gibt .

    Die schnellere Unterschrift beim Notar ist so schlecht auch nicht


    Wie auch immer, denke da gibt es zumindest im Vorfeld kein richtig oder falsch , stressiger ist es sicherlich ohne Makler

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